Angepackt

 

Jedes Jahr gehen per Post oder Mail einige Praktikumsbewerbungen bei mir ein. Ob nur für 2 Wochen oder 6 Monate ist jede Länge mit dabei. Deswegen möchte ich heute mal zeigen, was ein Praktikum bei uns am Zittrauerhof bedeutet! Dafür habe ich mal die Erfahrungen und Erlebnisse unserer bisherigen Praktikanten und Praktikantinnen zusammengefasst.

In der Früh geht es auf direktem Weg für unsere Praktikantin zum Milchholen für die Frühstücksgäste, dann in den Kinderstall, denn Schafe, Ziegen, Esel und Pony warten schon sehnsüchtig auf das frische Gras und möchten auf die Weide gebracht werden. Oft sind dann schon Frühaufsteher bei den Gästen dabei und werden nach zeitlichen Möglichkeiten auch mit eingebunden und können mitmachen.

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Stehen die Tiere glücklich und zufrieden auf der Weide, werden noch Hühner- und Enteneier eingesammelt und die Milch aus der Milchkammer geholt. Manchmal nur für den alltäglichen Bedarf, manchmal ganze Eimer voll für die Herstellung von Joghurt, Frischkäse oder Topfen. Ist man mit den Stallarbeiten fertig, wird noch der Müll aus der Küche weggebracht und wir richten dann noch das Gästefrühstück gemeinsam her.

brettljause mit BlumenIch lege selbst sehr viel Wert auf den Aspekt „das Auge ißt mit“, weswegen alle Produkte und Lebensmittel schön angerichtet werden. So freuen sich unsere Gäste umso mehr, wenn sie in die Stube kommen und einen schön gedeckten Frühstückstisch vorfinden und alle (Wild)-Kräuter auch gegessen werden können. Nachdem Kaffee und frische Eier an die Tische gebracht sind, kann das eigene Frühstück in der Familienküche beginnen.

Die Vormittagsarbeiten beginnen direkt nach dem Frühstück: Während die Gäste in der Stube Energie für den Tag sammeln, werden die Zimmer schnell zwischengereinigt; sobald die Stube leer ist, wird das Geschirr abgeräumt und alles wieder krümelfrei gemacht; das Haus und der Bereich vor dem Haus werden gefegt, sodass alles ordentlich aussieht – auch die ein oder andere Spinnwebe müssen dabei weggemacht werden. Ist an einem Tag Abreise, werden die Zimmer und Appartements am Vormittag säuberlich gereinigt, ansonsten finden sich immer unterschiedliche Arbeiten im Stall, am Hof, im Garten oder in der Küche.

Zu dieser Zeit entstehen dann auch die leckeren Marmeladen, Säfte und Milchprodukte. Allen Mädels rate ich gleich zu Beginn ein Heftchen anzulegen, in dem alle Rezepte und Erfahrungen, die am Zittrauerhof gemacht werden, notiert werden können. Umso mehr freue ich mich, wenn Mails von Mamas oder den Mädels selbst kommen, dass sie froh sind, das Praktikum bei uns gemacht zu haben und so vieles für das tägliche Leben verwenden können. Ich versuche, aus jedem Fähigkeiten rauszukitzeln, die vielleicht bislang noch unentdeckt blieben :- )

Gegen Mittag wird der Ofen eingeheizt und meist österreichische Gerichte gezaubert. Dabei hat schon der ein oder andere sein Kochtalent entdeckt oder bemerkt, dass die Küche doch nicht so seins ist ;).

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Nachdem der Abwasch getätigt ist, geht es in die Mittagspause. Um 16 Uhr bringen wir die Tiere wieder in den Stall. An manchen Tagen findet auch ein Kinderprogramm mit Go-Kart, Wasserspielen und Gießkannenschlachten statt, welches vorher noch vorbereitet werden muss. Nachdem die Kleintiere versorgt und die Kühe im Stall zum Melken reingebracht werden, kontrollieren wir noch die Spielplätze, Blumen und richten gemeinsam das Abendessen, das wir manchmal auch draußen im Garten verzehren. Am Zittrauerhof wird einem nicht so schnell langweilig.

