Stinkt die Kuh ?

Seit ein paar Tagen kursiert ein Facebook Bericht von einem Landwirt-Ehepaar, die darüber berichten, wie ihr Kind im Kindergarten verspottet wurde. Das Kind sei ein „Bauernkind“  und „stinke“ nach Kühen.

Der Bericht hat mich persönlich sehr getroffen und lange beschäftigt. Er zeigt, dass noch sehr viel Aufklärungsarbeit über das Leben als Bauer geleistet werden muss.

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Ich wurde an meine frühere Schulzeit erinnert – die ja auch noch nicht Ewigkeiten her ist: Wir waren nur ein paar Bauernkinder in der Klasse. Und wahrscheinlich genau deswegen wurden wir gehänselt. Wären mehr Bauernkinder in der Klasse gewesen, wäre es wahrscheinlich anders gewesen, da unser Leben dann als selbstverständlicher angesehen worden wäre.

Kommt ihr frisch aus dem Stall? Hast du dich denn überhaupt gewaschen?

Solche und andere Boshaftigkeiten bekamen wir den Schulvormittag über an den Kopf geworfen. Ich selbst konnte das Verhalten meiner Mitschüler nie verstehen. Warum dachten sie so über den Bauernstand? Hatten sie überhaupt Ahnung von unserem Leben? Ja, ich war oft bei den Tieren! Aber danach habe ich mich gewaschen und die Kleidung gewechselt! Ganz normal eben. So wie man es im alltäglichen Hofleben eben macht.
Zuerst habe ich mich gar nicht getraut, zuhause davon zu erzählen. Ich wusste nicht, wie die Reaktion darauf wäre. Was passieren würde. Und ob ich danach nicht nur noch mehr gehänselt werden würde.

Doch irgendwann erzählte ich es doch. Wir hatten das Glück, dass mein Onkel in die Schulklasse kam und die ganze Situation klärte. Und auch unsere Lehrerin nahm sich des Problems an.
Danach hatten wir unsere Ruhe und das Blatt wendete sich: Die Schulkameraden wurden auf den Hof eingeladen und sie stellten fest, dass wir doch ein tolles Leben führen. Der Hof hat eine wunderschöne Aussicht, unzählige Spielmöglichkeiten waren rundherum und um die zahlreichen Tiere wurden wir beneidet.

Ich finde, es gibt nichts Schöneres, als einen Bauernhof zu haben, auch wenn man auf vieles verzichten und wie jeder andere Selbstständige täglich sein Brot hart verdienen muss. Aber allein der Zugang zu den Tieren ist etwas Wunderbares, das Rauslaufen können und die Verbundenheit mit der Natur – einfach unersetzbar.

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Viele Kinder kommen auch ganz „anders“ wieder zurück, wenn sie bei den Katzen, Hasen, Schweinen oder Kälbern waren, sie sind ausgeglichener, erleben Freude und haben tierisch gute Freunde gefunden, denen man nicht viel erklären und erzählen muss. Sie verstehen einem eben und „saugen“ Probleme auf. Unsere Gäste nehmen meistens ein eigenes Stallgewand für die Kinder mit und sind glücklich darüber, dass die Kinder bei den Tieren so eine Freude haben und dabei ist der Stallgeruch komplett nebensächlich.

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Hier  Maurachgut bin ich aufgewachsen – mein persönliches Paradies

Zu uns sagten viele Gäste: „Kinder ihr wohnt im Paradies“ – ich hab mich darüber oft ein wenig lustig gemacht, als Kind habe ich das nicht so gesehen. Wir sind zwar mit dem Schlitten und den Skiern in den Ort gefahren, aber es war eben immer ein Stück zu gehen, bis wir zur Schule kamen oder uns mit Freunden treffen konnten. Wenn man älter ist, möchte man diese Zeit überhaupt nicht missen, erinnert sich gerne an die Abenteuer beim Runterfahren, die lustigen Geschichten, die erzählt wurden.

Derzeit nehme ich einen Trend war, dass die Bauernkinder wieder stolz darauf sind, in einem bäuerlichen Betrieb aufzuwachsen und das ist gut so. Sie kennen die Eigenarten der alpinen Landwirtschaft, können sich mit der umliegenden Natur identifizieren und wissen das Leben außerhalb des Medienkonsums zu schätzen. Und grade dieses ursprüngliche Erleben weckt die Sehnsucht der Leute, sich für das Hofleben zu öffnen und dessen ganze Facetten selbst erleben zu wollen.

