Hinter den Kulissen

Auf den Bauernhöfen gibt es immer Arbeiten, die von außen gut sichtbar sind und manchmal auch ein bisschen Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wie in den letzten Wochen der Almauftrieb der Kühe, Pferde oder Kalbinnen oder das Heuen der Wiesen. Manchmal aber, da sind es die kleinen Aufgaben, die das bäuerliche Leben füllen und nur dann gesehen werden, wenn sie nicht gemacht werden :- ) Und über genau diese möchte ich heute berichten!

Da gibt es Arbeiten, die das ganze Jahr über geschehen müssen, um die Lebensqualität von Tier und Mensch zu erhalten. Dazu zählen auch die Ställe, die die Bauern während der Sommermonate gründlich reinigen, da in dieser Zeit der Großteil der Tiere auf der Alm oder auf der Weide sind. Der Stall wird vorgewaschen und danach mit dem Hochdruckreiniger sauber gereinigt und im Anschluß alles „rausgeweißelt“, sodass die Tiere, wenn sie im Herbst wieder einen sauberen Stall beziehen.

dav
Julia beim Reinigen im Kuhstall

 

Eine besondere Aufgabe ist die zweimal jährliche Reinigung im Kinderstall: Farben beim Maler geholt, geht es nach den Reinigungsarbeiten ans Werk, alles nachzumalen, was an Farben verloren hat.

Im normalen Alltag wird der Kinderstall gefegt, die Boxen täglich ausgemistet und wenn irgendwo ein bisschen Unordnung herrscht, aufgeräumt. Es gibt aber auch die besonderen Putztage im Kinderstall. Wenn die Putzeimer, Fetzen und Staubwedel zu den Ziegen, Schafen und Schweinen gebracht werden, dann heißt es am Freitag: Auf das Putzen, fertig und LOS! Dabei werden die Wandfließen runderherum feucht abgewischt, alle Flächen abgestaubt, die Tierbeschreibungen abgestaubt und die Decke von unseren achtbeinigen Freunden befreit. Also falls mal jemand in den Kinderstall kommt und eine Praktikantin oder die Bäuerin auf den Mauern zwischen den Ställen rumturnt und einen Besen schwingt, dann braucht man sich keine Sorgen machen! Sie sind nicht zu Hexen geworden, sondern machen die Decke sauber ;).

Neben diesen durchgehenden Arbeiten, findet man aber auch noch saisonal bedingte Tätigkeiten am Hof. Die Bauern machen die Wassergräben sauber und lassen sie ausbaggern, damit bei großen Regenmengen keine Überschwemmungen drohen. Das Holz wird für den Winter gehackt und bei trockenem Wetter zum Hof gebracht. Und der Opa sorgt auf der Alm neben der vielen Arbeit bei den Tieren stets für das Zerkleinern vom Holz, damit der Ofen angeheizt werden kann.

Holzarbeiten Alm Hias, MArianne und Sepp 2016 (3).jpg

Im Sommer bin ich als Bäuerin auch nur vormittags im Haus anzutreffen, nachmittags finden die Arbeiten meist im Freien statt und helfen mir,  die Seele baumeln zu lassen. Momentan müssen wir unsere Pflanzen, Blumen und Gewächse stets jäten und sind auch schon mittendrin beim Ernten der Blüten, Brennesselsamen und Brotkleesamen, um diese für unsere Kräutertees, Heukissen zu trocknen. Aber auch Beeren wachsen bei uns und wir freuen uns schon, frische Marmeladen und Säfte daraus zuzubereiten.

Das Leben am Bauernhof besteht zwar aus sehr viel Arbeit und es kommen immer wieder neue Sachen dazu, aber dennoch ist es wichtig, dass sich jeder Hofbewohner auch mal eine kleine Auszeit gönnt. Sei es mit einem kleinen Mittagsschlaf in der Sonne, einer Tasse Kaffee am Fischteich, Zeit mit den Kindern, ein bisschen länger schlafen oder einem kleinen Spaziergang. Aber das empfiehlt sich nicht nur für das Bauernhofleben, sondern jedem, auch wenn es nur eine Viertelstunde ist! Wenn es immer nur so einfach wär :- )  Eine schöne Zeit an alle meine Bauernhofgeschichten-Leser !

