Meine Freundin Hilde

Das Osterfest naht und gerade am Bauernhof ist dieser Zeitraum mit vielen Bräuchen verbunden. Ich hab meine Freundin Hilde aus Embach, eine ganz liebe, lustige Altbäuerin gefragt, wie das Osterfest in ihrer Kindheit war und freue mich sehr, dass wir fast alle Rituale in der heutigen Zeit auch noch kennen und „leben“!

Hilde erzählt:

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„Ich erinnere mich sehr gerne an Ostern. Das Eierfärben war besonders schön, damals gab es ja noch keine Farben und so haben wir Zwiebelschalen und Kräuter gesammelt. Die Zwiebelschalen wurden klein zusammengeschnitten, Schlüsselblumen drunter. Zum Fixieren der Kräuter und der Zwiebelschalen haben wir dann alte Seidenstrumpfhosen zerschnitten und die Eier darin reingegeben und an beiden Seiten fest zusammengebunden.

Die verschiedenen Tage in der Karwoche wurden natürlich mit dem Aufstehen auch noch sehr ernstgenommen. Jeder Tag hat seine besondere Bezeichnung: Wer am Palmsonntag als letzter zum Frühstück kam, wurde der „Palmesel“. Bis hin zum Ostersonntag „Osterlamm“ und Montagstier am Ostermontag. Das Palmbuschenbinden war auch immer schön. Die Osternesterl durften wir am Karsamstag abends suchen, entweder im Garten oder bei viel Schnee oder schlechtem Wetter in der Scheune oder im Bauernhaus.  Natürlich wurde uns Kindern immer Märchen vom Osterhasen erzählt. Ich kann mich erinnern, dass meine Brüder ein bisschen Angst hatten vorm Osterhasen und sie sich anfangs nicht zu suchen trauten, des war schon lustig. Am Ostersonntag gingen wir dann in die Kirche mit der Osterweihe, eine schöne Erinnerung.

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ich hab den Osterhasen schon gefunden…

Auch an meine Godn erinnere ich mich liebevoll – sie hat mir, als ich 6 Jahre alt war, eine schöne Kleiderschürze mit Rüschen in Pepitastoff und roten Zickzackborte und dazu weisse Stutzen zu Ostern geschenkt, da war ich besonders stolz drauf, das war so ein schönes Kleid. „

DANKE Hilde für diese schönen Erinnerungen. Ich hoffe, wir kriegen bald wieder eine Kurzgeschichte von dir 🙂  Wir wünschen allen Lesern ein schönes Osterfest, ein gemütliches Beisammensein und Freude an den Messen in der Kirche und beim Nesterlsuchen.

Hilde aus Embach und Katharina vom Zittrauerhof in Gastein. Bei den nächsten Bauernhofgeschichten gibt es noch ein leckeres Rezept von meiner Mama – die österlichen Törtchen, meine Lieblinge zu Ostern.

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Marmeladen-Duft im Winter ?????

Winter Impressionen

Der Winter ist nun endlich da! Pünktlich nach den Weihnachtstagen 🙂 brachte uns Frau Holle dann nun doch den lang ersehnten Natur-Schnee. Nun konnten die Bergbahnen alle Pisten öffnen und den gesamten Skibetrieb aufnehmen.

Mit Schnee ist einfach der Winter für uns ganz anders:  Ob Schneemann, Schneeballschlacht,  Schlittenfahren oder ein ausgiebiger Schneespaziergang, ganz egal, denn es macht alles einen riesigen Spaß! Und wenn man dann wieder in das warme Haus kommt um sich zu wärmen, dann riecht es nach frisch gekochter Marmelade…. Marmelade? Im Winter? Was ist denn hier durcheinander gekommen?

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Heidelbeermarmelade einkochen – das macht Spaß ….

Aber nein, das ist schon ganz richtig! Denn wenn die Gläser von meiner Vorratskammer sich dem Ende neigen, muss wohl was Neues für den Frühstückstisch her. Schließlich wollen wir unsere Gäste nicht ohne ein süßes Schmankerl in den Tag starten lassen. Und so werden auch bei Eis und Schnee die Töpfe, das Obst und was man noch so alles braucht aus dem Schrank, dem Keller und der Gefriertruhe geholt. In den letzten Tagen wurde die Heidelbeere-Marmelade und das Apfelmus knapp. Aber Äpfel sind für den ganzen Winter im Keller eingelagert und Heidelbeeren findet man auch noch in der Truhe. Und so erfüllen in kürzester Zeit sommerliche Düfte die Küche.

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Und nicht nur die Gäste freuen sich über die selbst gemachten Marmeladen oder das Apfelmus, sondern auch wir essen es gerne: Kaiserschmarrn mit Apfelmus oder Heidelbeermarmelade mit Naturjoghurt.

Probiert es doch mal aus! Marmelade kochen, während man durchs Fenster auf die schneebedeckten Felder und Berge schaut! Eine tolle Kombination !!

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof in Gastein.