Katharina´s Lieblingskuchen

Meine Familie mag sehr gerne Blechkuchen, bei uns nennt man sie auch Mehlspeisen. Fast jeden 2. Tag gibt es einen Guglhupf, Roulade, Kuchen oder Torte. Alle Rezepte müssen bei mir einfach, schnell und gut sein. Zu Festtagen oder für einen Sonntag mach ich besonders gerne die Kürbiskerntorte, die sehr lecker und saftig ist. Man benötigt dazu viele Eier und Kürbiskerne, sonst ist es keine Hexerei. Das war die Lieblingstorte von Katharina, unserer diesjährigen Sommerpraktikantin 🙂

Rezept Kürbiskerntorte:

8 frische Eier, 120 g Zucker, 80 g Brösel, 200 g geröstete und gehackte Kürbiskerne, 1 Packung Vanillezucker, (wenn gewünscht 2 Esslöffel Rum). 1 Packung Schlagobers (Sahne) und Ribislmarmelade zum Befüllen, Schokoglasur.

Eier trennen, Eiklar schlagen, in separater Schüssel Dotter mit Zucker flaumig rühren, Brösel, Vanillezucker, Kürbiskerne dazu, zum Schluss das Eiklar mit einer Teigkarte unterheben und den Teig in eine befettete, mit Kokosflocken oder Brösel ausgelegte Tortenform einfüllen, dann bei vorgeheiztem Rohr (180 Grad) ca. 40 min backen.

Auskühlen lassen, mit einem Tortenmesser zweimal auseinanderschneiden. auf jede Lage zuerst eine gute Ribislmarmelade (Johannisbeer) aufstreichen und eine Schicht geschlagenes Obers, dann wieder einen Schichte Torte drauf, wieder Ribislmarmelade und Schlagobers. Ganz oben geb ich dann nur mehr eine Schicht feine Ribislmarmelade drauf und einen dünnen Schokoguss. Kalt stellen, ziehen lassen, fertig. Wenn man keine Kürbiskerne mag, schmeckt es auch sehr gut mit grob geriebenen Nüssen, Krokant.

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Da gestern der Tag des Apfels war, gibt es auch gleich ein einfaches Mürbteigrezept von einem Apfelstreusel-Kuchen, am besten schmeckt er ab dem 2. Tag, sofern dann noch was da ist, da wird er schön mürbe und saftiger. Auch einfach und schnell gemacht.

Einfacher Apfelkuchen mit Streusel (Menge ist für ein Blech gerechnet, bei Tortenform einfach die Hälfte nehmen).

für obendrauf: 1,5 -2 kg Äpfel reiben (nicht zu fein), dann in einem Gefäß kurz erwärmen, Zimt, Zucker, Zitronenzeste oder Zitronensaft, ein Schuss Wasser dazu und kurz blanchieren, kühl stellen.

Mürbteig: 500 g Butter, 4 Eier, 200 g Zucker, 1000 g Mehl, 2 Packungen Backpulver.

Aus den Zutaten einen Mürbteig zubereiten, ich gebe in die Küchenmaschine mit Knethaken einfach alle Zutaten rein, schalte nur auf geringe Geschwindigkeit ein und es wird ein feiner Teig, der sich gut von der Schüssel löst. Anschließend gut die Hälfte des Teiges mit einem Teigroller auf das Blech streichen und den Rest gleich in die Gefriertruhe (für die Streusel). Beim Ausrollen des Teiges nehm ich immer eine Backfolie unter und ober dem Teig, dann bleibt der Teig nie auf dem Teigroller kleben und es geht ganz schnell. Auf den Teig gibt man dann die ausgekühlte Apfelmasse und verteilt sie auf das ganze Blech. Den Rest des Mürbteiges in der Hand zerbröseln und auf den Teig als Streusel geben. Bei 170 Grad ca. 40-50 min backen.

