Not im Gasteinertal

Liebe Bauernhofgeschichten-Leser,

Vor gut einer Woche habe ich allen Stammgästen und Freunden aktuelle Informationen mit schönsten aktuellen Bildern von Gastein gesandt. Doch nach nur wenigen Tagen ist alles anders.

Die dramatischen Ereignisse der letzten Tage habend dazu geführt, dass nun eine bedrückende Stimmung über dem Gasteinertal liegt. Die Gedanken an diese sprunghafte Naturdynamik bringen einen zum Nachdenken und stimmen traurig.

Manche haben es wahrscheinlich in den Nachrichten gesehen und gehört oder in der Zeitung gelesen. Zwei Unwetterfronten trafen genau im Gasteinertal zusammen und brachten extremen Starkregen mit sich. Der Schnee der vorherigen Tage und Regen sorgten für Überschwemmungen, Murgänge, sogar Brücken und Straßen sind unter der Last weggebrochen.

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Ich zitiere Gerhard von gasteinertal.com

„Wenn man rundum auf die Berge und Hänge schaut, sieht man unglaublich viele Abrutschungen. Und in jeder Zeitung und Nachrichtensendung findet man verstörende Bilder und Filme. Hier auf den Strassen sieht man unzählige Einsatzkräfte, Helfer und auch Reporter, gestern waren auch mehrmals Helikopter auf Erkundungsflügen unterwegs.“

So schnell bricht etwas auf einem rein und ändert alles von einem Moment auf den anderen.

Wenn man etwas Gutes an der ganzen Katastrophe sehen will, ist es sicherlich, dass Gäste aus nah und fern, Freunde von der ganzen Welt schreiben und tröstende Worte finden und auch ihre Hilfe anbieten.

Und vor allem, dass ein Tal zusammenhält – so viele freiwillige Helfer, Gasthöfe die für die Helfer kostenfrei Essen und Unterkünfte bereit stellen.

„Beeindruckend menschlich in der heutigen Zeit, es ist viel kaputt und es gibt auch Verletzte, aber es wird wieder hergerichtet, repariert und die Wunden bei Mensch und Natur werden wieder heilen. Aber vergessen werden wir diesen Fingerzeig der Natur nicht.“,

schreibt Gerhard.

Auf jeden Fall ist es wieder mal an der Zeit, sich zu bedanken an alle, die diese Situation mittragen, unterstützen und mit positiven Gedanken von nah und fern unterstützen. Und es ist zu hoffen, dass es keine weiteren extremen Niederschläge gibt, die die Berge wieder ins Rutschen bringen.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Wer spenden möchte:

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Bild Toferer lois, Winter Wolfgang, Schellhorn.

Und los geht´s mit den ersten Keksen

Herrlich – dieses Wetter – klirrend kalt, blauer Himmel und Schnee auf den Bergspitzen Gasteins. In Sportgastein wurde heute sogar schon die Langlaufsaison eröffnet. Ich liebe auch diese Jahreszeit. Hier ein heutiger Blick von unserem Balkon: blick vom Balkon Herbst-Winterbild 2019

Da hat man doch – obwohl erst November ist – schon richtig Lust aufs Kekse backen. Eine meiner Lieblingsrezepte sind die Linzer Kipferl. Wichtig ist, dass man am Vortag schon die Butter und die Eier aus dem Kühlschrank gibt, dann lässt es sich viel leichter spritzen.

Doppelte Spritzkekse

ergibt ca. 30 Stk. – je nach Größe. Ich mach immer gleich die doppelte Menge

220 g weiche Butter, 80 g Staubzucker, 1 Vanillezucker, 1 Prise Salz, 1 großes Ei, 300 g Weizenmehl

Butter, Zucker, Salz mind. 15 Minuten schaumig rühren und danach das Ei einrühren, 3 Minuten auf höchster Stufe rühren und dann gesiebtes Weizenmehl unterheben.  In einem Spritzsack auf ein kaltes Backblech inkl. Backpapier raufspritzen (Bsp. rund oder längliche Stangerl) und kurz überbacken. Sprich bei 180 bis 190 Grad ca. 15 min backen. Auskühlen lassen und je nach Lust und Laune mit Scho

doppelte spritzkeks

koglasur verzieren oder mit Marmelade befüllen. Gutes Gelingen.