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Und damit ist ein Grundstein für uns Landwirte gelegt, an dem wir ansetzen können. Es ist ein Teil unseres Hofalltags am Zittrauerhof, den Gästen unsere Werte, Traditionen und einfache Lebensweisen näher zu vermitteln und so ein neues Bild des bäuerlichen Lebens in der Gesellschaft zu verankern.

Wer Interesse hat, den Bericht des Landwirt-Ehepaars zu lesen, gerne – hier ist der Link.

Alles Liebe aus dem  Gasteinertal,
Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof
www.gasteinurlaub.com

 

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Der Duft der Vorweihnachtszeit

In der Weihnachtszeit ist das Räuchern in aller Munde. Es werden mittlerweile  sogar sehr viele Räucherseminare angeboten und für einige ist dies auch ein interessanter und ertragreicher Geschäftszweig geworden ….

Bei uns am Bauernhof wird auch geräuchert, nicht nur in den Rauhnächten in der Weihnachtszeit. So kann es schon mal sein, wenn der Briefträger Markus kommt oder Gäste anreisen, dass eine kleine Rauchwolke und besondere Düfte im Zittrauerhof zu vernehmen sind und geschmunzelt wird. Die Kräuterhexe Katharina ist unterwegs…. Die Gäste nehmen es meist sehr angenehm auf und freuen sich über diese besonderen Düfte.

Ich liebe während des Jahres den Duft von Rosenweihrauch oder Mischungen vom heimischen Wald Tanne, Wacholder, Latschen oder anderen Hölzern. Oder in der Adventzeit sogar Pfefferkörner, Vanilleschote oder getrockneten Orangenschalen als besondere Duftnote. Wenn jemand krank ist oder Gäste bereits krank anreisen oder eine Grippewelle in Anmarsch ist, mache ich eine wöchentliche, reinigende Räucherung mit Wacholder und Salbei, räuchere auch die Ecken des Zimmers, lasse den Räucherduft dann bei geschlossenem Fenster einige Zeit „ziehen“ und im Anschluss werden die Fenster und Türen komplett geöffnet und die „schlechte Energie“ zieht (hoffentlich) hinaus.

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Bei einem Räucherseminar von Naturgeladen in Bad Hofgastein kann man sehr gute und hochwertige Kräutermischungen beziehen, die man selbst nicht vorrätig hat.

Zur Weihnachtszeit gehört auch das Kekse backen – eine meiner Lieblingsrezepte hier in meinen Bauernhofgeschichten – für jene, die noch Lust auf eine neue Keksart haben.

Die Nutella-Kekserl – gutes Gelingen und einen schönen 3. Adventsonntag-Abend.

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bei 170 – 180 Grad ca. 15-20 min backen.
Katharina Schwaiger vom Zittrauerhof

 

Der Adventkranz ..

Schöner kann der Advent wettermässig wohl nicht beginnen. Im Gasteinertal ist es traumhaft winterlich, die Sonne scheint, klirrende Kälte, die ersten Skibegeisterten tummeln sich schon auf der Piste und die ersten Adventmärkte haben auch schon ihre Pforten geöffnet.

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Willkommen im Advent !

Was wird auf den Bauernhöfen traditionell in dieser Zeit gemacht ? Der Balkon und Hauseingang wird geschmückt, meist wird noch ein eigener Adventkranz gefertigt, die ersten Plätzchen / Kekse für die Adventzeit gemacht.  Üblich ist es auch, dass am Samstag abend oder Sonntag mit den Kindern rund um den Adventkranz gebetet und gesungen wird und man das eine oder andere Kartenspiel macht. Früher – als Kind – haben wir immer mit meinen Eltern Rosenkranz gebetet und es gab erst kurz vor Weihnachten die Kekse. Ich finde, gerade in der jetzigen Zeit muss man sich diese besonderen, gemeinsamen Momente oft „stehlen“, doch genau diese besonderen Tätigkeiten im Advent machen für mich die Weihnachtszeit aus. Dass man Zeit füreinander findet, die Traditionen bewahrt und die Geschenke wieder in den Hintergrund geraten.

