Not im Gasteinertal

Liebe Bauernhofgeschichten-Leser,

Vor gut einer Woche habe ich allen Stammgästen und Freunden aktuelle Informationen mit schönsten aktuellen Bildern von Gastein gesandt. Doch nach nur wenigen Tagen ist alles anders.

Die dramatischen Ereignisse der letzten Tage habend dazu geführt, dass nun eine bedrückende Stimmung über dem Gasteinertal liegt. Die Gedanken an diese sprunghafte Naturdynamik bringen einen zum Nachdenken und stimmen traurig.

Manche haben es wahrscheinlich in den Nachrichten gesehen und gehört oder in der Zeitung gelesen. Zwei Unwetterfronten trafen genau im Gasteinertal zusammen und brachten extremen Starkregen mit sich. Der Schnee der vorherigen Tage und Regen sorgten für Überschwemmungen, Murgänge, sogar Brücken und Straßen sind unter der Last weggebrochen.

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Ich zitiere Gerhard von gasteinertal.com

„Wenn man rundum auf die Berge und Hänge schaut, sieht man unglaublich viele Abrutschungen. Und in jeder Zeitung und Nachrichtensendung findet man verstörende Bilder und Filme. Hier auf den Strassen sieht man unzählige Einsatzkräfte, Helfer und auch Reporter, gestern waren auch mehrmals Helikopter auf Erkundungsflügen unterwegs.“

So schnell bricht etwas auf einem rein und ändert alles von einem Moment auf den anderen.

Wenn man etwas Gutes an der ganzen Katastrophe sehen will, ist es sicherlich, dass Gäste aus nah und fern, Freunde von der ganzen Welt schreiben und tröstende Worte finden und auch ihre Hilfe anbieten.

Und vor allem, dass ein Tal zusammenhält – so viele freiwillige Helfer, Gasthöfe die für die Helfer kostenfrei Essen und Unterkünfte bereit stellen.

„Beeindruckend menschlich in der heutigen Zeit, es ist viel kaputt und es gibt auch Verletzte, aber es wird wieder hergerichtet, repariert und die Wunden bei Mensch und Natur werden wieder heilen. Aber vergessen werden wir diesen Fingerzeig der Natur nicht.“,

schreibt Gerhard.

Auf jeden Fall ist es wieder mal an der Zeit, sich zu bedanken an alle, die diese Situation mittragen, unterstützen und mit positiven Gedanken von nah und fern unterstützen. Und es ist zu hoffen, dass es keine weiteren extremen Niederschläge gibt, die die Berge wieder ins Rutschen bringen.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Wer spenden möchte:

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Bild Toferer lois, Winter Wolfgang, Schellhorn.

Marias Himbeertraum

Wenn mich meine Freundin Maria besucht, dann verwöhnt sie uns immer mit herrlichen Mehlspeisen, die super schmecken und idealerweise einfach und relativ schnell zubereitet werden .

Dieser Blechkuchen ist einer meiner Lieblinge und wirklich ein Hit. Viel Spaß beim Nachbacken und gutes Gelingen.

Teig für ein Backblech (mit Rahmen): 

  • 200 g Zucker
  • 5 Dotter, 5 Eiklar
  • 1/8 lt. Öl
  • 1/4 lt. Wasser
  • 200 g Weizenmehl
  • 1 Packung Backpulver
  • 2 Esslöffel Kakaopulver
  • etwas Rum

Rezept für die Himbeercreme:

  • 350-400 g Wasser
  • 50 g Zucker
  • 2 Pkg Vanillepuddingpulver
  • 500-600 g tiefgefrorene Himbeeren oder Schwarzbeeren

Rezept für die Creme obendrauf:

  • 200 g Topfen (Quark)
  • 500 g Schlagobers
  • 3 Packungen Sahnesteif (oder Quimic)
  • 1 Pkg Vanillezucker

Für den Belag:

  • 1-2 Pkg. Butterkekse

im vorgeheizten Backrohr bei 175 Grad ca. 30 min backen (Nadelprobe).

