Es herbstelt

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Es herbstelt – in der Früh ein leichter Nebel, oben schon alles blitzblau auf den Bergen und eine angenehme, frische Luft – wenn irgendwie Zeit ist am Morgen begleite ich unsere Tochter ein Stück auf dem Schulweg, wenn es auch nur ein paar Minuten sind. Einfach herrlich, ein paar Minuten rauszukommen und sich zu bewegen. Anders als bei der täglichen Arbeit. Im Stall tummeln sich schon viele Kälbchen, die Hochsaison im Stall beginnt bei uns dann im November. Im Garten ist es Zeit, die restlichen Früchte abzuernten und passend dazu, habe ich drei gute, einfache Rezepte, die unserer Familie sehr gut schmecken.

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Julianes Kürbissuppe:

400 g Kürbis am besten frisch, wenn es junge weiche Kürbis sind, kann man sie auch mit der Schale würfelig schneiden.

200 g Kartoffeln (schälen und auch würfelig schneiden)

500 ml Suppe oder Gemüsebrühe

Etwas Ingwer (ein kleines Stück vom ganzen Ingwer runterbrechen und rein damit)

250 g Ziwebeln, klein gehackt oder Lauch geschnitten

3 Knoblauchzehen

100 ml Schlagobers (Sahne)

Kürbis, Kartoffeln würfelig schneiden, ebenso die Zwiebeln und Knoblauchzehen, in die Gemüsesuppe geben, das ganze Stück Ingwer auch dazu und köcheln lassen, ca. 30 min. Wenn Kürbis und Kartoffeln weich sind, mit Pürierstab fein machen (zuvor Ingwerstück rausgeben).

Mit Salz, Pfeffer und eventuell Knoblauchpulver abschmecken. Zum Schluss Sahne schlagen und fertiges Schlagobers als Garnierung dann auf die Knoblauchsuppe rauf.

Am besten schmeckt die Kürbissuppe, wenn man ein Häubchen Schlagobers drauf gibt, einen Spritzer frisches Kürbiskernöl und ein paar angeröstete Kürbiskerne. Guten Appetit.

 

Bedeckter Apfelkuchen von Katharina einmal anders.

200 g Margarine oder Butter

100 g Zucker, 4 Dotter, 300 g Mehl, 1 Packung Backpulver, 1 Packung Vanillezucker, 1 Prise Salz, 10 Esslöffel Milch, 1-1,5 kg Äpfel, 1/8 lt. Most oder Wein oder Wasser, evt. 2-3 Esslöffel Zucker für die Äpfel, wenn sie sauer sind, 4 Eiklar, 150 g Zucker.

Zubereitung: Butter, Zucker und Dotter schaumig rühren, Mehl, Backpulver und Milch abwechselnd dazugeben, auf Backblech bei 180 grad fast fertig backen. Äpfel parallel beim Rühren reiben (nicht zu fein, oder in feine Blätter schneiden, mit Wein oder Wasser und evt. Zucker kurz dünsten.

Eiklar mit Zucker aufschlagen. Wenn der Kuchenboden leicht braun ist, rausgeben und die blanchierten Äpfel darauf verteilen und darüber die Schneehaube auf das Blech streichen. Dann nochmals kurz rein in den Ofen und so lange backen, bis die Schneehaube hellbraun ist. Guten Appetit. Dieser Kuchen schmeckt sehr saftig, hat man von anderen Kochereien noch ein paar Eiklar übrig, kann man ruhig mehr als 4 Eiklar schlagen, wenn man gerne eine grössere schneehaube hat.

Gutes Gelingen wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof. Mahlzeit.

Tipp: Wer sich gerne eine Kürbissuppe im Winter machen möchte, kann sich auch den Kürbis würfelig schneiden und einfrieren, am besten vakuumieren.

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Wienerin zeigt großes Herz

Wem geht es nicht so ? Man macht vieles im Leben, das „nichts“ bringt oder für andere wertlos oder überflüssig erscheint und die Zeit doch „besser für was andres genützt“ werden könnte …  Aber bestimmte Dinge im Leben braucht man eben für die Seele und es ist gut, dass noch nicht alles so rational betrachtet werden muss und man auch was fürs Herz haben darf. Das macht das Leben noch lebenswert und schön, oder ?

