Davon, wie man einen Bauernhof zu lieben lernt

Heute gibt es mal keine Geschichte aus dem Stall, auch keine aus der Küche oder dem Garten. Heute überlasse ich auch das Tippen anderen Händen!

Es war ein sonniger Frühling vor vier Jahren. Ich war mitten im Lehramtsstudium und musste mich für ein Praktikum entscheiden. Doch was sollte ich machen? Kaffee kochen in stickigen Büros? Kleidung sortieren in Läden mit furchtbar nerviger Musik? Oder den ganzen Tag irgendwo am Kopierer stehen? Nein, Danke!

Nach ein bisschen Recherche im Internet und ein paar E-Mails war mir klar: Ich gehe nach Österreich auf einen Bauernhof! Und so kam es, dass ich am 28. August 2015 in den Zug stieg, um sechs Wochen am Zittrauerhof zu verbringen. Nach neun Stunden Fahrt war es dann soweit, meine neue „Chefin“ Katharina holte mich am Bahnhof ab und brachte mich an mein Ziel – der Zittrauerhof in Bad Hofgastein.

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Und dann ging alles viel schneller als erwartet! Kaum war ich angekommen, war ich auch schon in das Leben und Arbeiten am Zittrauerhof eingebunden. Noch bevor ich meine Taschen aus dem Kofferraum räumen konnte, bekam ich schon die ersten Aufgaben: Blumen gießen, Schilder für den Kuhstall schreiben und die Tiere in den Kinderstall bringen. Und durchgehend war ich fasziniert von der Umgebung, dem Hof und der Bauernhofatmosphäre. Besser hätte der Start wohl kaum laufen können!

 

Über den Nachmittag und Abend verteilt lernte ich nach und nach alle Bewohner und Familienmitglieder des Hofes kennen. Mein Zimmer teilte ich mir (zumindest noch für eine Woche) mit einer anderen Praktikantin, die mich in der ersten Woche ein bisschen anlernte. Zum Glück, denn eigentlich hatte ich von Bauernhof gar keine Ahnung.

Ich lernte schnell, dass das Leben am Zittrauerhof sehr vielfältig ist. Neben den Stallarbeiten gab es ja auch noch zusätzlich Hofgäste zu betreuen und auch in das familiäre Leben wurde ich komplett eingebunden.

Meine Tage waren alle ähnlich und doch ganz verschieden. Der erste Weg führte mich morgens in die Küche, um den „Schweine-Eimer“ zu holen. Diesen nahm ich dann mit in den Kinderstall und fütterte damit die Schweine. Nachdem ich jedes Tier freudig begrüßt hatte und mir den ein oder anderen blauen Fleck beim Melken der Ziege Flecki eingefangen hatte, brachte ich das Kleinvieh auf die Weide. Danach kam eine meiner Lieblingsaufgaben: das Gästefrühstück. Noch heute liebe ich es, schöne Frühstücksteller anzurichten, denn auch das Auge isst mit.

 

Der Vormittag bestand meistens aus Arbeiten im Haus: tägliches Fegen der Treppe, Äpfel aufsammeln, Zimmer putzen, in der Küche Ordnung machen, getrocknete Kräuter wegräumen und besonders toll, die Herstellung verschiedener Hofprodukte. Mein kleines Büchlein mit Rezepten der österreichischen Küche, Marmeladenrezepten, Anleitung für verschiedene Sirups und die Herstellung von Joghurt und Topfen steht noch heute gut greifbar in meinem Regal. Katharina hat mir in den sechs Wochen einfach unglaublich viel Tipps und Tricks in der Küche beigebracht, wofür ich ihr nach wie vor sehr dankbar bin!

 

Um die Mittagszeit musste dann das Essen auf den Tisch. Und so wurde oft zusammen gekocht und jeden Mittag zusammen gegessen. Noch fix alles aufgeräumt und ich konnte in die Mittagspause starten. Am liebsten ging ich in den zwei Stunden zu den Kälbern, in den Garten oder fuhr ein wenig Rad. Manchmal machte ich aber auch einfach nur ein Nickerchen.