Z U B E R E I  T U N G :

TEIG:

Die Eier trennen und aus dem Eiklar einen steifen Schnee schlagen. Zucker und Eidotter schaumig rühren. Das Öl langsam unterrühren. Gesiebtes Mehl, Backpulver und restliche Zutaten in den Teig geben, zum Schluss den Eischnee unterheben und die Masse auf das Backblech gleichmässig verstreichen.

Den Kuchen im vorheizten Backofen bei 170 / 175 Grad ca. 30 Minuten backen lassen und überkühlen lassen. Dann dünn mit Marillenmarmelade bestreichen, bevor die Himbeercreme drauf kommt.

HIMBEERCREME:

Das Wasser mit dem Puddingpulver und Zucker gut verrühren und kurz aufkochen, bis die Masse eindickt, dann gleich vom Herd ziehen und die gefrorenen Himbeeren unter die heiße Masse geben. Die Himbeercreme auf den Kuchenboden streichen.

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CREME:

Das Schlagobers mit dem Sahnesteif oder Quimic schlagen, wenn das Schlagobers „steht“, die restlichen Zutaten untermischen und vorsichtig auf die Himbeercreme geben.

Zum Schluss den Kuchen noch mit Butterkeksen belegenund einige Stunden ziehen lassen im Kühlschrank. Herrlich für warme Sommertage.  schmeckt auch super mit Heidelbeeren.

Gutes Gelingen und viel Spaß beim Nachmachen. Katharina vom Zittrauerhof

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Einzug in den neuen Kuhstall

Nach vielen harten Monaten ist er nun fertig – unser neuer Kuhstall für die Milchkühe – mit viel Bewegungsfreiheit, Luft und Licht und für uns bedeutet das ein erleichtertes Arbeiten.

Da uns einige Gäste angeschrieben haben, ob wir Bilder vom neuen Stall schicken können, möchten wir die heutige  Bauernhofgeschichte diesem Thema widmen.

Nach anfänglichen Umstellungsschwierigkeiten haben sich die Kühe (und auch wir) an den neuen Stallrhythmus und Arbeitsumfeld ganz gut gewöhnt.

Im neuen Stall können sich die Kühe frei bewegen und sich das Fressen beim Futtertisch holen, wann immer sie wollen. 20190312_180132 (1).jpgZum Trinken stehen ihnen drei beheizte Tränkbecken zur Verfügung, die wir wöchentlich mindestens zweimal reinigen. Auch frische Luft und Licht darf im Stall nicht fehlen. Der Lichtfirst, die vielen seitlichen Fenster bieten dafür die perfekte Möglichkeit, gleichzeitig den Stall mit Licht zu fluten und mit Fenstern zu lüften.

Dadurch ist es im neuen Stall eher kühl, aber genau so lieben es unsere Kühe. Ist es wärmer als 10 Grad, öffnen sich die Fenster im Liegebereich und die Tiere bekommen zusätzlich frische Luft. Damit die Tiere sich nachts auch orientieren können, schaltet sich ab einer speziellen Finsternis die Notbeleuchtung ein.

Zum Entspannen und Schlafen stehen den Milchkühen Tiefstreubuchten aus Stroh und Kalk zur Verfügung. Darin liegen sie weich und haben genügend Platz, zudem verhindern beweglichen Stangen Verletzungen beim Aufstehen und Anstossen.

Damit die Kühe am Spaltenboden nicht ausrutschen, haben wir im gesamten Bereich Gummimatten ausgelegt und fixiert.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ein Teil davon wird zweimal täglich händisch gereinigt, ein Großteil mit dem Schrapper (Mistschieber) vor den Melkzeiten. Auch ein großer Vorteil ist: Rindert eine Kuh (wird sie „stierig“), dann kann man das viel besser beobachten und reagieren als im Anbindestall. Den Stier haben wir in einer Einzelbox und somit ist eine Besamung auch leichter als früher.

Was hat sich für uns verändert?

