Hinter den Kulissen

Auf den Bauernhöfen gibt es immer Arbeiten, die von außen gut sichtbar sind und manchmal auch ein bisschen Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wie in den letzten Wochen der Almauftrieb der Kühe, Pferde oder Kalbinnen oder das Heuen der Wiesen. Manchmal aber, da sind es die kleinen Aufgaben, die das bäuerliche Leben füllen und nur dann gesehen werden, wenn sie nicht gemacht werden :- ) Und über genau diese möchte ich heute berichten!

Da gibt es Arbeiten, die das ganze Jahr über geschehen müssen, um die Lebensqualität von Tier und Mensch zu erhalten. Dazu zählen auch die Ställe, die die Bauern während der Sommermonate gründlich reinigen, da in dieser Zeit der Großteil der Tiere auf der Alm oder auf der Weide sind. Der Stall wird vorgewaschen und danach mit dem Hochdruckreiniger sauber gereinigt und im Anschluß alles „rausgeweißelt“, sodass die Tiere, wenn sie im Herbst wieder einen sauberen Stall beziehen.

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Julia beim Reinigen im Kuhstall

 

Eine besondere Aufgabe ist die zweimal jährliche Reinigung im Kinderstall: Farben beim Maler geholt, geht es nach den Reinigungsarbeiten ans Werk, alles nachzumalen, was an Farben verloren hat.

Im normalen Alltag wird der Kinderstall gefegt, die Boxen täglich ausgemistet und wenn irgendwo ein bisschen Unordnung herrscht, aufgeräumt. Es gibt aber auch die besonderen Putztage im Kinderstall. Wenn die Putzeimer, Fetzen und Staubwedel zu den Ziegen, Schafen und Schweinen gebracht werden, dann heißt es am Freitag: Auf das Putzen, fertig und LOS! Dabei werden die Wandfließen runderherum feucht abgewischt, alle Flächen abgestaubt, die Tierbeschreibungen abgestaubt und die Decke von unseren achtbeinigen Freunden befreit. Also falls mal jemand in den Kinderstall kommt und eine Praktikantin oder die Bäuerin auf den Mauern zwischen den Ställen rumturnt und einen Besen schwingt, dann braucht man sich keine Sorgen machen! Sie sind nicht zu Hexen geworden, sondern machen die Decke sauber ;).

Neben diesen durchgehenden Arbeiten, findet man aber auch noch saisonal bedingte Tätigkeiten am Hof. Die Bauern machen die Wassergräben sauber und lassen sie ausbaggern, damit bei großen Regenmengen keine Überschwemmungen drohen. Das Holz wird für den Winter gehackt und bei trockenem Wetter zum Hof gebracht. Und der Opa sorgt auf der Alm neben der vielen Arbeit bei den Tieren stets für das Zerkleinern vom Holz, damit der Ofen angeheizt werden kann.

Holzarbeiten Alm Hias, MArianne und Sepp 2016 (3).jpg

Im Sommer bin ich als Bäuerin auch nur vormittags im Haus anzutreffen, nachmittags finden die Arbeiten meist im Freien statt und helfen mir,  die Seele baumeln zu lassen. Momentan müssen wir unsere Pflanzen, Blumen und Gewächse stets jäten und sind auch schon mittendrin beim Ernten der Blüten, Brennesselsamen und Brotkleesamen, um diese für unsere Kräutertees, Heukissen zu trocknen. Aber auch Beeren wachsen bei uns und wir freuen uns schon, frische Marmeladen und Säfte daraus zuzubereiten.

Das Leben am Bauernhof besteht zwar aus sehr viel Arbeit und es kommen immer wieder neue Sachen dazu, aber dennoch ist es wichtig, dass sich jeder Hofbewohner auch mal eine kleine Auszeit gönnt. Sei es mit einem kleinen Mittagsschlaf in der Sonne, einer Tasse Kaffee am Fischteich, Zeit mit den Kindern, ein bisschen länger schlafen oder einem kleinen Spaziergang. Aber das empfiehlt sich nicht nur für das Bauernhofleben, sondern jedem, auch wenn es nur eine Viertelstunde ist! Wenn es immer nur so einfach wär :- )  Eine schöne Zeit an alle meine Bauernhofgeschichten-Leser !

