.. Neues beginnt ..

2015 neigt sich nun mit großen Schritten dem Ende entgegen. Und was soll man da nur schreiben? Gute Vorsätze fürs neue Jahr? Nein, lieber nicht! Einen Jahresrückblick? Davon sieht man momentan schon viel zu viele! Dann vielleicht doch eher, was der Jahreswechsel so für uns bedeutet und welche Rituale und Traditionen er mit sich bringt? Das passt! Also los…

Der Jahreswechsel wird bei uns nicht so spektakulär gefeiert, dennoch stellt er einen Abschied, aber auch den Aufbruch für neue Wege dar. Vieles geht einem durch den Kopf: Was ist so am Hof passiert? Wen habe ich neu kennen und schätzen gelernt? Haben sich Träume und Wünsche erfüllt? Und blicke ich zufrieden auf die vergangenen 365 Tage zurück? Doch gleichzeitig überlegt man auch, was das nächste Jahr wohl bringen mag, voller Ehrfurcht und Hoffnung. Wird einem selber und der Familie Gesundheit und Glück widerfahren? Welche Vorhaben werden gelingen, welche nicht?

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Gastein im Schnee – sicherlich ein Wunsch von vielen für den Jahreswechsel

Und so kommt der letzte Tag im Jahr. Wie an Weihnachten wird auch am Silvestertag eine „Kasjausn“ mit Kletzenbrot/Früchtebrot für die ganze Familie vorbereitet und im Anschluss wieder das Bauernhaus, der Hof und der Stall geräuchert. Nach der Stallarbeit setzt man sich noch zusammen für Kartenspiele und ein gutes Abendessen. Da man den nächsten Tag wieder früh auf den Beinen sein muss, ist das lange Feiern bei den Bauern, die ich zumindest kenne, eher unüblich. 🙂

Am Zittrauerhof schießen wir und unsere Gäste aufgrund Rücksicht der Umwelt und der Tiere fast keine Feuerwerkskörper. Wie viele Haustierbesitzer wissen, fürchten sich besonders die Pferde und Hunde vor dem ohrenbetäubenden Lärm. Und nicht nur diesen zwei Tierarten geht es so.

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Nicht nur der Abend selbst ist ein Grund zum Verzicht auf Raketen und Böller. Der nächste Tag ist geprägt davon, dass wir über unsere Felder und Wiesen laufen müssen, um die Reste des Feuerwerksmaterials aufzusammeln, das ist wirklich sehr mühsam und keine nette Arbeit gleich zu Jahresbeginn. Einige unserer Nachbarn sind aber am 1. Jänner gleich zur Stelle und räumen selbst die Felder ab, die sie am Vorabend beschossen haben 🙂 Danke dafür, gemeinsam geht’s leichter.

Wäre es nicht viel schöner, wenn man den Jahreswechsel „sanft“ belebt – gemeinsam mit dem ganzen Ort in Ruhe gestaltet? Vielleicht Leuchtfackeln entlang des Kurparks mit romantischen Klängen der Alphornbläser? Wer weiß, was alles möglich wäre und ein Bild der Faszination und Sprachlosigkeit hervorrufen würde. Möglichkeiten gäbe es viele um das Geld anstatt der Feuerwerk-Spektaktel sinnvoll einzusetzen.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Start in das neue Jahr 2016 – mit oder ohne Feuerwerk – und vor allem viel Gesundheit, Glück und Zufriedenheit für die ganze Familie !

Eure Bäuerin Katharina

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Und wenn die 4. Kerze brennt…

Die Adventszeit neigt sich nun dem Ende zu. In wenigen Tagen steht Weihnachten vor der Tür und die Vorbereitungen sind in vollem Gange.

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Und nicht nur wir Menschen feiern bei uns am Zittrauerhof, sondern auch die Tiere. So ist es bei uns Tradition, dass auch der Kinderstall geschmückt und ein eigener Weihnachtsbaum aufgestellt wird. So befindet sich in der Weihnachtszeit der gesamte Hof in Weihnachtsstimmung.

Und wie es die Tradition des Stallschmückens gibt, gibt es noch viele weitere. In vielen Familien fährt jemand los einen Baum kaufen, um ihn dann aufstellen zu können. Doch bei uns ist das ein wenig anders. Opa geht mit den Kindern in unseren Wald. So gingen sie am Samstag los, um den perfekten Weihnachtsbaum zu finden, zu fällen und aufzustellen. Natürlich macht man das nur, um dem Christkind Arbeit zu ersparen, es hat ja schon genug zu tun und muss sich nicht auch noch um einen Baum kümmern!