  • Wir brauchen die Tiere beim Weidegang nicht mehr täglich auf ihren richtigen Platz einweisen und anhängen.
  • Das wöchentliche Bürsten der Kühe ist nicht mehr nötig,  die meisten gehen schon freiwillig zur automatischen Kuhbürste.
  • das Melken ist viel einfacher, schneller und die Verletzungsgefahr für uns gemindert worden. Oft sind sie anfangs kitzlig bei den Zitzen oder schlagen aus,  durch die neue Anlage von Boumatic, Firma Andreas Ernst, ist die Gefahr, dass die Kuh uns mit dem Fuss erwischt, viel geringer geworden.
  • und durch den Mischwagen und dem Futterschieber – kreiert von Georg Rieser – ist die Fütterung auch müheloser geworden.

Den ältesten Kühe fällt die Umstellung noch schwer. Manchmal hab ich das Gefühl, dass besonders Karina sich den alten Stall zurückwünscht. Aber sie hat sich zumindest schon ihren fixen Schlafplatz reserviert, auch wenn sie jetzt nicht mehr die Chefin ist.  Für Gruppenschwache ist ein Laufstall schwieriger, da sich sehr schnell herauskristallisiert, wer die Chefposition übernommen und wer sich unterzuordnen hat. Erkrankte Tiere geben wir bis zur Genesung in den alten Stall oder in die Einzelbox neben dem Stier, sodass sie mehr Ruhe haben und im Laufstall nicht „benachteiligt“ sind.

P1040843.jpgDurch den neuen Laufstall haben wir jetzt in unserem „alten“ Stall mehr Platz für die trockengestellten Kühe, die Kalbinnen, sowie die Kälber. Man braucht sie nicht mehr in Iglus oder in die Hundebox ausstiften, wenn sie auf die Welt kommen. Einen Bereich haben wir zur Geburtsbox mit Kamera eingerichtet,  wir brauchen nun in der Nacht nicht mehr so oft in den Stall zur direkten Beobachtung.

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Geplant wurde der Stall von meinem Mann Matthias in Einbindung mit der Firma Stockinger. Wir freuen uns, dass der Stallbau im Jänner endlich abgeschlossen wurde und hoffen, dass nun die Arbeit, die Lebensqualität dauerhaft erleichtert wurde und die Kühe von dieser Umstellung weiterhin profitieren.

Liebe Grüße vom Zittrauerhof
Katharina Schwaiger mit Familie http://www.gasteinurlaub.com

Die Freizeit einer Bäuerin…

Das klingt grade erstmal nach einem schlechten Film im Sommerloch. Doch ich bekomme tatsächlich öfter die Frage gestellt, ob ich Freizeit habe und was ich dann mache?

Ja, ich habe Freizeit!

Egal ob Verkäufer oder Verkäuferin, Tischler oder Tischlerin, Lehrer oder Lehrerin, Bauer oder Bäuerin, Hoteliersfrau oder Bürgermeister, jeder Mensch braucht kleine Auszeiten für sich. Jeder Mensch braucht Freizeit. Jeder Mensch sollte nicht nur für die Arbeit leben. Und genau das ist auch wichtig,  um sich des Lebens zu erfreuen, gestärkt für die täglichen Herausforderungen zu sein und abschalten zu können.

Jeder Mensch ist anders und das ist auch gut so. Deshalb ist auch die Vielfalt der Freizeitaktivitäten und Hobbys unendlich groß. Ich persönlich brauche täglich meine 30 Minuten ganz für mich alleine auf dem Balkon. Und diese Zeit gehört mir ganz allein und kein Mensch, keine Arbeit oder Handy kann mich davon abbringen.

Katharina braucht nur 30 Minuten am Tag als Freizeit?

Das ist doch lächerlich, mögen vielleicht einige denken, das ist doch nichts. Für mich sehr wohl. Ich brauche nicht weit zu schauen und kenne viele Bäuerinnen und Freundinnen, die den ganzen Tag keine Zeit für sich alleine haben. Nicht mal diese halbe Stunde – ohne gestört oder von jemanden gebraucht zu werden. Ich wertschätze diese Zeit und genieße sie vollkommen.