Bevor es zu einem Praktikum kommt, lade ich die Mädels zum Schnuppern ein, so lernen sich beide Teile kennen und sehen, ob es klappen kann oder nicht.

Ein Praktikum an unserem Hof ist sehr vielfältig, aber auch teilweise schon anstrengend. Man ist bei uns in die Familie komplett integriert und eingebunden, muss Kinder mögen, verlässlich sein und ehrlich. Für mich ist es am schönsten, wenn ich ab und an von Auszeit-Frauen und Praktikantinnen Mails bekomme und erfahre, wie es läuft.

Leute auszubilden oder einen Teil ihres Lebens zu begleiten und „weiterzubringen“  ist für mich ein sehr schöner Bereich meines Bäuerinnen-Seins 🙂

Eure Bäuerin Katharina

Wenn der Frühling kommt

Der ein oder andere mag vielleicht schon die Geräusche und die Gerüche des bäuerlichen Frühlings wahrgenommen haben, denn es scheint so, als würde der Frühling bald in seiner vollen Pracht Einzug halten im schönen Gasteinertal! Und so kommt es nun auch bei uns am Zittrauerhof, dass die Arbeit Tag für Tag draußen mehr wird und alles aus der Winterruhe erwacht (natürlich gibt es auch im Winter einiges zu tun, doch merkt man die zusätzliche Arbeit ab dem Frühling doch sehr 😉 ).

Und so fahren die Männer wieder vermehrt mit den Traktoren durch die Gegend, um die anstehenden Arbeiten auf den Feldern zu verrichten.

Wir hören oft, wie schön grün doch unsere Wiesen im Tal sind und so satt und saftig aussehen. Das finden wir auch! Aber wie es zu diesen schönen grün kommt, mag der ein oder anderen empfindlichen Nase nicht so gefallen… Denn im Frühling beginnt auch wieder die Zeit der Gülle. Diese wird auf den Wiesen und Feldern verteilt, um den Boden zu düngen und so den satten Farbton grüner Wiesen zu erhalten. Dieser Frühlingsgeruch überzeugt zwar nicht jede Nase, ist aber doch sehr wichtig für unsere tägliche Hofarbeit!

Die Wiesen werden allerdings nicht nur gedüngt, um sie zu nähren, sondern auch Säuberungsarbeiten stehen an. Ist der Schnee geschmolzen, tauchen so einige Sachen auf den Wiesen auf. Neben Stöcken und Ästen, die der Wind hergetragen hat, findet sich auch einiges an Müll, Glasscherben, Hundesackerl und Plastik, die entfernt werden müssen! Eine mühsame und zeitaufwendige Arbeit, aber sie muss eben gemacht werden.

Und dann gibt es auch besonders schöne Frühjahrsarbeiten hier am Hof.  Viel Spaß habe ich dabei, die Beete umzustechen und die ersten Pflanzen zu setzen, damit der Duftgarten und die vielen Beete am Hof auch dieses Jahr wieder ihr buntes Kleid tragen können! Und wenn man dann eh schon um das Haus und den Garten herumwerkelt, kann auch gleich hier Ordnung geschaffen und Äste weggeräumt werden. Sind die Aufräum-, Pflanz- und Pflegearbeiten beendet, ist jetzt auch Zeit für das Dekorieren – gerade vor Ostern hat man danach schon große Sehnsucht.

Besonders im Stall zeigt der Frühling seine schönsten Momente. Denn sobald das Wetter schön ist, darf auch unser Nachwuchs das erste Mal die eigenen vier Wände verlassen und die große Welt draußen entdecken. Zeigen sich also die ersten Sonnenstrahlen bei frühlingshaften Temperaturen, sieht man unsere jüngsten Hofbewohner über die Felder turnen – in jedem Jahr wieder eine Freude!!!

