i bin die neue Sennerin ..

In den letzten Bauernhofgeschichten hab ich schon über Opa Hias, meinen Schwiegervater, berichtet, der mit Leib und Seele ein Senner ist. Viel Arbeit, Fleiß und Liebe zur Almarbeit stecken dahinter. Dieses Jahr wird die Zittraueralm erstmals wieder bewirtschaftet – Nicole aus Tirol ist für den Ausschank der Gäste zuständig und geht Hias bei der täglichen Arbeit tatkräftig zur Hand.

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Mein Schwiegervater Hias und Nicole

Eine besondere Attraktion sind ihre Ziegen, die sie mit auf die Alm genommen hat. In den nächsten Zeilen möchte sich Nicole vorstellen und ein bisschen was über sich, ihre Liebe zur Alm und zur Arbeit auf den Bergen erzählen.

Als älteste von 5 Kindern auf einem Bergbauernhof (1600m) in Tirol am Kaunerberg geboren, mussten wir schon früh am Hof mithelfen. Bei uns wurde bis vor ca. 10 Jahren noch viel von Hand erledigt – Heuernte, Holzarbeit und noch so einiges mehr. Wir haben unsere drei Kühe im Sommer immer auf die Alm getrieben und mein Vater und ich besuchten sie fast jeden Sonntag, um sie zu salzen und den Käse und die Butter abzuholen. Diese Almzeit hat mich geprägt und mir ist die Liebe zur Sennerei geblieben. 2008 ging ich das erste Mal im Verwall als Sennerin auf die Alm. Zu zweit haben wir 56 Kühe gemolken – es war anstrengend, aber unvergeßlich. Dort lernte ich auch meinen jetzigen Freund kennen. Wir leben nun gemeinsam in Adnet bei Hallein und bewirtschaften einen Bauernhof. Die letzten zwei Almsommer war ich nach 11jähriger Pause wieder in den Höhen – auf der Seiser Alm in Südtirol. Dort gab es 20 Kühe und 30 Ziegen… Apropos ZIEGEN – die haben es mir so angetan, dass ich mir im Herbst  eine kleine Herde Pinzgauer Goaß mit Ziegenbock Bertl gekauft habe. Wenn alles klappt, wird es in diesem Hochsommer Nachwuchs geben auf der Alm geben 🙂

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Ziegenbock Bertl
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Eintracht zwischen den Kühen und Ziegen

Die Zittraueralm kenne ich durch unsere zwei Pferde (Mohrenköpfe), welche seit 10 Jahren zur Sommerfrische auf die Zittraueralm kommen. Seit Mitte Juni bin ich nun Sennerin auf der Zittraueralm und es gefällt mir sehr gut. Es ist fast wie zuhause und lässt auch das manchmal aufkommende Heimweh schnell wieder verschwinden ! Nicht nur meine Ziegenherde begleitet mich am Berg, sondern auch meinen lieben Hund Maxi durfte ich mitnehmen.

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Maxi und Nelly verstehen sich gut

Ich liebe das Almleben, das gemeinsame Melken der Kühe, die Ruhe der Almabende und das Plätschern des Brunnens. Auch wenn der Tag früh beginnt, ist das Melken  eine der schönsten Tätigkeiten auf der Alm. Ein ganz persönliches Highlight ist für mich die Pflanzenvielfalt direkt vor der (Alm-)Haustür. So hat man alles da, was man für leckere Schmankerl aus der Küche braucht. Ich serviere auf der Alm nur einfache Sachen, die eben typisch für eine schöne, alte urige Hütte sind. So entstehen in der Küche der Almhütte Joghurt mit frischen Beeren, Topfen, Sauermilch und Frischkäse mit Kräutern. Ganz nach dem Motto:  Gutes von der Alm auf der Alm. Ich lege Wert darauf, dass die Produkte direkt vom Bauern kommen und richte alles so her, wie ich es gerne bekommen möchte.

An meinem eigenen Hof möchte ich in Zukunft gerne eine Hofkäserei errichten, in welcher ich aus Ziegen- und Kuhmilch frischen handgefertigten Käse produziere.

Ich freue mich über den ein oder anderen interessierten Leser, welcher den Weg zu Hias und mir auf die Alm findet. Alles Liebe,

eure Nicole von der Zittraueralm.

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