Wie macht man den Adventkranz ?  Wer einen Adventkranz selber machen möchte, hier ein paar kurze Anleitungen, so wie ich es von meiner Mama und Oma gelernt habe. Man braucht einen guten Draht, einen Rohling, schöne Tannenzweige, Wacholder, Efeu, Schwarzbeer-Stauden – was einem gefällt. Zuerst schneidet man sich die Zweige (Ästchen wenn möglich immer wie abgebildet schneiden), dann fixiert man den Draht am Adventkranz und beginnt ein „Sträußchen“ Tannenzweige ganz links zu binden, umwickelt es mit dem Draht, dann ein weiteres Sträußchen weiter rechts usw., bis man die Reihe fertig hat. Danach fängt man wieder links an. Der Schluss ist ein bisschen schwieriger – man versucht, die Zweige so in die bestehenden reinzustecken, damit man nicht den Anfang und das Ende des Bindens sieht. Hat man den Kranz fertig, kann man ihn noch schön mit einer Efeuranke umranden. Sehr schön sind die Adventkränze, wenn sie zwischendurch mit Wacholderstauden oder Schwarzbeerstauden gebunden werden. Auch für Gestecke sehr gut geeignet. Ist der Kranz fertig, nimmt man Untersetzer für die Kerzen, fixiert sie mit einem dicken Draht und dekoriert den Adventkranz mit Naturmaterialien oder Kugeln, was einem selbst am besten gefällt.  Ich glaub, das wär mal einen Kurs wert für alle Interessierten und ein nettes Beisammensein noch dazu.

 

Bei den nächsten Bauernhof-Geschichten wird es dann ein paar gute Rezepte für die Weihnachtszeit geben, sofern nicht alle schon vor mir mit dem Backen fertig sind. 🙂

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Einen schönen Adventbeginn und jeden Tag ein bisschen Ruhe für sich selber – das wünscht euch von Herzen, Katharina Schwaiger vom Zittrauerhof

Winter ist Germknödel-Zeit

Die winterliche Landschaft, die frische kühle Luft verleiten mich, heute ein tolles, einfaches Germknödel-Rezept zu teilen. Es eignet sich auch super zum Einfrieren: Einfach die aufgegangenen Germknödel-Rohlinge auf ein Teller geben, schockgefrieren und dann in ein gut verschlossenes Gefäß in der Gefriertruhe aufbewahren.

Dieses Rezept ist auch ohne Thermomix und Dampfgarer ein Hit und himmlisch gut !

Zutaten:

100 g Milch, 10 g Zucker, 20 g Hefe (Germ), 270 g Weizenmehl, 1 ganzes Ei, 130 g Butter, 1/2 Teelöffel Salz, 40 g Marmelade oder nach Gefühl, 500 g Wasser zum Kochen der Knödel.

40 g Mohn, 30 g Zucker

Mohn und Zucker mixen und auf die Seite stellen.

Germteig vorbereiten: am besten gelingt er, wenn alle Zutaten die gleiche Temperatur haben, sprich einfach alle Zutaten schon in der Früh aus dem Kühlschrank rausgeben. Milch, 10 g Zucker und Germ in Topf geben und leicht erwärmen. Mehl, Ei, 30 g Butter, Salz hinzugeben und danach das Milch-Zucker-Germgemisch reingeben, zu Teig verarbeiten und ein bisschen gehen lassen.

Den Teig in vier Stücke teilen (ich mache meist 6 kleine Germknödel draus), flach drücken und genau in der Mitte eine gute Marmelade (unsere mögen am liebsten Heidelbeermarmelade oder Powidl) reingeben und Knödel draus formen (schauen, dass die Marmelade schön ind er Mitte bleibt, keine zu flüssige verwenden!). Germknödel formen und an einem warmen Ort 30 min gehen lassen. Man kann auch die doppelte Masse machen und dann nach der Gehzeit die Hälfte einfrieren – klappt super !

In einem breiten Topf halbvoll Wasser einfüllen und dann eine Windel oder ein Geschirrtuch nehmen und oben beim Topfrand das Tuch mit einem starken Gummiringerl oder Schnur fixieren. Das Wasser zum Kochen bringen und die Germknödel auf das Geschirrtuch drauf geben, danach mit hohen Deckel zumachen. Diese einfache Arbeitsweise hab ich von einer guten Freundin, klappt echt super.