Alles liebe und gutes Gelingen. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal. Nächstes Mal gibt es wieder Tipps rund um den Bauernhof abseits der Küche 🙂

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… Gedanken …

Der Tag Allerheiligen und Allerseelen ist einerseits ein willkommener Feiertag, aber auch für viele mit intensiven Gedanken an die Verstorbenen verbunden. Traurigkeit macht sich oft breit und mit Wehmut denkt man die gemeinsamen Erlebnisse und vermisst diese Menschen umso mehr. Mir ist es jahrelang so gegangen, dass ich einfach nur froh war, wenn dieser Tag vorüberging und man ihm vom Kalender streichen konnte.

Unsere Tiere schaffen es immer wieder, dass sie gerade diese „schwierigen“ Tage erhellen und so konnte sich heute, als sich alle am Friedhof versammelten, unsere Kuh Bella entschließen, ein schönes Kalb auf die Welt zu bringen.

Mein Mann war bei der Geburt dabei und die Freude besonders groß, weil – weiblich –  und unsere Tochter gab ihr gleich den Namen „Bleami“ (Blume).  Mit solchen Ereignissen erhellt man diese trüben Tage und sieht, dass das Leben auch täglich schöne Dinge schenkt und jeder sie dringend zum Leben braucht.

Bella hat ihr zweites Kalb geboren und sie ist eine sehr fürsorgliche Mama. Wir lassen die Kälbchen, wenn die Mutter sie trinken lässt, meist 1-2 Tage in der Geburtsbox und geben sie erst dann zum Melkstand bzw. in den Kälbchen-Stall. Nach der Geburt bekommt die Kuh gleich viel warmes Wasser mit Cola gemischt, es enthält viel Zucker und hilft der Kuh, dass sie schneller auf die Beine kommt. Wir geben ihr soviel Wasser, wie sie will, immer lauwarm, nie kalt. Sie bekommt auch gleich Arnica Globoli verabreicht, auch das Kalb. Das Kälbchen wird ausschließlich anfangs mit der Biestmilch (Kolostralmilch) der Mama genährt, 2  x täglich jeweils zwei Liter. Die Kolostralmilch ist dickflüssig, gelblich. Von den ältesten Kühen behalten wir uns die Milch der ersten Melkzeit immer auf und frieren sie ein. Hat eine Kuh keine Milch bei der Geburt oder ist sie krank, kann man immer auf die wertvolle Biestmilch vom eigenen Stall zurückgreifen.

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Auch ist es sehr gesund, die Biestmilch zur Stärkung selbst zu trinken. Ich friere sie mir in Eisbeutel ein und mische mir jeden Tag ein kleines Würferl in das Joghurt am Morgen. Das stärkt auf ganz biologische Weise. Für die Spitzensportler wird die Kolostralmilch in Tablettenform produziert, hat mir eine Vorarlberger Praktikantin erzählt.

So geht ein besinnlicher, nachdenklicher Tag mit einem erfreulichen Ereignis zu Ende. Bis bald bei der nächsten Bauernhofgeschichte. Katharina Schwaiger, Bäuerin vom Zittrauerhof.

 

Ein TAG mit Katharina beginnt …

Meinem Bauernhofblog möchte ich in Hinkunft nicht nur zum Weitergeben von guten Rezepten widmen, sondern auch die LeserInnen an der täglichen Arbeit am Hof teilhaben lassen. Tipps geben, wie man Kräuter trocknet, wie man Marmelade einkocht. Heute abend beschreibe ich, welche Möglichkeiten es gibt, einen Balkon oder Eingang beim Haus winterlich zu schmücken.

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Bei uns werden im Spätherbst die Latschen von der Alm geholt, eine mühsame Arbeit, mein Schwager Sepp fährt mit allen Kindern schon in der Früh rauf, dann werden die Latschen in unserem Almgebiet mit der Zange gezwickt, in Büschel gebunden und runtergezogen zur Hütte. Der Jeep wird beladen, meist mittags kommen dann alle von der Alm retour. Die Winterdekoration für unsere Häuser und unserer Familie ist gesichert. Auch nehmen wir sie gerne zum Dekorieren der Gräber her.

Als ich zum Hof kam, wurde ich von meiner Schwiegermutter Rosmarie eingeweiht, wie man richtig die Latschen in die Blumentrögerl reinsteckt, sodass sie auch den ganzen Winter halten und frisch aussehen.