Auch die Häsin Magret hat vor ein paar Tagen ihre Jungen bekommen und wir freuen uns schon, wenn die Kleinen rauskommen und sich zeigen werden. Über die nächsten Arbeiten im Frühling werde ich euch demnächst berichten.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Der Alm-Summa is aussi …

Heute soll der letzte richtig schöne Herbst-Tag sein, sagt die Wettervorhersage. Da kommt schon die Wehmut hoch und man will es nicht wahrhaben. Wie die emsigen Bienen werden von den Bauern noch viele Außenarbeiten erledigt, wir haben darüber bei der letzten Geschichte geschrieben.

Auch bei uns häuft sich die Arbeit und heute haben wir das noch sonnige und warme Wetter genützt, um das Holz für die Almhütte zu schneiden und zu stapeln.

holzarbeiten-alm-hias-marianne-und-sepp-2016-3Bis das ganze Holz, das im Sommer aufgebraucht wurde, geschnitten und gestapelt ist, braucht es den ganzen Tag, wenn mehrere Leute mithelfen.

Holzarbeiten Alm Hias, MArianne und Sepp 2016 (4).jpg

Marianne hat uns ein paar schöne Aufnahmen von der Alm mit runtergebracht. Genießen wir die schönen Bilder und lassen sie einfach wirken.

Ich liebe diese Brauntöne und die Gerüche im Herbst, sie sind so besonders schön. Sie berühren einem aber auch und machen einem sichtbar, dass nichts im Leben selbstverständlich ist und man einfach dankbar sein muss für alles.

Alles liebe von Katharina, Bäuerin vom Zittrauerhof, http://www.gasteinurlaub.com

 

Herbst-Gedanken .. .. ..

Man mag es kaum glauben, aber die Zeit rennt! Mit großen Schritten hat sich der Herbst bereits in den letzten Wochen angekündigt. Die Temperaturen sinken und die Nacht bricht wieder früher herein. Letzten Sonntag war der Erntedank-Gottesdienst und viele Bäuerinnen und Bauern haben in der Festtags-Tracht dieses schöne Fest mitgefeiert. Dankbar sein für die eingebrachte Ernte, für die Tiere und Menschen, die gut von der Alm wieder heimgekehrt sind und Gottes Segen. bauernherbst-gtg-fvv

 

Gerade der heurige Herbst zeigt sich von der schönsten Seite: Die Blätter färben sich nun ein und das Gasteinertal strahlt in Gelb, Orange und Rot. Trotz der kalten Temperaturen wird einem warm ums Herz, wenn man den Lauf der Natur sieht und welche Schönheit diese hervorbringt. Der Duft nach Tau im Gras, das Rascheln im Laub und die letzten warmen Sonnenstrahlen des Sommers auf der Haut – eine Wohltat für die Seele, die jeder so notwendig braucht.

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Wer glaubt, dass am Bauernhof jetzt die Arbeit weniger wird, hat sich getäuscht. Die Tiere sind nun im Talboden und gehören von einer Weide zur anderen getrieben, die Weidezäune gesteckt, die Kälbchen und Kühe täglich raus- und reingetrieben, das letzte Futter auf den Wiesen eingebracht. Meist haben die Bauern auch einen schönen Garten, der nun abgeerntet wird und viel Zeit braucht.

Auch machen die meisten Bauern schon die Almhütten dicht, legen die Zäune auf den Almen ab, schneiden Holz für das nächste Frühjahr und hacken Holz für den Winter-Vorrat. Gerade für solche Außenarbeiten ist man dankbar, wenn das Wetter einem gnädig ist und man gut voran kommt.

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Auch einige Almhütten haben noch im Herbst geöffnet und sind besonders schöne Ausflugsziele. Eine Übernachtung auf der Gamskarkogelhütte ist zum Beispiel ganz was Besonderes. Einen schönen Herbst wünscht euch Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof.