Parallel dazu gibt man eine gute Bauernbutter in einem Topf, lässt die Butter zergehen und richtet das Mohn-Zuckergemisch in einem Schüsselchen her. Nach ca. 10 Minuten sind die Germknödel fertig ! Mahlzeit !!!

Bei den nächsten Bauernhofgeschichten wird wohl ein Weihnachtsgebäck-Rezept mit dabei sein. 🙂

Einen schönen Sonntag Abend wünscht Katharina vom Zittrauerhof

 

Das Kleid des Winters

So schnell wie das Jahr 2017 kam, so schnell neigt es sich schon wieder dem Ende. Der vorletzte Monat des Jahres ist angebrochen und der Zittrauerhof legt seinen Wintermantel an!

Im Sommer ist der Bauernhof in ein farbenfrohes Kleid aus Blumen gekleidet. An jeder Ecke steht ein Blumentöpfchen und der Garten strahlt in voller Pracht. Doch im Herbst ändert sich das ganz schnell, sobald alles geerntet und die Sommerblumen verblüht sind.

Aber der Hof verfällt über die Wintermonate keineswegs in ein tristes Bild!
Bei uns im Gasteinertal ist es Tradition, dass die Häuser und Eingangsbereiche winterlich geschmückt werden. Dafür braucht man sehr viele Latschenzweige, welche per Hand auf der Alm gepflückt und geschnitten werden. Da es sich um eine recht aufwendige Arbeit handelt, braucht man fast den ganzen Tag und mehrere Personen dazu.

Sind die Latschen dann im Tal angekommen, geht das große Dekorieren los und der Hof erstrahlt in winterlichem Glanz! Und passend zum Winterkostüm des Zittrauerhofes hat Frau Holle ihre Betten geschüttelt und das Gasteinertal in ein weißes Kleid gehüllt. Man könnte fast meinen, der Winter ist da und Weihnachten stehe vor der Tür.

2017-11-07-PHOTO-00001239.jpgAber so schnell wie die letzten Monate verflogen sind, werden auch die Wochen bis dahin ganz schnell vergangen sein! Eine schöne Zeit vom Zittrauerhof, Katharina Schwaiger.

Willkommen auf dieser Welt ….

Das ganze Jahr über gibt es bei uns am Zittrauerhof immer wieder Geburten, doch gerade im Herbst und Frühling ist besonders viel los in unseren Ställen.

 

Rund 35-39 Kalbinnen und Kühe am Hof bekommen bei uns pro Jahr ein Kalb. Und gerade im Spätherbst heißt es regelmäßig: Das Kalb kommt vielleicht heute nacht und man teilt sich das „Auf-Passen“ ein. Kühe suchen sich für die Geburt meist eine ruhigere Zeit aus, bei uns sehr häufig zu Mittag oder eben in der Nacht.

Sind sie noch auf der Weide, dann ziehen sie sich von der Herde zurück, um ein bisschen abgeschieden zu sein.  Mein Mann weiß die Zeichen einer bevorstehenden Geburt sehr gut zu deuten, zum Beispiel schaut er nach der Temperatur, ob der Schwanz schon „weich“ wird, wie der Schleim sich zeigt oder ob die „Flachse schon eingebrochen ist“, allerdings ist wie bei Menschen der Geburtstermin nicht genau vorhersehbar und man geht oft alle zwei Stunden zur Kontrolle rauf in den Stall, besonders nachts. kalbgeburt Ossenkamp.JPG

So wie Matthias die Zeichen zu deuten weiß, hat er sich über die Jahre am Hof hinweg auch angelernt, welche Griffe er während der Geburt ausführen muss und was es zu beachten gibt. Gibt es extreme schwere Geburten, wird der Tierarzt geholt, meist ist Matthias – wie auf fast allen anderen Bauernhöfen auch – der Bauer selbst jedoch der Geburtshelfer 🙂

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Julia mit dabei bei der Kälbergeburt – sichtlich ein Erlebnis

Sobald die Geburt rum ist, geht es an die Erstversorgung des Neugeborenen: Wasser in die Ohren des Kalbes, Schleim aus dem Mund und homöopathische Geburtsmittel für Kalb und Kuh. Anschließend ist es wichtig, dass die Kuh aufsteht und viel Flüssigkeit zu sich nimmt. Hierfür bekommt sie  warmes Wasser, soviel wie sie will, gemischt mit Cola.