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Hollerblüten-Sirup …. so gut !

Nachdem uns allen wunderschöne Tage mit herrlichem Sonnenschein geschenkt wurden, haben sicherlich viele Bauern die Chance für eine gute Heu-Ernte genützt. Das trockene Wetter ist auch ideal zum Abernten von Kräutern und zum Ansetzen von Säften unter anderem vom Hollunder. Der Hollunderstrauch ist einer meiner Lieblinge, als Tee, als gebackene Nachspeise, als Gelee, als Ergänzung in Marmeladen oder als Hollerblütensaft.

20160621_164454 hollerblüten.jpg

Meine Oma vom Maurachgut hat uns beim Abernten vom Wiesenkümmel, Kräutern und auch bei der Hollerblüten-Ernte immer mitgenommen und uns ein einfaches, aber gutes Rezept weitergegeben, es hält sich gut und ist einfach zu machen. Gerne geb ich das Rezept weiter und wünsche gutes Gelingen.

Zutaten: 40 -50 große Hollunderblüten (es können auch 10 Stk. mehr sein, nur die Dolden), 4 lt. Wasser, 6 kg Feinkristallzucker, 6 Biozitronen (gut gewaschen) oder man mischt Zitronen mit Orangen und 125 g Zitronensäure. Bei trockenem Wetter – idealerweise in der Mittagszeit Hollerblüten ernten, ich zwick es immer gleich nach der Blüte ab, dass fast kein Stengel dabei ist. Also, die Masse gibt man in einem 10 lt. Kübel oder sonstigem sauberen Gefäß, 4 lt. Wasser rein, 6 kg Zucker sowie geschnittene Zitronen und die Zitronensäure, rührt es einige Male um und gibt zum Schluss die trockenen Hollunderblüten rein. Dann wieder fest umrühren. Täglich (3-6 Tage lang) rührt man den Saft mind. 1 x täglich um.

20160610_195432 hollerblütenRührt man mehrmals täglich und hat der Saft schon einen guten Geschmack, so kann man den Hollundersaft auch schon nach drei Tagen abfüllen. Er wird durch ein Sieb und eine Windel durchgeseiht und in sauberen Flaschen abgefüllt. Wir pressen die Windel erst zum Schluss aus und verwenden diesen ausgepressten Sirup (also das „Resterl“) gleich zum Trinken. Die abgefüllten Flaschen halten super gut ein Jahr oder länger. Wir lagern sie im Keller, gut verschrauben. Wenn man will, kann man den Hollundersaft auch kurz abkochen und ein bisschen Einsiedehilfe beifügen, allerdings der Saft hält auch sehr gut, wenn er kalt angesetzt ist und alles nach o.a. Anleitung gemacht wurde. Man bekommt ca. 7 lt. Hollunderblütensirup von der o.a. Menge. Gutes Gelingen wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof.

 

Zeit für Löwenzahn ..

Zum Frühling gehört auch der Löwenzahn dazu, er ist so vielseitig verwendbar und besonders lecker auch in der Küche. Mein Lieblingsrezept ist, vom Löwenzahn einen Honig zu erzeugen. Gerne teile ich mit euch das Rezept. Der Löwenzahnhonig eignet sich besonders gut als Beigabe für ein Naturjoghurt, als Süßungsmittel bei Kräutertees oder bei trockenem Husten den Löwenzahnsirup oder Wipferlsirup löffelweise einnehmen. Will man ihn auf ein Butterbrot schmieren, koch in den Honig länger ein oder lass ihn stehen und koch ihn am nächsten Tag nochmals ein, dann wird er auch dickflüssiger.