Am besten ist es, man lässt die Blumentröge mit der Erde gleich am Balkon. Ich schneide immer nur die Balkonblumen vom Sommer, den Stamm, ab und lasse die feste Erde im Balkontrögerl. Dann gieße ich sie fest ein mit Wasser, sodass die Erde wieder ein bisschen weicher wird und man die Latschen leichter stecken kann.

Die grossen Latschenpackerl werden aufgemacht und die Latschen schräg eingeschnitten, damit man sie leichter stecken kann, wenn möglich, alle in ca. gleicher Länge. Dann trägt man sie in einer Schachtel rauf auf den Balkon und beginnt zu stecken. Am schönsten werden sie, wenn man „Reihen“ steckt. Sprich pro Trögerl beginnt man mit dem Stecken der ersten Reihe ganz vorne, dann die zweite, wir machen pro Trägerl vier Reihen. Also, zuerst eingießen, dann stecken, dann nochmals eingießen. Man muss die Latschen schon relativ weit runterstecken, damit sie der Wind im Winter eines Tages nicht mitnimmt und „rauszieht“.

Ist ein schöner Herbst, ist es sinnvoll, sie wie Blumen alle paar Tage einzugießen, dass sie frisch bleiben. Kurz bevor es richtig kalt und frostig wird, gieße ich sie nochmals fest ein, damit die Erde dann gefroren wird und die Latschen fixiert sind. Beginnt die Weihnachtszeit, kommen dann noch Schlaufen und Kugeln drauf. Ich finde, die Latschen sind, auch wenn sie einiges an Zeit brauchen, ein schöner Hingucker, gerade bei alten Bauernhäusern und ich habe große Freude an dieser Arbeit.

Wie gefällt euch dieser Blumenschmuck ? Zwei Packerl Latschen haben wir noch, wenn jemand Lust auf die Dekoration bekommen hat, bitte baldmöglichst melden.

Gutes Gelingen beim Dekorieren wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal.

Es herbstelt

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Es herbstelt – in der Früh ein leichter Nebel, oben schon alles blitzblau auf den Bergen und eine angenehme, frische Luft – wenn irgendwie Zeit ist am Morgen begleite ich unsere Tochter ein Stück auf dem Schulweg, wenn es auch nur ein paar Minuten sind. Einfach herrlich, ein paar Minuten rauszukommen und sich zu bewegen. Anders als bei der täglichen Arbeit. Im Stall tummeln sich schon viele Kälbchen, die Hochsaison im Stall beginnt bei uns dann im November. Im Garten ist es Zeit, die restlichen Früchte abzuernten und passend dazu, habe ich drei gute, einfache Rezepte, die unserer Familie sehr gut schmecken.

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Julianes Kürbissuppe:

400 g Kürbis am besten frisch, wenn es junge weiche Kürbis sind, kann man sie auch mit der Schale würfelig schneiden.

200 g Kartoffeln (schälen und auch würfelig schneiden)

500 ml Suppe oder Gemüsebrühe

Etwas Ingwer (ein kleines Stück vom ganzen Ingwer runterbrechen und rein damit)

250 g Ziwebeln, klein gehackt oder Lauch geschnitten

3 Knoblauchzehen

100 ml Schlagobers (Sahne)

Kürbis, Kartoffeln würfelig schneiden, ebenso die Zwiebeln und Knoblauchzehen, in die Gemüsesuppe geben, das ganze Stück Ingwer auch dazu und köcheln lassen, ca. 30 min. Wenn Kürbis und Kartoffeln weich sind, mit Pürierstab fein machen (zuvor Ingwerstück rausgeben).

Mit Salz, Pfeffer und eventuell Knoblauchpulver abschmecken. Zum Schluss Sahne schlagen und fertiges Schlagobers als Garnierung dann auf die Knoblauchsuppe rauf.

Am besten schmeckt die Kürbissuppe, wenn man ein Häubchen Schlagobers drauf gibt, einen Spritzer frisches Kürbiskernöl und ein paar angeröstete Kürbiskerne. Guten Appetit.

 

Bedeckter Apfelkuchen von Katharina einmal anders.