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mit dem Stroh abgerubbelt ….

Besonders groß ist die Freude, wenn es ein Kus-Kaibi (weibliches Kalb) ist, da wir die eigenen Kälber zur Aufzucht verwenden können, die Stierkälber werden nach den ersten Monaten an die Erzeugergemeinschaft zur Mast verkauft.

Nach der Erstversorgung wird das Kalb von der Mutter abgeschleckt und wir desinfizieren den Nabel des Kleinen. Kalb und Kuh bekommen dann von uns noch drei Tage homöopathische Mittel zur Stärkung einerseits, zum Zurückbilden der Gebärmutter andererseits.

Anschließend kommt das Kleine in die Kälberbox und wird mittels eines Trinkeimers mit der Muttermilch versorgt. Und wie beim Menschen auch, ist die Kolostralmilch von den ersten Melkeinheiten von besonders wichtiger Bedeutung und sehr kostbar! Bei uns heißt diese Milch „Biestmilch“. Die Biestmilch von den ältesten Kühen wird eingefroren und aufgehoben, um sie für Notfälle auf Vorrat zu haben. Sie kann auch zur Stärkung für einem selber im Rahmen einer Kur sehr gut angewendet werden und hilft gut. 

Es ist jedes Mal eine große Freude, wenn ein Kalb gesund zur Welt kommt. Schönen Sonntag euch allen. Ich freue mich schon auf die nächste Bauernhofgeschichte!

Katharina Schwaiger vom Zittrauerhof in Gastein.

Am Zittrauerhof – ein herrliches Fleckchen Erde

Vor kurzem bekam ich eine ganz Mail von Daniela und das bestärkt mich, weiterhin Auszeiten am Bauernhof anzubieten. Meine Freude, jemanden am Bauernhofleben teilhaben zu lassen, sie „auszubilden“ und sie neue Wege entdecken zu lassen. Danke Daniela für diesen schönen Bericht !

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Beim Brotbacken

Schon lange bewegte mich der Gedanke einmal im Leben als Sennerin auf die Alm oder auf einen Bauernhof mitzuhelfen. Ich wollte einfach mal weg vom Alltag, mal was ganz anderes machen, in die Natur und den Umgang mit Tieren erlernen und mitzuhelfen, anstatt sich nur zu erholen. Durch viele Recherchen im Internet, stieß ich Anfang des Jahres auf den Zittrauerhof in Badhofgastein, ich las immer wieder die herrlichen Bauernhofgeschichten der Bäuerin Katharina. Ich nahm mit Katharina Kontakt auf. Sie schickte mir gleich einige Bericht von Auszeitfrauen. Nachdem der Termin feststand, ging es für mich für eine Woche auf den Zittrauerhof. Mein Projekt „Bauernhof „konnte beginnen.

Schon als ich am Hof ankam, merkte ich sofort die Herzlichkeit in dieser Familie.
Im Haus, im Garten jedes Detail mit Liebe gemacht. Ich erlernte in dieser Woche vieles über die Tiere im Kinderstall, über die Kühe, Kühe treiben, Kälbergeburten.
Weidezaun errichten, ich bin mit Opa Hias Traktor gefahren, mit Bauer Matthias hinten auf der Quad über die Weide gefahren. Im Garten war ich jeden morgen Äpfel aufglauben, Kräuter wurden gesammelt und getrocknet, die
Blumen gezupft.

Bei Katharina in der Küche durfte ich viele österreichische Gerichte erlernen.
Topfen, Joghurt wurde gemacht. Das Frühstück für die Gäste errichten. Brot wurde gebacken.
Natürlich durfte ich auch beim Hausputz mitmachen:- )
Ich wusste gar nicht was ich alles für versteckte Kräfte in mir habe, auch wenn manche Arbeiten
anstrengend waren, bin ich abends glücklich, befriedigend in mein Bett gefallen.
Ich bin froh das ich die Woche da war, die Zeit mit der Familie verbringen durfte, Freundschaft für ein
Leben geschlossen habe. Ich komme wieder !

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Viele liebe Grüße, Daniela :- )

Abschied nehmen ..