löwenzahn frühling

Rezept:

300 g Löwenzahn – Blütenköpfe, an einem trockenen Tag gepflückt, mittags
2 kg Feinkristallzucker oder Gelierzucker
2 Bio-Zitrone(n), ein bisschen Zitronensäure
1 Liter Quell-Wasser

Zubereitung

Die Blüten an einem trockenen Tag pflücken, idealerweise in der Mittagszeit. Nur die Blüten, nicht die Stengel. 1 Liter Wasser, 30 min köcheln lassen und zum Schluss die in Scheiben geschnittenen Zitronen hinzugeben. Auf die Seite ziehen und den Sud am nächsten Tag (ich lass es 12 Stunden stehen) durch ein Stofftuch (saubere Molton-Windel) pressen oder mittels Sieb. Mit Zucker 1 -4 Stunden langsam köcheln, ich nehme immer 50 % Feinkristall und 50% Gelierzucker.  Vorsicht – kann überschäumen!!! Gelierprobe machen!  Wenn die Konsistenz passt, in heisse Gläser abfüllen und verschließen. Gelierprobe: man nimmt einen flachen Teller, spült ihn kalt ab und gibt dann mit einem Löffel den Löwenzahnhonig drauf. Lässt es ein bisschen stehen und nach kurzer Zeit überprüft man, ob der Honig vom Teller runterrinnt oder nicht.

Viel Spaß beim Nachmachen und schöne heiße Frühlingstage, der nächste Bericht ist von unserer ersten Heuernte. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof.

PS: Dieses Grundrezept verwende ich auch für die Herstellung von Frühlingskräuterhonigsorten oder meinen Fichtenwipfelhonig.

 

Erholung für die Seele

Meine Lieben, auch wenn eigentlich überhaupt keine Zeit dafür ist und die Putz- und Räumarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, gestern war herrlichstes Wetter und da muss man seiner Seele einfach was gönnen.

apfelblüte.JPG

Mir tut der Garten sooo gut und so stapfte ich nach dem nötigsten Arbeiten zu den Hochbeeten, betrachtete den wunderschön blühenden Obstgarten und empfand sofort eine kleine Auszeit für mich. Wem geht es auch so??

Ich gewinne durch das Graben in der Erde, das Einpflanzen und das Ernten eine innere Ruhe; erfreue mich an dem herrlichen Duft, wenn man die Kräuter jätet und berührt. Man ist dann ein bisschen weg von allem und tankt auf. Eine ehemalige Praktikantin sagte zu mir nach dem Sommer, Katharina – das ist Meditation für mich und lächelte.

Damit der Beitrag nicht zu philosophisch wird, hab ich auch einen Tipp für das Ansetzen von Salat. Ich setze den Salat immer nur beim abnehmenden Mond, bei aufnehmenden Mond schießen die Salatköpfe leichter aus und schauen dann aus wie Bäume;). Wenn Interesse besteht, schreibe ich gerne mal einen Beitrag, welche Pflanzen man nebeneinander setzen soll und welche nicht (Bsp. Schnittlauch und Petersilie).

Der Pflücksalat ist einfach ein Hit und ich pflanze im Frühling ganz viel davon zwischen den Kopfsalat. Man hat sehr lange davon und der Pflücksalat wächst immer nach. Eine herrliche Gabe der Natur. Bei uns wird jetzt in den Bauerngärten die Wachstums- und Schutzfolie von den Pflanzen gegeben, da der Frost vorbei ist und nun alle Pflanzen die volle Sonnenkraft zum Wachsen benötigen. Zu Muttertag hab ich meistens den ersten Salat und darauf freu ich mich immer besonders:

Viel Spaß beim Garteln wünscht euch Bäuerin  Katharina vom Zittrauerhof. http://www.gasteinurlaub.com

 