Von den letzten Keksen, die von gestern übrig geblieb

en sind, hab ich noch schnell ein Foto gemacht 🙂 Guten Appetit. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof in Gastein.

Marias Himbeertraum

Wenn mich meine Freundin Maria besucht, dann verwöhnt sie uns immer mit herrlichen Mehlspeisen, die super schmecken und idealerweise einfach und relativ schnell zubereitet werden .

Dieser Blechkuchen ist einer meiner Lieblinge und wirklich ein Hit. Viel Spaß beim Nachbacken und gutes Gelingen.

Teig für ein Backblech (mit Rahmen): 

  • 200 g Zucker
  • 5 Dotter, 5 Eiklar
  • 1/8 lt. Öl
  • 1/4 lt. Wasser
  • 200 g Weizenmehl
  • 1 Packung Backpulver
  • 2 Esslöffel Kakaopulver
  • etwas Rum

Rezept für die Himbeercreme:

  • 350-400 g Wasser
  • 50 g Zucker
  • 2 Pkg Vanillepuddingpulver
  • 500-600 g tiefgefrorene Himbeeren oder Schwarzbeeren

Rezept für die Creme obendrauf:

  • 200 g Topfen (Quark)
  • 500 g Schlagobers
  • 3 Packungen Sahnesteif (oder Quimic)
  • 1 Pkg Vanillezucker

Für den Belag:

  • 1-2 Pkg. Butterkekse

im vorgeheizten Backrohr bei 175 Grad ca. 30 min backen (Nadelprobe).

Z U B E R E I  T U N G :

TEIG:

Die Eier trennen und aus dem Eiklar einen steifen Schnee schlagen. Zucker und Eidotter schaumig rühren. Das Öl langsam unterrühren. Gesiebtes Mehl, Backpulver und restliche Zutaten in den Teig geben, zum Schluss den Eischnee unterheben und die Masse auf das Backblech gleichmässig verstreichen.

Den Kuchen im vorheizten Backofen bei 170 / 175 Grad ca. 30 Minuten backen lassen und überkühlen lassen. Dann dünn mit Marillenmarmelade bestreichen, bevor die Himbeercreme drauf kommt.

HIMBEERCREME:

Das Wasser mit dem Puddingpulver und Zucker gut verrühren und kurz aufkochen, bis die Masse eindickt, dann gleich vom Herd ziehen und die gefrorenen Himbeeren unter die heiße Masse geben. Die Himbeercreme auf den Kuchenboden streichen.

himbeerkuchen zittrauerhof

CREME:

Das Schlagobers mit dem Sahnesteif oder Quimic schlagen, wenn das Schlagobers „steht“, die restlichen Zutaten untermischen und vorsichtig auf die Himbeercreme geben.

Zum Schluss den Kuchen noch mit Butterkeksen belegenund einige Stunden ziehen lassen im Kühlschrank. Herrlich für warme Sommertage.  schmeckt auch super mit Heidelbeeren.

Gutes Gelingen und viel Spaß beim Nachmachen. Katharina vom Zittrauerhof

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Davon, wie man einen Bauernhof zu lieben lernt

Heute gibt es mal keine Geschichte aus dem Stall, auch keine aus der Küche oder dem Garten. Heute überlasse ich auch das Tippen anderen Händen!

Es war ein sonniger Frühling vor vier Jahren. Ich war mitten im Lehramtsstudium und musste mich für ein Praktikum entscheiden. Doch was sollte ich machen? Kaffee kochen in stickigen Büros? Kleidung sortieren in Läden mit furchtbar nerviger Musik? Oder den ganzen Tag irgendwo am Kopierer stehen? Nein, Danke!

Nach ein bisschen Recherche im Internet und ein paar E-Mails war mir klar: Ich gehe nach Österreich auf einen Bauernhof! Und so kam es, dass ich am 28. August 2015 in den Zug stieg, um sechs Wochen am Zittrauerhof zu verbringen. Nach neun Stunden Fahrt war es dann soweit, meine neue „Chefin“ Katharina holte mich am Bahnhof ab und brachte mich an mein Ziel – der Zittrauerhof in Bad Hofgastein.

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Und dann ging alles viel schneller als erwartet! Kaum war ich angekommen, war ich auch schon in das Leben und Arbeiten am Zittrauerhof eingebunden. Noch bevor ich meine Taschen aus dem Kofferraum räumen konnte, bekam ich schon die ersten Aufgaben: Blumen gießen, Schilder für den Kuhstall schreiben und die Tiere in den Kinderstall bringen. Und durchgehend war ich fasziniert von der Umgebung, dem Hof und der Bauernhofatmosphäre. Besser hätte der Start wohl kaum laufen können!