 

Die Nachmittage begannen mit dem Einholen der Tiere und gingen meist in eine Arbeit draußen über (Hof aufräumen, Fahrräder in Ordnung bringen, Blumen zupfen, Kräuter ernten…). Katharina hat einen wirklich tollen Garten und in jeder Ecke findet man Blumentöpfe und Blumenbeete. Häufig kümmerten wir uns gemeinsam darum, damit auch alles so schön blieb.

 

Nach einer leckeren Jause (meine liebste Mahlzeit am Bauernhof) wurde entweder noch ein bisschen draußen gearbeitet oder Hofprodukte fertiggemacht. Schließlich sollen Katharinas Leckereien nicht nur fabelhaft schmecken, sondern auch gut aussehen. Nebenbei wurde oft noch etwas gebacken, sodass man mit leckerem Gebäckduft ins Bett gefallen ist.

Neben dem Bauernhofalltag gab es natürlich auch besondere Ereignisse. So durfte ich schon kurz nach meiner Ankunft den Almabtrieb miterleben und auch die Apfelernte stellte ein besonderes Ereignis meines Praktikums dar.

 

Anfangs dachte ich, dass ich es niemals schaffe den Bauernhofalltag für sechs Wochen durchzuziehen, doch es kam ganz anders als gedacht. Viel zu schnell waren die sechs Wochen vorbei und beim Abschied kullerte doch die ein oder andere Träne.

Katharina, ihre Familie und der Bauernhof sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich erwische mich mindestens einmal in der Woche, wie ich beginne von meiner Zeit dort zu schwärmen und in Erinnerungen schwelge. Ich habe in der Zeit nicht einfach nur ein Praktikum gemacht, ich habe unglaublich viele Dinge gelernt, die mich noch heute begleiten. Außerdem habe ich nicht nur eine tolle „Chefin“ gefunden, sondern auch eine neue Freundin.

Seit meinem Praktikum habe ich den Zittrauerhof zwei Mal besucht. Aber immer nur für wenige Tage und das letzte Mal ist nun auch schon wieder zwei Jahre her.

 

Deswegen freue ich mich auch ganz besonders auf den diesjährigen Sommer, da ich endlich wieder an meinen geliebten Zittrauerhof zurückkehre und dort ein Woche Urlaub verbringen werde. Natürlich werde ich es mir nicht nehmen lassen, auch die ein oder andere Arbeit zu übernehmen.

Und wenn Katharinas Leser und „Follower“ Lust haben, nehme ich sie gerne in der Instagram-Story von @urlaubamzittrauerhof mit und zeige mal das Leben und den Urlaub am Zittrauerhof in Bad Hofgastein.

Viele Grüße
Annika

 

 

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Die Freizeit einer Bäuerin…

Das klingt grade erstmal nach einem schlechten Film im Sommerloch. Doch ich bekomme tatsächlich öfter die Frage gestellt, ob ich Freizeit habe und was ich dann mache?

Ja, ich habe Freizeit!

Egal ob Verkäufer oder Verkäuferin, Tischler oder Tischlerin, Lehrer oder Lehrerin, Bauer oder Bäuerin, Hoteliersfrau oder Bürgermeister, jeder Mensch braucht kleine Auszeiten für sich. Jeder Mensch braucht Freizeit. Jeder Mensch sollte nicht nur für die Arbeit leben. Und genau das ist auch wichtig,  um sich des Lebens zu erfreuen, gestärkt für die täglichen Herausforderungen zu sein und abschalten zu können.

Jeder Mensch ist anders und das ist auch gut so. Deshalb ist auch die Vielfalt der Freizeitaktivitäten und Hobbys unendlich groß. Ich persönlich brauche täglich meine 30 Minuten ganz für mich alleine auf dem Balkon. Und diese Zeit gehört mir ganz allein und kein Mensch, keine Arbeit oder Handy kann mich davon abbringen.

Katharina braucht nur 30 Minuten am Tag als Freizeit?

Das ist doch lächerlich, mögen vielleicht einige denken, das ist doch nichts. Für mich sehr wohl. Ich brauche nicht weit zu schauen und kenne viele Bäuerinnen und Freundinnen, die den ganzen Tag keine Zeit für sich alleine haben. Nicht mal diese halbe Stunde – ohne gestört oder von jemanden gebraucht zu werden. Ich wertschätze diese Zeit und genieße sie vollkommen.