  • Tiere zu verkaufen gehört zum Bauern-Sein dazu – stimmt.
  • Es ist ein Teil unseres Jobs – stimmt.
  • Wir verdienen damit unser Geld – stimmt.
  • Aber dennoch fällt der Abschied bei manchen Tieren besonders schwer und das Herz fängt ein bisschen an zu weinen.

So ist das mit unserer Kria – der 18jährigen Islandstute – auf unserem Hof. Sie leidet seit letztem Winter an „Dämpfigkeit“ und erholt sich erst, wenn es draußen wieder grün wird. Auf Anraten haben wir uns nun auf die Suche nach einem Platz am Meer gemacht und dank Frau Haussmann vom Tierschutzverein Auf dem Weg ins Glück auch einen gefunden.

2016-04 Kria mit Hengstfohlen

Kria hat einige Jahre bei uns am Zittrauerhof gelebt, wir haben sie aufwachsen sehen und jeder Hofbewohner und Feriengast kann sich an schöne Momente mit unserer Islandstute erinnern. Kria hat unserem Hof so viel Positives gegeben und stets Kinderaugen und -herzen zum Lachen gebracht!

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Kria – für jeden Spaß zu haben

Gerne würden wir sie auch weiter behalten und uns um sie sorgen, doch leider ist dies bei unserem rauhen Klima im Winter nur unter ständiger Einnahme von Medikamenten und Spezialfütterung möglich.

Am Mittwoch war der Tag, an dem Kria den Weg nach Norddeutschland aufgenommen hat. Aber wir sind sehr glücklich, dass sie auf Brittas Ranch noch ihre weiteren Lebensjahre verbringen kann, inmitten von Pferden sein darf und von Pferdeliebhabern betreut und umsorgt wird. Sie wird dort unter ähnlich erkrankten Pferden leben und nach genau ihren Bedürfnissen versorgt werden. Vielleicht sehen wir sogar in den nächsten Tagen noch das ein oder andere Foto von ihr oder bekommen ab und an mal einen Zwischenbericht über Krias Leben im hohen Norden Deutschlands. Darauf freuen wir uns schon. Alles Liebe vom Zittrauerhof, Katharina Schwaiger.

so sieht Krias neue Heimat aus:

Apfelfreuden

Im Frühjahr diesen Jahres haben alle Apfelbesitzer gebangt und gehofft, dass es nicht ganz so schlimm wird, wie es im ersten Moment wirkte. Die Frühjahrsmonate brachten nochmal ordentlich Frost und es sah aus, als sei die herbstliche Apfelernte nicht mehr zu retten. Schade, denn bereits im letzten Jahr ist alles erfroren und es gab keine süßen Früchte zu ernten.

Doch wir hatten Glück! Einige Bäume haben wohl noch nicht geblüht, als der Frost kam und zeigten sich in voller Pracht. Umso größer ist nun die Freude, denn vergangene Woche konnten wir dann die schönen, saftigen Äpfel ernten.

Bei schönstem Herbstwetter kletterten die Kinder auf die Bäume und schüttelten Ast für Ast. Früchte, die einfach nicht abgeschüttelten werden wollten, schlugen wir mit langen Stöcken ab. Auf der Erde konnten dann alle Helfer fleißig sammeln und die leckere Ernte einsammeln!

Mit Hilfe vom Apfelroller-Blitz geht auch das „Aufklauben“ vom Boden schnell und einfach. Für jene, die sich das nützliche Gerät anschaffen wollen, es zahlt sich wirklich aus und man hat es Jahre (erhältlich bei Faie „Rollblitz“ und sämtlichen anderen Anbietern). Nächste Woche werden jene Äpfel, die für Apfelsaft eingeplant sind, noch runtergeholt und zur Obstpresse gebracht. Somit ist auch der naturtrübe Apfelsaft für das Bauernhoffrühstück gesichert. Mit den bisher gesammelten Äpfeln wird die Maische für den Schnaps angesetzt und leckeres Apfelmus, Mehlspeisen und Kompott gemacht.  Wer das Apfelmus nachkochen möchte, findet hier das Rezept:

Katharinas Apfelmus

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Zutaten:
Saftige Äpfel, Zimt, Zucker, Zitronensäure