 

Über den Nachmittag und Abend verteilt lernte ich nach und nach alle Bewohner und Familienmitglieder des Hofes kennen. Mein Zimmer teilte ich mir (zumindest noch für eine Woche) mit einer anderen Praktikantin, die mich in der ersten Woche ein bisschen anlernte. Zum Glück, denn eigentlich hatte ich von Bauernhof gar keine Ahnung.

Ich lernte schnell, dass das Leben am Zittrauerhof sehr vielfältig ist. Neben den Stallarbeiten gab es ja auch noch zusätzlich Hofgäste zu betreuen und auch in das familiäre Leben wurde ich komplett eingebunden.

Meine Tage waren alle ähnlich und doch ganz verschieden. Der erste Weg führte mich morgens in die Küche, um den „Schweine-Eimer“ zu holen. Diesen nahm ich dann mit in den Kinderstall und fütterte damit die Schweine. Nachdem ich jedes Tier freudig begrüßt hatte und mir den ein oder anderen blauen Fleck beim Melken der Ziege Flecki eingefangen hatte, brachte ich das Kleinvieh auf die Weide. Danach kam eine meiner Lieblingsaufgaben: das Gästefrühstück. Noch heute liebe ich es, schöne Frühstücksteller anzurichten, denn auch das Auge isst mit.

 

Der Vormittag bestand meistens aus Arbeiten im Haus: tägliches Fegen der Treppe, Äpfel aufsammeln, Zimmer putzen, in der Küche Ordnung machen, getrocknete Kräuter wegräumen und besonders toll, die Herstellung verschiedener Hofprodukte. Mein kleines Büchlein mit Rezepten der österreichischen Küche, Marmeladenrezepten, Anleitung für verschiedene Sirups und die Herstellung von Joghurt und Topfen steht noch heute gut greifbar in meinem Regal. Katharina hat mir in den sechs Wochen einfach unglaublich viel Tipps und Tricks in der Küche beigebracht, wofür ich ihr nach wie vor sehr dankbar bin!

 

Um die Mittagszeit musste dann das Essen auf den Tisch. Und so wurde oft zusammen gekocht und jeden Mittag zusammen gegessen. Noch fix alles aufgeräumt und ich konnte in die Mittagspause starten. Am liebsten ging ich in den zwei Stunden zu den Kälbern, in den Garten oder fuhr ein wenig Rad. Manchmal machte ich aber auch einfach nur ein Nickerchen.

 

Die Nachmittage begannen mit dem Einholen der Tiere und gingen meist in eine Arbeit draußen über (Hof aufräumen, Fahrräder in Ordnung bringen, Blumen zupfen, Kräuter ernten…). Katharina hat einen wirklich tollen Garten und in jeder Ecke findet man Blumentöpfe und Blumenbeete. Häufig kümmerten wir uns gemeinsam darum, damit auch alles so schön blieb.

 

Nach einer leckeren Jause (meine liebste Mahlzeit am Bauernhof) wurde entweder noch ein bisschen draußen gearbeitet oder Hofprodukte fertiggemacht. Schließlich sollen Katharinas Leckereien nicht nur fabelhaft schmecken, sondern auch gut aussehen. Nebenbei wurde oft noch etwas gebacken, sodass man mit leckerem Gebäckduft ins Bett gefallen ist.

Neben dem Bauernhofalltag gab es natürlich auch besondere Ereignisse. So durfte ich schon kurz nach meiner Ankunft den Almabtrieb miterleben und auch die Apfelernte stellte ein besonderes Ereignis meines Praktikums dar.

 

Anfangs dachte ich, dass ich es niemals schaffe den Bauernhofalltag für sechs Wochen durchzuziehen, doch es kam ganz anders als gedacht. Viel zu schnell waren die sechs Wochen vorbei und beim Abschied kullerte doch die ein oder andere Träne.

Katharina, ihre Familie und der Bauernhof sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich erwische mich mindestens einmal in der Woche, wie ich beginne von meiner Zeit dort zu schwärmen und in Erinnerungen schwelge. Ich habe in der Zeit nicht einfach nur ein Praktikum gemacht, ich habe unglaublich viele Dinge gelernt, die mich noch heute begleiten. Außerdem habe ich nicht nur eine tolle „Chefin“ gefunden, sondern auch eine neue Freundin.