Und wenn es dann soweit ist, wenn Heiligabend vor der Tür steht, kehrt Ruhe und Stille am Hof ein. Man besinnt sich auf das Wesentliche im Leben und gedenkt einmal mehr noch denen, die nicht mehr bei uns sind. Naja, eigentlich sind sie doch noch bei uns, denn in unserem Köpfen leben sie ja immer weiter.

Und besonders Heiligabend ist geprägt von Traditionen und Ritualen. In einem meiner ersten Beiträge habe ich über den Erbhof geschrieben, und dass wir es uns zur Aufgabe gemacht haben, alte Traditionen und Bräuche am Leben zu halten. Und so führen wir auch das Räuchern weiter. So gehen wir durch Bauernhaus, Stall und über den Hof und räuchern mit Kräutern und Weihrauch, um böse Geister zu vertreiben, Krankheit und Unheim vom Hof zu verbannen. Wir füllen Ofenglut in eine große Räucherpfanne und geben Weihrauch darauf. An den Raunächt-Abenden (24.12., 31.12. und 5.1.) hängt auch keine frische Wäsche am Boden.

 Es ist ein uralter Brauch und ein wichtiges Ritual für uns in der Weihnachtszeit.

Und nun möchte ich allen Lesern und lieben Stammgästen, die die Bauernhof-Geschichten lesen, besonders schöne Weihnachts-feiertage wünschen und jeder das bekommt, was er verdient und sich wirklich vom Christkind gewünscht hat. Einen herzlichen Händedruck, eine Umarmung, Verständnis, Lachen, die Familie beisammen zu haben und Geschenke, die mit Herz ausgesucht wurden.

Eure Bäuerin Katharina

Künstler am Werk

10 Minuten ganz für mich alleine auf dem Balkon. Ein ganz besonderes Ritual, welches ich seit längerem in mein Leben integriert habe, um Ruhe und zu mir selbst zu finden. Doch was, wenn der Balkon nun doch in die Jahre gekommen ist? Da muss wohl ein neuer her!

Und nun ist es soweit! Ich sitze das erste Mal wieder auf meinem Balkon und genieße meine 10 Minuten. Die Sonne strahlt und der Ausblick auf die Berge Gasteins ist phänomenal. Der neue Balkon ist nun fertig und ich bewundere jedes noch so kleine Detail. Es ist faszinierend, welche Kunstwerke man doch aus einem Stück Lärchenholz zaubern kann.

Wir machen zwar sehr viel selbst an unserem Hof, doch das überschritt diesmal unsere Fähig- und Fertigkeiten! Deshalb beauftragten wir Holzbau Egger und es kamen Hans und Siegi, die wahre Künstler auf dem Gebiet Holz sind und auch die Liebe zu alten Bauernhäusern haben !!!

Hans und Siegi bei ihrer Arbeit
Holzbau Egger, Dorfgastein. Hansi Siegi

„Die Arbeit mit Holz hat es mir angetan“

erzählt Hans mit voller Begeisterung. Und auch Siegi strahlt, wenn er von seiner Arbeit erzählt:

„Ich wollte immer Zimmerer werden!“.

Man sieht den beiden an, mit welcher Freude und Enthusiasmus sie bei der Arbeit sind. Durch ihr handwerkliches Geschick und ihre Geduld haben sie es geschafft, das Altholz am Dachboden optimal einzubinden und somit das Haus ein wenig höher wirken zu lassen. Und die Gestaltung des Balkons darf man natürlich nicht außer Acht lassen: detailreiche Kunst, die den Charme unseres alten Bauernhaus unterstreicht!

viele Schritte braucht es, dass der Balkon fertig wird.
Balkon am Zittrauerhof – mit viel Liebe zum Detail.

Es kamen immer wieder Ideen oder Verbesserungsvorschläge von den beiden hinzu, wie es einfacher und schöner aussehen könnte.

Und so werden hoffentlich nicht nur wir, sondern auch unsere Gäste freudestrahlend am neuen Balkon sitzen, die Sonne genießen und sich an den Details erfreuen.

Ein herzliches DANKESCHÖN an Hans und Siegi!

Bauernhaus Zittrauerhof
400 Jahre altes Bauernhaus, liebevoll renoviert.

Einen schönen Advent an alle Leser wünscht Bäuerin Katharina.

Fotos Copyright Zittrauerhof.

 

ein Muss – die Vanillekipferl

Für die meisten gehört das Backen von Keksen einfach zu Weihnachten dazu. Immer wieder probiert man gerne neue Rezepte aus, am besten sind die, die sicher gelingen, der Teig unkompliziert ist, schnell geht und sie gut schmecken.