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Neben meinen 30 Minuten um die Mittagszeit gehe ich auch einmal wöchentlich in die Turnstunde. Als Bäuerin hat man zwar schon einiges an Bewegung, doch ist es eine andere Art von Sport und eine kleine Auszeit vom Alltag. Schon solche Kleinigkeiten helfen, den Alltag ein bisschen leichter zu nehmen und sich selbst zu lieben und zu schätzen. Und noch dazu bringen sie Spaß und ein Lachen ins Gesicht! Einmal wöchentlich hab ich „stallfrei“ und kann diese Zeit für mich oder andere Arbeiten nutzen.

Für mich ist es nicht nur Erholung und Entspannung, wenn ich Zeit für mich alleine habe oder mit meiner Familie verbringe. Besonders jetzt im Frühling bereitet es mir auch große Freude, mit den Tieren zu arbeiten. Es ist herzallerliebst, wenn wir die Kälbchen bei herrlichem Wetter an die frische Luft bringen und am Spielplatz laufen lassen. Die Unbeschwertheit beim Herumspringen ist eine Wonne beim Zusehen und Balsam für die Seele.

Und wie fast jeder weiß, liebe ich meinen Garten! Hier im Gasteinertal ist die Natur immer ein Teil des Freizeitprogramms und jede freie Minute suche ich mir Arbeit im Außenbereich. Für mich gibt es nichts Schöneres, als an der frischen Luft zu arbeiten. Für mich ist der Garten und die Verarbeitung der Produkte keine Arbeit, sondern ein Hobby, mit viel Freude besetzt.

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Ich wünsche jedem kleine Auszeiten, die das Herz erfreuen und das Leben lebenswert machen. Eure Bäuerin Katharina, vom Zittrauerhof

 

Ein TAG mit Katharina beginnt …

Meinem Bauernhofblog möchte ich in Hinkunft nicht nur zum Weitergeben von guten Rezepten widmen, sondern auch die LeserInnen an der täglichen Arbeit am Hof teilhaben lassen. Tipps geben, wie man Kräuter trocknet, wie man Marmelade einkocht. Heute abend beschreibe ich, welche Möglichkeiten es gibt, einen Balkon oder Eingang beim Haus winterlich zu schmücken.

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Bei uns werden im Spätherbst die Latschen von der Alm geholt, eine mühsame Arbeit, mein Schwager Sepp fährt mit allen Kindern schon in der Früh rauf, dann werden die Latschen in unserem Almgebiet mit der Zange gezwickt, in Büschel gebunden und runtergezogen zur Hütte. Der Jeep wird beladen, meist mittags kommen dann alle von der Alm retour. Die Winterdekoration für unsere Häuser und unserer Familie ist gesichert. Auch nehmen wir sie gerne zum Dekorieren der Gräber her.

Als ich zum Hof kam, wurde ich von meiner Schwiegermutter Rosmarie eingeweiht, wie man richtig die Latschen in die Blumentrögerl reinsteckt, sodass sie auch den ganzen Winter halten und frisch aussehen.

Am besten ist es, man lässt die Blumentröge mit der Erde gleich am Balkon. Ich schneide immer nur die Balkonblumen vom Sommer, den Stamm, ab und lasse die feste Erde im Balkontrögerl. Dann gieße ich sie fest ein mit Wasser, sodass die Erde wieder ein bisschen weicher wird und man die Latschen leichter stecken kann.

Die grossen Latschenpackerl werden aufgemacht und die Latschen schräg eingeschnitten, damit man sie leichter stecken kann, wenn möglich, alle in ca. gleicher Länge. Dann trägt man sie in einer Schachtel rauf auf den Balkon und beginnt zu stecken. Am schönsten werden sie, wenn man „Reihen“ steckt. Sprich pro Trögerl beginnt man mit dem Stecken der ersten Reihe ganz vorne, dann die zweite, wir machen pro Trägerl vier Reihen. Also, zuerst eingießen, dann stecken, dann nochmals eingießen. Man muss die Latschen schon relativ weit runterstecken, damit sie der Wind im Winter eines Tages nicht mitnimmt und „rauszieht“.