Zubereitung: Äpfel sammeln und mit Apfelentkerner oder mit kleinem Obstmesser in Spalten schneiden (mit der Schale). Das Gehäuse bzw. Reste bekommen bei uns die Tiere (lecker…). In einem Kochtopf ein bißchen Wasser reingeben und die geschnittenen Äpfel. Langsam erhitzen und zugedeckt köcheln lassen. Wenn die Äpfel dann „zerfallen“ und mürbe werden, immer zwischendurch umrühren, dann mit einem Passierstab fein rühren und wieder auf den Ofen stellen. Anschließend je nach Süße der Äpfel Feinkristallzucker hinzugeben, ein bisschen Zimt und einkochen lassen. Will man das Apfelmus fest haben, gibt man anstatt des Kristallzuckers Gelierzucker hinzu. Nach der Gelierprobe das fertige Apfelmus abschmecken (ggf. noch Zucker hinzu, ein bisschen Zitronensäure (damit die Farbe der Apfelmarmelade länger anhält) Zimt und wenn man will einen Schuss Bauernobstler) in saubere Gläser abfüllen, Deckel drauf und Glas stürzen für 10 min. Dann das Glas wieder umdrehen und beschriften. Fertig ist das leckere Apfelmus. Unsere Gäste mögen das Apfelmus zum Frühstück besonders in Kombination mit dem Naturjoghurt sehr. So hat man auch im Winter einen Vitaminstoss 🙂 aus dem eigenen Garten. Gutes Gelingen.

Einen schönen Herbst-Sonntag wünscht Bäuerin
Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal

 

 

Aus dem Rezeptbuch meiner Mama

Zuerst einmal DANKE für die netten Rückmeldungen: Gäste, Einheimische, Unbekannte freuen sich über die Reportagen meiner Bauernhofgeschichten und besonders gerne und oft werden die Rezepte aus der Bauernküche nachgemacht.

Heute schick ich euch ein tolles Rezept, das wir in meinem Elternhaus am Maurachgut gerne und oft gemacht haben. Den Fantakuchen. Ich glaub, als Kinder hat er uns noch besser geschmeckt, weil allein das Wort Fanta schon positives bewirkt hat. Vielleicht für die Kinder in der heutigen Zeit nichts Besonderes mehr, aber bei uns war und ist es nach wie vor ein „besonderes“ Getränk, welches es nur an Geburtstagen oder besonderen Anlässen eingekauft und getrunken wird 😊, da wir fast ausschließlich selbstgemachte Säfte trinken.

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Der Kuchen ist besonders saftig und lecker – einfach gut für warme Sommertage zum Kaffee. Er geht relativ schnell und schmeckt besonders mit Pfirsich, Himbeeren oder Schwarzbeeren (Heidelbeeren).

 

Diese Maße sind für ein Blech gedacht.

Boden: 4 Eier (Dotter, Eiklar trennen),250 g Zucker, 1/8 lt. Öl, 150 ml Fanta (oder Mineral oder Cola), 250 g Weizenmehl, 3 Teelöffel Backpulver.

Eiklar fest schlagen und in einer zweiten Schüssel die Dotter mit dem Zucker schaumig rühren, danach löffelweise Öl hinzugeben und Fanta. Wenn es dann schön schaumig ist, langsam löffelweise das Weizenmehl und Backpulver rein. Auf ein Backblech geben und bei ca. 180 Grad 25 min backen. Auskühlen lassen.

 

Wir haben heute Heidelbeeren als Belag genommen – frisch von der Alm. Bei uns heißen sie Schwarzbeeren und sind als Obst auch besonders beliebt. Nachdem der Kuchen ausgekühlt ist, bedeckt man den Boden mit Heidelbeeren und bereitet den Belag vor.

Belag: 1 Becher Sauerrahm Salzburger Land am besten 😊, 1 Packung Creme fraiche, 1 Becher selbstgemachtes Joghurt oder Joghurt Salzburger Land , 2 Packerl Vanillezucker, wenn man will, kann man noch ein bisschen normalen Feinkristallzucker hinzufügen. Wenn man will, noch ein Packerl Sahnesteif.

1 Dose Pfirsich klein schneiden oder wie wir heute Heidelbeeren vorbereiten und auf den Boden des fertig gebackenen Teiges geben. Danach die Creme drüber und ab in den Kühlschrank, hat es ein bisschen angezogen, so kann man danach noch ein bisschen Zimt darüberstreuen. Guten Appetit vom Zittrauerhof in Gastein. http://www.gasteinurlaub.com