Germknödel – einfach und gut !

Germknödel sind auch beliebt in Bauernfamilien – besonders in der Winterzeit hat man schon des Öfteren einen Gusto drauf. Hier ist ein einfaches Rezept – auch ohne Thermomix und Dampfgarer ein Hit und himmlisch gut !

Zutaten:

100 g Milch, 10 g Zucker, 20 g Hefe (Germ), 270 g Weizenmehl, 1 ganzes Ei, 130 g Butter, 1/2 Teelöffel Salz, 40 g Marmelade oder nach Gefühl, 500 g Wasser.

40 g Mohn, 30 g Zucker

Mohn und Zucker mixen und auf die Seite stellen.

Germteig vorbereiten: am besten gelingt er, wenn alle Zutaten die gleiche Temperatur haben, sprich einfach alle Zutaten schon in der Früh aus dem Kühlschrank rausgeben. Milch, 10 g Zucker und Germ in Topf geben und leicht erwärmen. Mehl, Ei, 30 g Butter, Salz hinzugeben und danach das Milch-Zucker-Germgemisch reingeben, zu Teig verarbeiten und ein bisschen gehen lassen.

Den Teig in vier Stücke teilen (ich mache meist 6 kleine Germknödel draus), flach drücken und genau in der Mitte eine gute Marmelade (unsere mögen am liebsten Heidelbeermarmelade oder Powidl) reingeben und Knödel draus formen (schauen, dass die Marmelade schön ind er Mitte bleibt, keine zu flüssige verwenden!). Germknödel formen und an einem warmen Ort 30 min gehen lassen. Man kann auch die doppelte Masse machen und dann nach der Gehzeit die Hälfte einfrieren – klappt super !

In einem breiten Topf halbvoll Wasser einfüllen und dann eine Windel oder ein Geschirrtuch nehmen und oben beim Topfrand das Tuch mit einem starken Gummiringerl oder Schnur fixieren. Das Wasser zum Kochen bringen und die Germknödel auf das Geschirrtuch drauf geben, danach mit hohen Deckel zumachen. Diese einfache Arbeitsweise hab ich von einer guten Freundin, klappt echt super.

Parallel dazu gibt man eine gute Bauernbutter in einem Topf, lässt die Butter zergehen und richtet das Mohn-Zuckergemisch in einem Schüsselchen her. Nach ca. 10 Minuten sind die Germknödel fertig ! Mahlzeit !!!

Einen schönen Sonntag Abend wünscht Katharina vom Zittrauerhof

 

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Übers „Heiziachn“(Heuziehen) beim Planitzengut

„Welche Arbeiten haben denn die Bauern im Winter?“ Diese Frage bekomme ich grade in den Wintermonaten häufig gestellt. Und genau deswegen, will ich heute mal einen Blick hinter die winterliche Bauernhofkulisse bieten!

Neben Schneeräumen, Holzarbeiten, das Abrichten der Pferde, das Versorgen der Tiere im Stall und die täglichen Arbeiten gehen viele Bauern in den Wintermonaten einem Nebenerwerb  nach. Eine besondere, in unserer Zeit sehr selten gewordene Arbeit, ist das „Heu-Ziachn“. Hier wird das Heu von den Mahdern, welches im Sommer in den Heustadln eingebracht wurde,  runter zum Hof gebracht – dazu braucht es viel Schnee, viel Erfahrung und starke Männer! Diese besondere Arbeit kann man heute noch beim Planitzenbauer bestaunen. Gruber Sepp hat mich mit Hintergrundwissen versorgt und meine beste Freundin Magret, Jungbäuerin beim Planitzengut, mit schönen Fotos. Danke !

Lassen wir uns von diesem Bericht, den  Bildern und Emotionen verzaubern, und uns von dem Anmut der Traditionen bei uns im Tal beeindrucken.