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Auf den harten Prüfstand

In der letzten Woche hatten wir hier am Zittrauerhof Besuch. Besuch haben wir häufiger, ob Familie, Freunde, Bekannte oder Hofgäste – bei uns ist immer was los und stets treffen sich hier viele Menschen. Aber in der letzten Woche kam dann ein besonderer Besuch: Die Urlaub am Bauernhof-Prüfungskommission.

2015-09 Jacky Jaqueline (12 Erbhof

Spätestens alle vier Jahre werden die Mitglieds-Höfe der Organisation Urlaub am Bauernhof besucht, kontrolliert und neu kategorisiert. Und auch bei uns war es nun wieder einmal Zeit dazu. Ein wenig aufgeregt ist jeder Bauernhof zuvor, denn man weiß nie, wie der Betrieb subjektiv von diesen Personen eingeschätzt wird. Aber ich muss sagen, dass ich schon ziemlich zufrieden bin mit dem, was wir hier am Hof haben, wie es aussieht und was wir unseren Gästen bieten, weil man ja auch den Hintergrund weiß, welche Arbeiten und Mühen dahinter stecken :- )

Also fuhr am Mittwoch ein Auto mit der Spezialkommission vor, um unseren Hof genau unter die Lupe zu nehmen. Dabei wird der Hof in seiner Gesamterscheinung, die Infrastrukur, der Stall, das Haus, die Umgebung, die Tiere und die Zimmer in Augenschein genommen. Auch wie sich der Betrieb im Internet präsentiert, wie die Angebote geschrieben werden, wie eine Hofkartei, die Infomappe ausschaut – auch das wird durchgesehen. Die Überprüfungen findet dabei nach einem bestimmten Anforderungskatalog statt, welcher genau beschreiben soll, bei welchem Standard wie viele Blumen vergeben werden.

Die durchführende Kommission ist dabei sehr kritisch und versucht, jeden noch so kleinen Fehler aus ihrer Sicht zu finden. Zu den überprüften Punkten gehört beispielsweise, ob die Steckdosen gesäubert sind, die Matratzen guter Qualität entsprechen, die Bäder auf dem neuesten Stand sind, keine Spinnweben das Hofbild stören oder auch keine Kunstblumen als Dekoration verwendet werden. Aber natürlich wird auch der Stall, die bestehenden Tierarten, die Kinderspielgeräte und die ganze Hofstruktur begutachtet.

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Der Aufenthalt der Prüfungskommission dauerte drei Stunden, bis jeder Hofwinkel angeschaut und bewertet war. Dabei wurde alles direkt in einem Tablet festgehalten und ausgewertet. Früher fand das auch noch mit Zettel und Stift statt, aber auch Urlaub am Bauernhof geht mit der Zeit. Sobald die Prüfung abgeschlossen ist, bekommt man das Ergebnis der neuen Kategorisierung mitgeteilt. Dabei werden zwischen zwei und fünf Blumen vergeben. Bei fünf Blumen erfüllt der Hof jeden Luxus mit „Wow-Effekt“,  den wohl nur die Bauernhof-„Hotels“ erfüllen können.

Ich bin sehr glücklich und zufrieden, auch in diesem Jahr wieder meine vier Blumen erhalten zu haben und bin froh, dass meine Familie, Freunde und Helferleins uns unterstützen, um überhaupt dieses Ergebnis erreichen zu können.

danke kuhDanke auch an unsere Gäste, die Bewertungen ins Netz schreiben, denn auch dies wird von der Kommission miteinbezogen.

Ein besonderes Schmankerl für mich war jedoch, dass wir die Ersten in der heurigen Kategorisierungsrunde „Ausgezeichneter Kinderbauernhof“ und „Kräuterbauernhof“ sind. Das freut uns besonders, es ist eine kleine Anerkennung für die viele Arbeit und Herzblut, welche man tagtäglich – und nicht nur an diesem einen Tag – investiert.

Wir freuen uns, unsere Gäste in bewährter Qualität auf unserem Hof begrüßen zu dürfen.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Das Frühjahr hat es in sich …

… in den kommenden Tagen werden wir über die Außenarbeiten am Bauernhof berichten. Einiges ist sicher bekannt, einiges für viele neu. Damit man einfach weiß, was alles an Arbeit dahintersteckt. Da jetzt die Generalreinigung nach der Saison auch wieder losgeht, möchte ich einen Artikel veröffentlichen, der zwar schon mal online war, aber sehr lesenswert ist. Geschrieben von einer ganz rührigen Praktikantin, die immer wieder von sich hören läßt und ihren Weg meistert.