Hier ist so ein Rezept von Vanillekipferl:

  • 150 g Butter oder Thea
  • 200 g Mehl
  • 15 g Vanillezucker
  • 50 g Staubzucker
  • 70 g Haselnüsse oder Walnüsse
  • eine Prise Salz

Mit der Küchenmaschine oder per Hand einen Mürbteig zubereiten, Klarsichtsfolie drauf und ca. eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

Danach formt man eine Schlange und schneidet Stückerl runter, formt Kipferl draus und bäckt es ca. 10 Minuten bei 170 Grad (Backrohr vorheizen zuerst). Wenn die Kipferl fertig sind, in ein Gemisch aus Vanillezucker und Staubzucker wenden (ich nehme immer eine breite Schüssel, siebe den Zucker rein und geb die warmen Kipferl rein). Viele machen es aber auch so, dass sie die Kipferl abkühlen lassen und dann mit dem Gemisch bestreuen. Aus dieser Masse werden ca. 50 Stück, je nachdem wie groß man sie macht. Jedenfalls zerfällt er nicht, ist schnell gemacht und sie schmecken wirklich gut.

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Jesuskind in der Krippe

Gutes Gelingen und sonnige Grüße aus Gastein vom Zittrauerhof !

 

Gastein – im Ausnahmezustand

In diesen Tagen ist Gastein wohl – ich sag es jetzt mal so – im Ausnahmezustand. Der 5. und 6. Dezember sind fast wie „Feiertage“ bei uns, viele Mitarbeiter im Tourismus und bei den Handwerker-Betrieben nehmen sich von der Arbeit frei, um aktiv beim Gasteiner Krampuslauf mit dabei sein zu können. Diejenigen, die nicht in Gastein aufgewachsen sind oder als Kind schon Bezug zum Krampuslauf hatten, werden diesen Fanatismus vielleicht nicht verstehen. Bei uns im Tal gehört der Krampuslauf dazu wie das Weihnachtsfest, das Räuchern in den Rauhnächten usw. und die Gasteiner sind sehr stolz darauf.

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80 bis 100 Krampuspassen ziehen dann von Haus zu Haus um die Guten zu belohnen und die Bösen zu bestrafen. In einer Pass gibt es einen Nikolaus mit seinem Korbträger (Guazltrager) und zumeist einem Engerl (vorwiegend in Bad Gastein). Dazu kommen noch mindestens 4 Krampusse (Klaubauf), die mit ihrem imposanten und furchteinflößenden Aussehen für Angst und Schrecken bei Gross und Klein sorgen. Die handgeschnitzen Holzmasken mit Widder- und Bockhörner werden mit viel Liebe und großem Aufwand nach langjähriger Tradition hergestellt und haben auch abhängig vom Ortsteil wo die Pass läuft, unterschiedliche Gesichtsformen. Dazu hat jeder Krampus ein dickes Fell (zumeist vom Schaf) und Stahlglocken, die sogenannten Rollen oder Schellen, wodurch man die Krampuspassen schon von weitem hören kann. Dieses einzigartige Geräusch zusammen mit dem lauten Brüllen (Teufelschrei) liegt an diesen beiden Tagen in der Gasteiner Luft und sorgt für eine eigenartige und mystische Stimmung. (Auszug Gasteinertal.com)

Heute am 6. Dezember gehen die Krampusse in die ländlichere Gegend und die Randbereiche der Orte, gestern waren sie im Ortszentrum zu sehen.
Das besondere ist – der Krampuslauf ist uraltes Brauchtum und hat sich besonders im Gasteinertal ursprünglich erhalten. Die einzelnen Passen, welche alle einen einzigartigen Namen führen, sorgen selbst dafür, dass die Tradition hoch gehalten und das lebendige Brauchtum so von Generation zu Generation weitergeführt wird.

Der Gasteiner Krampuslauf prägt die Gasteiner Bevölkerung, vom kleinen Kind bis zum uralten Urgroßvater sieht man an diesen Tagen das Glitzern in den Augen, viele Krampusläufer verfallen schon Wochen vorher in die Vorfreude („Kramperlnarrisch“) und bereiten sich mit Vorarbeiten und etlichen Krampussitzungen akribisch darauf vor.

Viele ausgewanderte Gasteiner kommen zu dieser Zeit aus allen Ecken der Welt „heim“, um beim Krampuslauf dabei zu sein, ob als Mitglied einer Pass oder als Zuschauer – ein Zeugnis, welchen Stellenwert der Brauch im Herzen der Gasteiner hat und dass es sich vom Trend in anderen Regionen als „Aufführung eines bedeutungslosen Spektakels“ deutlich und konsequent abgrenzt.

Viele Infos (auch Auszüge dieser Bauernhof-Geschichten) und Videos zum Gasteiner Krampuslauf findet Ihr bei Gerhards Seite, der liebevoll alle Details zusammengetragen hat.  http://www.gasteinertal.com/krampuslauf/

2015-12 Krampus Gasteinertal
Gasteiner Krampuslauf mit Nikolaus, Körblträger und Krampusse.