Zeit für ein gutes Rezept

IMG_20180116_124930.jpgNach den Weihnachts-Feiertagen haben viele Lust auf etwas „Saures“. Ich auch – sehr gerne mache ich für uns die Kaspressknödel und Leberknödel auf Vorrat. Man kennt sie eigentlich von jeder Skihütte und sie sind supergut auch zum Einfrieren geeignet.

Leberknödel nach Rosmaries Art:

Meine Schwiegermutter hat wohl die besten Leberknödel gemacht, die ich je gegessen habe. Sie sagte zu mir immer, dass es ganz wichtig sei, dass man zuerst die Leber mit ein bisschen Milch mische, mit Majoran, Knoblauch, einen Zwiebel vermischt und ziehen lässt. Erst dann das Knödelbrot rein, ein paar Brösel und ein bisschen Mehl sowie ein Ei für ca. 10 Knödel. Bei den Eiern hat sie immer wenig reingegeben und manchmal auch nur das Eigelb. Sie wurden dadurch so schön locker. Man vermischt die Menge und lässt die Masse ziehen, noch ein bisschen Salz dazu und wieder stehen lassen. Für jene, die jetzt auf die Mengenangaben warten, die muss ich leider enttäuschen, ich mach es „nach Gefühl“. Aber wer will, dem schick ich die Mengenangaben von einem Bäuerinnen-Kochbuch nach. Einfach melden unter info@gasteinurlaub.com

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Ein gutes Öl wird erhitzt und wenn die Knödel schön geformt sind, kurz im heißen Fett schwimmend backen und wenn sie goldgelb bis braun sind, dann rausnehmen und auf Küchenkrepp abrinnen lassen. Wenn das Fett die richtige Temperatur hat, „saugen“ sich die Knödel nicht an und sie sind nicht so fett. Dann sind die Leberknödel soweit fertig und können eingefroren werden. Isst man sie frisch, so gibt man sie jetzt ca. 15-20 min in eine gute Suppe oder Salzwasser und lässt sie kochen, bis sie innen „durch“ sind. Gutes Gelingen !

 

Kaspreßknödel nach Tatis Art:

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Da mein Papa aus Südtirol kommt und viel Zeit auf den Almen verbrachte, verkochte er, als wir Kinder waren, viel mit Käse. Dies war eben ein Lebensmittel auf der Alm, das immer da lagernd war. So gab es samstags immer italienische Küche und unter der Woche oft etwas mit Käse – bsp. Kasnockn nach Südtiroler Art, Kaspressknödel oder Graukäse mit Zwiebel, Essig und Öl. Die Kaspressknödel mach ich sehr ähnlich dem Rezept meines Papas: Knödelbrot mit Milch ziehen lassen (nicht zu weich darf der Teig sein) dann fein geschnittene Zwiebel, Knoblauch in den Teig einrühren und idealerweise 3-4 verschiedene Käsesorten, darunter auf jeden Fall 1 deftigen wie Bergkäse, Tilsiter oder Sauerkäse. Fein klein schneiden und unterheben, ebenso 2-4 Eier für 15 – 20 Stk. Kaspressknödel, je nachdem wie man es haben will. Den Teig ziehen lassen und danach in heissem Fett (nicht schwimmend, beim Fett sparen!) rausbacken, schön langsam goldbraun backen, wenden und auf ein Tablett raus. Ich brate die Kaspressknödel immer durch, dann kann man sie auch „trocken“ ohne Supper lecker mit grünem Salat essen. Kurz vor dem Mittagessen gibt man die Knödel ganz kurz in die Suppe zum Ziehenlassen und lässt es sich schmecken.

Die Kaspreßknödel zu machen ist auch eine idealer Resteverwertung, wenn man mehrere Käsereste übrig hat. Ich gebe keine Kartoffeln in den Kaspressknödelteig hinein. Auch hier ist es so, dass ich nicht nach Mengenangaben koche, ich backe meist einen Knödel raus, koste ihn und würze ggf. den restlichen Teig nach. Guten Appetit ! Liebe Grüße vom Zittrauerhof in Gastein, Eure Katharina Schwaiger. http://www.gasteinurlaub.com

 

 

 

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Stinkt die Kuh ?