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Neben meinen 30 Minuten um die Mittagszeit gehe ich auch einmal wöchentlich in die Turnstunde. Als Bäuerin hat man zwar schon einiges an Bewegung, doch ist es eine andere Art von Sport und eine kleine Auszeit vom Alltag. Schon solche Kleinigkeiten helfen, den Alltag ein bisschen leichter zu nehmen und sich selbst zu lieben und zu schätzen. Und noch dazu bringen sie Spaß und ein Lachen ins Gesicht! Einmal wöchentlich hab ich „stallfrei“ und kann diese Zeit für mich oder andere Arbeiten nutzen.

Für mich ist es nicht nur Erholung und Entspannung, wenn ich Zeit für mich alleine habe oder mit meiner Familie verbringe. Besonders jetzt im Frühling bereitet es mir auch große Freude, mit den Tieren zu arbeiten. Es ist herzallerliebst, wenn wir die Kälbchen bei herrlichem Wetter an die frische Luft bringen und am Spielplatz laufen lassen. Die Unbeschwertheit beim Herumspringen ist eine Wonne beim Zusehen und Balsam für die Seele.

Und wie fast jeder weiß, liebe ich meinen Garten! Hier im Gasteinertal ist die Natur immer ein Teil des Freizeitprogramms und jede freie Minute suche ich mir Arbeit im Außenbereich. Für mich gibt es nichts Schöneres, als an der frischen Luft zu arbeiten. Für mich ist der Garten und die Verarbeitung der Produkte keine Arbeit, sondern ein Hobby, mit viel Freude besetzt.

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Ich wünsche jedem kleine Auszeiten, die das Herz erfreuen und das Leben lebenswert machen. Eure Bäuerin Katharina, vom Zittrauerhof

 

Es herbstelt

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Es herbstelt – in der Früh ein leichter Nebel, oben schon alles blitzblau auf den Bergen und eine angenehme, frische Luft – wenn irgendwie Zeit ist am Morgen begleite ich unsere Tochter ein Stück auf dem Schulweg, wenn es auch nur ein paar Minuten sind. Einfach herrlich, ein paar Minuten rauszukommen und sich zu bewegen. Anders als bei der täglichen Arbeit. Im Stall tummeln sich schon viele Kälbchen, die Hochsaison im Stall beginnt bei uns dann im November. Im Garten ist es Zeit, die restlichen Früchte abzuernten und passend dazu, habe ich drei gute, einfache Rezepte, die unserer Familie sehr gut schmecken.

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Julianes Kürbissuppe:

400 g Kürbis am besten frisch, wenn es junge weiche Kürbis sind, kann man sie auch mit der Schale würfelig schneiden.

200 g Kartoffeln (schälen und auch würfelig schneiden)

500 ml Suppe oder Gemüsebrühe

Etwas Ingwer (ein kleines Stück vom ganzen Ingwer runterbrechen und rein damit)

250 g Ziwebeln, klein gehackt oder Lauch geschnitten

3 Knoblauchzehen

100 ml Schlagobers (Sahne)

Kürbis, Kartoffeln würfelig schneiden, ebenso die Zwiebeln und Knoblauchzehen, in die Gemüsesuppe geben, das ganze Stück Ingwer auch dazu und köcheln lassen, ca. 30 min. Wenn Kürbis und Kartoffeln weich sind, mit Pürierstab fein machen (zuvor Ingwerstück rausgeben).

Mit Salz, Pfeffer und eventuell Knoblauchpulver abschmecken. Zum Schluss Sahne schlagen und fertiges Schlagobers als Garnierung dann auf die Knoblauchsuppe rauf.

Am besten schmeckt die Kürbissuppe, wenn man ein Häubchen Schlagobers drauf gibt, einen Spritzer frisches Kürbiskernöl und ein paar angeröstete Kürbiskerne. Guten Appetit.

 

Bedeckter Apfelkuchen von Katharina einmal anders.

200 g Margarine oder Butter

100 g Zucker, 4 Dotter, 300 g Mehl, 1 Packung Backpulver, 1 Packung Vanillezucker, 1 Prise Salz, 10 Esslöffel Milch, 1-1,5 kg Äpfel, 1/8 lt. Most oder Wein oder Wasser, evt. 2-3 Esslöffel Zucker für die Äpfel, wenn sie sauer sind, 4 Eiklar, 150 g Zucker.