Seit meinem Praktikum habe ich den Zittrauerhof zwei Mal besucht. Aber immer nur für wenige Tage und das letzte Mal ist nun auch schon wieder zwei Jahre her.

 

Deswegen freue ich mich auch ganz besonders auf den diesjährigen Sommer, da ich endlich wieder an meinen geliebten Zittrauerhof zurückkehre und dort ein Woche Urlaub verbringen werde. Natürlich werde ich es mir nicht nehmen lassen, auch die ein oder andere Arbeit zu übernehmen.

Und wenn Katharinas Leser und „Follower“ Lust haben, nehme ich sie gerne in der Instagram-Story von @urlaubamzittrauerhof mit und zeige mal das Leben und den Urlaub am Zittrauerhof in Bad Hofgastein.

Viele Grüße
Annika

 

 

Zur Heu-Ernte den passenden Kuchen

 

 

 

Meine lieben Bauernhofgeschichten-Leser!

Heute ist auch in Gastein der Sommer eingezogen und fast jeder Bauer im Tal räumt seine Traktoren aus der Scheune und beginnt mit der ersten Heumahd oder Siloernte. Oben noch die Berge mit Schnee angezuckert, ist es herrlich, den Duft vom frischgemähten Gras zu vernehmen und man freut sich richtig, dass das Wetter sicher ist und die Ernte möglich ist.

panorama sommer marlies

Meist hungrig vom Arbeiten kommen dann alle nach getaner Arbeit in die Küche und neben einer gscheiten Brotzeit / Brettljause gibt es auch ´meistens einen Kuchen.

brettljause AnblickDa gerade der Rhabarber sich so prächtig im Garten zeigt, habe ich mich gleich zu Mamas Ölkuchenrezept aufgemacht und einen Ribisl-Rhabarberkuchen gemacht. Der Kuchen ist einfach zu machen, schmeckt gut und hält ein paar Tage. Er eignet sich auch gut zum Einfrieren.

 Rhabarber-Ribislkuchen von Mama

> 5 große Eier

> 200 g Zucker

> 500 g Weizenmehl

> 1/8 lt. Raps oder Sonnenblumenöl

> 1/8 lt. Milch

> 1 Pkg. Backpulver

> 200 g Ribisl (man kann auch gut eingefrorene nehmen)

> 200 g Rhabarber (frisch vom Garten, in kleine Stücke geschnitten, mit der Schale)

Zubereitung:

Man trennt die Eier und schlägt das Eiklar zu einem festen Schnee. Danach gibt man in einer Schüssel die Dotter und den Zucker hinein, bis es sehr schaumig gerührt ist, danach abwechselnd das Öl, Weizenmehl, Backpulver, Milch dazu und langsam alles miteinander kurz verrühren. Am Schluss den steif geschlagenen Schnee unterheben. Den Teig auf ein Backblech streichen und abschliessend mit den Früchten bestreuen und verteilen. Bei mittlerer Hitze (180 Grad) ca. 25 – 30 Minuten backen lassen. Gutes Gelingen !!!

rhabarberkuchen

Alles liebe vom Zittrauerhof im schönen Gasteinertal.  Katharina Schwaiger

Einzug in den neuen Kuhstall

Nach vielen harten Monaten ist er nun fertig – unser neuer Kuhstall für die Milchkühe – mit viel Bewegungsfreiheit, Luft und Licht und für uns bedeutet das ein erleichtertes Arbeiten.

Da uns einige Gäste angeschrieben haben, ob wir Bilder vom neuen Stall schicken können, möchten wir die heutige  Bauernhofgeschichte diesem Thema widmen.

Nach anfänglichen Umstellungsschwierigkeiten haben sich die Kühe (und auch wir) an den neuen Stallrhythmus und Arbeitsumfeld ganz gut gewöhnt.

Im neuen Stall können sich die Kühe frei bewegen und sich das Fressen beim Futtertisch holen, wann immer sie wollen. 20190312_180132 (1).jpgZum Trinken stehen ihnen drei beheizte Tränkbecken zur Verfügung, die wir wöchentlich mindestens zweimal reinigen. Auch frische Luft und Licht darf im Stall nicht fehlen. Der Lichtfirst, die vielen seitlichen Fenster bieten dafür die perfekte Möglichkeit, gleichzeitig den Stall mit Licht zu fluten und mit Fenstern zu lüften.