Ist ein schöner Herbst, ist es sinnvoll, sie wie Blumen alle paar Tage einzugießen, dass sie frisch bleiben. Kurz bevor es richtig kalt und frostig wird, gieße ich sie nochmals fest ein, damit die Erde dann gefroren wird und die Latschen fixiert sind. Beginnt die Weihnachtszeit, kommen dann noch Schlaufen und Kugeln drauf. Ich finde, die Latschen sind, auch wenn sie einiges an Zeit brauchen, ein schöner Hingucker, gerade bei alten Bauernhäusern und ich habe große Freude an dieser Arbeit.

Wie gefällt euch dieser Blumenschmuck ? Zwei Packerl Latschen haben wir noch, wenn jemand Lust auf die Dekoration bekommen hat, bitte baldmöglichst melden.

Gutes Gelingen beim Dekorieren wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal.

Am Zittrauerhof – ein herrliches Fleckchen Erde

Vor kurzem bekam ich eine ganz Mail von Daniela und das bestärkt mich, weiterhin Auszeiten am Bauernhof anzubieten. Meine Freude, jemanden am Bauernhofleben teilhaben zu lassen, sie „auszubilden“ und sie neue Wege entdecken zu lassen. Danke Daniela für diesen schönen Bericht !

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Beim Brotbacken

Schon lange bewegte mich der Gedanke einmal im Leben als Sennerin auf die Alm oder auf einen Bauernhof mitzuhelfen. Ich wollte einfach mal weg vom Alltag, mal was ganz anderes machen, in die Natur und den Umgang mit Tieren erlernen und mitzuhelfen, anstatt sich nur zu erholen. Durch viele Recherchen im Internet, stieß ich Anfang des Jahres auf den Zittrauerhof in Badhofgastein, ich las immer wieder die herrlichen Bauernhofgeschichten der Bäuerin Katharina. Ich nahm mit Katharina Kontakt auf. Sie schickte mir gleich einige Bericht von Auszeitfrauen. Nachdem der Termin feststand, ging es für mich für eine Woche auf den Zittrauerhof. Mein Projekt „Bauernhof „konnte beginnen.

Schon als ich am Hof ankam, merkte ich sofort die Herzlichkeit in dieser Familie.
Im Haus, im Garten jedes Detail mit Liebe gemacht. Ich erlernte in dieser Woche vieles über die Tiere im Kinderstall, über die Kühe, Kühe treiben, Kälbergeburten.
Weidezaun errichten, ich bin mit Opa Hias Traktor gefahren, mit Bauer Matthias hinten auf der Quad über die Weide gefahren. Im Garten war ich jeden morgen Äpfel aufglauben, Kräuter wurden gesammelt und getrocknet, die
Blumen gezupft.

Bei Katharina in der Küche durfte ich viele österreichische Gerichte erlernen.
Topfen, Joghurt wurde gemacht. Das Frühstück für die Gäste errichten. Brot wurde gebacken.
Natürlich durfte ich auch beim Hausputz mitmachen:- )
Ich wusste gar nicht was ich alles für versteckte Kräfte in mir habe, auch wenn manche Arbeiten
anstrengend waren, bin ich abends glücklich, befriedigend in mein Bett gefallen.
Ich bin froh das ich die Woche da war, die Zeit mit der Familie verbringen durfte, Freundschaft für ein
Leben geschlossen habe. Ich komme wieder !

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Viele liebe Grüße, Daniela :- )

Apfelfreuden

Im Frühjahr diesen Jahres haben alle Apfelbesitzer gebangt und gehofft, dass es nicht ganz so schlimm wird, wie es im ersten Moment wirkte. Die Frühjahrsmonate brachten nochmal ordentlich Frost und es sah aus, als sei die herbstliche Apfelernte nicht mehr zu retten. Schade, denn bereits im letzten Jahr ist alles erfroren und es gab keine süßen Früchte zu ernten.

Doch wir hatten Glück! Einige Bäume haben wohl noch nicht geblüht, als der Frost kam und zeigten sich in voller Pracht. Umso größer ist nun die Freude, denn vergangene Woche konnten wir dann die schönen, saftigen Äpfel ernten.