Den Bergen näher kommen …

Es scheint so, als kündigt sich jetzt doch der Sommer so langsam an. Und mit dem Sommer kommt die Wanderzeit. Heute war ein richtig sonniger Tag, welcher dazu aufforderte, die Wanderschuhe anzuziehen und los zu marschieren. In Hinkunft wird bei den Bauernhof-Geschichten auch Ausflugs- und Wandertipps mit dabei sein. Und hier kommt heute ein Wandertipp von Annika aus dem schönen Gasteinertal:

Los geht es am Hoteldorf Grüner Baum in Bad Gastein. Am besten fährt man mit dem Bus dort hin, dann ist man auf dem Rückweg flexibler mit der Strecke. Gleich gegenüber der Bushaltestelle geht es auf den Wanderweg Richtung Poserhöhe. Diese soll das Zwischenziel der Tour sein. Die erste Stunde bis dorthin ist wirklich ein bißchen anstrengend, denn es geht steil bergauf und auch ein wenig Trittfestigkeit ist gefragt. Vorbei an manch einem Wasserfall und Bergbach erreicht man dann die Poserhöhe. Die Hütte lädt mit ihren Leckereien und kalten (und warmen) Getränken zum Verweilen ein. Bei einem leckeren Kaiserschmarrn oder einen kühlen Radler kann man die Aussicht auf die Hohen Tauern genießen.

Nach der Stärkung gibt es verschiedene Möglichkeiten für den weiteren Weg. Weiter den Berg hinauf kommt man zum Gamskarkogel, unterhalb der Poseralm geht ein Wanderweg Richtung Café Gamskar am Gasteiner Höhenweg (die beste Variante um ggf. zum Auto am Grünen Baum zurück zu kehren). Der dritte Weg führt oberhalb der Hütte entlang und schlängelt sich durch verspielte Wiesen und urige Wälder, vorbei an stürzenden Wasserfällen und über kleine Holzbrücken. Die dritte Variante kann ich wärmstens empfehlen. Nach ca. 1,5 Stunden gelangt man auf den Höhenweg oberhalb von Gadaunern, mit bestem Blick über das Gasteiner Tal. Runter nach Gadaunern kommt man grade zurück zu uns an den Hof. Oder man läuft weiter nach Hofgastein und verbringt noch ein paar schöne Momente im Ort.

Wer jetzt Lust auf diesen Ausflug hat, kann sich schon mal jetzt an ein paar Impressionen erfreuen!

 

Eure Bäuerin Katharina und Annika vom Zittrauerhof

Wenn der Stall zum Kreissaal wird!

Das ganze Jahr über gibt es bei uns am Zittrauerhof immer wieder Geburten, doch gerade im Frühjahr ist besonders viel los in unseren Ställen. Noch laufen viele Kleintiere trächtig durch die Gegend, doch schon bald wird es losgehen!

Ob Kinder-, Kuh- oder Pferdestall überall erblickt man momentan runde Bäuche und ab und an kann man sogar Bewegung darin erkennen. Doch wo erwartet uns nun Nachwuchs?

Im Kinderstall werden in den kommenden Wochen hoffentlich Lämmer und Kitzlein das Licht der Welt erblicken! Unser liebes Brillenschaft Molly ist nun das zweite Jahr in Folge trächtig. Mal sehen, ob es wieder so ein zuckersüßes Lämmchen wird wie im letzten Jahr! Auch die schöne weiße Ziege LADY und die Häsin Magret erwarten in den nächsten Wochen ihren Nachwuchs.

Gehen wir nun in den Kuhstall. Hier ist Jutta heute gerade Mama geworden und eine Kalbin hat demnächst ihren Geburtstermin.