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Wir halten zusammen …

Hallo! Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Emma und ich bin das kleine Küken, das auf dem Zittrauerhof emsig seine Runden dreht. Auf den ersten Blick mag so mancher meinen, ich sei ein ganz gewöhnliches Küken, doch der Schein trügt, denn außer meinen Eltern ist an mir, oder besser gesagt an meinem Umfeld nichts so richtig normal 🙂

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Angefangen, mir darüber Gedanken zu machen, habe ich schon kurz nachdem ich aus dem Ei geschlüpft bin. Da ist mir nämlich aufgefallen, dass ich irgendwie total anders aussehe als meine drei Geschwister. So, als ob ich gar nicht richtig zur Familie gehören würde. Doch als meine Mama mir dann erklärte, dass ich aus einem Hühner-Ei und die anderen drei aus Laufenten-Eier geschlüpft bin, verstand ich schon, warum mein Aussehen so ganz anders war. Anfangs war ich sehr traurig. Mama fand aber sofort die richtigen Worte, um mich wieder aufzuheitern. Sie sagte zu mir, dass es nicht ausschlaggebend sei, wie jemand aussieht – es kommt auf die inneren Werte an. Und so war es dann auch.

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Einige Wochen vergingen und meine Geschwister und ich wurden immer größer und stärker. Eines Tages war es dann soweit: Wir durften endlich ins Freie! Zuerst konnten wir nur in einem vom Bauern gebauten Käfig draußen sein. Meine drei Geschwister kuschelten sich immer zu mir und ich fühlte mich so wohl unter ihnen, auch wenn ich die Kleinste war. So waren wir vor den Katzen, Krähen und Hunden geschützt und konnten trotzdem schon die Gegend erkunden.

Tage und Wochen zogen vorbei und dann kam der große Tag der Freiheit. Wir durften raus aus dem Käfig und die Welt erkunden. Die Bäuerin gab mich anfangs zu den Hühnern, doch sie merkte gleich, dass ich mich bei den Laufenten viel wohler fühlte und dass dies meine Familie sei. Und so watscheln meine Geschwister mit mir in der Wiese herum, auf der Jagd nach leckeren Würmern, Käfern, Schnecken und Brotkrümeln. Huch, da ist schon wieder ein großer Wurm direkt vor meinem Schnabel. Da kann ich nicht nein sagen!

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Also, macht´s gut und vielleicht sehen wir uns ja einmal am Zittrauerhof !

 

 

 

 

 

 

 

Auf die Alma geh …

Zu unserem Zittrauerhof gehört auch eine Almhütte. Die Zittraueralm liegt am Stubnerkogel auf 1.872 m Seehöhe, die Hütte ist sehr alt und einfach, aber urig und einfach gemütlich.

Bereits im Frühjahr gehen die Vorbereitungen für unsere Almzeit los, denn bevor die Tiere auf den Berg kommen, müssen die Zäune erneuert werden, Lärchenstempel geschnitten und zu den Zäunen getragen werden. Klamperl (U-Hakerl zum Befestigen der Stacheldrähte) müssen ausgebogen werden, damit man sie wiederverwenden kann. Und es werden neue Weidezäune gespannt.

Auch die Wegrinnen müssen ausgeputzt werden, damit bei Unwettern, wie es derzeit ja öfter ist, das Wasser besser abrinnen kann. Auch die meist begangenen Wege der Tiere müssen „gstoant“ werden, d.h. man sammelt die größeren Steine, die auf den Tierwegen liegen, damit sie sich beim Gehen nicht verletzen.

Die Tore gehören überprüft und ggf. repariert, das Baumhaus unserer Kinder überprüft und ggf. restauriert. Und natürlich stehen nicht nur Vorbereitungen draußen an, sondern auch die Hütte muss geputzt, die Betten frisch bezogen, das Milchkammerl gereinigt und die Zimmer für die Sennleute hergerichtet werden… Und wenn das alles fertig ist, kann es losgehen!

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Opa Hias bei der Reinigung des Milchkammerls auf der Zittraueralm

In dieser Woche haben wir bereits die Pferde auf die Alm geführt. Denn nicht nur der Großteil der Kühe verbringt die Sommermonate dort oben, auch unsere Noriker Pferde und die Islandstute. Auch Almbauern, die im Sommer die Weide für die Heu-Ernte brauchen, bringen die Pferde auf unsere Alm zur Sommerfrische. Ein besonders schönes Bild für jeden Wanderer, wenn man dann mit der Gondelbahn hochfährt und man viele Pferde und Kühe sieht.