200 g Margarine oder Butter

100 g Zucker, 4 Dotter, 300 g Mehl, 1 Packung Backpulver, 1 Packung Vanillezucker, 1 Prise Salz, 10 Esslöffel Milch, 1-1,5 kg Äpfel, 1/8 lt. Most oder Wein oder Wasser, evt. 2-3 Esslöffel Zucker für die Äpfel, wenn sie sauer sind, 4 Eiklar, 150 g Zucker.

Zubereitung: Butter, Zucker und Dotter schaumig rühren, Mehl, Backpulver und Milch abwechselnd dazugeben, auf Backblech bei 180 grad fast fertig backen. Äpfel parallel beim Rühren reiben (nicht zu fein, oder in feine Blätter schneiden, mit Wein oder Wasser und evt. Zucker kurz dünsten.

Eiklar mit Zucker aufschlagen. Wenn der Kuchenboden leicht braun ist, rausgeben und die blanchierten Äpfel darauf verteilen und darüber die Schneehaube auf das Blech streichen. Dann nochmals kurz rein in den Ofen und so lange backen, bis die Schneehaube hellbraun ist. Guten Appetit. Dieser Kuchen schmeckt sehr saftig, hat man von anderen Kochereien noch ein paar Eiklar übrig, kann man ruhig mehr als 4 Eiklar schlagen, wenn man gerne eine grössere schneehaube hat.

Gutes Gelingen wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof. Mahlzeit.

Tipp: Wer sich gerne eine Kürbissuppe im Winter machen möchte, kann sich auch den Kürbis würfelig schneiden und einfrieren, am besten vakuumieren.

Gutes aus der Bauernküche

Am Bauernhof ist im Sommer sehr viel zu tun: der Garten, die Ernte am Feld, die Herstellung von Marmeladen, Säften und das Jäten im Garten, die Herstellung der Produkte für die  und den Bauernhof in Schuss zu halten.

Einer meiner Lieblingsorte ist und bleibt einfach meine Bauernküche. Besonders im Sommer finden sich allerlei Leckereien im Garten, auf den Feldern oder am Berg, die sich hervorragend verarbeiten lassen. Deshalb gibt es heute drei Rezept für saisonales Schmankerl, die momentan zubereitet werden können.

 

Ribislsaft

  • 1 Liter Ribisl mit 2 Liter Wasser aufkochen
  • 1,5 kg Zucker in die heisse Masse einrühren
  • erkalten lassen und dann 5 dag Zitronensäure einrühren
  • nach 24 h Saft abfüllen
  • (zur besseren Konservierung kann man den Saft nochmal erhitzen)

 

Ribisel-Rhabarber Kuchen

Zutaten:

  • 200 g Zucker
  • 5 Eier
  • 1/8 Liter Öl
  • 1/8 Liter Milch
  • 300 g Weizenmehl
  • 1 Pkg Backpulver
  • 150 g Ribisel (meine waren tiefgefroren)
  • 150 g Rhabarber (meiner war frisch & in kleine Würfel geschnitten)

Zubereitung

Als erstes die Eier trennen und aus dem Eiklar einen steifen Schnee schlagen. Danach Dotter und Zucker sehr schaumig rühren. Jetzt das Öl langsam einfließen lassen.

Weizenmehl, Backpulver und Milch dazugeben und alles noch einmal kurz durchrühren. Am Schluss den steif geschlagenen Schnee vorsichtig unterheben.

Die Masse auf ein Backblech streichen und abschließend die Ribisel und den Rhabarber darauf verteilen.

Den Kuchen bei 180 Grad 25 Minuten backen.

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Ribiselschaumschnitte

Für den Teig

  • 15dagStaubzucker
  • 1Pkg.Vanillezucker
  • 3 Dotter
  • 5dag Butter
  • 3 Eßl. Wassser
  • 25dag Mehl
  • 1/2 Pkg. Backpulver
  • 1/16 l Milch

Für den Belag

  • 3 Eiklar
  • 20dag Kristallzucker
  • 1 Pkg.Vanillezucker
  • 30dag Ribisel

Zubereitung

  • Vanillezucker, Dotter, Zucker und Wasser schaumig schlagen
  • Nach und nach die zerlassene Butter einrühren.
  • Mehl, Backpulver und Milch beigeben.
  • Masse auf ein Blech geben und bei mittlerer Hitze ca. 5 – 10 min backen.
  • Eiklar schlagen, in den steif geschlagenen Schnee Vanillezucker und Zucker einrühren
  • Ribisel darunterheben
  • Masse auf den Kuchen streichen und bei geringer Hitze fertigbacken bis der Schaum leicht braun wird

 

Und nun wünsche ich viel Spaß beim Nachbacken und Einkochen!