Zubereitung: Butter, Zucker und Dotter schaumig rühren, Mehl, Backpulver und Milch abwechselnd dazugeben, auf Backblech bei 180 grad fast fertig backen. Äpfel parallel beim Rühren reiben (nicht zu fein, oder in feine Blätter schneiden, mit Wein oder Wasser und evt. Zucker kurz dünsten.

Eiklar mit Zucker aufschlagen. Wenn der Kuchenboden leicht braun ist, rausgeben und die blanchierten Äpfel darauf verteilen und darüber die Schneehaube auf das Blech streichen. Dann nochmals kurz rein in den Ofen und so lange backen, bis die Schneehaube hellbraun ist. Guten Appetit. Dieser Kuchen schmeckt sehr saftig, hat man von anderen Kochereien noch ein paar Eiklar übrig, kann man ruhig mehr als 4 Eiklar schlagen, wenn man gerne eine grössere schneehaube hat.

Gutes Gelingen wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof. Mahlzeit.

Tipp: Wer sich gerne eine Kürbissuppe im Winter machen möchte, kann sich auch den Kürbis würfelig schneiden und einfrieren, am besten vakuumieren.

Wienerin zeigt großes Herz

Wem geht es nicht so ? Man macht vieles im Leben, das „nichts“ bringt oder für andere wertlos oder überflüssig erscheint und die Zeit doch „besser für was andres genützt“ werden könnte …  Aber bestimmte Dinge im Leben braucht man eben für die Seele und es ist gut, dass noch nicht alles so rational betrachtet werden muss und man auch was fürs Herz haben darf. Das macht das Leben noch lebenswert und schön, oder ?

In dieser Bauernhofgeschichte möchte ich über einen Menschen schreiben, der sehr viel Zeit und Liebe opfert, um Tiere zu hegen und zu pflegen und in letzter Zeit auch viel Geduld, liebe und Zeit investiert, um kleine Hasenleben zu rettendav

Vor fast einer Woche ist Lea Hasenmama geworden und es schien alles in Ordnung zu sein. Der Hasenstall wurde zugesperrt, damit niemand ins Nestchen greift und doch hat sie nach zwei Tagen die ersten Babies rausgelegt und sie sind erfroren.

Auch um die anderen schien sie sich nicht mehr zu kümmern und so hat sie meine Praktikantin aus Wien – Katharina – in die Obhut und mit ins Haus genommen. Jetzt mag einer sagen, so „umtun“ wegen der kleinen Häschen und so ein Aufwand. Ja, das stimmt und doch nicht. Wer bestimmt, was wertvoll ist und was nicht? „Ich mag Tiere und es ist einen Versuch wert“, mit diesen positiven Sätzen ging Katharina und unsere Tochter an die Sache ran und sie fütterten die kleinen Racker genau nach Plan neben der täglichen, vielen Arbeit am Hof, alle paar Stunden ist es nötig. Katharinas Freundin vom Tiergarten Schönbrunn empfiehlt Ziegenmilch zur Aufzucht und das vertragen sie wirklich gut.

Sehr aufwendig – mit einer kleinen Spritze – werden sie nun gefüttert, zuerst gewogen, damit man das Gewicht kontrollieren kann und nach dem Trinken wieder auf die Waage. IMG_20180810_132455.jpg

In eine kleine Schachtel gepackt, mit Watte eingehüllt, schlafen sie und bewegen sich lebhaft. Sie sind nicht mehr nackt, haben schon ein klein bisschen Fell und werden die nächsten Tage, wenn sie gesund bleiben, die Augen öffnen.

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Wir wünschen den Kleinen weiterhin gutes Gedeihen und den beiden Pflegemamis noch eine Weile an Ausdauer, bis sich die Hasenbabies selbst verpflegen können und viele glückliche Momente.

Kleine Freuden machen das Leben aus. Suchen wir uns kleine Dinge, die das Leben trotz aller Schwierigkeiten und Steine, die einem in den Weg gelegt werden, schön machen und uns erfreuen. Und unnütz für andere sind 🙂 Das wünsch ich Ihnen von Herzen.

Alles Liebe, Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal.