Matthias und Lisa gingen von unserem Hof über Anger-Hartlgut immer höher – bis sie schließlich in die Nähe der Zittraueralmhütte kamen. Der Großteil der Pferde war schon die letzten Jahre auf der Alm, so kennen sie den Weg gut 🙂 Ein Stück ist Lisa, unsere Praktikantin, geritten, es hat beiden viel Spaß gemacht.

Die größeren Kälber mussten den Weg nicht zu Fuß bewältigen, sondern wurden vor ein paar Tagen mit unserem Hänger hochgebracht und können so schon mal das Gelände erkunden, bevor die Milch-Kühe im Laufe der nächsten Tage in ihr Sommerquartier kommen.

Aber nicht nur unsere Tiere verbringen den Sommer auf der Zittraueralm. Auch Opa Hias zieht für die Sommermonate auf den Berg und kümmert sich dort mit Liebe und Hingabe um alle Aufgaben, die so anfallen. Und man muss wirklich sagen: Hias ist für das Leben dort oben geboren. Er ist ein richtiger Alm-Öhi und hat vom Land auch schon Auszeichnungen für die langjährige Treue bekommen.

Man muss dazu berufen sein, um täglich so früh aufzustehen und bei Wind und Wetter rauszugehen, um die anstehenden Aufgaben in der Natur und mit den Tieren zu erledigen.

Unsere Kühe werden auf der Alm zweimal täglich gemolken. Schon ganz früh um ca. 4.30 Uhr holt Hias die Kühe zum Melken. Meist treibt er sie bereits abends in die Nähe der Hütte, damit er in der Früh sehen oder zumindest hören kann, wo sie sich befinden. Grad in der Früh oder bei extrem schlechten Wetter merkt man dann auch, wie wichtig die Kuh-Glocken sind, um sie orten zu können. Nachdem die Tiere gemolken sind, werden sie wieder in die Natur gelassen, wo sie sich die Bäuche mit frischem Gras und Kräuter vollschlagen und ihr Leben genießen. Der Scherm, so wird der einfache „Stall“ auf der Alm genannt, wird dann gesäubert, wieder eingestreut und die Milch gekühlt.

Hias fährt dann mit der frischen Alm-Milch hinunter ins Tal und bringt sie an den Hof. Die Tanks werden gereinigt und nach dem Mittagessen tritt er wieder die Fahrt auf die Alm an. Anschließend schaut er beim Rauffahren nach dem Jungvieh und den Pferden und um vier Uhr werden die Kühe ein weiteres Mal geholt und gemolken.  Nach dem Abendessen im gemütlichen Stüberl kann Hias zur Ruhe kommen, bevor es am nächsten Tag um 4.30 wieder mit dem Melken los geht.

Unser Opa ist ein richtiger Alm-Öhi und hat auch schon die Kinder mit diesem Fieber angesteckt.IMG_3437

Ich wünsche uns, allen Bäuerinnen und Bauern, Sennern und Sennerinnen einen schönen Almsommer mit gutem Wetter, Glück und Segen für die Tiere und freue mich schon auf meinen nächsten Besuch auf der Alm mit den Kindern.

Eure Bäuerin Katharina

Endlich mal offline …

Heute möchte ich über eine Freundin von mir erzählen, die meinen Schwiegervater letztes Jahr für ein paar Wochen auf der Alm unterstützt hat.  Sie ist Profi-Musikerin in Düsseldorf, ein besonders liebenswerter Mensch – bodenständig, herzlich, naturverbunden – letzten Sommer hat sie dann die Liebe zum Almleben entdeckt. Ihre Eindrücke möchte ich gerne teilen, weil sie vieles widerspiegelt, warum eine Alm einem so viel fürs Herz geben kann, auch wenn es arbeitsintensiv ist. Viel Spaß beim Lesen. Katharina 