Seit ein paar Tagen kursiert ein Facebook Bericht von einem Landwirt-Ehepaar, die darüber berichten, wie ihr Kind im Kindergarten verspottet wurde. Das Kind sei ein „Bauernkind“  und „stinke“ nach Kühen.

Der Bericht hat mich persönlich sehr getroffen und lange beschäftigt. Er zeigt, dass noch sehr viel Aufklärungsarbeit über das Leben als Bauer geleistet werden muss.

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Ich wurde an meine frühere Schulzeit erinnert – die ja auch noch nicht Ewigkeiten her ist: Wir waren nur ein paar Bauernkinder in der Klasse. Und wahrscheinlich genau deswegen wurden wir gehänselt. Wären mehr Bauernkinder in der Klasse gewesen, wäre es wahrscheinlich anders gewesen, da unser Leben dann als selbstverständlicher angesehen worden wäre.

Kommt ihr frisch aus dem Stall? Hast du dich denn überhaupt gewaschen?

Solche und andere Boshaftigkeiten bekamen wir den Schulvormittag über an den Kopf geworfen. Ich selbst konnte das Verhalten meiner Mitschüler nie verstehen. Warum dachten sie so über den Bauernstand? Hatten sie überhaupt Ahnung von unserem Leben? Ja, ich war oft bei den Tieren! Aber danach habe ich mich gewaschen und die Kleidung gewechselt! Ganz normal eben. So wie man es im alltäglichen Hofleben eben macht.
Zuerst habe ich mich gar nicht getraut, zuhause davon zu erzählen. Ich wusste nicht, wie die Reaktion darauf wäre. Was passieren würde. Und ob ich danach nicht nur noch mehr gehänselt werden würde.

Doch irgendwann erzählte ich es doch. Wir hatten das Glück, dass mein Onkel in die Schulklasse kam und die ganze Situation klärte. Und auch unsere Lehrerin nahm sich des Problems an.
Danach hatten wir unsere Ruhe und das Blatt wendete sich: Die Schulkameraden wurden auf den Hof eingeladen und sie stellten fest, dass wir doch ein tolles Leben führen. Der Hof hat eine wunderschöne Aussicht, unzählige Spielmöglichkeiten waren rundherum und um die zahlreichen Tiere wurden wir beneidet.

Ich finde, es gibt nichts Schöneres, als einen Bauernhof zu haben, auch wenn man auf vieles verzichten und wie jeder andere Selbstständige täglich sein Brot hart verdienen muss. Aber allein der Zugang zu den Tieren ist etwas Wunderbares, das Rauslaufen können und die Verbundenheit mit der Natur – einfach unersetzbar.

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Viele Kinder kommen auch ganz „anders“ wieder zurück, wenn sie bei den Katzen, Hasen, Schweinen oder Kälbern waren, sie sind ausgeglichener, erleben Freude und haben tierisch gute Freunde gefunden, denen man nicht viel erklären und erzählen muss. Sie verstehen einem eben und „saugen“ Probleme auf. Unsere Gäste nehmen meistens ein eigenes Stallgewand für die Kinder mit und sind glücklich darüber, dass die Kinder bei den Tieren so eine Freude haben und dabei ist der Stallgeruch komplett nebensächlich.

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Hier  Maurachgut bin ich aufgewachsen – mein persönliches Paradies

Zu uns sagten viele Gäste: „Kinder ihr wohnt im Paradies“ – ich hab mich darüber oft ein wenig lustig gemacht, als Kind habe ich das nicht so gesehen. Wir sind zwar mit dem Schlitten und den Skiern in den Ort gefahren, aber es war eben immer ein Stück zu gehen, bis wir zur Schule kamen oder uns mit Freunden treffen konnten. Wenn man älter ist, möchte man diese Zeit überhaupt nicht missen, erinnert sich gerne an die Abenteuer beim Runterfahren, die lustigen Geschichten, die erzählt wurden.