Dadurch ist es im neuen Stall eher kühl, aber genau so lieben es unsere Kühe. Ist es wärmer als 10 Grad, öffnen sich die Fenster im Liegebereich und die Tiere bekommen zusätzlich frische Luft. Damit die Tiere sich nachts auch orientieren können, schaltet sich ab einer speziellen Finsternis die Notbeleuchtung ein.

Zum Entspannen und Schlafen stehen den Milchkühen Tiefstreubuchten aus Stroh und Kalk zur Verfügung. Darin liegen sie weich und haben genügend Platz, zudem verhindern beweglichen Stangen Verletzungen beim Aufstehen und Anstossen.

Damit die Kühe am Spaltenboden nicht ausrutschen, haben wir im gesamten Bereich Gummimatten ausgelegt und fixiert.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ein Teil davon wird zweimal täglich händisch gereinigt, ein Großteil mit dem Schrapper (Mistschieber) vor den Melkzeiten. Auch ein großer Vorteil ist: Rindert eine Kuh (wird sie „stierig“), dann kann man das viel besser beobachten und reagieren als im Anbindestall. Den Stier haben wir in einer Einzelbox und somit ist eine Besamung auch leichter als früher.

Was hat sich für uns verändert?

  • Wir brauchen die Tiere beim Weidegang nicht mehr täglich auf ihren richtigen Platz einweisen und anhängen.
  • Das wöchentliche Bürsten der Kühe ist nicht mehr nötig,  die meisten gehen schon freiwillig zur automatischen Kuhbürste.
  • das Melken ist viel einfacher, schneller und die Verletzungsgefahr für uns gemindert worden. Oft sind sie anfangs kitzlig bei den Zitzen oder schlagen aus,  durch die neue Anlage von Boumatic, Firma Andreas Ernst, ist die Gefahr, dass die Kuh uns mit dem Fuss erwischt, viel geringer geworden.
  • und durch den Mischwagen und dem Futterschieber – kreiert von Georg Rieser – ist die Fütterung auch müheloser geworden.

Den ältesten Kühe fällt die Umstellung noch schwer. Manchmal hab ich das Gefühl, dass besonders Karina sich den alten Stall zurückwünscht. Aber sie hat sich zumindest schon ihren fixen Schlafplatz reserviert, auch wenn sie jetzt nicht mehr die Chefin ist.  Für Gruppenschwache ist ein Laufstall schwieriger, da sich sehr schnell herauskristallisiert, wer die Chefposition übernommen und wer sich unterzuordnen hat. Erkrankte Tiere geben wir bis zur Genesung in den alten Stall oder in die Einzelbox neben dem Stier, sodass sie mehr Ruhe haben und im Laufstall nicht „benachteiligt“ sind.

P1040843.jpgDurch den neuen Laufstall haben wir jetzt in unserem „alten“ Stall mehr Platz für die trockengestellten Kühe, die Kalbinnen, sowie die Kälber. Man braucht sie nicht mehr in Iglus oder in die Hundebox ausstiften, wenn sie auf die Welt kommen. Einen Bereich haben wir zur Geburtsbox mit Kamera eingerichtet,  wir brauchen nun in der Nacht nicht mehr so oft in den Stall zur direkten Beobachtung.

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Geplant wurde der Stall von meinem Mann Matthias in Einbindung mit der Firma Stockinger. Wir freuen uns, dass der Stallbau im Jänner endlich abgeschlossen wurde und hoffen, dass nun die Arbeit, die Lebensqualität dauerhaft erleichtert wurde und die Kühe von dieser Umstellung weiterhin profitieren.

Liebe Grüße vom Zittrauerhof
Katharina Schwaiger mit Familie http://www.gasteinurlaub.com

Die Freizeit einer Bäuerin…

Das klingt grade erstmal nach einem schlechten Film im Sommerloch. Doch ich bekomme tatsächlich öfter die Frage gestellt, ob ich Freizeit habe und was ich dann mache?

Ja, ich habe Freizeit!