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Meine Auszeit auf der Alm

Nach unglaublich turbulenten, lauten und kommunikationsintensiven Wochen in meinem Großstadtleben sehnte ich mich nach frischer Landluft, Stille und einem atemberaubend weiten Blick über die Berge. Einsamkeit spüren und mir die Welt einmal von oben anzuschauen, so mein Plan…

Ich hatte das große Glück, in diesem Sommer ein paar Wochen mit Hias, dem Almöhi und Nelli dem Hütehund, auf der auf 1872 Höhenmetern gelegenen Zittraueralm zu Leben und vor allem auch zu arbeiten.

Ein Almaufenthalt ist definitiv nichts für Langschläfer oder Morgenmuffel, denn der arbeitsreiche Tag beginnt mit dem Aufgehen der Sonne und einer kurzen Katzenwäsche am Brunnen in aller Frühe.

Da Hias die Stallarbeiten alleine verrichtet hat, war ich am Morgen nach dem meist gemeinsamen Reintreiben der Kühe für den reibungslosen Ablauf des Haushaltes verantwortlich: Holz holen, Anfeuern zum Wärmen der Stube und zum Erhitzen des Wassers, Säubern der urigen Hütte, Blumen gießen und anschließendes Bereiten des Frühstückes waren meine ersten Aufgaben des Tages.

Nach dem gemeinsamen Frühstück mit selbst gefertigten Produkten wie Schinken, verschiedenen Marmeladen, selbst gebackenem Brot und auf dem Holzofen gebrühtem Filterkaffee, standen je nach Wetterlage unterschiedliche Aufgaben an wie: Holzhacken, Kräutersammeln, Schwenden  … bis dann am Nachmittag die Tiere zum Melken erneut vom Berg zur Hütte getrieben werden mussten.

Während Hias die Tiere im Stall versorgte, bereitete ich nach erneutem Anfeuern ein Abendessen, das wir oft müde, aber mit großem Appetit genüsslich verspeisten.

So früh wie ein Tag auf einer Almhütte beginnt, so früh endet er meist auch. Von frischer Luft, Sonne und viel körperlicher Arbeit erschöpft, schläft man früh am Abend seelenruhig ein.

Für mich war der Aufenthalt auf der Zittraueralm genau richtig: keine Angst vor Einsamkeit, Mückenstichen, matschigen Klamotten, dem ein oder anderen Splitter vom Holzhacken oder einer Blase am Fuß vom zu engen Bergschuh und sehnend nach Menschenleere, Ruhe und Entschleunigung im zauberhaft schönen Bergidyll – einfach herrlich.

 

jede Dame ihren Namen …

Seit es meinen Bauernhofblog gibt, hat man schon so einiges über unser Leben und die Hofbewohner – egal ob Zwei- oder Vierbeiner – lesen können. Wenn wir hier am Hof über unsere Tiere reden, geht es eigentlich nie um „das Schaf“, „die Ziege“ oder „den Hund“. Wie wir Zweibeiner auch, haben alle unsere Tiere einen eigenen Namen und keiner ist doppelt. Wahrscheinlich ist es in den Blogbeiträgen schon aufgefallen, wenn ich von Molly, Nelly oder Fiona schreibe. Aber bisher ging es meist nur um unsere kleinen Tiere aus dem Kinderstall.

Doch nicht nur dort bekommt jeder seinen ganz persönlichen Namen. Denn auch unsere lieben Kühe, welche der zentrale Punkt an unserem Hof sind, bekommen ihre Namen. Man könnte jetzt meinen, dass wir das nur so zum Spaß für unsere Feriengäste machen, aber jedes Tier am Zittrauerhof verdient es einen eigenen Namen zu tragen und es ist auch  wichtig für einen Zuchtbetrieb und wird auch vom Zuchtwart alles genauestens mitprotokolliert. Und so tragen, unsere Kühe stolz ihre Namen, haben Namensschilder im Stall. Jede Kuh hat ihren bestimmten Platz, auch auf der Alm, wenn sie gemolken werden.