P.S: Über Facebook werden wir ab und zu wieder über die kleinen Racker berichten und kleine Videos reinstellen. Seid gespannt.

 

Gutes aus der Bauernküche

Am Bauernhof ist im Sommer sehr viel zu tun: der Garten, die Ernte am Feld, die Herstellung von Marmeladen, Säften und das Jäten im Garten, die Herstellung der Produkte für die  und den Bauernhof in Schuss zu halten.

Einer meiner Lieblingsorte ist und bleibt einfach meine Bauernküche. Besonders im Sommer finden sich allerlei Leckereien im Garten, auf den Feldern oder am Berg, die sich hervorragend verarbeiten lassen. Deshalb gibt es heute drei Rezept für saisonales Schmankerl, die momentan zubereitet werden können.

 

Ribislsaft

  • 1 Liter Ribisl mit 2 Liter Wasser aufkochen
  • 1,5 kg Zucker in die heisse Masse einrühren
  • erkalten lassen und dann 5 dag Zitronensäure einrühren
  • nach 24 h Saft abfüllen
  • (zur besseren Konservierung kann man den Saft nochmal erhitzen)

 

Ribisel-Rhabarber Kuchen

Zutaten:

  • 200 g Zucker
  • 5 Eier
  • 1/8 Liter Öl
  • 1/8 Liter Milch
  • 300 g Weizenmehl
  • 1 Pkg Backpulver
  • 150 g Ribisel (meine waren tiefgefroren)
  • 150 g Rhabarber (meiner war frisch & in kleine Würfel geschnitten)

Zubereitung

Als erstes die Eier trennen und aus dem Eiklar einen steifen Schnee schlagen. Danach Dotter und Zucker sehr schaumig rühren. Jetzt das Öl langsam einfließen lassen.

Weizenmehl, Backpulver und Milch dazugeben und alles noch einmal kurz durchrühren. Am Schluss den steif geschlagenen Schnee vorsichtig unterheben.

Die Masse auf ein Backblech streichen und abschließend die Ribisel und den Rhabarber darauf verteilen.

Den Kuchen bei 180 Grad 25 Minuten backen.

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Ribiselschaumschnitte

Für den Teig

  • 15dagStaubzucker
  • 1Pkg.Vanillezucker
  • 3 Dotter
  • 5dag Butter
  • 3 Eßl. Wassser
  • 25dag Mehl
  • 1/2 Pkg. Backpulver
  • 1/16 l Milch

Für den Belag

  • 3 Eiklar
  • 20dag Kristallzucker
  • 1 Pkg.Vanillezucker
  • 30dag Ribisel

Zubereitung

  • Vanillezucker, Dotter, Zucker und Wasser schaumig schlagen
  • Nach und nach die zerlassene Butter einrühren.
  • Mehl, Backpulver und Milch beigeben.
  • Masse auf ein Blech geben und bei mittlerer Hitze ca. 5 – 10 min backen.
  • Eiklar schlagen, in den steif geschlagenen Schnee Vanillezucker und Zucker einrühren
  • Ribisel darunterheben
  • Masse auf den Kuchen streichen und bei geringer Hitze fertigbacken bis der Schaum leicht braun wird

 

Und nun wünsche ich viel Spaß beim Nachbacken und Einkochen!

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Almtraum

Viele träumen von einem Leben auf der Alm, von Ruhe, Stille, Einsamkeit, dem einfachen Leben und dem Abstand zum Alltag. Wenn man eine Almhütte irgendwo in einem versteckten Wald anmietet, können diese Erlebnisse sicherlich alle zutreffen. Lebt man als Senner oder Hirter auf der Alm, sieht der Alltag jedoch ein wenig anders aus!

Es heißt, für ein Almleben muss man geboren sein.

Das würde ich so zwar nicht unterschreiben, aber man muss das Almleben und die damit verbundene Arbeit wirklich mögen und sich auf diese besondere Zeit einlassen. Ein richtiger Alm-Öhi ist für mich  mein Schwiegervater, der Zittrauer-Opa. Er hat in das Stammbuch von unserer Tochter als Traumberuf „Almöhi“ reingeschrieben und für ihn ist es wirklich so. Zig  Jahre geht er schon von Mitte Juni bis September je nach Witterung auf die Alm und ist für das Melken der Kühe zuständig und passt auf, dass den Kalbinnen, Kälbern und Pferden auf dem Stubnerkogel in Bad Gastein nichts geschieht.