In dieser Bauernhofgeschichte möchte ich über einen Menschen schreiben, der sehr viel Zeit und Liebe opfert, um Tiere zu hegen und zu pflegen und in letzter Zeit auch viel Geduld, liebe und Zeit investiert, um kleine Hasenleben zu rettendav

Vor fast einer Woche ist Lea Hasenmama geworden und es schien alles in Ordnung zu sein. Der Hasenstall wurde zugesperrt, damit niemand ins Nestchen greift und doch hat sie nach zwei Tagen die ersten Babies rausgelegt und sie sind erfroren.

Auch um die anderen schien sie sich nicht mehr zu kümmern und so hat sie meine Praktikantin aus Wien – Katharina – in die Obhut und mit ins Haus genommen. Jetzt mag einer sagen, so „umtun“ wegen der kleinen Häschen und so ein Aufwand. Ja, das stimmt und doch nicht. Wer bestimmt, was wertvoll ist und was nicht? „Ich mag Tiere und es ist einen Versuch wert“, mit diesen positiven Sätzen ging Katharina und unsere Tochter an die Sache ran und sie fütterten die kleinen Racker genau nach Plan neben der täglichen, vielen Arbeit am Hof, alle paar Stunden ist es nötig. Katharinas Freundin vom Tiergarten Schönbrunn empfiehlt Ziegenmilch zur Aufzucht und das vertragen sie wirklich gut.

Sehr aufwendig – mit einer kleinen Spritze – werden sie nun gefüttert, zuerst gewogen, damit man das Gewicht kontrollieren kann und nach dem Trinken wieder auf die Waage. IMG_20180810_132455.jpg

In eine kleine Schachtel gepackt, mit Watte eingehüllt, schlafen sie und bewegen sich lebhaft. Sie sind nicht mehr nackt, haben schon ein klein bisschen Fell und werden die nächsten Tage, wenn sie gesund bleiben, die Augen öffnen.

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Wir wünschen den Kleinen weiterhin gutes Gedeihen und den beiden Pflegemamis noch eine Weile an Ausdauer, bis sich die Hasenbabies selbst verpflegen können und viele glückliche Momente.

Kleine Freuden machen das Leben aus. Suchen wir uns kleine Dinge, die das Leben trotz aller Schwierigkeiten und Steine, die einem in den Weg gelegt werden, schön machen und uns erfreuen. Und unnütz für andere sind 🙂 Das wünsch ich Ihnen von Herzen.

Alles Liebe, Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal.

P.S: Über Facebook werden wir ab und zu wieder über die kleinen Racker berichten und kleine Videos reinstellen. Seid gespannt.

 

Gutes aus der Bauernküche

Am Bauernhof ist im Sommer sehr viel zu tun: der Garten, die Ernte am Feld, die Herstellung von Marmeladen, Säften und das Jäten im Garten, die Herstellung der Produkte für die  und den Bauernhof in Schuss zu halten.

Einer meiner Lieblingsorte ist und bleibt einfach meine Bauernküche. Besonders im Sommer finden sich allerlei Leckereien im Garten, auf den Feldern oder am Berg, die sich hervorragend verarbeiten lassen. Deshalb gibt es heute drei Rezept für saisonales Schmankerl, die momentan zubereitet werden können.

 

Ribislsaft

  • 1 Liter Ribisl mit 2 Liter Wasser aufkochen
  • 1,5 kg Zucker in die heisse Masse einrühren
  • erkalten lassen und dann 5 dag Zitronensäure einrühren
  • nach 24 h Saft abfüllen
  • (zur besseren Konservierung kann man den Saft nochmal erhitzen)

 

Ribisel-Rhabarber Kuchen

Zutaten:

  • 200 g Zucker
  • 5 Eier
  • 1/8 Liter Öl
  • 1/8 Liter Milch
  • 300 g Weizenmehl
  • 1 Pkg Backpulver
  • 150 g Ribisel (meine waren tiefgefroren)
  • 150 g Rhabarber (meiner war frisch & in kleine Würfel geschnitten)

Zubereitung

Als erstes die Eier trennen und aus dem Eiklar einen steifen Schnee schlagen. Danach Dotter und Zucker sehr schaumig rühren. Jetzt das Öl langsam einfließen lassen.

Weizenmehl, Backpulver und Milch dazugeben und alles noch einmal kurz durchrühren. Am Schluss den steif geschlagenen Schnee vorsichtig unterheben.

Die Masse auf ein Backblech streichen und abschließend die Ribisel und den Rhabarber darauf verteilen.

Den Kuchen bei 180 Grad 25 Minuten backen.

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Ribiselschaumschnitte

Für den Teig

  • 15dagStaubzucker
  • 1Pkg.Vanillezucker
  • 3 Dotter
  • 5dag Butter
  • 3 Eßl. Wassser
  • 25dag Mehl
  • 1/2 Pkg. Backpulver
  • 1/16 l Milch

Für den Belag

  • 3 Eiklar
  • 20dag Kristallzucker
  • 1 Pkg.Vanillezucker
  • 30dag Ribisel

Zubereitung

  • Vanillezucker, Dotter, Zucker und Wasser schaumig schlagen
  • Nach und nach die zerlassene Butter einrühren.
  • Mehl, Backpulver und Milch beigeben.
  • Masse auf ein Blech geben und bei mittlerer Hitze ca. 5 – 10 min backen.
  • Eiklar schlagen, in den steif geschlagenen Schnee Vanillezucker und Zucker einrühren
  • Ribisel darunterheben
  • Masse auf den Kuchen streichen und bei geringer Hitze fertigbacken bis der Schaum leicht braun wird

 

Und nun wünsche ich viel Spaß beim Nachbacken und Einkochen!

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Almtraum

Viele träumen von einem Leben auf der Alm, von Ruhe, Stille, Einsamkeit, dem einfachen Leben und dem Abstand zum Alltag. Wenn man eine Almhütte irgendwo in einem versteckten Wald anmietet, können diese Erlebnisse sicherlich alle zutreffen. Lebt man als Senner oder Hirter auf der Alm, sieht der Alltag jedoch ein wenig anders aus!

Es heißt, für ein Almleben muss man geboren sein.

Das würde ich so zwar nicht unterschreiben, aber man muss das Almleben und die damit verbundene Arbeit wirklich mögen und sich auf diese besondere Zeit einlassen. Ein richtiger Alm-Öhi ist für mich  mein Schwiegervater, der Zittrauer-Opa. Er hat in das Stammbuch von unserer Tochter als Traumberuf „Almöhi“ reingeschrieben und für ihn ist es wirklich so. Zig  Jahre geht er schon von Mitte Juni bis September je nach Witterung auf die Alm und ist für das Melken der Kühe zuständig und passt auf, dass den Kalbinnen, Kälbern und Pferden auf dem Stubnerkogel in Bad Gastein nichts geschieht.

Aber was bedeutet das eigentlich?
Täglich bei den Tieren nachschauen, die Anzahl kontrollieren und achtsam sein, ob alle Tore geschlossen sind und die Zäune nicht kaputt gemacht wurden. Und man muss ein Morgenmensch sein, um vier Uhr in der Frühe steht Opa auf und sucht die Kühe. Das ist oft schwierig, grad wenn es gewittert, regnet oder nebelig ist,  die Tiere zu finden. Sind die Tiere zusammen getrieben, kommen in den „Scherm“ und werden gemolken. Am Anfang ist auch das Reinbringen in den Scherm nicht so einfach, die jungen Kühe sind den Raum zum Melken nicht gewohnt und wissen den Stand nicht. Nach dem Melken kommen die Kühe wieder raus und können noch bis zum späten Abend fressen und sich im Almgebiet erholen.
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Für die Zweibeiner auf der Alm geht die Arbeit jedoch weiter. Am frühen Morgen nach dem Melken und anschließendem Frühstück bei Christiane werden die Milchtanks auf das Almauto gehieft und ins Tal zum Zittrauerhof gebracht. Die frische Alm-Milch gibt’s dann zum Frühstück in der Bauernstube. Mein Schwiegervater lebt sehr einfach und bescheiden auf der Zittraueralm, Strom nur während das Aggregat läuft, mit der Stirnlampe ins Bett und doch reizt ihn und auch all seine Enkerl diese besondere Art, dort zu leben und zu arbeiten. Auf der Alm gibt es neben der Stallarbeit noch viele andere Dinge, die erledigt werden müssen – Wegzangen ausputzen, die grossen Steine von den Wegen entfernen, damit sich die Kühe nicht verletzen, Weidezäune umstecken und noch sehr viel mehr.

Heuer ist die Zittraueralm seit längerem wieder bewirtschaftet und Christiane, selbst eine leidenschaftliche Bäuerin, legt viel Wert auf einfache, hochwertige Bauernhof-Produkte bei ihrer Jause. Besonders gern und gut sind ihre Pofesen, die sie schon auf ihrer Böckfeldalm immer gemacht hat.

Wenn jemand Opa Hias besuchen möchte, findet man ihn noch bis September auf der Zittraueralm.

Eure Bäuerin Katharina

Tierflüsterin Rosi

Heute möchte ich bei den Bauernhofgeschichten über meine „kleine“ Schwester Rosi Schuster vom Biohof Maurachgut schreiben. Sie hat viele besondere Fähigkeiten, eine davon ist ihr persönlicher Umgang mit den Tieren. Mit einer Seelenruhe geht sie ohne Strick mit Kälbchen, Schaf und Ziege zugleich spazieren und schenkt den Tieren das Vertrauen,  dass sie bei ihr bleiben und ihr gehorchen.

Kommt man nach Maishofen zur Versteigerung, sieht man sie auch des öfteren im Ring mit einer Kuh. Als Kind hat sie schon mit ihren Lieblingen, den Noriker Pferden, gespielt und ist auch des öfteren den Weg zu Fuß zum Hengst – Stubnerbauer runter gegangen. Hab ich sie begleitet, wurde ich von der Norikerstute Tina öfters an den Straßenrand gedrückt –  Rosi hat mit einer Freude und Selbstsicherheit das Pferd geschnappt und gelacht. Für mich ist sie ein großes Vorbild. So zierlich und doch so stark.20170529_104353 rosi mit ihren Tieren

Aber nicht nur zu Pferden hat sie einen besonderen Draht. Ist die Ziege bockig, sieht sie das und geht mit ihren Kindern und der Ziege zu Fuß zum Ziegenbock – entweder zum Nachbarhof Brandnerbauer oder runter nach Wieden zum „Kaiser“ und die Ziege wird belegt. Dann spaziert sie mit der Ziege und den Kindern wieder nach Hause und erledigt ist die „Gschicht“. Einen Bock braucht sie nicht zum Probieren, sie kennt das und lacht, wenn ich sie drauf anspreche.2018-04-11-PHOTO-00001461

Kommen Lämmer auf die Welt und werden von der Mutter verstossen oder das Schaf hat nicht für alle genug Milch, hat sie ein gutes Händchen, dass sie die Kleinen mit der Flasche aufzieht.

Früher, als Tina, unsere Noriker Stute, noch Fohlen bekam, schlief Rosi und  ihr Mann Werner in der Ziegenbox nebenbei, um die Geburt nicht zu versäumen und bei ihrer Tina mit dabei sein zu können.

Für mich ist meine Schwester Rosi eine wahre Tier-Flüstererin !

Bis zur nächsten Bauernhofgeschichte. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Manchmal kommt alles anders…..

…. als man denkt. Die grösste Freude im Stall hat ein Bauer, wenn die Geburten gut vorüber gehen und alle gesund sind. Ist das Neugeborene dann noch weiblich, springt das bäuerliche Herz in die Höhe.

Unsere Rappstute Perl brachte am 24.3. ein süßes Stutfohlen auf die Welt. Wir durften diese schönen Momente miterleben und waren ihr dabei behilflich. Dass Fohlen sich anfangs mit dem Trinken schwer tun, weil sie die Zitzen nicht richtig greifen und begreifen können, kann jede Mutter verstehen (beim Menschen ist es auch nicht viel anders). Auch unser Fohlen Jedenfalls war sowohl mit Fläschchen, als auch direkt bei der Stute nicht möglich.

 

Meinem Mann fiel auf, dass die Zunge sehr kurz ist und so riefen wir den Tierarzt und auch eine Tierklinik an, um nach Rat zu fragen.. Traurige Nachrichten fielen ins Haus – keine Rettung in Sicht, das Fohlen wird nie trinken oder fressen können. Wir mussten uns vom Fohlen verabschieden. Eine solche Situation bricht einem das Herz.