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Jede Dame hat ihren Namen

Manchmal kommen Kühe auch an einem anderen Platz und müssen sich erst an den neuen Stand gewöhnen. Oder eine Kalbin kommt zum Kuhstall rüber, bevor sie das Kalb bekommt. Dann ist es anfangs oft schwierig, dass sie ihren Platz gleich findet und muss von uns genauer „eingewiesen“ werden. Auch jetzt anfangs der Weidesaison bedarf es ein bisschen mehr Zeit und Ruhe, bis alle Kühe am richtigen Platz sind. Matthias spricht jedoch den Namen der Kühe beim Reinlassen in den Stall aus und so tun wir uns leichter beim Einweisen und die Kühe werden es schneller gewöhnt, den richtigen Platz zu finden.

Kommt ein Kalb zur Welt und ist es weiblich, bekommt auch das „Kuskaibi“ den Buchstaben der Mutter, meist die ersten zwei. Bsp. Karina ist die Mama, die Katja ist die Tochter. KA – KA . So ist es zumindest bei uns am Hof.

Ich finde es schön, wenn Kühe noch einen Namen am Hof haben und nicht von Roboters Hand gemolken und betreut werden. Ihr auch ?? Beste Grüße und noch einen schönen Abend, Eure Bäuerin Katharina .

Das Frühjahr hat es in sich …

… in den kommenden Tagen werden wir über die Außenarbeiten am Bauernhof berichten. Einiges ist sicher bekannt, einiges für viele neu. Damit man einfach weiß, was alles an Arbeit dahintersteckt. Da jetzt die Generalreinigung nach der Saison auch wieder losgeht, möchte ich einen Artikel veröffentlichen, der zwar schon mal online war, aber sehr lesenswert ist. Geschrieben von einer ganz rührigen Praktikantin, die immer wieder von sich hören läßt und ihren Weg meistert.

…ganz so einfach ist das Putzen am Zittrauerhof aber nicht! Heute möchte ich euch aus der Sicht einer Praktikantin über einen Teil der Arbeit hier am Hof berichten.

„Nach dem Praktikum kannst du in jedem 5 Sterne Hotel anfangen“, meinte Katharina schmunzelnd schon gleich zu Beginn. Anfangs habe ich ihr das nicht so recht geglaubt. Ich dachte: Zimmer putzen kann doch jeder. Ok, das Bad ist vielleicht noch eine Sache für sich, aber der Rest – kein Problem! Falsch gedacht!!! Ich war erstaunt, was es alles zu beachten gibt. Jede Ecke, jede Schublade und jede noch so kleine Lampe muss geputzt werden. Und vor allem das Bettenmachen ist eine Wissenschaft für sich. Denn Bett ist nicht gleich Bett. Ich habe die verschiedensten Techniken gelernt, wie man Atmosphäre in die Zimmer bekommt. Ob Herz oder Rolle, ich kann nun schöne Betten zaubern, in die sich jeder gerne reinlegen würde. Und zum Schluss kommt noch ein Heukissen dazu, damit man bei frischem Kräutergeruch ins Traumland abschweifen kann.

Und jetzt stecken wir mitten im großen Herbstputz. Da heißt es dann Grundreinigung. Ich dachte, mehr putzen geht eigentlich kaum noch. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Zusätzlich zu den normalen Putzarbeiten werden nun auch noch die Auflagen, Matratzen und Kissen tiefengereinigt und die Bettwäsche mit einem Hygiene-Reiniger durch die Waschmaschine gejagt. Lampen werden geöffnet und jedes noch so kleine Glas aus den Schränken wird im Tageslicht betrachtet und poliert. Und auch das Bad kommt nicht zu kurz! Mit einem speziellen Hochdruckreiniger wird jede noch so kleine Fuge sauber gemacht und strahlt danach wie neu.

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unser neues Zirbenholz-Schlafzimmer

Doch mit der Reinigung der Zimmer ist es noch lange nicht getan. Täglich wird das komplette Haus und der Hof gekehrt, damit schon der erste Eindruck ein Gefühl des Wohlbefindens auslöst.