Aber was bedeutet das eigentlich?
Täglich bei den Tieren nachschauen, die Anzahl kontrollieren und achtsam sein, ob alle Tore geschlossen sind und die Zäune nicht kaputt gemacht wurden. Und man muss ein Morgenmensch sein, um vier Uhr in der Frühe steht Opa auf und sucht die Kühe. Das ist oft schwierig, grad wenn es gewittert, regnet oder nebelig ist,  die Tiere zu finden. Sind die Tiere zusammen getrieben, kommen in den „Scherm“ und werden gemolken. Am Anfang ist auch das Reinbringen in den Scherm nicht so einfach, die jungen Kühe sind den Raum zum Melken nicht gewohnt und wissen den Stand nicht. Nach dem Melken kommen die Kühe wieder raus und können noch bis zum späten Abend fressen und sich im Almgebiet erholen.
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Für die Zweibeiner auf der Alm geht die Arbeit jedoch weiter. Am frühen Morgen nach dem Melken und anschließendem Frühstück bei Christiane werden die Milchtanks auf das Almauto gehieft und ins Tal zum Zittrauerhof gebracht. Die frische Alm-Milch gibt’s dann zum Frühstück in der Bauernstube. Mein Schwiegervater lebt sehr einfach und bescheiden auf der Zittraueralm, Strom nur während das Aggregat läuft, mit der Stirnlampe ins Bett und doch reizt ihn und auch all seine Enkerl diese besondere Art, dort zu leben und zu arbeiten. Auf der Alm gibt es neben der Stallarbeit noch viele andere Dinge, die erledigt werden müssen – Wegzangen ausputzen, die grossen Steine von den Wegen entfernen, damit sich die Kühe nicht verletzen, Weidezäune umstecken und noch sehr viel mehr.

Heuer ist die Zittraueralm seit längerem wieder bewirtschaftet und Christiane, selbst eine leidenschaftliche Bäuerin, legt viel Wert auf einfache, hochwertige Bauernhof-Produkte bei ihrer Jause. Besonders gern und gut sind ihre Pofesen, die sie schon auf ihrer Böckfeldalm immer gemacht hat.

Wenn jemand Opa Hias besuchen möchte, findet man ihn noch bis September auf der Zittraueralm.

Eure Bäuerin Katharina

Tierflüsterin Rosi

Heute möchte ich bei den Bauernhofgeschichten über meine „kleine“ Schwester Rosi Schuster vom Biohof Maurachgut schreiben. Sie hat viele besondere Fähigkeiten, eine davon ist ihr persönlicher Umgang mit den Tieren. Mit einer Seelenruhe geht sie ohne Strick mit Kälbchen, Schaf und Ziege zugleich spazieren und schenkt den Tieren das Vertrauen,  dass sie bei ihr bleiben und ihr gehorchen.

Kommt man nach Maishofen zur Versteigerung, sieht man sie auch des öfteren im Ring mit einer Kuh. Als Kind hat sie schon mit ihren Lieblingen, den Noriker Pferden, gespielt und ist auch des öfteren den Weg zu Fuß zum Hengst – Stubnerbauer runter gegangen. Hab ich sie begleitet, wurde ich von der Norikerstute Tina öfters an den Straßenrand gedrückt –  Rosi hat mit einer Freude und Selbstsicherheit das Pferd geschnappt und gelacht. Für mich ist sie ein großes Vorbild. So zierlich und doch so stark.20170529_104353 rosi mit ihren Tieren

Aber nicht nur zu Pferden hat sie einen besonderen Draht. Ist die Ziege bockig, sieht sie das und geht mit ihren Kindern und der Ziege zu Fuß zum Ziegenbock – entweder zum Nachbarhof Brandnerbauer oder runter nach Wieden zum „Kaiser“ und die Ziege wird belegt. Dann spaziert sie mit der Ziege und den Kindern wieder nach Hause und erledigt ist die „Gschicht“. Einen Bock braucht sie nicht zum Probieren, sie kennt das und lacht, wenn ich sie drauf anspreche.2018-04-11-PHOTO-00001461

Kommen Lämmer auf die Welt und werden von der Mutter verstossen oder das Schaf hat nicht für alle genug Milch, hat sie ein gutes Händchen, dass sie die Kleinen mit der Flasche aufzieht.