Bei schönstem Herbstwetter kletterten die Kinder auf die Bäume und schüttelten Ast für Ast. Früchte, die einfach nicht abgeschüttelten werden wollten, schlugen wir mit langen Stöcken ab. Auf der Erde konnten dann alle Helfer fleißig sammeln und die leckere Ernte einsammeln!

Mit Hilfe vom Apfelroller-Blitz geht auch das „Aufklauben“ vom Boden schnell und einfach. Für jene, die sich das nützliche Gerät anschaffen wollen, es zahlt sich wirklich aus und man hat es Jahre (erhältlich bei Faie „Rollblitz“ und sämtlichen anderen Anbietern). Nächste Woche werden jene Äpfel, die für Apfelsaft eingeplant sind, noch runtergeholt und zur Obstpresse gebracht. Somit ist auch der naturtrübe Apfelsaft für das Bauernhoffrühstück gesichert. Mit den bisher gesammelten Äpfeln wird die Maische für den Schnaps angesetzt und leckeres Apfelmus, Mehlspeisen und Kompott gemacht.  Wer das Apfelmus nachkochen möchte, findet hier das Rezept:

Katharinas Apfelmus

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Zutaten:
Saftige Äpfel, Zimt, Zucker, Zitronensäure

Zubereitung: Äpfel sammeln und mit Apfelentkerner oder mit kleinem Obstmesser in Spalten schneiden (mit der Schale). Das Gehäuse bzw. Reste bekommen bei uns die Tiere (lecker…). In einem Kochtopf ein bißchen Wasser reingeben und die geschnittenen Äpfel. Langsam erhitzen und zugedeckt köcheln lassen. Wenn die Äpfel dann „zerfallen“ und mürbe werden, immer zwischendurch umrühren, dann mit einem Passierstab fein rühren und wieder auf den Ofen stellen. Anschließend je nach Süße der Äpfel Feinkristallzucker hinzugeben, ein bisschen Zimt und einkochen lassen. Will man das Apfelmus fest haben, gibt man anstatt des Kristallzuckers Gelierzucker hinzu. Nach der Gelierprobe das fertige Apfelmus abschmecken (ggf. noch Zucker hinzu, ein bisschen Zitronensäure (damit die Farbe der Apfelmarmelade länger anhält) Zimt und wenn man will einen Schuss Bauernobstler) in saubere Gläser abfüllen, Deckel drauf und Glas stürzen für 10 min. Dann das Glas wieder umdrehen und beschriften. Fertig ist das leckere Apfelmus. Unsere Gäste mögen das Apfelmus zum Frühstück besonders in Kombination mit dem Naturjoghurt sehr. So hat man auch im Winter einen Vitaminstoss 🙂 aus dem eigenen Garten. Gutes Gelingen.

Einen schönen Herbst-Sonntag wünscht Bäuerin
Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal

 

 

Angepackt

 

Jedes Jahr gehen per Post oder Mail einige Praktikumsbewerbungen bei mir ein. Ob nur für 2 Wochen oder 6 Monate ist jede Länge mit dabei. Deswegen möchte ich heute mal zeigen, was ein Praktikum bei uns am Zittrauerhof bedeutet! Dafür habe ich mal die Erfahrungen und Erlebnisse unserer bisherigen Praktikanten und Praktikantinnen zusammengefasst.

In der Früh geht es auf direktem Weg für unsere Praktikantin zum Milchholen für die Frühstücksgäste, dann in den Kinderstall, denn Schafe, Ziegen, Esel und Pony warten schon sehnsüchtig auf das frische Gras und möchten auf die Weide gebracht werden. Oft sind dann schon Frühaufsteher bei den Gästen dabei und werden nach zeitlichen Möglichkeiten auch mit eingebunden und können mitmachen.

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Stehen die Tiere glücklich und zufrieden auf der Weide, werden noch Hühner- und Enteneier eingesammelt und die Milch aus der Milchkammer geholt. Manchmal nur für den alltäglichen Bedarf, manchmal ganze Eimer voll für die Herstellung von Joghurt, Frischkäse oder Topfen. Ist man mit den Stallarbeiten fertig, wird noch der Müll aus der Küche weggebracht und wir richten dann noch das Gästefrühstück gemeinsam her.

brettljause mit BlumenIch lege selbst sehr viel Wert auf den Aspekt „das Auge ißt mit“, weswegen alle Produkte und Lebensmittel schön angerichtet werden. So freuen sich unsere Gäste umso mehr, wenn sie in die Stube kommen und einen schön gedeckten Frühstückstisch vorfinden und alle (Wild)-Kräuter auch gegessen werden können. Nachdem Kaffee und frische Eier an die Tische gebracht sind, kann das eigene Frühstück in der Familienküche beginnen.