SAMSUNG DIGITAL CAMERA

Mein Mann Matthias hilft fast 30 Kühen im Jahr bei der Geburt. Hier ein kleiner Einblick in den derzeitigen Kälber-Kindergarten 🙂

Die ersten Frühjahrsmonate haben wir dann so einiges zu tun hier am Hof, denn umso mehr Tiere da sind, umso mehr Arbeit fällt an. Aber es ist immer wieder schön,  die Kleinen aufwachsen zu sehen. Doch was passiert eigentlich mit den ganzen Tieren? Einen Teil der Tiere behalten wir selbst, andere hingegen werden direkt ab Hof verkauft oder versteigert. Denn auch das gehört zu dem alltäglichen Leben auf dem Bauernhof!

Doch werfen wir nun noch einen Blick in den Pferdestall! Denn auch hier stand in den letzten Tagen eine Geburt an. Unsere Norikerstute Perl, die älteste um genau zu sein, brachte in den letzten Tagen ihr Stutfohlen zur Welt. Drei Wochen zu früh – doch die Geburt selbst war problemlos, das Fohlen wurde erstversorgt, die Nabelschnur abgebunden, desinfiziert und der Tierarzt verabreichte eine Impfung gegen Fohlenlähme.

20170304_123418 Perl mit dem kleinen Schatz
Perl – unsere Norikerstute mit ihrem Zwergerl

Fohlen trinken über den Tag und die Nacht verteilt sehr häufig kleinere Mengen Stutenmilch. Unser neues Fohlen war leider 3 Wochen zu früh und hat die Zitzen nicht selbst gefunden, weshalb Matthias die Kleine die ersten zwei Tage mit der Flasche gefüttert hat. Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten hat es dann aber auch selbst den Weg zur Muttermilch gefunden.

 

FullSizeRender 15
Wir dachten, unser Fohlen sei nun über den Berg, es trank brav und war quietschvergnügt, allerdings ist es nach wenigen Tagen plötzlich verstorben und wir waren alle sehr betroffen. Meine Oma sagte oft, „a Rössl, a Blüa“ (ein Fohlen, eine Blüte) und so scheint es auch bei diesem besonderen Fohlen gewesen zu sein, dass es nur kurzzeitig wie eine Blüte bei uns war.

Das Leben am Bauernhof hat sehr viele schöne Seiten und grade die Geburten sind eine Faszination des Bauernhoflebens, doch es gibt immer auch das Risiko, dass der Nachwuchs nicht überlebt oder es zu Komplikationen kommt. Nichts ist selbstverständlich. Das ist sehr traurig und schade, aber auch das gehört zu unserem Beruf dazu, mit dem man leben muss.

Wir halten Euch auf dem Laufenden. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Etwas Süßes am Faschingsdienstag ..

biskuitroulade.jpgMeine Mama und meine Schwester vom Biohof Maurachgut backen – egal, welche zusätzlichen Arbeiten am Hof auch an diesem Tag anfallen – immer ihre Faschingskrapfen am heutigen Tage. Das ist schon Tradition und alle im Haus erfreuen sich daran ! Einfach lecker sind sie.

faschingskrapfen-maurachgut

Ich hatte heute richtig Lust auf eine frische Biskuitroulade, gefüllt mit Erdbeeren und Schlagobers, bei diesem frühlingshaften Wetter ein bisschen was Erfrischendes. Kommt jemand überraschend zu Besuch, ist dies auch ein herrliches Rezept, weil es auch sehr schnell geht und auch am nächsten Tag noch gut schmeckt. Viel Spaß beim Nachbacken.

Zutaten: 3 große Eier, 100 – 120 Kristall oder Staubzucker, 4 Esslöffel Mineral oder Wasser, 120 g Weizenmehl (sieben), 1/2 Packung Backpulver. Bei 200 Grad je nach Backofen ca. 12 min backen. Zum Füllen: Erdbeeren, Schlagobers ODER eine gute Marillenmarmelade – idealerweise mit einem Schuss Rum vermischt.