Und auch das Aufdecken des Frühstückgeschirrs ist eine Frage der Ordnung und Sauberkeit. Das Besteck muss poliert, die Serviette sauber gefaltet und das Geschirr ordentlich hingestellt sein. Das wichtigste Utensil ist hierbei ein leicht feuchtes Poliertuch. Damit erwischt man jeden noch so kleinen Fingerabdruck.

Doch woher weiß Katharina eigentlich alles über das Saubermachen? Keine Hausfrau kann einfach so einen riesigen Wissensspeicher über die Putzdetails in seinem Kopf haben! Doch nach und nach klärte sich dieses Phänomen auf:

Katharina hat die Hotelfachschule erfolgreich absolviert und ist mit dem Hof in dem Verein „Urlaub am Bauernhof“. Dort werden eigene Seminare über das Putzen und herrichten von Zimmern und Höfen veranstaltet. Und dabei geht es nicht nur um die Sauberkeit des Hauses sondern auch des Stalls. Somit klärt sich auch die Frage, warum wöchentlich der komplette Kinderstall vom Boden bis zur Decke sauber gemacht werden muss. Und nur wer die Kriterien des Vereins erfüllt, darf die Auszeichnung der Blumen am Hof anbringen. Und ich bin sehr stolz, auf dem höchsten Niveau – nämlilch vier Blumen – arbeiten zu können!

Leider haben viele Menschen das Vorurteil, dass es am Bauernhof dreckig und schmutzig ist. Doch genau diese Stereotypen gilt es zu durchbrechen, denn egal ob Nobelhotel oder Bauernhof: Es muss sauber sein, damit man sich wohlfühlt!

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In einem 5 Sterne Hotel möchte ich zwar nicht anfangen, wenn ich mit meinem Praktikum fertig bin, doch trotzdem kann ich mir sagen: Ich bin durch eine harte, aber gute Schule gegangen!

Auszeit am Bauernhof …

…aber wie?

So manch einer wünscht sich, einfach mal dem Alltag entfliehen zu können, Kraft zu sammeln und seine Horizonte zu erweitern. Doch oft fehlt einfach das passende Angebot oder es scheitert an der Umsetzung. Gemeinsam mit Ruth Hausmann, Dipl. Pädagogin und Dipl. Lebensberaterin, findet heuer am Hof meiner Schwester „Biohof Maurachgut“ und auf unserem Zittrauerhof ein Rundum-Programm der ganz besonderen Art statt.

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Echte Landwirtschaft mit „Tieren zum Anfassen“

Speziell an Frauen gerichtet, die sich erholen und sich für die Herausforderungen des Alltags körperlich und mental stärken wollen. In das Bauernhofleben eintauchen, am abwechslungsreichen Rahmenprogramm (Yoga-Nachmittage, Besuch von Schaugärten…) teilnehmen und die umliegende Naturlandschaft in vollen Zügen genießen.

Bauernhofalltag in der Natur
„Es sind die einfachen, natürlichen und sinnvollen Dinge, die am Bauernhof gemacht werden..“ erzählt eine „Auszeitlerin“ von ihren Tagen am Bauernhof.

Ruth Hausmann, sie ist auch für das Sinnzentrum in Salzburg tätig: „In einer Kleingruppe erfahren Sie Übungen zur inneren Achtsamkeit und positive Gedankenmuster. Unser Ziel ist es, Energie und Lebensfreude, somit die eigene Lebensqualität, zu steigern.“

 

Grasende Kühe inmitten der Naturlandschaft
Grasende Kühe am Bergbauernhof Maurachgut – schöne Landschaft, um abzuschalten und Kraft zu tanken.

Natürlich hat man noch viel Zeit das wunderschöne Gasteinertal in Ruhe auf sich wirken zu lassen und zu erkunden. Interesse geweckt ? Dann einfach bei uns melden, wir schicken gerne weitere Infos zu.

Eure Bäuerinnen Katharina und Rosi