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Almtraum

Viele träumen von einem Leben auf der Alm, von Ruhe, Stille, Einsamkeit, dem einfachen Leben und dem Abstand zum Alltag. Wenn man eine Almhütte irgendwo in einem versteckten Wald anmietet, können diese Erlebnisse sicherlich alle zutreffen. Lebt man als Senner oder Hirter auf der Alm, sieht der Alltag jedoch ein wenig anders aus!

Es heißt, für ein Almleben muss man geboren sein.

Das würde ich so zwar nicht unterschreiben, aber man muss das Almleben und die damit verbundene Arbeit wirklich mögen und sich auf diese besondere Zeit einlassen. Ein richtiger Alm-Öhi ist für mich  mein Schwiegervater, der Zittrauer-Opa. Er hat in das Stammbuch von unserer Tochter als Traumberuf „Almöhi“ reingeschrieben und für ihn ist es wirklich so. Zig  Jahre geht er schon von Mitte Juni bis September je nach Witterung auf die Alm und ist für das Melken der Kühe zuständig und passt auf, dass den Kalbinnen, Kälbern und Pferden auf dem Stubnerkogel in Bad Gastein nichts geschieht.

Aber was bedeutet das eigentlich?
Täglich bei den Tieren nachschauen, die Anzahl kontrollieren und achtsam sein, ob alle Tore geschlossen sind und die Zäune nicht kaputt gemacht wurden. Und man muss ein Morgenmensch sein, um vier Uhr in der Frühe steht Opa auf und sucht die Kühe. Das ist oft schwierig, grad wenn es gewittert, regnet oder nebelig ist,  die Tiere zu finden. Sind die Tiere zusammen getrieben, kommen in den „Scherm“ und werden gemolken. Am Anfang ist auch das Reinbringen in den Scherm nicht so einfach, die jungen Kühe sind den Raum zum Melken nicht gewohnt und wissen den Stand nicht. Nach dem Melken kommen die Kühe wieder raus und können noch bis zum späten Abend fressen und sich im Almgebiet erholen.
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Für die Zweibeiner auf der Alm geht die Arbeit jedoch weiter. Am frühen Morgen nach dem Melken und anschließendem Frühstück bei Christiane werden die Milchtanks auf das Almauto gehieft und ins Tal zum Zittrauerhof gebracht. Die frische Alm-Milch gibt’s dann zum Frühstück in der Bauernstube. Mein Schwiegervater lebt sehr einfach und bescheiden auf der Zittraueralm, Strom nur während das Aggregat läuft, mit der Stirnlampe ins Bett und doch reizt ihn und auch all seine Enkerl diese besondere Art, dort zu leben und zu arbeiten. Auf der Alm gibt es neben der Stallarbeit noch viele andere Dinge, die erledigt werden müssen – Wegzangen ausputzen, die grossen Steine von den Wegen entfernen, damit sich die Kühe nicht verletzen, Weidezäune umstecken und noch sehr viel mehr.

Heuer ist die Zittraueralm seit längerem wieder bewirtschaftet und Christiane, selbst eine leidenschaftliche Bäuerin, legt viel Wert auf einfache, hochwertige Bauernhof-Produkte bei ihrer Jause. Besonders gern und gut sind ihre Pofesen, die sie schon auf ihrer Böckfeldalm immer gemacht hat.

Wenn jemand Opa Hias besuchen möchte, findet man ihn noch bis September auf der Zittraueralm.

Eure Bäuerin Katharina

Vom Frühling im Stall und auf der Weide

Das Frühjahr bringt immer wieder viel Neues hier bei uns am Zittrauerhof im Gasteinertal. Ob Umbauten, neue Gartenideen oder neue Stallbewohner!