Die Eier trennen, Eiklar mit dem Zucker stichfest schlagen, anschließend den Dotter  mit Mineral oder Wasser schaumig schlagen, danach löffelweise das gesiebte Weizenmehl rein (zuvor mit Backpulver vermischen) und zwischendurch vom fest geschlagenen Schnee ab und an einen Löffel dazu. Wenn das Mehl reinkommt, nicht mehr mit vollem Turbo schlagen.  Zum Schluss Rest des geschlagenen Eiklars unterheben und auf ein Blech (Backpapier) regelmässig draufstreichen. Zuvor Backrohr schon auf 200 Grad erhitzen. Den Teig für 10 Minuten backen. Inzwischen ein weiteres Backpapier auf die Arbeitsfläche hinlegen, ein bisschen Zucker draufstreuen und einen nassen Fetzen (nasses Küchentuch) vorbereiten. Ist die Biskuitroulade fertig, aus dem Backrohr geben und auf das vorbereitete Backpapier stürzen.

roulade-mit-fetzen-eingewickeltAuf die Oberfläche vom Backpapier das feuchte Küchentuch rauflegen, so löst es sich schnell und einfach und lässt sich super einrollen. Gleich mit dem Küchentuch einrollen und wenn die Roulade ausgekühlt ist, kann sie mit Marmelade oder mit Erdbeeren-Schlagobers befüllt werden.

roulade.jpg

Gutes Gelingen und viel Freude beim Nachbacken !

Bei den nächsten Bauernhofgeschichten kommt wieder mal was Tierisches vom Zittrauerhof. Schöne Grüße und einen angenehmen Faschingsdienstag an alle !

Eure Bäuerin Katharina

 

Zum Hirschflüsterer ins Angertal

EIN NATURSCHAUSPIEL der BESONDEREN ART

Heute möchte ich über eine Begegnung der besonderen Art bei meinen Bauernhofgeschichten berichten.

20170214_105433-hirschfutterung-angertal

Da unsere Gäste und Freunde vom Ausflug zum Hirschflüsterer ins Angertal so schwärmten, machten wir uns selbst auf den Weg, mit Thomas Tscherne zur schönst gelegenen Futterstelle ins romantische Angertal zu fahren. Allein die Auffahrt war für uns schon ein Erlebnis, bei schönstem Wetter und herrlichem Panorama fuhren wir mit dem Spezialfahrzeug gemächlich zur Alm hinauf. Zweimal täglich wird das Rotwild dort auf fast 1.800 m von ihm gefüttert – aus nächster Nähe und in freier Wildbahn sitzen wir auf Bänken inmitten der Futterstelle.

20170214_111054 hirschfütterung angertal.jpgThomas beruhigende Worte, täglich diesselben Geräusche beim Füttern, das Klopfen mit der Schaufel und immer derselbe Fütterungsablauf zur gleichen Zeit geben den Tieren Sicherheit und die Tiere schenken Thomas ihr Vertrauen – nach jahrelanger Annäherung und unendlich viel Geduld.

Und so erzählt Thomas während der Fütterung so manche Geschichte über seine Lieblingshirsche – wie der Klassensprecher zu seinem Namen kam, die Eigenheiten von Feignuss und Bambi usw.

Auch wenn man mit der Jagerei nichts am Hut hat, es ist für jeden, der Tiere und Natur liebt, ein unverfälschtes, besonderes Erlebnis und auf jeden Fall sein Geld wert. Einige schöne Fotos hab ich auch auf der Plattform von Gerhard Michel http://www.gasteinertal.com/fotos/hirschfuetterung/ gefunden, er dürfte auch schon bei Thomas oben gewesen sein. Und bei Servus TV gibt es tolles Kurz-Video, damit man sieht, wie es dort oben wirklich ist. http://www.servustv.com/at/Medien/Wintermomente/Der-Hirschfluesterer-von-Bad-Hofgastein

Es ist eine Möglichkeit, runter zu kommen, abzuschalten, zu genießen und einfach an einem unverfälschtem Naturschauspiel teilnehmen zu dürfen. Man sollte jedoch nicht unter Zeitdruck stehen, denn das Rotwild kommt nicht auf Pfiff, es sind nach wie vor Wildtiere, die selbst bestimmen, wann sie kommen, ob sie kommen und wie lange sie bleiben wollen. Viel Freude und ein ebenso schönes Erlebnis wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof.