…ganz so einfach ist das Putzen am Zittrauerhof aber nicht! Heute möchte ich euch aus der Sicht einer Praktikantin über einen Teil der Arbeit hier am Hof berichten.

„Nach dem Praktikum kannst du in jedem 5 Sterne Hotel anfangen“, meinte Katharina schmunzelnd schon gleich zu Beginn. Anfangs habe ich ihr das nicht so recht geglaubt. Ich dachte: Zimmer putzen kann doch jeder. Ok, das Bad ist vielleicht noch eine Sache für sich, aber der Rest – kein Problem! Falsch gedacht!!! Ich war erstaunt, was es alles zu beachten gibt. Jede Ecke, jede Schublade und jede noch so kleine Lampe muss geputzt werden. Und vor allem das Bettenmachen ist eine Wissenschaft für sich. Denn Bett ist nicht gleich Bett. Ich habe die verschiedensten Techniken gelernt, wie man Atmosphäre in die Zimmer bekommt. Ob Herz oder Rolle, ich kann nun schöne Betten zaubern, in die sich jeder gerne reinlegen würde. Und zum Schluss kommt noch ein Heukissen dazu, damit man bei frischem Kräutergeruch ins Traumland abschweifen kann.

Und jetzt stecken wir mitten im großen Herbstputz. Da heißt es dann Grundreinigung. Ich dachte, mehr putzen geht eigentlich kaum noch. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Zusätzlich zu den normalen Putzarbeiten werden nun auch noch die Auflagen, Matratzen und Kissen tiefengereinigt und die Bettwäsche mit einem Hygiene-Reiniger durch die Waschmaschine gejagt. Lampen werden geöffnet und jedes noch so kleine Glas aus den Schränken wird im Tageslicht betrachtet und poliert. Und auch das Bad kommt nicht zu kurz! Mit einem speziellen Hochdruckreiniger wird jede noch so kleine Fuge sauber gemacht und strahlt danach wie neu.

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unser neues Zirbenholz-Schlafzimmer

Doch mit der Reinigung der Zimmer ist es noch lange nicht getan. Täglich wird das komplette Haus und der Hof gekehrt, damit schon der erste Eindruck ein Gefühl des Wohlbefindens auslöst.

Und auch das Aufdecken des Frühstückgeschirrs ist eine Frage der Ordnung und Sauberkeit. Das Besteck muss poliert, die Serviette sauber gefaltet und das Geschirr ordentlich hingestellt sein. Das wichtigste Utensil ist hierbei ein leicht feuchtes Poliertuch. Damit erwischt man jeden noch so kleinen Fingerabdruck.

Doch woher weiß Katharina eigentlich alles über das Saubermachen? Keine Hausfrau kann einfach so einen riesigen Wissensspeicher über die Putzdetails in seinem Kopf haben! Doch nach und nach klärte sich dieses Phänomen auf:

Katharina hat die Hotelfachschule erfolgreich absolviert und ist mit dem Hof in dem Verein „Urlaub am Bauernhof“. Dort werden eigene Seminare über das Putzen und herrichten von Zimmern und Höfen veranstaltet. Und dabei geht es nicht nur um die Sauberkeit des Hauses sondern auch des Stalls. Somit klärt sich auch die Frage, warum wöchentlich der komplette Kinderstall vom Boden bis zur Decke sauber gemacht werden muss. Und nur wer die Kriterien des Vereins erfüllt, darf die Auszeichnung der Blumen am Hof anbringen. Und ich bin sehr stolz, auf dem höchsten Niveau – nämlilch vier Blumen – arbeiten zu können!

Leider haben viele Menschen das Vorurteil, dass es am Bauernhof dreckig und schmutzig ist. Doch genau diese Stereotypen gilt es zu durchbrechen, denn egal ob Nobelhotel oder Bauernhof: Es muss sauber sein, damit man sich wohlfühlt!

birkenappartement (5)

In einem 5 Sterne Hotel möchte ich zwar nicht anfangen, wenn ich mit meinem Praktikum fertig bin, doch trotzdem kann ich mir sagen: Ich bin durch eine harte, aber gute Schule gegangen!