Die Vormittagsarbeiten beginnen direkt nach dem Frühstück: Während die Gäste in der Stube Energie für den Tag sammeln, werden die Zimmer schnell zwischengereinigt; sobald die Stube leer ist, wird das Geschirr abgeräumt und alles wieder krümelfrei gemacht; das Haus und der Bereich vor dem Haus werden gefegt, sodass alles ordentlich aussieht – auch die ein oder andere Spinnwebe müssen dabei weggemacht werden. Ist an einem Tag Abreise, werden die Zimmer und Appartements am Vormittag säuberlich gereinigt, ansonsten finden sich immer unterschiedliche Arbeiten im Stall, am Hof, im Garten oder in der Küche.

Zu dieser Zeit entstehen dann auch die leckeren Marmeladen, Säfte und Milchprodukte. Allen Mädels rate ich gleich zu Beginn ein Heftchen anzulegen, in dem alle Rezepte und Erfahrungen, die am Zittrauerhof gemacht werden, notiert werden können. Umso mehr freue ich mich, wenn Mails von Mamas oder den Mädels selbst kommen, dass sie froh sind, das Praktikum bei uns gemacht zu haben und so vieles für das tägliche Leben verwenden können. Ich versuche, aus jedem Fähigkeiten rauszukitzeln, die vielleicht bislang noch unentdeckt blieben :- )

Gegen Mittag wird der Ofen eingeheizt und meist österreichische Gerichte gezaubert. Dabei hat schon der ein oder andere sein Kochtalent entdeckt oder bemerkt, dass die Küche doch nicht so seins ist ;).

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Nachdem der Abwasch getätigt ist, geht es in die Mittagspause. Um 16 Uhr bringen wir die Tiere wieder in den Stall. An manchen Tagen findet auch ein Kinderprogramm mit Go-Kart, Wasserspielen und Gießkannenschlachten statt, welches vorher noch vorbereitet werden muss. Nachdem die Kleintiere versorgt und die Kühe im Stall zum Melken reingebracht werden, kontrollieren wir noch die Spielplätze, Blumen und richten gemeinsam das Abendessen, das wir manchmal auch draußen im Garten verzehren. Am Zittrauerhof wird einem nicht so schnell langweilig.

Bevor es zu einem Praktikum kommt, lade ich die Mädels zum Schnuppern ein, so lernen sich beide Teile kennen und sehen, ob es klappen kann oder nicht.

Ein Praktikum an unserem Hof ist sehr vielfältig, aber auch teilweise schon anstrengend. Man ist bei uns in die Familie komplett integriert und eingebunden, muss Kinder mögen, verlässlich sein und ehrlich. Für mich ist es am schönsten, wenn ich ab und an von Auszeit-Frauen und Praktikantinnen Mails bekomme und erfahre, wie es läuft.

Leute auszubilden oder einen Teil ihres Lebens zu begleiten und „weiterzubringen“  ist für mich ein sehr schöner Bereich meines Bäuerinnen-Seins 🙂

Eure Bäuerin Katharina

Wenn der Frühling kommt

Der ein oder andere mag vielleicht schon die Geräusche und die Gerüche des bäuerlichen Frühlings wahrgenommen haben, denn es scheint so, als würde der Frühling bald in seiner vollen Pracht Einzug halten im schönen Gasteinertal! Und so kommt es nun auch bei uns am Zittrauerhof, dass die Arbeit Tag für Tag draußen mehr wird und alles aus der Winterruhe erwacht (natürlich gibt es auch im Winter einiges zu tun, doch merkt man die zusätzliche Arbeit ab dem Frühling doch sehr 😉 ).

Und so fahren die Männer wieder vermehrt mit den Traktoren durch die Gegend, um die anstehenden Arbeiten auf den Feldern zu verrichten.