Egal ob Verkäufer oder Verkäuferin, Tischler oder Tischlerin, Lehrer oder Lehrerin, Bauer oder Bäuerin, Hoteliersfrau oder Bürgermeister, jeder Mensch braucht kleine Auszeiten für sich. Jeder Mensch braucht Freizeit. Jeder Mensch sollte nicht nur für die Arbeit leben. Und genau das ist auch wichtig,  um sich des Lebens zu erfreuen, gestärkt für die täglichen Herausforderungen zu sein und abschalten zu können.

Jeder Mensch ist anders und das ist auch gut so. Deshalb ist auch die Vielfalt der Freizeitaktivitäten und Hobbys unendlich groß. Ich persönlich brauche täglich meine 30 Minuten ganz für mich alleine auf dem Balkon. Und diese Zeit gehört mir ganz allein und kein Mensch, keine Arbeit oder Handy kann mich davon abbringen.

Katharina braucht nur 30 Minuten am Tag als Freizeit?

Das ist doch lächerlich, mögen vielleicht einige denken, das ist doch nichts. Für mich sehr wohl. Ich brauche nicht weit zu schauen und kenne viele Bäuerinnen und Freundinnen, die den ganzen Tag keine Zeit für sich alleine haben. Nicht mal diese halbe Stunde – ohne gestört oder von jemanden gebraucht zu werden. Ich wertschätze diese Zeit und genieße sie vollkommen.

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Neben meinen 30 Minuten um die Mittagszeit gehe ich auch einmal wöchentlich in die Turnstunde. Als Bäuerin hat man zwar schon einiges an Bewegung, doch ist es eine andere Art von Sport und eine kleine Auszeit vom Alltag. Schon solche Kleinigkeiten helfen, den Alltag ein bisschen leichter zu nehmen und sich selbst zu lieben und zu schätzen. Und noch dazu bringen sie Spaß und ein Lachen ins Gesicht! Einmal wöchentlich hab ich „stallfrei“ und kann diese Zeit für mich oder andere Arbeiten nutzen.

Für mich ist es nicht nur Erholung und Entspannung, wenn ich Zeit für mich alleine habe oder mit meiner Familie verbringe. Besonders jetzt im Frühling bereitet es mir auch große Freude, mit den Tieren zu arbeiten. Es ist herzallerliebst, wenn wir die Kälbchen bei herrlichem Wetter an die frische Luft bringen und am Spielplatz laufen lassen. Die Unbeschwertheit beim Herumspringen ist eine Wonne beim Zusehen und Balsam für die Seele.

Und wie fast jeder weiß, liebe ich meinen Garten! Hier im Gasteinertal ist die Natur immer ein Teil des Freizeitprogramms und jede freie Minute suche ich mir Arbeit im Außenbereich. Für mich gibt es nichts Schöneres, als an der frischen Luft zu arbeiten. Für mich ist der Garten und die Verarbeitung der Produkte keine Arbeit, sondern ein Hobby, mit viel Freude besetzt.

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Ich wünsche jedem kleine Auszeiten, die das Herz erfreuen und das Leben lebenswert machen. Eure Bäuerin Katharina, vom Zittrauerhof

 

Katharina´s Lieblingskuchen

Meine Familie mag sehr gerne Blechkuchen, bei uns nennt man sie auch Mehlspeisen. Fast jeden 2. Tag gibt es einen Guglhupf, Roulade, Kuchen oder Torte. Alle Rezepte müssen bei mir einfach, schnell und gut sein. Zu Festtagen oder für einen Sonntag mach ich besonders gerne die Kürbiskerntorte, die sehr lecker und saftig ist. Man benötigt dazu viele Eier und Kürbiskerne, sonst ist es keine Hexerei. Das war die Lieblingstorte von Katharina, unserer diesjährigen Sommerpraktikantin 🙂

Rezept Kürbiskerntorte:

8 frische Eier, 120 g Zucker, 80 g Brösel, 200 g geröstete und gehackte Kürbiskerne, 1 Packung Vanillezucker, (wenn gewünscht 2 Esslöffel Rum). 1 Packung Schlagobers (Sahne) und Ribislmarmelade zum Befüllen, Schokoglasur.

Eier trennen, Eiklar schlagen, in separater Schüssel Dotter mit Zucker flaumig rühren, Brösel, Vanillezucker, Kürbiskerne dazu, zum Schluss das Eiklar mit einer Teigkarte unterheben und den Teig in eine befettete, mit Kokosflocken oder Brösel ausgelegte Tortenform einfüllen, dann bei vorgeheiztem Rohr (180 Grad) ca. 40 min backen.