Das Frühjahr ist Zeit der Geburten bei uns am Hof. Unsere Kälber sind bereits alle zur Welt gekommen und auch in unserem Kinderstall sind alle Geburten vorüber. Aber ein neuer Hofbewohner hat uns erst in der letzten Woche beglückt und wir sind sehr froh, dass es diesmal nur freudige Nachrichten gibt.

Auch dieses Mal kommt die Meldung aus unserem Pferdestall, denn unsere Noriker Stute Perl ist wirklich eine gute Ammenmutter und die Kleine gedeiht prächtig.

Besonders erfreulich ist, dass die schöne Islandstute Kelly ihr erstes Fohlen zur Welt gebracht hat. Kelly selbst ist auch schon am Zittrauerhof geboren und wir sind ganz stolz auf sie, dass sie uns nun auch Nachwuchs geschenkt hat!

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Bereits im letzten Jahr berichteten wir, dass Kellys Mutter Kria nicht mehr bei uns am Hof lebt, sondern nach Norddeutschland zog, um dort trotz ihrer Krankheit noch ein paar schöne Jahre erleben zu können. Es geht ihr gut und sie hat keine Beschwerden mehr durch das Meeresklima.

Aber nicht nur im Pferdestall passiert einiges, auch im Kuhstall ist einiges los und seit den letzten Tagen sieht man unsere Kühe wieder glücklich über die Weiden stapfen, denn die winterlichen Stalltage sind vorüber! Ein schöner Anblick, die eigenen Tiere wieder auf den saftigen grünen Wiesen zu sehen und wie sie auf die Wiese sprinten.

Und schon die Bilder zeigen nicht nur das saftige Gras, sondern auch den strahlenden Löwenzahn. Und natürlich konnte ich nicht wiederstehen auch in diesem Jahr wieder ein paar leckere und gesunde Sachen daraus zu zaubern.


Hat jemand Interesse an Rezepten zu Löwenzahn? Dann kommentiert doch hier oder auf unserem Instagram-Account @zittrauerhof .

Ganz neu übrigens für unsere Hofgäste: Wer selbst auf Instagram aktiv ist, kann uns gerne auf den Fotos verlinken und den Hashtag #kuhlerurlaub verwenden. Wir freuen uns über alle Urlaubserinnerungen unserer Gäste und reposten sie gerne in unserem Feed 😉 Diese Idee stammt von Annika und sie wird das auch betreuen, ich bin dahingehend kein Profi 🙂  Eure Katharina vom Zittrauerhof

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Tierflüsterin Rosi

Heute möchte ich bei den Bauernhofgeschichten über meine „kleine“ Schwester Rosi Schuster vom Biohof Maurachgut schreiben. Sie hat viele besondere Fähigkeiten, eine davon ist ihr persönlicher Umgang mit den Tieren. Mit einer Seelenruhe geht sie ohne Strick mit Kälbchen, Schaf und Ziege zugleich spazieren und schenkt den Tieren das Vertrauen,  dass sie bei ihr bleiben und ihr gehorchen.

Kommt man nach Maishofen zur Versteigerung, sieht man sie auch des öfteren im Ring mit einer Kuh. Als Kind hat sie schon mit ihren Lieblingen, den Noriker Pferden, gespielt und ist auch des öfteren den Weg zu Fuß zum Hengst – Stubnerbauer runter gegangen. Hab ich sie begleitet, wurde ich von der Norikerstute Tina öfters an den Straßenrand gedrückt –  Rosi hat mit einer Freude und Selbstsicherheit das Pferd geschnappt und gelacht. Für mich ist sie ein großes Vorbild. So zierlich und doch so stark.20170529_104353 rosi mit ihren Tieren

Aber nicht nur zu Pferden hat sie einen besonderen Draht. Ist die Ziege bockig, sieht sie das und geht mit ihren Kindern und der Ziege zu Fuß zum Ziegenbock – entweder zum Nachbarhof Brandnerbauer oder runter nach Wieden zum „Kaiser“ und die Ziege wird belegt. Dann spaziert sie mit der Ziege und den Kindern wieder nach Hause und erledigt ist die „Gschicht“. Einen Bock braucht sie nicht zum Probieren, sie kennt das und lacht, wenn ich sie drauf anspreche.2018-04-11-PHOTO-00001461

Kommen Lämmer auf die Welt und werden von der Mutter verstossen oder das Schaf hat nicht für alle genug Milch, hat sie ein gutes Händchen, dass sie die Kleinen mit der Flasche aufzieht.