Wir hören oft, wie schön grün doch unsere Wiesen im Tal sind und so satt und saftig aussehen. Das finden wir auch! Aber wie es zu diesen schönen grün kommt, mag der ein oder anderen empfindlichen Nase nicht so gefallen… Denn im Frühling beginnt auch wieder die Zeit der Gülle. Diese wird auf den Wiesen und Feldern verteilt, um den Boden zu düngen und so den satten Farbton grüner Wiesen zu erhalten. Dieser Frühlingsgeruch überzeugt zwar nicht jede Nase, ist aber doch sehr wichtig für unsere tägliche Hofarbeit!

Die Wiesen werden allerdings nicht nur gedüngt, um sie zu nähren, sondern auch Säuberungsarbeiten stehen an. Ist der Schnee geschmolzen, tauchen so einige Sachen auf den Wiesen auf. Neben Stöcken und Ästen, die der Wind hergetragen hat, findet sich auch einiges an Müll, Glasscherben, Hundesackerl und Plastik, die entfernt werden müssen! Eine mühsame und zeitaufwendige Arbeit, aber sie muss eben gemacht werden.

Und dann gibt es auch besonders schöne Frühjahrsarbeiten hier am Hof.  Viel Spaß habe ich dabei, die Beete umzustechen und die ersten Pflanzen zu setzen, damit der Duftgarten und die vielen Beete am Hof auch dieses Jahr wieder ihr buntes Kleid tragen können! Und wenn man dann eh schon um das Haus und den Garten herumwerkelt, kann auch gleich hier Ordnung geschaffen und Äste weggeräumt werden. Sind die Aufräum-, Pflanz- und Pflegearbeiten beendet, ist jetzt auch Zeit für das Dekorieren – gerade vor Ostern hat man danach schon große Sehnsucht.

Besonders im Stall zeigt der Frühling seine schönsten Momente. Denn sobald das Wetter schön ist, darf auch unser Nachwuchs das erste Mal die eigenen vier Wände verlassen und die große Welt draußen entdecken. Zeigen sich also die ersten Sonnenstrahlen bei frühlingshaften Temperaturen, sieht man unsere jüngsten Hofbewohner über die Felder turnen – in jedem Jahr wieder eine Freude!!!

Auch die Häsin Magret hat vor ein paar Tagen ihre Jungen bekommen und wir freuen uns schon, wenn die Kleinen rauskommen und sich zeigen werden. Über die nächsten Arbeiten im Frühling werde ich euch demnächst berichten.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Der Alm-Summa is aussi …

Heute soll der letzte richtig schöne Herbst-Tag sein, sagt die Wettervorhersage. Da kommt schon die Wehmut hoch und man will es nicht wahrhaben. Wie die emsigen Bienen werden von den Bauern noch viele Außenarbeiten erledigt, wir haben darüber bei der letzten Geschichte geschrieben.

Auch bei uns häuft sich die Arbeit und heute haben wir das noch sonnige und warme Wetter genützt, um das Holz für die Almhütte zu schneiden und zu stapeln.

holzarbeiten-alm-hias-marianne-und-sepp-2016-3Bis das ganze Holz, das im Sommer aufgebraucht wurde, geschnitten und gestapelt ist, braucht es den ganzen Tag, wenn mehrere Leute mithelfen.

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Marianne hat uns ein paar schöne Aufnahmen von der Alm mit runtergebracht. Genießen wir die schönen Bilder und lassen sie einfach wirken.

Ich liebe diese Brauntöne und die Gerüche im Herbst, sie sind so besonders schön. Sie berühren einem aber auch und machen einem sichtbar, dass nichts im Leben selbstverständlich ist und man einfach dankbar sein muss für alles.

Alles liebe von Katharina, Bäuerin vom Zittrauerhof, http://www.gasteinurlaub.com

 

Herbst-Gedanken .. .. ..