Derzeit nehme ich einen Trend war, dass die Bauernkinder wieder stolz darauf sind, in einem bäuerlichen Betrieb aufzuwachsen und das ist gut so. Sie kennen die Eigenarten der alpinen Landwirtschaft, können sich mit der umliegenden Natur identifizieren und wissen das Leben außerhalb des Medienkonsums zu schätzen. Und grade dieses ursprüngliche Erleben weckt die Sehnsucht der Leute, sich für das Hofleben zu öffnen und dessen ganze Facetten selbst erleben zu wollen.

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Und damit ist ein Grundstein für uns Landwirte gelegt, an dem wir ansetzen können. Es ist ein Teil unseres Hofalltags am Zittrauerhof, den Gästen unsere Werte, Traditionen und einfache Lebensweisen näher zu vermitteln und so ein neues Bild des bäuerlichen Lebens in der Gesellschaft zu verankern.

Wer Interesse hat, den Bericht des Landwirt-Ehepaars zu lesen, gerne – hier ist der Link.

Alles Liebe aus dem  Gasteinertal,
Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof
www.gasteinurlaub.com

 

Einzigartiger Brauchtum geht zu Ende …

…. aber nur für dieses Mal. In 4 Jahren wird der nächste Perchtenlauf in Gastein stattfinden und mit seinen 160 mitwirkenden Personen für besondere Freude unter den Einheimischen und Gästen sorgen. Der Gasteiner Perchtenlauf ist seit dem 14. Jahrhundert urkundlich nachweisbar und zählt damit zu den ältesten Brauchtums-Veranstaltungen im Salzburger Land.

Der Perchtenlauf in Gastein findet immer an 2 Tagen im Zeitraum vom 1. bis 6. Jänner statt. Es wirken ungefähr 160 Personen, davon ca. 30 Kappen-Träger mit. Die Perchtenläufer haben pro Tag eine Gehzeit von ca. 10 Stunden und eine Strecke von jeweils 12 bis 14 km zu bewältigen. Das Gewicht der Kappen beträgt bis zu 50 (!) Kilo und erreicht eine Höhe bis zu 2,50 Meter – eine enorme Anstrengung! Auf der von Gerhard Michel gestaltete Internetseite https://www.gasteinerperchten.com/ hat man die Möglichkeit, sich die Aufgabe jedes einzelnen Perchtenteilnehmers durchzulesen und sich von jedem ein „Bild“ zu machen. Von Frau Perchta, den Schnalzern, den vielen wunderschönen Kappen bis hin zum Perchtenobmann Andi Mühlberger – alles ist genau angeführt und erklärt. Über jede Figur eine kleine Geschichte.

Ich lasse mal die Bilder von meinen Schnappschüssen am Hof für sich sprechen:

Am Perchtenlauf dürfen nach altem Brauch keine Frauen mitwirken. Für jedes Haus, Hotel und Bauernhof ist es eine besondere Ehre, wenn die „Perchten“ vorbeikommen, um die Referenz zu erweisen.

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Die Perchten werden unterwegs verpflegt, eine dieser Labstation war bei uns heute vormittag am Zittrauerhof. Auch wenn die Vorbereitungen mit einigen Mühen verbunden sind, ist es ein wunderschöner Augenblick und eine einzigartige Möglichkeit, um die Kappen und Teilnehmer genauer zu betrachten.

Nach der Perchtenwurst und Getränken ging es für die ganze Gruppe wieder weiter Richtung Durzbauer.

Die „Nachtanzerinnen“ helfen ihrem Kappenträger beim Raufheben der Kappe.

Mein Schwager Thomas war auch als Nachtanzerin dabei, da freuten sich die Nichten und Neffen natürlich sehr. Und Opa Hias bekam ein besonderes Interview mit dem ORF.

Soeben ist auch der Bericht vom heutigen Tag im Internet (Gasteiner Perchten) http://tvthek.orf.at/profile/Salzburg-heute/70019/Salzburg-heute/13960220/Pongauer-Perchtenlauf-im-Gasteinertal/14212256  

„Treu dem Guten alten Brauch“ freuen wir uns auf ein Wiedersehen in 4 Jahren.

Alles Liebe, Eure Katharina vom Zittrauerhof.