Zwei Tage darauf meldete sich der Pferdezuchtverband mit einer Suche nach einer Ammenstute, weil ein Fohlen dringend eine „Mutter“ bräuchte. Die Fohlen müssen beim händischen Aufziehen alle zwei Stunden gefüttert und versorgt werden. Wir meldeten uns, da Perl ja eine gute, erfahrene Mutter ist und wir sahen, wie sehr sie unter dem Verlust des Kleinen litt. Eine nette Pinzgauer Familie kam angefahren und zeigte uns stolz ihr Tigerfohlen, dessen Mutter gestorben ist. Wir besprühten beide mit Parfum und gaben ihnen Globoli – anfangs konnten sie sich gar nicht riechen, Perl zeigte sich nach fast 1,5 Stunden als gute Ersatzmama und ging der kleinen Ramona schon hinterher.

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Opa Hias gab der kleinen Ramona dann noch ein bisschen Hafer auf den Rücken, sodass Perl leichter begann, sie abzuschlecken und ganz langsam – anfangs sehr zögerlich und widerwillig, begann sie die Kleine trinken zu lassen. Schliesslich gaben sie die Männer in eine Box. Da ja Perl zwei Tage von ihrem Fohlen schon getrennt war, ging automatisch auch die Stutenmilch-Menge zurück und das Fohlen bekam zu wenig. Tierarzt Dr. Christ wusste auch hier einen Rat mit homöopathischen Mitteln und es wurde von Tag zu Tag besser. So hoffen wir jetzt einfach, dass es so bleibt und die beiden glücklich und ohne Komplikationen weiterleben 🙂

 

Auch wenn Ramona unser Fohlen nicht ersetzen kann und wir das Tigerfohlen nach dem Sommer wieder zurückgeben müssen, ist es doch schön, dass das Fohlen bestmöglichst versorgt wird und Perl in ihrer Lieblingsrolle – nämlich als Mama – aufgehen kann.

Alles Liebe vom Zittrauerhof im Gasteinertal und bis zur nächsten Bauernhofgeschichte. Katharina Schwaiger.

Hinter den Kulissen

Auf den Bauernhöfen gibt es immer Arbeiten, die von außen gut sichtbar sind und manchmal auch ein bisschen Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wie in den letzten Wochen der Almauftrieb der Kühe, Pferde oder Kalbinnen oder das Heuen der Wiesen. Manchmal aber, da sind es die kleinen Aufgaben, die das bäuerliche Leben füllen und nur dann gesehen werden, wenn sie nicht gemacht werden :- ) Und über genau diese möchte ich heute berichten!

Da gibt es Arbeiten, die das ganze Jahr über geschehen müssen, um die Lebensqualität von Tier und Mensch zu erhalten. Dazu zählen auch die Ställe, die die Bauern während der Sommermonate gründlich reinigen, da in dieser Zeit der Großteil der Tiere auf der Alm oder auf der Weide sind. Der Stall wird vorgewaschen und danach mit dem Hochdruckreiniger sauber gereinigt und im Anschluß alles „rausgeweißelt“, sodass die Tiere, wenn sie im Herbst wieder einen sauberen Stall beziehen.

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Julia beim Reinigen im Kuhstall

 

Eine besondere Aufgabe ist die zweimal jährliche Reinigung im Kinderstall: Farben beim Maler geholt, geht es nach den Reinigungsarbeiten ans Werk, alles nachzumalen, was an Farben verloren hat.

Im normalen Alltag wird der Kinderstall gefegt, die Boxen täglich ausgemistet und wenn irgendwo ein bisschen Unordnung herrscht, aufgeräumt. Es gibt aber auch die besonderen Putztage im Kinderstall. Wenn die Putzeimer, Fetzen und Staubwedel zu den Ziegen, Schafen und Schweinen gebracht werden, dann heißt es am Freitag: Auf das Putzen, fertig und LOS! Dabei werden die Wandfließen runderherum feucht abgewischt, alle Flächen abgestaubt, die Tierbeschreibungen abgestaubt und die Decke von unseren achtbeinigen Freunden befreit. Also falls mal jemand in den Kinderstall kommt und eine Praktikantin oder die Bäuerin auf den Mauern zwischen den Ställen rumturnt und einen Besen schwingt, dann braucht man sich keine Sorgen machen! Sie sind nicht zu Hexen geworden, sondern machen die Decke sauber ;).

Neben diesen durchgehenden Arbeiten, findet man aber auch noch saisonal bedingte Tätigkeiten am Hof. Die Bauern machen die Wassergräben sauber und lassen sie ausbaggern, damit bei großen Regenmengen keine Überschwemmungen drohen. Das Holz wird für den Winter gehackt und bei trockenem Wetter zum Hof gebracht. Und der Opa sorgt auf der Alm neben der vielen Arbeit bei den Tieren stets für das Zerkleinern vom Holz, damit der Ofen angeheizt werden kann.