Man mag es kaum glauben, aber die Zeit rennt! Mit großen Schritten hat sich der Herbst bereits in den letzten Wochen angekündigt. Die Temperaturen sinken und die Nacht bricht wieder früher herein. Letzten Sonntag war der Erntedank-Gottesdienst und viele Bäuerinnen und Bauern haben in der Festtags-Tracht dieses schöne Fest mitgefeiert. Dankbar sein für die eingebrachte Ernte, für die Tiere und Menschen, die gut von der Alm wieder heimgekehrt sind und Gottes Segen. bauernherbst-gtg-fvv

 

Gerade der heurige Herbst zeigt sich von der schönsten Seite: Die Blätter färben sich nun ein und das Gasteinertal strahlt in Gelb, Orange und Rot. Trotz der kalten Temperaturen wird einem warm ums Herz, wenn man den Lauf der Natur sieht und welche Schönheit diese hervorbringt. Der Duft nach Tau im Gras, das Rascheln im Laub und die letzten warmen Sonnenstrahlen des Sommers auf der Haut – eine Wohltat für die Seele, die jeder so notwendig braucht.

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Wer glaubt, dass am Bauernhof jetzt die Arbeit weniger wird, hat sich getäuscht. Die Tiere sind nun im Talboden und gehören von einer Weide zur anderen getrieben, die Weidezäune gesteckt, die Kälbchen und Kühe täglich raus- und reingetrieben, das letzte Futter auf den Wiesen eingebracht. Meist haben die Bauern auch einen schönen Garten, der nun abgeerntet wird und viel Zeit braucht.

Auch machen die meisten Bauern schon die Almhütten dicht, legen die Zäune auf den Almen ab, schneiden Holz für das nächste Frühjahr und hacken Holz für den Winter-Vorrat. Gerade für solche Außenarbeiten ist man dankbar, wenn das Wetter einem gnädig ist und man gut voran kommt.

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Auch einige Almhütten haben noch im Herbst geöffnet und sind besonders schöne Ausflugsziele. Eine Übernachtung auf der Gamskarkogelhütte ist zum Beispiel ganz was Besonderes. Einen schönen Herbst wünscht euch Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof.

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Wir halten zusammen …

Hallo! Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Emma und ich bin das kleine Küken, das auf dem Zittrauerhof emsig seine Runden dreht. Auf den ersten Blick mag so mancher meinen, ich sei ein ganz gewöhnliches Küken, doch der Schein trügt, denn außer meinen Eltern ist an mir, oder besser gesagt an meinem Umfeld nichts so richtig normal 🙂

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Angefangen, mir darüber Gedanken zu machen, habe ich schon kurz nachdem ich aus dem Ei geschlüpft bin. Da ist mir nämlich aufgefallen, dass ich irgendwie total anders aussehe als meine drei Geschwister. So, als ob ich gar nicht richtig zur Familie gehören würde. Doch als meine Mama mir dann erklärte, dass ich aus einem Hühner-Ei und die anderen drei aus Laufenten-Eier geschlüpft bin, verstand ich schon, warum mein Aussehen so ganz anders war. Anfangs war ich sehr traurig. Mama fand aber sofort die richtigen Worte, um mich wieder aufzuheitern. Sie sagte zu mir, dass es nicht ausschlaggebend sei, wie jemand aussieht – es kommt auf die inneren Werte an. Und so war es dann auch.

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Einige Wochen vergingen und meine Geschwister und ich wurden immer größer und stärker. Eines Tages war es dann soweit: Wir durften endlich ins Freie! Zuerst konnten wir nur in einem vom Bauern gebauten Käfig draußen sein. Meine drei Geschwister kuschelten sich immer zu mir und ich fühlte mich so wohl unter ihnen, auch wenn ich die Kleinste war. So waren wir vor den Katzen, Krähen und Hunden geschützt und konnten trotzdem schon die Gegend erkunden.

Tage und Wochen zogen vorbei und dann kam der große Tag der Freiheit. Wir durften raus aus dem Käfig und die Welt erkunden. Die Bäuerin gab mich anfangs zu den Hühnern, doch sie merkte gleich, dass ich mich bei den Laufenten viel wohler fühlte und dass dies meine Familie sei. Und so watscheln meine Geschwister mit mir in der Wiese herum, auf der Jagd nach leckeren Würmern, Käfern, Schnecken und Brotkrümeln. Huch, da ist schon wieder ein großer Wurm direkt vor meinem Schnabel. Da kann ich nicht nein sagen!

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Also, macht´s gut und vielleicht sehen wir uns ja einmal am Zittrauerhof !