 

 

Erdäpfel haben immer Saison ..

Bei uns kommen Kartoffeln das ganze Jahr auf den Tisch – sie sind so vielseitig verwendbar und schmecken in jeder Variation köstlich. Vor kurzem haben wir ein typisch ländliches Gericht gekocht – bei uns heissen Sie „Erdäpfel-Nidei“. Sie sind einfach zu machen und auch die Kinder essen sie gerne. Bei uns gibt es diese „Kartoffeln-Nudeln“ meist mit Sauerkraut, sie schmecken aber auch mit einer Schnittlauch-Sauerrahmsoße und einem grünen Salat herrlich. Oder – eine Spezialität im vegetarischen Restaurant in Hofgastein, Kraut & Rüben, Nidei mit Brokkoli und Parmesan überbacken – schmeckt ebenso vorzüglich!

Rezept:

Erdäpfelnidei mit Sauerkraut oder Sauerrahmsoße

600g festkochende Erdäpfel
200g Mehl griffig
Salz
Muskat reinreiben
1-2 Eier (ganz)

Zum Rausbraten: Butterschmalz oder ein gutes Öl

Als Beilage: 250g Sauerkraut, Lorbeer, Wacholder, Pfefferkörner ganz
Speckwürfel

Die Erdäpfel kochen, bisschen salzen, schälen und noch warm pressen. Brett herrichten und alle Zutaten rasch zu einem Teig verkneten, zu einer ca. fingerdicken Rolle formen und in 1 cm grosse Stücke schneiden. Mit Butterschmalz oder gutem Öl (es soll heiss sein, bevor man die Nidei in die Pfanne gibt)  in der Pfanne goldgelb braten.
Sauerkraut mit Kümmel in wenig Wasser dünsten und mit gebratenen Speckwürfeln garnieren. Wir trinken zu den Nidei mit Sauerkraut ein Häferl Milch dazu.

erdapfelnidei-2Beim zweiten Mal kocht man die Nidei sicherlich schon ohne Mengen-Angaben. Einfach und lecker ! Das ist das schönste, nach Gefühl zu kochen 🙂

Mahlzeit und schöne Grüße vom Zittrauerhof, Katharina Schwaiger.

Lavendelduft liegt in der Luft …

Passend zum Sommer hab ich heute ein schönes Rezept für all jene, die die blumige Note des Lavendels lieben. Der Lavendelsirup eignet sich besonders gut zum Aufpritzen mit kühlem Mineralwasser, Sekt oder Weißwein. Viel Spass beim Nachmachen und gutes Gelingen ! Für den Sirup kann man je nach Geschmack bzw. Jahreszeit frische oder getrocknete Blüten des Lavendels verwenden.

Man benötigt: (am besten gleich mehrfache Masse machen) 
200 g Zucker
150 ml Wasser
3 EL Zitronensaft (oder ein bisschen Zitronensäure)
2 EL Lavendel, getrocknet oder frisch:

Zubereitung:

Zucker, Wasser und Zitronensaft unter Rühren in einem Topf erhitzen
5 Minuten leicht köcheln lassen. Topf vom Herd nehmen und die Lavendelblüten unterrühren. Topf luftdicht mit Folie abschließen und 3 Tage ziehen lassen, bei getrocknetem Lavendel reichen einige Stunden.

Nach 3 Tagen abseihen und in saubere gut ausgespülte Schraubflaschen oder im Backrohr desinfizierte Flaschen abfüllen. Den fertigen Lavendelsirup kühl lagern.
Schmeckt ganz toll zu Sekt und über Eis! Köstlich!

 

IMG_6299 (2)

Viel Spaß beim Nachmachen und gutes Gelingen !

Eure Bäuerin Katharina