Früher, als Tina, unsere Noriker Stute, noch Fohlen bekam, schlief Rosi und  ihr Mann Werner in der Ziegenbox nebenbei, um die Geburt nicht zu versäumen und bei ihrer Tina mit dabei sein zu können.

Für mich ist meine Schwester Rosi eine wahre Tier-Flüstererin !

Bis zur nächsten Bauernhofgeschichte. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Manchmal kommt alles anders…..

…. als man denkt. Die grösste Freude im Stall hat ein Bauer, wenn die Geburten gut vorüber gehen und alle gesund sind. Ist das Neugeborene dann noch weiblich, springt das bäuerliche Herz in die Höhe.

Unsere Rappstute Perl brachte am 24.3. ein süßes Stutfohlen auf die Welt. Wir durften diese schönen Momente miterleben und waren ihr dabei behilflich. Dass Fohlen sich anfangs mit dem Trinken schwer tun, weil sie die Zitzen nicht richtig greifen und begreifen können, kann jede Mutter verstehen (beim Menschen ist es auch nicht viel anders). Auch unser Fohlen Jedenfalls war sowohl mit Fläschchen, als auch direkt bei der Stute nicht möglich.

 

Meinem Mann fiel auf, dass die Zunge sehr kurz ist und so riefen wir den Tierarzt und auch eine Tierklinik an, um nach Rat zu fragen.. Traurige Nachrichten fielen ins Haus – keine Rettung in Sicht, das Fohlen wird nie trinken oder fressen können. Wir mussten uns vom Fohlen verabschieden. Eine solche Situation bricht einem das Herz.

Zwei Tage darauf meldete sich der Pferdezuchtverband mit einer Suche nach einer Ammenstute, weil ein Fohlen dringend eine „Mutter“ bräuchte. Die Fohlen müssen beim händischen Aufziehen alle zwei Stunden gefüttert und versorgt werden. Wir meldeten uns, da Perl ja eine gute, erfahrene Mutter ist und wir sahen, wie sehr sie unter dem Verlust des Kleinen litt. Eine nette Pinzgauer Familie kam angefahren und zeigte uns stolz ihr Tigerfohlen, dessen Mutter gestorben ist. Wir besprühten beide mit Parfum und gaben ihnen Globoli – anfangs konnten sie sich gar nicht riechen, Perl zeigte sich nach fast 1,5 Stunden als gute Ersatzmama und ging der kleinen Ramona schon hinterher.

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Opa Hias gab der kleinen Ramona dann noch ein bisschen Hafer auf den Rücken, sodass Perl leichter begann, sie abzuschlecken und ganz langsam – anfangs sehr zögerlich und widerwillig, begann sie die Kleine trinken zu lassen. Schliesslich gaben sie die Männer in eine Box. Da ja Perl zwei Tage von ihrem Fohlen schon getrennt war, ging automatisch auch die Stutenmilch-Menge zurück und das Fohlen bekam zu wenig. Tierarzt Dr. Christ wusste auch hier einen Rat mit homöopathischen Mitteln und es wurde von Tag zu Tag besser. So hoffen wir jetzt einfach, dass es so bleibt und die beiden glücklich und ohne Komplikationen weiterleben 🙂

 

Auch wenn Ramona unser Fohlen nicht ersetzen kann und wir das Tigerfohlen nach dem Sommer wieder zurückgeben müssen, ist es doch schön, dass das Fohlen bestmöglichst versorgt wird und Perl in ihrer Lieblingsrolle – nämlich als Mama – aufgehen kann.

Alles Liebe vom Zittrauerhof im Gasteinertal und bis zur nächsten Bauernhofgeschichte. Katharina Schwaiger.

Frühling auf den Teller

Jetzt, wo ab und an schon der Frühling über die  Gasteiner Bergen schaut, bekommt man doch schon richtig Lust auf leckere Frühlingsrezept, die den Gaumen erfreuen.