Früher, als Tina, unsere Noriker Stute, noch Fohlen bekam, schlief Rosi und  ihr Mann Werner in der Ziegenbox nebenbei, um die Geburt nicht zu versäumen und bei ihrer Tina mit dabei sein zu können.

Für mich ist meine Schwester Rosi eine wahre Tier-Flüstererin !

Bis zur nächsten Bauernhofgeschichte. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Manchmal kommt alles anders…..

…. als man denkt. Die grösste Freude im Stall hat ein Bauer, wenn die Geburten gut vorüber gehen und alle gesund sind. Ist das Neugeborene dann noch weiblich, springt das bäuerliche Herz in die Höhe.

Unsere Rappstute Perl brachte am 24.3. ein süßes Stutfohlen auf die Welt. Wir durften diese schönen Momente miterleben und waren ihr dabei behilflich. Dass Fohlen sich anfangs mit dem Trinken schwer tun, weil sie die Zitzen nicht richtig greifen und begreifen können, kann jede Mutter verstehen (beim Menschen ist es auch nicht viel anders). Auch unser Fohlen Jedenfalls war sowohl mit Fläschchen, als auch direkt bei der Stute nicht möglich.

 

Meinem Mann fiel auf, dass die Zunge sehr kurz ist und so riefen wir den Tierarzt und auch eine Tierklinik an, um nach Rat zu fragen.. Traurige Nachrichten fielen ins Haus – keine Rettung in Sicht, das Fohlen wird nie trinken oder fressen können. Wir mussten uns vom Fohlen verabschieden. Eine solche Situation bricht einem das Herz.

Zwei Tage darauf meldete sich der Pferdezuchtverband mit einer Suche nach einer Ammenstute, weil ein Fohlen dringend eine „Mutter“ bräuchte. Die Fohlen müssen beim händischen Aufziehen alle zwei Stunden gefüttert und versorgt werden. Wir meldeten uns, da Perl ja eine gute, erfahrene Mutter ist und wir sahen, wie sehr sie unter dem Verlust des Kleinen litt. Eine nette Pinzgauer Familie kam angefahren und zeigte uns stolz ihr Tigerfohlen, dessen Mutter gestorben ist. Wir besprühten beide mit Parfum und gaben ihnen Globoli – anfangs konnten sie sich gar nicht riechen, Perl zeigte sich nach fast 1,5 Stunden als gute Ersatzmama und ging der kleinen Ramona schon hinterher.

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Opa Hias gab der kleinen Ramona dann noch ein bisschen Hafer auf den Rücken, sodass Perl leichter begann, sie abzuschlecken und ganz langsam – anfangs sehr zögerlich und widerwillig, begann sie die Kleine trinken zu lassen. Schliesslich gaben sie die Männer in eine Box. Da ja Perl zwei Tage von ihrem Fohlen schon getrennt war, ging automatisch auch die Stutenmilch-Menge zurück und das Fohlen bekam zu wenig. Tierarzt Dr. Christ wusste auch hier einen Rat mit homöopathischen Mitteln und es wurde von Tag zu Tag besser. So hoffen wir jetzt einfach, dass es so bleibt und die beiden glücklich und ohne Komplikationen weiterleben 🙂

 

Auch wenn Ramona unser Fohlen nicht ersetzen kann und wir das Tigerfohlen nach dem Sommer wieder zurückgeben müssen, ist es doch schön, dass das Fohlen bestmöglichst versorgt wird und Perl in ihrer Lieblingsrolle – nämlich als Mama – aufgehen kann.

Alles Liebe vom Zittrauerhof im Gasteinertal und bis zur nächsten Bauernhofgeschichte. Katharina Schwaiger.