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Im Sommer bin ich als Bäuerin auch nur vormittags im Haus anzutreffen, nachmittags finden die Arbeiten meist im Freien statt und helfen mir,  die Seele baumeln zu lassen. Momentan müssen wir unsere Pflanzen, Blumen und Gewächse stets jäten und sind auch schon mittendrin beim Ernten der Blüten, Brennesselsamen und Brotkleesamen, um diese für unsere Kräutertees, Heukissen zu trocknen. Aber auch Beeren wachsen bei uns und wir freuen uns schon, frische Marmeladen und Säfte daraus zuzubereiten.

Das Leben am Bauernhof besteht zwar aus sehr viel Arbeit und es kommen immer wieder neue Sachen dazu, aber dennoch ist es wichtig, dass sich jeder Hofbewohner auch mal eine kleine Auszeit gönnt. Sei es mit einem kleinen Mittagsschlaf in der Sonne, einer Tasse Kaffee am Fischteich, Zeit mit den Kindern, ein bisschen länger schlafen oder einem kleinen Spaziergang. Aber das empfiehlt sich nicht nur für das Bauernhofleben, sondern jedem, auch wenn es nur eine Viertelstunde ist! Wenn es immer nur so einfach wär :- )  Eine schöne Zeit an alle meine Bauernhofgeschichten-Leser !

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Hollerblüten-Sirup …. so gut !

Nachdem uns allen wunderschöne Tage mit herrlichem Sonnenschein geschenkt wurden, haben sicherlich viele Bauern die Chance für eine gute Heu-Ernte genützt. Das trockene Wetter ist auch ideal zum Abernten von Kräutern und zum Ansetzen von Säften unter anderem vom Hollunder. Der Hollunderstrauch ist einer meiner Lieblinge, als Tee, als gebackene Nachspeise, als Gelee, als Ergänzung in Marmeladen oder als Hollerblütensaft.

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Meine Oma vom Maurachgut hat uns beim Abernten vom Wiesenkümmel, Kräutern und auch bei der Hollerblüten-Ernte immer mitgenommen und uns ein einfaches, aber gutes Rezept weitergegeben, es hält sich gut und ist einfach zu machen. Gerne geb ich das Rezept weiter und wünsche gutes Gelingen.

Zutaten: 40 -50 große Hollunderblüten (es können auch 10 Stk. mehr sein, nur die Dolden), 4 lt. Wasser, 6 kg Feinkristallzucker, 6 Biozitronen (gut gewaschen) oder man mischt Zitronen mit Orangen und 125 g Zitronensäure. Bei trockenem Wetter – idealerweise in der Mittagszeit Hollerblüten ernten, ich zwick es immer gleich nach der Blüte ab, dass fast kein Stengel dabei ist. Also, die Masse gibt man in einem 10 lt. Kübel oder sonstigem sauberen Gefäß, 4 lt. Wasser rein, 6 kg Zucker sowie geschnittene Zitronen und die Zitronensäure, rührt es einige Male um und gibt zum Schluss die trockenen Hollunderblüten rein. Dann wieder fest umrühren. Täglich (3-6 Tage lang) rührt man den Saft mind. 1 x täglich um.

20160610_195432 hollerblütenRührt man mehrmals täglich und hat der Saft schon einen guten Geschmack, so kann man den Hollundersaft auch schon nach drei Tagen abfüllen. Er wird durch ein Sieb und eine Windel durchgeseiht und in sauberen Flaschen abgefüllt. Wir pressen die Windel erst zum Schluss aus und verwenden diesen ausgepressten Sirup (also das „Resterl“) gleich zum Trinken. Die abgefüllten Flaschen halten super gut ein Jahr oder länger. Wir lagern sie im Keller, gut verschrauben. Wenn man will, kann man den Hollundersaft auch kurz abkochen und ein bisschen Einsiedehilfe beifügen, allerdings der Saft hält auch sehr gut, wenn er kalt angesetzt ist und alles nach o.a. Anleitung gemacht wurde. Man bekommt ca. 7 lt. Hollunderblütensirup von der o.a. Menge. Gutes Gelingen wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof.

 

Zeit für Löwenzahn ..