Besonders Lust hatte ich in den letzten Tagen auf frisches, selbstgemachtes Laugengebäck und eine Käse-Rolle mit Radieschen-Topfen-Füllung! Wem läuft jetzt grade schon das Wasser im Mund zusammen? Also hier ganz schnell das Rezept zum Nachmachen!

Käserolle nach Katharinas Art:

  • ca. 9-12 Scheiben Gouda Käse oder Tilsiter (kein Käse mit grossen Löchern, nicht zu dünn schneiden)
  • ca. 9 – 12 Scheiben Schinken
  • 150 g Topfen
  • Joghurt
  • Radieschen gerieben oder fein geschnitten
  • Radieschenblätter, Jungzwiebel, Kräutersalz

Käsescheiben auf ein Backblech inkl. Backpapier auflegen (überlappend) und bei ca. 70 Grad ein paar Minuten anschmelzen lassen, sodass der Käse die Käseblätter ein grosses „Blatt“ wird. Ein bisschen abkühlen lassen, danach den Schinken auch drauflegen und die Fülle aus Topfen, Joghurt, Salz, kleingeschnittene Radieschen, Blätter von den Radieschen, kleingeschnittene Jungzwiebel draufstreichen und wie eine Biskuitroulade einrollen. Auf einen flachen Teller oder Tablett geben und rein in den Kühlschrank zum Durchziehen. Mit Zick-Zackmesser nach ein paar Stunden runterschneiden und genießen.

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Dazu passt super gut frisches Laugengebäck 😉

Laugengebäck selbstgemacht: (15 – 20 Stk.)

  • 1000 g Weizenmehl
  • 2 Würfel frische Germ
  • 8 dag weiche Butter oder Öl
  • 2 Esslöffel Zucker
  • 2 Teelöffel Salz
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  •  Für die Lauge: 1 lt. Wasser, 2 Esslöffel (1 Packerl) Natron.
  1. Weizenmehl in eine Schüssel geben und am Rand salzen.
  2. In die Mitte eine Grube machen und die Germ,  Zucker  und ein bisschen vom lauwarmen Wasser hinzugeben
  3. Germ, Wasser und Zucker in der Mitte mit einem Löffel kurz verrühren und ein paar Minuten stehen lassen, bis die Germ geht. Dann die restliche Flüssigkeit sowie Butter oder Öl dazugeben und den gesamten Teig mit der Maschine kneten.
    (Es tut dem Teig gut, wenn er länger geknetet wird, dann wird er feiner.)
  4. An einem warmen Ort ein bisschen gehen lassen und aus dem Teig 15-20 Stk. runterschneiden, schleifen und nochmals für ca. 15 min gehen lassen.
    (Ob Knöpfe, Striezel oder Kugeln sind jedem selbst überlassen)
  5. Habt Ihr einen Apfelspalter zuhause? Dann einfach kurz bevor die 15 min um sind, bei den runden mit dem Apfelspalter runterdrücken und umdrehen (sodass das Muster unten ist) und noch ein bisschen gehen lassen.
  6. In der Zwischenzeit das Wasser mit Natron aufkochen, das Gebäck kurz eintauchen (beidseitig) und mit einem Hausfreund auf das Blech (inkl. Backpapier!!) geben. Mit dieser Musterung schauen die Laugenbrötchen dann wie Fussbälle aus. Lässt man sie länger in der Lauge, werden sie dunkler oder gibt man mehr Natron in das Wasser, wie jeder will. Unsere Kinder haben es lieber, wenn es zwar knusprig, aber nicht so dunkel ist.
  7. Bei 200 Grad ca. 15-20 min backen. Klingt die Unterseite hohl beim Draufklopfen, ist das Gebäck fertig. Man kann auch einen Teelöffel Backmalz hinzugeben bei der Masse, dann wird das Gebäck noch knuspriger und erhält eine schöne Bräune.

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Mahlzeit. Alles Liebe und gutes Gelingen. Katharina vom Zittrauerhof

Wenn irgendwas nicht so verständlich ist, einfach melden. Beim nächsten Rezept werden die Schritte wieder abfotografiert, dieses Mal war dafür kein Fotoapparat in der Nähe 🙂