Endlich mal offline …

Heute möchte ich über eine Freundin von mir erzählen, die meinen Schwiegervater letztes Jahr für ein paar Wochen auf der Alm unterstützt hat.  Sie ist Profi-Musikerin in Düsseldorf, ein besonders liebenswerter Mensch – bodenständig, herzlich, naturverbunden – letzten Sommer hat sie dann die Liebe zum Almleben entdeckt. Ihre Eindrücke möchte ich gerne teilen, weil sie vieles widerspiegelt, warum eine Alm einem so viel fürs Herz geben kann, auch wenn es arbeitsintensiv ist. Viel Spaß beim Lesen. Katharina 

2015-06-30 18.23.40

Meine Auszeit auf der Alm

Nach unglaublich turbulenten, lauten und kommunikationsintensiven Wochen in meinem Großstadtleben sehnte ich mich nach frischer Landluft, Stille und einem atemberaubend weiten Blick über die Berge. Einsamkeit spüren und mir die Welt einmal von oben anzuschauen, so mein Plan…

Ich hatte das große Glück, in diesem Sommer ein paar Wochen mit Hias, dem Almöhi und Nelli dem Hütehund, auf der auf 1872 Höhenmetern gelegenen Zittraueralm zu Leben und vor allem auch zu arbeiten.

Ein Almaufenthalt ist definitiv nichts für Langschläfer oder Morgenmuffel, denn der arbeitsreiche Tag beginnt mit dem Aufgehen der Sonne und einer kurzen Katzenwäsche am Brunnen in aller Frühe.

Da Hias die Stallarbeiten alleine verrichtet hat, war ich am Morgen nach dem meist gemeinsamen Reintreiben der Kühe für den reibungslosen Ablauf des Haushaltes verantwortlich: Holz holen, Anfeuern zum Wärmen der Stube und zum Erhitzen des Wassers, Säubern der urigen Hütte, Blumen gießen und anschließendes Bereiten des Frühstückes waren meine ersten Aufgaben des Tages.

Nach dem gemeinsamen Frühstück mit selbst gefertigten Produkten wie Schinken, verschiedenen Marmeladen, selbst gebackenem Brot und auf dem Holzofen gebrühtem Filterkaffee, standen je nach Wetterlage unterschiedliche Aufgaben an wie: Holzhacken, Kräutersammeln, Schwenden  … bis dann am Nachmittag die Tiere zum Melken erneut vom Berg zur Hütte getrieben werden mussten.

Während Hias die Tiere im Stall versorgte, bereitete ich nach erneutem Anfeuern ein Abendessen, das wir oft müde, aber mit großem Appetit genüsslich verspeisten.

So früh wie ein Tag auf einer Almhütte beginnt, so früh endet er meist auch. Von frischer Luft, Sonne und viel körperlicher Arbeit erschöpft, schläft man früh am Abend seelenruhig ein.

Für mich war der Aufenthalt auf der Zittraueralm genau richtig: keine Angst vor Einsamkeit, Mückenstichen, matschigen Klamotten, dem ein oder anderen Splitter vom Holzhacken oder einer Blase am Fuß vom zu engen Bergschuh und sehnend nach Menschenleere, Ruhe und Entschleunigung im zauberhaft schönen Bergidyll – einfach herrlich.

 

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