Zum Frühling gehört auch der Löwenzahn dazu, er ist so vielseitig verwendbar und besonders lecker auch in der Küche. Mein Lieblingsrezept ist, vom Löwenzahn einen Honig zu erzeugen. Gerne teile ich mit euch das Rezept. Der Löwenzahnhonig eignet sich besonders gut als Beigabe für ein Naturjoghurt, als Süßungsmittel bei Kräutertees oder bei trockenem Husten den Löwenzahnsirup oder Wipferlsirup löffelweise einnehmen. Will man ihn auf ein Butterbrot schmieren, koch in den Honig länger ein oder lass ihn stehen und koch ihn am nächsten Tag nochmals ein, dann wird er auch dickflüssiger.

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Rezept:

300 g Löwenzahn – Blütenköpfe, an einem trockenen Tag gepflückt, mittags
2 kg Feinkristallzucker oder Gelierzucker
2 Bio-Zitrone(n), ein bisschen Zitronensäure
1 Liter Quell-Wasser

Zubereitung

Die Blüten an einem trockenen Tag pflücken, idealerweise in der Mittagszeit. Nur die Blüten, nicht die Stengel. 1 Liter Wasser, 30 min köcheln lassen und zum Schluss die in Scheiben geschnittenen Zitronen hinzugeben. Auf die Seite ziehen und den Sud am nächsten Tag (ich lass es 12 Stunden stehen) durch ein Stofftuch (saubere Molton-Windel) pressen oder mittels Sieb. Mit Zucker 1 -4 Stunden langsam köcheln, ich nehme immer 50 % Feinkristall und 50% Gelierzucker.  Vorsicht – kann überschäumen!!! Gelierprobe machen!  Wenn die Konsistenz passt, in heisse Gläser abfüllen und verschließen. Gelierprobe: man nimmt einen flachen Teller, spült ihn kalt ab und gibt dann mit einem Löffel den Löwenzahnhonig drauf. Lässt es ein bisschen stehen und nach kurzer Zeit überprüft man, ob der Honig vom Teller runterrinnt oder nicht.

Viel Spaß beim Nachmachen und schöne heiße Frühlingstage, der nächste Bericht ist von unserer ersten Heuernte. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof.

PS: Dieses Grundrezept verwende ich auch für die Herstellung von Frühlingskräuterhonigsorten oder meinen Fichtenwipfelhonig.

 

Erholung für die Seele

Meine Lieben, auch wenn eigentlich überhaupt keine Zeit dafür ist und die Putz- und Räumarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, gestern war herrlichstes Wetter und da muss man seiner Seele einfach was gönnen.

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Mir tut der Garten sooo gut und so stapfte ich nach dem nötigsten Arbeiten zu den Hochbeeten, betrachtete den wunderschön blühenden Obstgarten und empfand sofort eine kleine Auszeit für mich. Wem geht es auch so??

Ich gewinne durch das Graben in der Erde, das Einpflanzen und das Ernten eine innere Ruhe; erfreue mich an dem herrlichen Duft, wenn man die Kräuter jätet und berührt. Man ist dann ein bisschen weg von allem und tankt auf. Eine ehemalige Praktikantin sagte zu mir nach dem Sommer, Katharina – das ist Meditation für mich und lächelte.

Damit der Beitrag nicht zu philosophisch wird, hab ich auch einen Tipp für das Ansetzen von Salat. Ich setze den Salat immer nur beim abnehmenden Mond, bei aufnehmenden Mond schießen die Salatköpfe leichter aus und schauen dann aus wie Bäume;). Wenn Interesse besteht, schreibe ich gerne mal einen Beitrag, welche Pflanzen man nebeneinander setzen soll und welche nicht (Bsp. Schnittlauch und Petersilie).

Der Pflücksalat ist einfach ein Hit und ich pflanze im Frühling ganz viel davon zwischen den Kopfsalat. Man hat sehr lange davon und der Pflücksalat wächst immer nach. Eine herrliche Gabe der Natur. Bei uns wird jetzt in den Bauerngärten die Wachstums- und Schutzfolie von den Pflanzen gegeben, da der Frost vorbei ist und nun alle Pflanzen die volle Sonnenkraft zum Wachsen benötigen. Zu Muttertag hab ich meistens den ersten Salat und darauf freu ich mich immer besonders:

Viel Spaß beim Garteln wünscht euch Bäuerin  Katharina vom Zittrauerhof. http://www.gasteinurlaub.com