Weihnachtsduft liegt in der Luft …

Die vierte Kerze im Adventskranz wurde bereits vor einer Woche entzündet und die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür. Die Weihnachtsstimmung ist aufgezogen und die wohl für jeden liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Nicht nur wir Menschen am Zittrauerhof feiern bei uns Weihnachten – auch die Tiere. So ist es bei uns Tradition, dass auch der Kinderstall geschmückt und ein eigener Weihnachtsbaum  für unsere tierischen Hofbewohner aufgestellt wird. So verbreitet sich die Weihnachtsstimmung bis in das kleinste Eck an unserem Hof.

Und wie es die Tradition des Stallschmückens gibt, gibt es noch viele weitere. So ist es bei uns Brauch, dass Opa mit den Kindern in den Wald fährt, um den perfekten Weihnachtsbaum zu finden, zu fällen und aufzustellen. Natürlich macht man das nur, um dem Christkind Arbeit zu ersparen, schließlich es hat ja schon genug zu tun und muss sich nicht auch noch um einen Baum kümmern!

Und wenn es dann soweit ist, wenn Heiligabend vor der Tür steht, kehrt Ruhe und Stille am Hof ein. Man besinnt sich auf das Wesentliche im Leben und gedenkt einmal mehr noch denen, die nicht mehr bei uns sind.

Besonders der heilige Abend ist geprägt von Traditionen und Ritualen, die jeder hier am Hof kennt. In einem meiner ersten Beiträge habe ich über den Erbhof geschrieben, und dass wir es uns zur Aufgabe gemacht haben, alte Traditionen und Bräuche am Leben zu halten. Und so führen wir auch die Tradition des Räucherns weiter. So gehen wir durch Bauernhaus, Stall und über den Hof und räuchern mit Kräutern und Weihrauch, um böse Geister zu vertreiben, und Krankheit sowie Unheil vom Hof zu verbannen. Wir füllen Ofenglut in eine große Räucherpfanne und geben Weihrauch darauf.

 Es ist ein uralter Brauch und ein wichtiges Ritual für uns in der Weihnachtszeit.

Und nun möchte ich allen Lesern und lieben Stammgästen, die die Bauernhof-Geschichten lesen, besonders schöne Weihnachtsfeiertage wünschen und jeder das bekommt, was er verdient und sich wirklich vom Christkind gewünscht hat. Einen herzlichen Händedruck, eine Umarmung, Verständnis, Lachen, die Familie beisammen zu haben und Geschenke, die mit Herz ausgesucht wurden.

Eure Bäuerin Katharina

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.. und Weihnachten kommt trotzdem

 Jedes Jahr in der Weihnachtszeit muss ich an die Worte meiner Mama „und Weihnachten kommt trotzdem“ denken. Man will dies und das noch erledigen, alles soll schön sein und geputzt, schön dekoriert, Kekse gebacken und die Krippe gerichtet, für die Gäste alles perfekt sein und Zeit für einem selber und die Familie will man auch. Nur ist das Leben nicht so perfekt und irgendwas, was man sich vorgenommen hat, schafft man dann doch nicht und bleibt auf der Strecke. Meine Mama behält die Ruhe und sagt dann, wenn sie mich in Hetze sieht „und Weihnachten kommt trotzdem“.

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unsere Mama

JA sie hat recht und diese Worte geben mir Kraft, das Nötigste zu schaffen und es nicht so tragisch zu sehen, ab und an zu lächeln und einfach dankbar zu sein, was man alles hat.

Und es gibt auch Weihnachten, denen man nicht fröhlich ins Auge blicken kann und sie am liebsten streichen würde, diese Zeit seelisch fast nicht aushält, besonders wenn in der Familie etwas Schlimmes passiert ist oder jemand krank geworden ist oder man einfach hilflos ist.  Da kann man die Kraft kaum aufwenden zum Anstimmen für das Lied „Stille Nacht“ und ist sehr, sehr traurig. Und trotzdem kommt Weihnachten, meinte meine Mama auch in diesen schwierigen Zeiten. Gemeinsam kann man diese schwierigen Tage und Stunden leichter überstehen und wieder nach vorne blicken. Wer solche Weihnachten noch nie hatte, für den freu ich mich sehr, denn es ist sehr schwer, dieses schöne Fest in dieser Stimmung zu ertragen.

Heute möchte ich mich aber den schönen und fröhlichen Dingen widmen – den Vorbereitungen vor dem Weihnachtsfest und unserer Mama. Sie ist für uns Kinder und Tati ein ganz besonderer Mensch, behält trotz nicht immer einfacher Lebenslagen ihren Mut und gibt Zuversicht und Freude an alle.  Eine gute Mama halt. Sie hat uns soviel gelehrt – auch die Liebe zum Brotbacken.

Auch das nachfolgende Rezept hab ich von meiner Mama gelernt – das Apfelbrot. Neben dem Kletzenbrot backe ich dieses Rezept sehr gerne und vor allem, es ist ohne Sauerteig und Brotteig möglich und für jeden Haushaltsofen gut geeignet.

Rezept für das Apfelbrot:

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1,5 kg geriebene saftige Äpfel, 500 g Rosinen, 300 g Haselnüsse oder Walnüsse, 500 g Feigen, 1/8 lt. Rum, 500 g Zucker, 1 Packung Vanillezucker, 1 Esslöffel Kakao, 1 Teelöffel Nelkenpulver und 1 Teelöffel Neugewürz (oder Lebkuchengewürz), ein bisschen geriebene Orangen- und Zitronenschalte. Alles am Vortag verrühren in einer Schüssel und mit einem Deckel zudecken, sodass der Alkohol nicht verraucht. 1000 g Mehl (Weizenmehl) und 2 Backpulver-Päckchen sowie eine Prise Salz miteinander vermischen und zu der anderen Masse dazu. Dann rasch zu Laiberl oder Stritzerl formen, ein bisschen stehen lassen, auf das Backbleck eine Tasse Wasser geben und ggf. das Brot auch bespritzen und rein in den Ofen. Man kann sie auch gut in Kastenformen geben und bei 170-190 Grad, je nach Backofen 1 bis 1,5 Stunden backen.

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Es ist für mich eine Freude und Entspannung, jetzt noch vor den Feiertagen Brot zu machen und diese als Geschenke zu verwenden, die Selbstgemachtes schätzen.

Viel Spaß beim Nachbacken und Freude im Alltäglichen, denn „Weihnachten kommt trotzdem“. Eure Bäuerin Katharina.

Ausnahmezustand in Gastein

In diesen Tagen ist Gastein wohl – ich sag es jetzt mal so – im Ausnahmezustand. Der 5. und 6. Dezember sind fast wie „Feiertage“ bei uns, viele Mitarbeiter im Tourismus und bei den Handwerker-Betrieben nehmen sich von der Arbeit frei, um aktiv beim Gasteiner Krampuslauf mit dabei sein zu können. Diejenigen, die nicht in Gastein aufgewachsen sind oder als Kind schon Bezug zum Krampuslauf hatten, werden diesen Fanatismus vielleicht nicht verstehen. Bei uns im Tal gehört der Krampuslauf dazu wie das Weihnachtsfest, das Räuchern in den Rauhnächten usw. und die Gasteiner sind sehr stolz darauf. 

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80 bis 100 Krampuspassen ziehen dann von Haus zu Haus um die Guten zu belohnen und die Bösen zu bestrafen. In einer Pass gibt es einen Nikolaus mit seinem Korbträger (Guazltrager) und zumeist einem Engerl (vorwiegend in Bad Gastein). Dazu kommen noch mindestens 4 Krampusse (Klaubauf), die mit ihrem imposanten und furchteinflößenden Aussehen für Angst und Schrecken bei Gross und Klein sorgen. Die handgeschnitzen Holzmasken mit Widder- und Bockhörner werden mit viel Liebe und großem Aufwand nach langjähriger Tradition hergestellt und haben auch abhängig vom Ortsteil wo die Pass läuft, unterschiedliche Gesichtsformen. Dazu hat jeder Krampus ein dickes Fell (zumeist vom Schaf) und Stahlglocken, die sogenannten Rollen oder Schellen, wodurch man die Krampuspassen schon von weitem hören kann. Dieses einzigartige Geräusch zusammen mit dem lauten Brüllen (Teufelschrei) liegt an diesen beiden Tagen in der Gasteiner Luft und sorgt für eine eigenartige und mystische Stimmung. (Auszug Gasteinertal.com)

Heute am 6. Dezember gehen die Krampusse in die ländlichere Gegend und die Randbereiche der Orte, gestern waren sie im Ortszentrum zu sehen.
Das besondere ist – der Krampuslauf ist uraltes Brauchtum und hat sich besonders im Gasteinertal ursprünglich erhalten. Die einzelnen Passen, welche alle einen einzigartigen Namen führen, sorgen selbst dafür, dass die Tradition hoch gehalten und das lebendige Brauchtum so von Generation zu Generation weitergeführt wird.

Der Gasteiner Krampuslauf prägt die Gasteiner Bevölkerung, vom kleinen Kind bis zum uralten Urgroßvater sieht man an diesen Tagen das Glitzern in den Augen, viele Krampusläufer verfallen schon Wochen vorher in die Vorfreude („Kramperlnarrisch“) und bereiten sich mit Vorarbeiten und etlichen Krampussitzungen akribisch darauf vor.

Viele ausgewanderte Gasteiner kommen zu dieser Zeit aus allen Ecken der Welt „heim“, um beim Krampuslauf dabei zu sein, ob als Mitglied einer Pass oder als Zuschauer – ein Zeugnis, welchen Stellenwert der Brauch im Herzen der Gasteiner hat und dass es sich vom Trend in anderen Regionen als „Aufführung eines bedeutungslosen Spektakels“ deutlich und konsequent abgrenzt.

Viele Infos (auch Auszüge dieser Bauernhof-Geschichten) und Videos zum Gasteiner Krampuslauf findet Ihr bei Gerhards Seite, der liebevoll alle Details zusammengetragen hat.  http://www.gasteinertal.com/krampuslauf/

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Gasteiner Krampuslauf mit Nikolaus, Körblträger und Krampusse.

Marzipan und Vanille …

Herrlichstes Wetter mit viel Sonne. Skipisten, die teilweise schon geöffnet sind  – heute ist schon der 2. Adventsonntag –  die Zeit vergeht wie im Flug! Wenn zwischendurch Zeit ist, dann backe ich am liebsten Kekse mit den Kindern. Es ist eine schöne, gemeinsame Beschäftigung und gehört zu Weihnachten für mich einfach dazu. Inzwischen ist es halt so, dass im Hintergrund keine Weihnachtsgeschichten oder Lieder zu hören sind, sondern die neuesten Bravo-Hits oder mit höchster Lautstärke Ö3, weil die Kinder in dem Alter sind – aber das ist Nebensache 🙂  Schön ist, dass man gemeinsam was macht und das Kekse backen den Kindern immer noch Freude bereitet.

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Besonders gerne machen wir die Marzipanmuscheln, sie sind einfach zu machen und gut. Wie fast alle Rezepte aus dem Kochbuch „Niederösterreichische Mehlspeisenträume – köstlich und erprobt“  – welches ich dank einem lieben Stammgast und inzwischen sehr guten Freundin bekommen habe. Also, wenn jemand gerne bäckt, dieses Kochbuch kann ich wirklich als Geschenk empfehlen.

Marzipanmuscheln

100 g Marzipan, 300 g Butter (weich, am Vortag rausgeben oder eben Zimmertemperatur), 120 g Staubzucker, 350 g Mehl, 2 Eiklar, 1 Prise Salz, 1 Pkg. Vanillezucker, Zitronenschale. Marillenmarmelade, Schokoglasur

Eiklar schlagen, bis es „steif“ ist. Marzipan mit Zucker gut verkneten, weiche Butter und mit gesiebtem Staubzucker und den Aromen richtig schaumig rühren (ich lass es mind. 15 min rühren). Nach und nach das geschlagene Eiklar zugeben und das Mehl einrühren. Sofort in einem Spritzsack mit Sterntüle füllen und kleine Muscheln auf ein (kaltes) Blech spritzen – Backpapier drunter. Hell backen bei ca. 180 Grad. 2 Stück mit Marillenmarmelade zusammensetzen, wenn sie ausgekühlt sind und die Spitzen in Schokoglasur eintauchen. Wichtig ist, dass die Masse sofort in den Spritzsack kommt, sonst wird sie zu hart und man braucht viel Kraft und viel mehr Zeit 🙂

Vanillekipferl – ein sicheres Rezept

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350 g glattes Mehl, 210 g Butter oder Margerine, 110 g Staubzucker, 110 g fein geriebene Walnüsse oder Haselnüsse, 2 Dotter. Staubzucker und Vanillezucker zum Wälzen.

Alle Zutaten rasch zu einem Mürbteig verarbeiten (ich geb einfach alle Zutaten in die Küchenmaschine) und kühl eine halbe Stunde rasten lassen. Ich geb den Mürbteig in den Kühlschrank für eine halbe Stunde. Aus dem Teig dünnere Rollen formen und von diesen kleine möglichst gleich große Stücke abschneiden und zu Kipferln wälzen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und im Rohr bei ca. 180 Grad etwa 8 Minuten hell backen. Noch heiß in ein Gemisch aus Staubzucker und Vanillezucker geben und auskühlen lassen.