Auskühlen lassen, mit einem Tortenmesser zweimal auseinanderschneiden. auf jede Lage zuerst eine gute Ribislmarmelade (Johannisbeer) aufstreichen und eine Schicht geschlagenes Obers, dann wieder einen Schichte Torte drauf, wieder Ribislmarmelade und Schlagobers. Ganz oben geb ich dann nur mehr eine Schicht feine Ribislmarmelade drauf und einen dünnen Schokoguss. Kalt stellen, ziehen lassen, fertig. Wenn man keine Kürbiskerne mag, schmeckt es auch sehr gut mit grob geriebenen Nüssen, Krokant.

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Da gestern der Tag des Apfels war, gibt es auch gleich ein einfaches Mürbteigrezept von einem Apfelstreusel-Kuchen, am besten schmeckt er ab dem 2. Tag, sofern dann noch was da ist, da wird er schön mürbe und saftiger. Auch einfach und schnell gemacht.

Einfacher Apfelkuchen mit Streusel (Menge ist für ein Blech gerechnet, bei Tortenform einfach die Hälfte nehmen).

für obendrauf: 1,5 -2 kg Äpfel reiben (nicht zu fein), dann in einem Gefäß kurz erwärmen, Zimt, Zucker, Zitronenzeste oder Zitronensaft, ein Schuss Wasser dazu und kurz blanchieren, kühl stellen.

Mürbteig: 500 g Butter, 4 Eier, 200 g Zucker, 1000 g Mehl, 2 Packungen Backpulver.

Aus den Zutaten einen Mürbteig zubereiten, ich gebe in die Küchenmaschine mit Knethaken einfach alle Zutaten rein, schalte nur auf geringe Geschwindigkeit ein und es wird ein feiner Teig, der sich gut von der Schüssel löst. Anschließend gut die Hälfte des Teiges mit einem Teigroller auf das Blech streichen und den Rest gleich in die Gefriertruhe (für die Streusel). Beim Ausrollen des Teiges nehm ich immer eine Backfolie unter und ober dem Teig, dann bleibt der Teig nie auf dem Teigroller kleben und es geht ganz schnell. Auf den Teig gibt man dann die ausgekühlte Apfelmasse und verteilt sie auf das ganze Blech. Den Rest des Mürbteiges in der Hand zerbröseln und auf den Teig als Streusel geben. Bei 170 Grad ca. 40-50 min backen.

Alles liebe und gutes Gelingen. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal. Nächstes Mal gibt es wieder Tipps rund um den Bauernhof abseits der Küche 🙂

… Gedanken …

Der Tag Allerheiligen und Allerseelen ist einerseits ein willkommener Feiertag, aber auch für viele mit intensiven Gedanken an die Verstorbenen verbunden. Traurigkeit macht sich oft breit und mit Wehmut denkt man die gemeinsamen Erlebnisse und vermisst diese Menschen umso mehr. Mir ist es jahrelang so gegangen, dass ich einfach nur froh war, wenn dieser Tag vorüberging und man ihm vom Kalender streichen konnte.

Unsere Tiere schaffen es immer wieder, dass sie gerade diese „schwierigen“ Tage erhellen und so konnte sich heute, als sich alle am Friedhof versammelten, unsere Kuh Bella entschließen, ein schönes Kalb auf die Welt zu bringen.

Mein Mann war bei der Geburt dabei und die Freude besonders groß, weil – weiblich –  und unsere Tochter gab ihr gleich den Namen „Bleami“ (Blume).  Mit solchen Ereignissen erhellt man diese trüben Tage und sieht, dass das Leben auch täglich schöne Dinge schenkt und jeder sie dringend zum Leben braucht.

Bella hat ihr zweites Kalb geboren und sie ist eine sehr fürsorgliche Mama. Wir lassen die Kälbchen, wenn die Mutter sie trinken lässt, meist 1-2 Tage in der Geburtsbox und geben sie erst dann zum Melkstand bzw. in den Kälbchen-Stall. Nach der Geburt bekommt die Kuh gleich viel warmes Wasser mit Cola gemischt, es enthält viel Zucker und hilft der Kuh, dass sie schneller auf die Beine kommt. Wir geben ihr soviel Wasser, wie sie will, immer lauwarm, nie kalt. Sie bekommt auch gleich Arnica Globoli verabreicht, auch das Kalb. Das Kälbchen wird ausschließlich anfangs mit der Biestmilch (Kolostralmilch) der Mama genährt, 2  x täglich jeweils zwei Liter. Die Kolostralmilch ist dickflüssig, gelblich. Von den ältesten Kühen behalten wir uns die Milch der ersten Melkzeit immer auf und frieren sie ein. Hat eine Kuh keine Milch bei der Geburt oder ist sie krank, kann man immer auf die wertvolle Biestmilch vom eigenen Stall zurückgreifen.