Zeitzeugenbericht von Sepp Gruber Jahrgang 1957                         sepp-gruber

Das Jahr 1969 war gerade 2 Tage alt, als Vater uns Buben in die Scheune rief: „Buama kemmst schnell in d‘Hülln, dort richt ma dös Zeug zamm, weil morgn ist zum Heiziachn von da Oim“. Sorgsam wurde nun für jeden von uns ein Strickbuschen hergerichtet. Ein Strickbuschen bestand jeweils aus 1 Langseil von 8 Meter, sowie 2 Kurzseile von 4 Meter Länge mit Holzkloben auf einer Seite auch „Esterer“ genannt, die nun liebevoll zusammengehängt wurden, um sie dann solchermaßen gut über die Schulter tragen zu können. Natürlich durfte dazu ein „Haabrettl“ (Heubrett), hier handelt es sich um ca. 30cm breite aus Esche geschnittene Bretter, die auf einer Seite leicht aufgebogen und mit einem Strick fixiert waren, nicht fehlen und so hatte man für jeden von uns das Zubehör für den nächsten Tag hergerichtet. Nun, es war noch stockfinstere Nacht, als wir am Morgen mit Lodenhosen bekleidet uns die Wickelgamaschen umbanden, damit unsere Schuhe vom einfallenden Schnee geschützt waren jetzt in die Scheune begaben, wo jeder seinen Strickbuschen um-hing und ein „Haabrett“, dessen Strick um den Bauch zu binden pflegte und wir da-nach wie eine Karawane bergwärts stapften. Vater ging vor, er hatte noch eine mächtige Schneehaue am Rücken, ich als ältester natürlich mit einem schweren Rucksack zusätzlich bepackt als zweiter in dessen Fußstapfen trat, denen meine Brüder der Reihe und Größe nach folgten. Nach rund dreieinhalb Stunden mühevoller Wanderung und Schneestapfen durch den Wald, erreichten wir endlich den Mahdstadel direkt an der Waldgrenze, auf 1700m Seehöhe. Vater begann mit der Schneehaue den Manipulationsplatz frei zu hauen, während wir Buben uns von dem anstrengenden Aufstieg etwas erholen durften. Nun folgte der kreative Teil der Arbeit, Vater nahm einen Strickbuschen behutsam auseinander und legte die Hanfseile in gekonnter Weise netzförmig am Stadelrand aus.

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so werden die Strickbuschn gelegt.

 

Schnell wurden eine Heugabel und ein Rechen unter dem Stadel hervorgeholt und es war nun meine Aufgabe, das Heu aus dem Stadel Vater herauszugeben, der nun sehr geschickt die einzelnen Gaben einschlug und so zu einen mächtigen Heubudel fasste.

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Beim Fossn der Heibudl. Ein Mann im Stadl gibt des Heu raus  und ein Mann beim Budl Fossn. Mit der Schneehau wird die Foss-Stod (der Platz vor dem Stadl, wo der Budl gricht wird) ausghaut.

 

Diese quaderförmigen Gebilde (ca. 200 – 300kg) wurden danach fest verzurrt, das Haabrett hinten angehängt und nachdem für jeden von uns so ein Heubudel der Person entsprechend angepasst hergerichtet war, stärkten wir uns mit einer deftigen Jause. Jetzt ging es los, die Abfahrt über die steile „Haariesen“ (Heuriese oder Loipe), die gerade aus nach unten durch den Wald führte.

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Die Heíriss´n von oben

Der erste, der nach unten zu stechen hatte, war ich, es dauerte nicht lange, denn durch die jungfräuliche Bahn brach ich mit den Füßen im tiefen Schnee ein und schon lag ich unter dem Budel, der über mir zum Stehen kam und die Füße hinten heraus ragten. Vater, der als Letzter in die Bahn trat, eilte sofort nach unten, um mich aus dieser mießlichen Lage zu befreien. Am Flachstück angekommen, war nun Vaters Kraft besonders gefordert.

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Beim Planitzengut: Vorbei an der Felswand, wo Können verlangt wird.

Zunächst mussten die Budel vorn angehoben werden, um die Haarbretter darunter einzuführen und entsprechend zu positionieren. Nun hieß es mit viel Krafteinsatz die Budel durch Schieben und Ziehen nach vorne zu bewegen, ja selbst Vaters Schneehaue kam wieder kraftvoll zum Einsatz, um eine entsprechende Bahn frei zu bekommen. Nach etlichen Stunden war es soweit, wir sind am Lagerplatz endlich angekommen und die Budel hatten wir dort fein säuberlich abgestellt. Am nächsten kam Lotte, unsere Haflingerstute, zum Einsatz. Mit dem Schlitten brachte man die Budel nach Hause in die Scheune.

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Auch die Jugend ist schon stark mit eingebunden in die Arbeit, damit das alte Wissen nichr verloren geht.

Danke an den ausführlichen Bericht von Sepp Gruber. Beim Planitzenbauer wird wie eh und je das Heu auf diese Art zum Hof gebracht.

 

Viel Spass beim Anschauen und Lesen 🙂 Katharina vom Zittrauerhof

…. wenn dich der Pferdevirus erwischt ….

… ich freue mich, im heutigen Blog eine Geschichte von Salzmann Sepp, Spenglerei-Meister in Bad Hofgastein, zu veröffentlichen. Er hat sich die Zeit genommen und schreibt über das Hobby Pferd, welches für viele in unserem Tal einen so einen hohen Stellenwert hat, Kraft und Freude gibt.

Meine Liebe zu den Tieren begann schon in den 70igern….. fleißig gespart und mit dem Vater nach Maishofen zur Schafversteigerung, wo wir uns 4 Schafe ersteigert haben. …wir züchteten in den folgenden Jahren zuerst Texel Schafe, dann Tiroler Bergschafe und bis vor ein paar Jahren noch Schwarzkopfschafe. Mitte der 90iger kam es durch einen witzigen Zufall dazu, dass ich mit ein paar Freunden beim Haitzing Hias einen Ausritt mit seinen Pferden machte und ich meine Liebe zu den Pferden entdeckte. Wir nahmen dann gemeinsam übern Winter beim Hias Reitstunden und schlossen dann im Frühjahr mit dem Reiterpass ab….. Es dauerte natürlich nicht lange und ich wollte ein eigenes Pferd. Nach einer Warmblutstute und später einen Wallach ergab es sich, dass ich die Möglichkeit bekam, meine grosse Leidenschaft, das Westernreiten zu erlernen. Mit meiner Quarter Horse Stute Elly lernte ich diese pferdefreundliche Reitweise zu lieben und hatte viele Jahre tolle Erlebnisse mit ihr.

sepp-salzmann-pferdeliebhaber

 In diesen Jahren kam noch der schwarz-weiss gefleckte Paint Hengst Black Contynentel dazu. salzmann sepp.jpg Ich züchtete mit den Beiden den wunderschönen Buck Skin Hengst „Jaconty v.d. Salty Ranch“, mein ganzer Stolz, den ich aufzog, zum Teil selber ausbildete und mit 3 Jahren an den bekannten Pat Parelli Instructor Michael Grohmann verkaufte.

sepp-stolzDie Arbeit mit meinen Westernpferden machte mir viel Freude und ich genoß die Ausritte mit Freunden und Urlaube mit meiner Reiterrunde. Diese Reiterrunde und Freundschaft verbindet uns jetzt schon über 20 Jahre und wir machen immer noch unseren jährlich Reitausflug, der uns schon bis nach Montana brachte, wo wir eine Woche auf einer Ranch mit Cowboys gearbeitet haben.

Da diese Leidenschaft doch zeitintensiv ist und leider der Punkt kam, wo die Zeit nicht mehr reichte, entschloss ich mich, von meinen Quarters zu trennen und suchte und fand tolle Plätze für sie bei „Pferdemenschen“ wo es ihnen gut gehen sollte.

Nur…..wenn einem die „Leidenschaft Pferd“ einmal infiziert hat, ist sie unheilbar….! Es ging natürlich nicht lange ohne Pferde und so kam ich vor 7 Jahren auf meine kleinen Rasenmäher…..den Mini Pferden.

sepp-und-seine-miniponys-kopieWinzig klein und doch ein Pferd. Seit dem züchte ich die kleinen Zwerge und habe mittlerweile eine nette bunte Herde beisammen. Ihnen abends beim Fressen und unbeschwertem Herumtollen zuzusehen, gibt einem das Gefühl, dass die Probleme des Tages eigentlich gar nicht mehr so groß sind und daß die Natur und die Tiere eine der schönsten Dinge im Leben sind, die wir haben.

Das vergessen wir leider viel zu oft. …..in diesem Sinne, liebe Freunde, geniesst das Leben und gebt Acht, dass euch der Pferde Virus nicht erwischt….weil der ist unheilbar!! Liebe Grüsse Sepp Salzmann „Salty Ranch“

Danke Sepp für diesen schönen Beitrag !!  Viel Spass beim Lesen liebe Pferdefreunde.

Wovon Männer träumen …

Was sich Männer denn wohl in ihren Träumen oft vorstellen? Das mögen sich wohl so einige Frauen des öfteren mal fragen. Aber es gibt Momente, in denen unsere Männer doch mal etwas davon preisgeben. Und so kam es, dass wir im Dezember von einem Herzenswunsch meines Mannes erzählt bekamen. Ein neues Auto? Nein! Eine neue Maschine für den Hof? Nein? Ein Minipony? Oh ja! Und so kam es kurz nach Weihnachten, dass Matthias mit Gefolge einen neuen Hofbewohner zu uns holte. Weit entfernt und lange zu fahren, aber wenn einem was wirklich wichtig ist, spielt Zeit keine Rolle.

Für meinen Mann sind Pferde schon lange sein Hobby, doch grade Miniponys haben nochmal ihren eigenen Charme!

Die Züchterin unseres Miniponys hat uns ein paar Worte über die Zucht und besonders über unseren Neuzugang „Jasmyne“ geschickt:

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Petra Jäger – passionierte Minipony-Züchterin

 

Petra Jäger vom Miniponyhof im Lavanttal: „Jasmyne wurde im Jahr 2010 mitsamt ihrer Mutter Helawi Camoe Rose von uns aus England importiert. Sie hatte bei uns eine sehr unbeschwerte Kindheit genossen und durfte so lange bei Fuß ihrer Mutter bleiben, bis die Mutter von sich aus entschied, daß es Zeit für Jasmyne war, erwachsen zu werden. Anschließend übersiedelte Jasmyne zusammen mit anderen gleichaltrigen Jungtieren in meinen sogenannten „Kindergarten“. Dort sind die Jungtiere unter sich, können spielen und allerhand Klamauk machen. Jasmyne fiel in der Gruppe stets sehr positiv auf. Sie hat dieselbe endlose Geduld wie ihre Mutter Cameo Rose, die unser Ruhepol der Herde ist.

Auch die Liebe zu Kindern hat Cameo Rose an ihre Tochter vererbt. Jasmyne liebt den Kontakt zum Menschen und mag es gerne verwöhnt und betüddelt zu werden, ihr Stockmaß beträgt 82 cm. Mein Bauchgefühl sagte mir, daß Jasmyne nun bei Fam. Schwaiger das perfekte Zuhause für sich und ihre Bedürfnisse gefunden hat. So fiel mir der Abschied zwar sehr schwer, aber Jasmyne hat nun ihr Zuhause und ihre Aufgabe gefunden. Und das freut mich sehr! Wir wünschen Jasmyne alles Gute und viel Gesundheit und der lieben Fam.Schwaiger viel Freude und eine glückliche Zeit mit Jasmyne und all den anderen tollen Tieren am Zittrauerhof!

Inzwischen sind wir schon einige Male mit ihr spazieren gegangen und sie gewöhnt sich an ihre neue Heimat. Im Gasteinertal gibt es bereits einige Minipony-Zuchtbetriebe, darunter auch Alois Salzmann vom Tofererhof und Sepp Salzmann, Spenglerei-Meisterbetrieb und zugleich Besitzer der „Salty-Ranch“. Lasst euch überraschen, der nächste Blog-Beitrag wird von Sepp sein, wie er zu den Pferden kam und warum Tiere so einen positiven Einfluss auf Menschen haben ….

Einen schönen Sonntag wünscht euch eure Bäuerin Katharina