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Auch ist es sehr gesund, die Biestmilch zur Stärkung selbst zu trinken. Ich friere sie mir in Eisbeutel ein und mische mir jeden Tag ein kleines Würferl in das Joghurt am Morgen. Das stärkt auf ganz biologische Weise. Für die Spitzensportler wird die Kolostralmilch in Tablettenform produziert, hat mir eine Vorarlberger Praktikantin erzählt.

So geht ein besinnlicher, nachdenklicher Tag mit einem erfreulichen Ereignis zu Ende. Bis bald bei der nächsten Bauernhofgeschichte. Katharina Schwaiger, Bäuerin vom Zittrauerhof.

 

Ein TAG mit Katharina beginnt …

Meinem Bauernhofblog möchte ich in Hinkunft nicht nur zum Weitergeben von guten Rezepten widmen, sondern auch die LeserInnen an der täglichen Arbeit am Hof teilhaben lassen. Tipps geben, wie man Kräuter trocknet, wie man Marmelade einkocht. Heute abend beschreibe ich, welche Möglichkeiten es gibt, einen Balkon oder Eingang beim Haus winterlich zu schmücken.

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Bei uns werden im Spätherbst die Latschen von der Alm geholt, eine mühsame Arbeit, mein Schwager Sepp fährt mit allen Kindern schon in der Früh rauf, dann werden die Latschen in unserem Almgebiet mit der Zange gezwickt, in Büschel gebunden und runtergezogen zur Hütte. Der Jeep wird beladen, meist mittags kommen dann alle von der Alm retour. Die Winterdekoration für unsere Häuser und unserer Familie ist gesichert. Auch nehmen wir sie gerne zum Dekorieren der Gräber her.

Als ich zum Hof kam, wurde ich von meiner Schwiegermutter Rosmarie eingeweiht, wie man richtig die Latschen in die Blumentrögerl reinsteckt, sodass sie auch den ganzen Winter halten und frisch aussehen.

Am besten ist es, man lässt die Blumentröge mit der Erde gleich am Balkon. Ich schneide immer nur die Balkonblumen vom Sommer, den Stamm, ab und lasse die feste Erde im Balkontrögerl. Dann gieße ich sie fest ein mit Wasser, sodass die Erde wieder ein bisschen weicher wird und man die Latschen leichter stecken kann.

Die grossen Latschenpackerl werden aufgemacht und die Latschen schräg eingeschnitten, damit man sie leichter stecken kann, wenn möglich, alle in ca. gleicher Länge. Dann trägt man sie in einer Schachtel rauf auf den Balkon und beginnt zu stecken. Am schönsten werden sie, wenn man „Reihen“ steckt. Sprich pro Trögerl beginnt man mit dem Stecken der ersten Reihe ganz vorne, dann die zweite, wir machen pro Trägerl vier Reihen. Also, zuerst eingießen, dann stecken, dann nochmals eingießen. Man muss die Latschen schon relativ weit runterstecken, damit sie der Wind im Winter eines Tages nicht mitnimmt und „rauszieht“.

Ist ein schöner Herbst, ist es sinnvoll, sie wie Blumen alle paar Tage einzugießen, dass sie frisch bleiben. Kurz bevor es richtig kalt und frostig wird, gieße ich sie nochmals fest ein, damit die Erde dann gefroren wird und die Latschen fixiert sind. Beginnt die Weihnachtszeit, kommen dann noch Schlaufen und Kugeln drauf. Ich finde, die Latschen sind, auch wenn sie einiges an Zeit brauchen, ein schöner Hingucker, gerade bei alten Bauernhäusern und ich habe große Freude an dieser Arbeit.

Wie gefällt euch dieser Blumenschmuck ? Zwei Packerl Latschen haben wir noch, wenn jemand Lust auf die Dekoration bekommen hat, bitte baldmöglichst melden.

Gutes Gelingen beim Dekorieren wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal.