Vom Frühling im Stall und auf der Weide

Das Frühjahr bringt immer wieder viel Neues hier bei uns am Zittrauerhof im Gasteinertal. Ob Umbauten, neue Gartenideen oder neue Stallbewohner!

Das Frühjahr ist Zeit der Geburten bei uns am Hof. Unsere Kälber sind bereits alle zur Welt gekommen und auch in unserem Kinderstall sind alle Geburten vorüber. Aber ein neuer Hofbewohner hat uns erst in der letzten Woche beglückt und wir sind sehr froh, dass es diesmal nur freudige Nachrichten gibt.

Auch dieses Mal kommt die Meldung aus unserem Pferdestall, denn unsere Noriker Stute Perl ist wirklich eine gute Ammenmutter und die Kleine gedeiht prächtig.

Besonders erfreulich ist, dass die schöne Islandstute Kelly ihr erstes Fohlen zur Welt gebracht hat. Kelly selbst ist auch schon am Zittrauerhof geboren und wir sind ganz stolz auf sie, dass sie uns nun auch Nachwuchs geschenkt hat!

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Bereits im letzten Jahr berichteten wir, dass Kellys Mutter Kria nicht mehr bei uns am Hof lebt, sondern nach Norddeutschland zog, um dort trotz ihrer Krankheit noch ein paar schöne Jahre erleben zu können. Es geht ihr gut und sie hat keine Beschwerden mehr durch das Meeresklima.

Aber nicht nur im Pferdestall passiert einiges, auch im Kuhstall ist einiges los und seit den letzten Tagen sieht man unsere Kühe wieder glücklich über die Weiden stapfen, denn die winterlichen Stalltage sind vorüber! Ein schöner Anblick, die eigenen Tiere wieder auf den saftigen grünen Wiesen zu sehen und wie sie auf die Wiese sprinten.

Und schon die Bilder zeigen nicht nur das saftige Gras, sondern auch den strahlenden Löwenzahn. Und natürlich konnte ich nicht wiederstehen auch in diesem Jahr wieder ein paar leckere und gesunde Sachen daraus zu zaubern.


Hat jemand Interesse an Rezepten zu Löwenzahn? Dann kommentiert doch hier oder auf unserem Instagram-Account @zittrauerhof .

Ganz neu übrigens für unsere Hofgäste: Wer selbst auf Instagram aktiv ist, kann uns gerne auf den Fotos verlinken und den Hashtag #kuhlerurlaub verwenden. Wir freuen uns über alle Urlaubserinnerungen unserer Gäste und reposten sie gerne in unserem Feed 😉 Diese Idee stammt von Annika und sie wird das auch betreuen, ich bin dahingehend kein Profi 🙂  Eure Katharina vom Zittrauerhof

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

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Tierflüsterin Rosi

Heute möchte ich bei den Bauernhofgeschichten über meine „kleine“ Schwester Rosi Schuster vom Biohof Maurachgut schreiben. Sie hat viele besondere Fähigkeiten, eine davon ist ihr persönlicher Umgang mit den Tieren. Mit einer Seelenruhe geht sie ohne Strick mit Kälbchen, Schaf und Ziege zugleich spazieren und schenkt den Tieren das Vertrauen,  dass sie bei ihr bleiben und ihr gehorchen.

Kommt man nach Maishofen zur Versteigerung, sieht man sie auch des öfteren im Ring mit einer Kuh. Als Kind hat sie schon mit ihren Lieblingen, den Noriker Pferden, gespielt und ist auch des öfteren den Weg zu Fuß zum Hengst – Stubnerbauer runter gegangen. Hab ich sie begleitet, wurde ich von der Norikerstute Tina öfters an den Straßenrand gedrückt –  Rosi hat mit einer Freude und Selbstsicherheit das Pferd geschnappt und gelacht. Für mich ist sie ein großes Vorbild. So zierlich und doch so stark.20170529_104353 rosi mit ihren Tieren

Aber nicht nur zu Pferden hat sie einen besonderen Draht. Ist die Ziege bockig, sieht sie das und geht mit ihren Kindern und der Ziege zu Fuß zum Ziegenbock – entweder zum Nachbarhof Brandnerbauer oder runter nach Wieden zum „Kaiser“ und die Ziege wird belegt. Dann spaziert sie mit der Ziege und den Kindern wieder nach Hause und erledigt ist die „Gschicht“. Einen Bock braucht sie nicht zum Probieren, sie kennt das und lacht, wenn ich sie drauf anspreche.2018-04-11-PHOTO-00001461

Kommen Lämmer auf die Welt und werden von der Mutter verstossen oder das Schaf hat nicht für alle genug Milch, hat sie ein gutes Händchen, dass sie die Kleinen mit der Flasche aufzieht.

Früher, als Tina, unsere Noriker Stute, noch Fohlen bekam, schlief Rosi und  ihr Mann Werner in der Ziegenbox nebenbei, um die Geburt nicht zu versäumen und bei ihrer Tina mit dabei sein zu können.

Für mich ist meine Schwester Rosi eine wahre Tier-Flüstererin !

Bis zur nächsten Bauernhofgeschichte. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Von Zicklein, Kälbern und Fohlen

Im Frühjahr geht es hoch her am Hof, denn jedes Jahr aufs Neue stehen in dieser Zeit viele Geburten ins Haus – wobei, wohl eher in den Stall. Diese Zeit bringt viel Freude, da wir jeden neuen Hofbewohner gerne willkommen heißen. Sobald klar ist, dass eine Geburt kurz bevor steht, sind wir wachsam, damit wir den Tieren bestmöglich helfen können. Am schönsten und auch am einfachsten ist es, wenn die Geburt ohne Hilfe vonstatten geht und auch das Trinken und die Annahme Mutter-Kind von „Natur“ aus funktioniert.

In diesen Tagen konnten wir schöne Momente im Kinderstall erleben und freuen uns nun über unseren Ziegen- und Kuhnachwuchs. Beide Ziegen Lady und Fiona haben jeweils ein Kitzlein auf die Welt gebracht und die Geburt ohne fremde Hilfe gut geschafft. Im Kinder- und Kuhstall haben wir nun die heiße Phase der Geburten erstmal überstanden und erfreuen uns jeden Tag an unseren Zicklein und Kälbern.

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Als nächstes erwarten wir noch Nachwuchs im Pferdestall und bei der Häsin Magret und sind schon ganz gespannt und werden Euch hier und auf Instagram auf dem Laufenden halten.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Stinkt die Kuh ?

Seit ein paar Tagen kursiert ein Facebook Bericht von einem Landwirt-Ehepaar, die darüber berichten, wie ihr Kind im Kindergarten verspottet wurde. Das Kind sei ein „Bauernkind“  und „stinke“ nach Kühen.

Der Bericht hat mich persönlich sehr getroffen und lange beschäftigt. Er zeigt, dass noch sehr viel Aufklärungsarbeit über das Leben als Bauer geleistet werden muss.

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Ich wurde an meine frühere Schulzeit erinnert – die ja auch noch nicht Ewigkeiten her ist: Wir waren nur ein paar Bauernkinder in der Klasse. Und wahrscheinlich genau deswegen wurden wir gehänselt. Wären mehr Bauernkinder in der Klasse gewesen, wäre es wahrscheinlich anders gewesen, da unser Leben dann als selbstverständlicher angesehen worden wäre.

Kommt ihr frisch aus dem Stall? Hast du dich denn überhaupt gewaschen?

Solche und andere Boshaftigkeiten bekamen wir den Schulvormittag über an den Kopf geworfen. Ich selbst konnte das Verhalten meiner Mitschüler nie verstehen. Warum dachten sie so über den Bauernstand? Hatten sie überhaupt Ahnung von unserem Leben? Ja, ich war oft bei den Tieren! Aber danach habe ich mich gewaschen und die Kleidung gewechselt! Ganz normal eben. So wie man es im alltäglichen Hofleben eben macht.
Zuerst habe ich mich gar nicht getraut, zuhause davon zu erzählen. Ich wusste nicht, wie die Reaktion darauf wäre. Was passieren würde. Und ob ich danach nicht nur noch mehr gehänselt werden würde.

Doch irgendwann erzählte ich es doch. Wir hatten das Glück, dass mein Onkel in die Schulklasse kam und die ganze Situation klärte. Und auch unsere Lehrerin nahm sich des Problems an.
Danach hatten wir unsere Ruhe und das Blatt wendete sich: Die Schulkameraden wurden auf den Hof eingeladen und sie stellten fest, dass wir doch ein tolles Leben führen. Der Hof hat eine wunderschöne Aussicht, unzählige Spielmöglichkeiten waren rundherum und um die zahlreichen Tiere wurden wir beneidet.

Ich finde, es gibt nichts Schöneres, als einen Bauernhof zu haben, auch wenn man auf vieles verzichten und wie jeder andere Selbstständige täglich sein Brot hart verdienen muss. Aber allein der Zugang zu den Tieren ist etwas Wunderbares, das Rauslaufen können und die Verbundenheit mit der Natur – einfach unersetzbar.

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Viele Kinder kommen auch ganz „anders“ wieder zurück, wenn sie bei den Katzen, Hasen, Schweinen oder Kälbern waren, sie sind ausgeglichener, erleben Freude und haben tierisch gute Freunde gefunden, denen man nicht viel erklären und erzählen muss. Sie verstehen einem eben und „saugen“ Probleme auf. Unsere Gäste nehmen meistens ein eigenes Stallgewand für die Kinder mit und sind glücklich darüber, dass die Kinder bei den Tieren so eine Freude haben und dabei ist der Stallgeruch komplett nebensächlich.

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Hier  Maurachgut bin ich aufgewachsen – mein persönliches Paradies

Zu uns sagten viele Gäste: „Kinder ihr wohnt im Paradies“ – ich hab mich darüber oft ein wenig lustig gemacht, als Kind habe ich das nicht so gesehen. Wir sind zwar mit dem Schlitten und den Skiern in den Ort gefahren, aber es war eben immer ein Stück zu gehen, bis wir zur Schule kamen oder uns mit Freunden treffen konnten. Wenn man älter ist, möchte man diese Zeit überhaupt nicht missen, erinnert sich gerne an die Abenteuer beim Runterfahren, die lustigen Geschichten, die erzählt wurden.

Derzeit nehme ich einen Trend war, dass die Bauernkinder wieder stolz darauf sind, in einem bäuerlichen Betrieb aufzuwachsen und das ist gut so. Sie kennen die Eigenarten der alpinen Landwirtschaft, können sich mit der umliegenden Natur identifizieren und wissen das Leben außerhalb des Medienkonsums zu schätzen. Und grade dieses ursprüngliche Erleben weckt die Sehnsucht der Leute, sich für das Hofleben zu öffnen und dessen ganze Facetten selbst erleben zu wollen.

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Und damit ist ein Grundstein für uns Landwirte gelegt, an dem wir ansetzen können. Es ist ein Teil unseres Hofalltags am Zittrauerhof, den Gästen unsere Werte, Traditionen und einfache Lebensweisen näher zu vermitteln und so ein neues Bild des bäuerlichen Lebens in der Gesellschaft zu verankern.

Wer Interesse hat, den Bericht des Landwirt-Ehepaars zu lesen, gerne – hier ist der Link.

Alles Liebe aus dem  Gasteinertal,
Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof
www.gasteinurlaub.com

 

Winter ist Germknödel-Zeit

Die winterliche Landschaft, die frische kühle Luft verleiten mich, heute ein tolles, einfaches Germknödel-Rezept zu teilen. Es eignet sich auch super zum Einfrieren: Einfach die aufgegangenen Germknödel-Rohlinge auf ein Teller geben, schockgefrieren und dann in ein gut verschlossenes Gefäß in der Gefriertruhe aufbewahren.

Dieses Rezept ist auch ohne Thermomix und Dampfgarer ein Hit und himmlisch gut !

Zutaten:

100 g Milch, 10 g Zucker, 20 g Hefe (Germ), 270 g Weizenmehl, 1 ganzes Ei, 130 g Butter, 1/2 Teelöffel Salz, 40 g Marmelade oder nach Gefühl, 500 g Wasser zum Kochen der Knödel.

40 g Mohn, 30 g Zucker

Mohn und Zucker mixen und auf die Seite stellen.

Germteig vorbereiten: am besten gelingt er, wenn alle Zutaten die gleiche Temperatur haben, sprich einfach alle Zutaten schon in der Früh aus dem Kühlschrank rausgeben. Milch, 10 g Zucker und Germ in Topf geben und leicht erwärmen. Mehl, Ei, 30 g Butter, Salz hinzugeben und danach das Milch-Zucker-Germgemisch reingeben, zu Teig verarbeiten und ein bisschen gehen lassen.

Den Teig in vier Stücke teilen (ich mache meist 6 kleine Germknödel draus), flach drücken und genau in der Mitte eine gute Marmelade (unsere mögen am liebsten Heidelbeermarmelade oder Powidl) reingeben und Knödel draus formen (schauen, dass die Marmelade schön ind er Mitte bleibt, keine zu flüssige verwenden!). Germknödel formen und an einem warmen Ort 30 min gehen lassen. Man kann auch die doppelte Masse machen und dann nach der Gehzeit die Hälfte einfrieren – klappt super !

In einem breiten Topf halbvoll Wasser einfüllen und dann eine Windel oder ein Geschirrtuch nehmen und oben beim Topfrand das Tuch mit einem starken Gummiringerl oder Schnur fixieren. Das Wasser zum Kochen bringen und die Germknödel auf das Geschirrtuch drauf geben, danach mit hohen Deckel zumachen. Diese einfache Arbeitsweise hab ich von einer guten Freundin, klappt echt super.

Parallel dazu gibt man eine gute Bauernbutter in einem Topf, lässt die Butter zergehen und richtet das Mohn-Zuckergemisch in einem Schüsselchen her. Nach ca. 10 Minuten sind die Germknödel fertig ! Mahlzeit !!!

Bei den nächsten Bauernhofgeschichten wird wohl ein Weihnachtsgebäck-Rezept mit dabei sein. 🙂

Einen schönen Sonntag Abend wünscht Katharina vom Zittrauerhof

 

Hinter den Kulissen

Auf den Bauernhöfen gibt es immer Arbeiten, die von außen gut sichtbar sind und manchmal auch ein bisschen Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wie in den letzten Wochen der Almauftrieb der Kühe, Pferde oder Kalbinnen oder das Heuen der Wiesen. Manchmal aber, da sind es die kleinen Aufgaben, die das bäuerliche Leben füllen und nur dann gesehen werden, wenn sie nicht gemacht werden :- ) Und über genau diese möchte ich heute berichten!

Da gibt es Arbeiten, die das ganze Jahr über geschehen müssen, um die Lebensqualität von Tier und Mensch zu erhalten. Dazu zählen auch die Ställe, die die Bauern während der Sommermonate gründlich reinigen, da in dieser Zeit der Großteil der Tiere auf der Alm oder auf der Weide sind. Der Stall wird vorgewaschen und danach mit dem Hochdruckreiniger sauber gereinigt und im Anschluß alles „rausgeweißelt“, sodass die Tiere, wenn sie im Herbst wieder einen sauberen Stall beziehen.

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Julia beim Reinigen im Kuhstall

 

Eine besondere Aufgabe ist die zweimal jährliche Reinigung im Kinderstall: Farben beim Maler geholt, geht es nach den Reinigungsarbeiten ans Werk, alles nachzumalen, was an Farben verloren hat.

Im normalen Alltag wird der Kinderstall gefegt, die Boxen täglich ausgemistet und wenn irgendwo ein bisschen Unordnung herrscht, aufgeräumt. Es gibt aber auch die besonderen Putztage im Kinderstall. Wenn die Putzeimer, Fetzen und Staubwedel zu den Ziegen, Schafen und Schweinen gebracht werden, dann heißt es am Freitag: Auf das Putzen, fertig und LOS! Dabei werden die Wandfließen runderherum feucht abgewischt, alle Flächen abgestaubt, die Tierbeschreibungen abgestaubt und die Decke von unseren achtbeinigen Freunden befreit. Also falls mal jemand in den Kinderstall kommt und eine Praktikantin oder die Bäuerin auf den Mauern zwischen den Ställen rumturnt und einen Besen schwingt, dann braucht man sich keine Sorgen machen! Sie sind nicht zu Hexen geworden, sondern machen die Decke sauber ;).

Neben diesen durchgehenden Arbeiten, findet man aber auch noch saisonal bedingte Tätigkeiten am Hof. Die Bauern machen die Wassergräben sauber und lassen sie ausbaggern, damit bei großen Regenmengen keine Überschwemmungen drohen. Das Holz wird für den Winter gehackt und bei trockenem Wetter zum Hof gebracht. Und der Opa sorgt auf der Alm neben der vielen Arbeit bei den Tieren stets für das Zerkleinern vom Holz, damit der Ofen angeheizt werden kann.

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Im Sommer bin ich als Bäuerin auch nur vormittags im Haus anzutreffen, nachmittags finden die Arbeiten meist im Freien statt und helfen mir,  die Seele baumeln zu lassen. Momentan müssen wir unsere Pflanzen, Blumen und Gewächse stets jäten und sind auch schon mittendrin beim Ernten der Blüten, Brennesselsamen und Brotkleesamen, um diese für unsere Kräutertees, Heukissen zu trocknen. Aber auch Beeren wachsen bei uns und wir freuen uns schon, frische Marmeladen und Säfte daraus zuzubereiten.

Das Leben am Bauernhof besteht zwar aus sehr viel Arbeit und es kommen immer wieder neue Sachen dazu, aber dennoch ist es wichtig, dass sich jeder Hofbewohner auch mal eine kleine Auszeit gönnt. Sei es mit einem kleinen Mittagsschlaf in der Sonne, einer Tasse Kaffee am Fischteich, Zeit mit den Kindern, ein bisschen länger schlafen oder einem kleinen Spaziergang. Aber das empfiehlt sich nicht nur für das Bauernhofleben, sondern jedem, auch wenn es nur eine Viertelstunde ist! Wenn es immer nur so einfach wär :- )  Eine schöne Zeit an alle meine Bauernhofgeschichten-Leser !

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Hollerblüten-Sirup …. so gut !

Nachdem uns allen wunderschöne Tage mit herrlichem Sonnenschein geschenkt wurden, haben sicherlich viele Bauern die Chance für eine gute Heu-Ernte genützt. Das trockene Wetter ist auch ideal zum Abernten von Kräutern und zum Ansetzen von Säften unter anderem vom Hollunder. Der Hollunderstrauch ist einer meiner Lieblinge, als Tee, als gebackene Nachspeise, als Gelee, als Ergänzung in Marmeladen oder als Hollerblütensaft.

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Meine Oma vom Maurachgut hat uns beim Abernten vom Wiesenkümmel, Kräutern und auch bei der Hollerblüten-Ernte immer mitgenommen und uns ein einfaches, aber gutes Rezept weitergegeben, es hält sich gut und ist einfach zu machen. Gerne geb ich das Rezept weiter und wünsche gutes Gelingen.

Zutaten: 40 -50 große Hollunderblüten (es können auch 10 Stk. mehr sein, nur die Dolden), 4 lt. Wasser, 6 kg Feinkristallzucker, 6 Biozitronen (gut gewaschen) oder man mischt Zitronen mit Orangen und 125 g Zitronensäure. Bei trockenem Wetter – idealerweise in der Mittagszeit Hollerblüten ernten, ich zwick es immer gleich nach der Blüte ab, dass fast kein Stengel dabei ist. Also, die Masse gibt man in einem 10 lt. Kübel oder sonstigem sauberen Gefäß, 4 lt. Wasser rein, 6 kg Zucker sowie geschnittene Zitronen und die Zitronensäure, rührt es einige Male um und gibt zum Schluss die trockenen Hollunderblüten rein. Dann wieder fest umrühren. Täglich (3-6 Tage lang) rührt man den Saft mind. 1 x täglich um.

20160610_195432 hollerblütenRührt man mehrmals täglich und hat der Saft schon einen guten Geschmack, so kann man den Hollundersaft auch schon nach drei Tagen abfüllen. Er wird durch ein Sieb und eine Windel durchgeseiht und in sauberen Flaschen abgefüllt. Wir pressen die Windel erst zum Schluss aus und verwenden diesen ausgepressten Sirup (also das „Resterl“) gleich zum Trinken. Die abgefüllten Flaschen halten super gut ein Jahr oder länger. Wir lagern sie im Keller, gut verschrauben. Wenn man will, kann man den Hollundersaft auch kurz abkochen und ein bisschen Einsiedehilfe beifügen, allerdings der Saft hält auch sehr gut, wenn er kalt angesetzt ist und alles nach o.a. Anleitung gemacht wurde. Man bekommt ca. 7 lt. Hollunderblütensirup von der o.a. Menge. Gutes Gelingen wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof.

 

Unser Landtierarzt Dr. Hans Christ

Heute ist der Blog einer Person gewidmet, die für die Bauernhöfe in unserem Tal sehr wichtig ist: Unserem Landtierarzt Dr. Hans Christ. Immer schnell und pfiffig unterwegs mit seinem weißen Arztauto steht er den Bauern bei Problemfällen, bei Impfungen und Besamungen zur Seite. Hört man das Hupen vor dem Haus, heißt es schnell – Kinder auf die Seite – und rauf in den Stall, Dr. Christ ist da.

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Dr. Hans Christ, geboren 1958, ist ein waschechter Wiener aus Döbling und promovierter Tierarzt. Er lebt seit Jahren im schönen Salzburger Gasteiner Tal und geht in seinem Beruf und in der Liebe zu den Tieren und in seinen Büchern, die er schreibt auf, inzwischen hat er  neben humorvollen Tierarztgeschichten auch Krimis veröffentlicht.

Er erzählt in seinen heiteren Geschichten außergewöhnlich lustige und skurrile Episoden aus seinem Berufsalltag. Und davon gibt es viele. Eine Kuh, die Damenunterwäsche gefressen hat oder ein Papagei, der durch widrige Umstände zum Alkoholiker wurde.

Bei den Rezensionen im Internet konnte ich folgende Rückmeldungen finden:

Für alle, die Tiere lieben und Sinn für Humor haben, eine sehr kurzweilige, vergnügliche Lektüre, bei der aber auch nachdenkliche Momente ihren Platz haben. Dr. Christ, der Autor, beschreibt seinen beruflichen Alltag als Landtierarzt im Bundesland Salzburg und neben den vielen tierischen und zwischenmenschlichen Kontakten, die mit viel Sinn für ironischen Humor beschrieben werden, gibt es auch kritische Ansätze hinsichtlich reiner Schulmedizin und auch verschiedener bürokratischer Hürden im Alltag eines Tierarztes. Auch Alltagsszenen aus dem Privatleben von Dr. Christ und seine Studienzeit kommen vor und runden diese wunderbare Lektüre ab.

Nach meiner Frage, ab wann er Tierarzt werden wollte, kam ein Schmunzeln über seinen Schnurrbart und die Antwort kam prompt „schon mit 5 Jahren“. Allerdings wollte er ursprünglich Kleintierchirurg werden, durch einen Job in der Steiermark wuchs jedoch die Liebe zu den Großtieren und das Interesse an der Alternativmedizin. Als Biobauernbeauftragter der Tierärztekammer merkte er, dass man mit der Schulmedizin bei gewissen Dingen „ansteht“ und er war mit einigen Ergebnissen bei der Behandlung an Tieren unzufrieden. Durch eine Bekanntschaft mit einem Berufskollegen, Selbststudium und vielen Fortbildungen merkte er, dass gewisse Behandlungen sehr gut ergänzend mit Homöopathie funktionieren – die ersten Erfolgserlebnisse, das weiß er auf der Stelle „waren die Apis-Globoli, die der Bauer der behandelten Kuh dann auch gleich bei sich selbst ausprobierte“.

Er ist ein Spezialist für Homöopathie und Akupunktur. Da kann es schon mal vorkommen, dass einer Kuh Inhalationen oder Essigwickel verordnet werden oder bei Eiterabszessen man täglich heiße Kartoffelwickel machen muss.

Es bleibt oft nicht aus, dass Antibiotikum verordnet werden muss, aber ergänzend oder bei leichteren Beschwerden arbeitet er viel mit den Hausmitteln und Homöopathie.

Dr. Christ ist ein ausgezeichneter Diagnostiker, er nimmt sich auch kein Blatt vor dem Mund, wenn es darum geht, dass sich eine Behandlung bei einem Tier nicht mehr „auszahlt“ oder eine Erlösung für das Tier die bessere Variante wäre.

Ich würde unseren Tierarzt als impulsiv, unterhaltsam und sehr tierlieb bezeichnen. Da es unser Tierarzt immer sehr eilig hat, kann es auch passieren, dass ab und an eine Bauern-Katze bei ihm im Auto Platz nimmt und nach einer halben Stunde ein Telefonat von seiner Frau erfolgt – „bitte eure Katze abholen, sie ist bei meinem Mann im Auto und er hat keine Zeit, sie selbst zurückzubringen“…

Seine besondere Liebe gilt den Hunden, kommt sein Auto um die Ecke „gerast“, wie es bei Dr. Christ schon des Öfteren sein kann, fetzt unsere Nelly schon zum Stall und hechelt und springt ihn vor Freude an. So kennt er sicher jeden Hofhund beim Namen und die Hunde den Tierarzt auch. Da kann der Notfall noch so groß sein, für den Hund gibt’s immer einen Leckerbissen aus dem Auto und ein paar Streicheleinheiten dürfen auch nicht fehlen.

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Dr. Christ sieht sich selbst als Genießer, der gute und lustige Gespräche im Wirtshaus mag, er liest und schreibt gerne in seiner Freizeit und schaut sich gerne spannende Fußballspiele an. Er hält nichts von der vielen Bürokratie, er ist ein Praktiker, der schnell und unkompliziert handeln will und das Wohl der Tiere steht für ihn an oberster Stelle.

Ich glaube auch, dass es nicht viele Tierärzte gibt, die sich die Zeit nehmen und zu Bauernhöfen hinfahren, bei denen nicht gerade ein Notfall oder eine Besamung im Stall zu erledigen ist, sondern bei den Menschen Krankheit oder Leid Einkehr gefunden hat. So weiß ich es aus eigener Erfahrung und von einigen anderen Bauernhöfen auch, dass er bei menschlichem Leid und Schicksalschlägen des öfteren ins Bauernhaus kam und sich nach den Menschen erkundigt hatte und das Leid somit ein bisschen psychisch mitgetragen hat. Das macht ihn menschlich und zeigt Stärke. Willi, unseren Knecht, mochte Dr. Christ besonders gern und nachdem er von seiner Krankheit und seinen Behandlungen erfuhr, besuchte er ihn und brachte ihm ein Tragerl Bier vorbei und unterhielt ihn mit ein paar lustigen Episoden aus seinem Alltag. Solche kleine Gesten vergisst man nicht, gerade in der heutigen Zeit ist die Menschlichkeit oft auf der Strecke geblieben und es zählt nur der Schilling (Insider wissen, warum ich das schreibe) – ahh ich meine Euro.

Die Bauernschaft Gastein ist sehr glücklich, so einen  Tierarzt bei uns im Tal zu haben. Und wer ein bisschen Bauernhofleben aus dem eigenen Urlaub mit nach Hause nehmen möchte, sollte mal in die Bücher schauen.

Eure Bäuerin Katharina

Germknödel – einfach und gut !

Germknödel sind auch beliebt in Bauernfamilien – besonders in der Winterzeit hat man schon des Öfteren einen Gusto drauf. Hier ist ein einfaches Rezept – auch ohne Thermomix und Dampfgarer ein Hit und himmlisch gut !

Zutaten:

100 g Milch, 10 g Zucker, 20 g Hefe (Germ), 270 g Weizenmehl, 1 ganzes Ei, 130 g Butter, 1/2 Teelöffel Salz, 40 g Marmelade oder nach Gefühl, 500 g Wasser zum Kochen der Knödel.

40 g Mohn, 30 g Zucker

Mohn und Zucker mixen und auf die Seite stellen.

Germteig vorbereiten: am besten gelingt er, wenn alle Zutaten die gleiche Temperatur haben, sprich einfach alle Zutaten schon in der Früh aus dem Kühlschrank rausgeben. Milch, 10 g Zucker und Germ in Topf geben und leicht erwärmen. Mehl, Ei, 30 g Butter, Salz hinzugeben und danach das Milch-Zucker-Germgemisch reingeben, zu Teig verarbeiten und ein bisschen gehen lassen.

Den Teig in vier Stücke teilen (ich mache meist 6 kleine Germknödel draus), flach drücken und genau in der Mitte eine gute Marmelade (unsere mögen am liebsten Heidelbeermarmelade oder Powidl) reingeben und Knödel draus formen (schauen, dass die Marmelade schön ind er Mitte bleibt, keine zu flüssige verwenden!). Germknödel formen und an einem warmen Ort 30 min gehen lassen. Man kann auch die doppelte Masse machen und dann nach der Gehzeit die Hälfte einfrieren – klappt super !

In einem breiten Topf halbvoll Wasser einfüllen und dann eine Windel oder ein Geschirrtuch nehmen und oben beim Topfrand das Tuch mit einem starken Gummiringerl oder Schnur fixieren. Das Wasser zum Kochen bringen und die Germknödel auf das Geschirrtuch drauf geben, danach mit hohen Deckel zumachen. Diese einfache Arbeitsweise hab ich von einer guten Freundin, klappt echt super.

Parallel dazu gibt man eine gute Bauernbutter in einem Topf, lässt die Butter zergehen und richtet das Mohn-Zuckergemisch in einem Schüsselchen her. Nach ca. 10 Minuten sind die Germknödel fertig ! Mahlzeit !!!

Einen schönen Sonntag Abend wünscht Katharina vom Zittrauerhof

 

Ein tolles Rezept aus der Praktikantinnen-Ecke

Am Zittrauerhof sind bei uns während  der Sommermonate einige Praktikantinnen von Landwirtschaftsschulen oder Hauswirtschaftsschulen, Waldorfschulen und Höheren Lehranstalten bei uns beschäftigt. Am meisten freut es mich, wenn nachdem die Mädels wieder heimfahren, das am Hof erlernte daheim anwenden. Jede Praktikantin kommt mit bestimmten Neigungen zu uns und wird dahingehend gefördert. Auf jeden Fall ist es mir wichtig, dass jeder, der bei uns sein Praktikum macht, die grundlegenden Dinge in der Küche und die Liebe zur Bäckerei und zu den Kräutern ebenso erfährt, auch wenn der Schulschwerpunkt oft in der Landwirtschaft liegt. Und dann freut es mich umso mehr, wenn nach der Heimfahrt die Mädels mir Fotos von Gebäck und Mehlspeisen, Frischkäse, Joghurt usw. schicken, das sie bei uns gelernt und daheim selbst für ihre Familie gemacht haben. Vor ein paar Tagen habe ich ein tolles Rezept von Lisa bekommen, sie ist inzwischen eine ganz tolle Bäckerin und verwöhnt ihre Familie mit Leckereien. Dieses Mal hat sie mir ein neues Rezept geschickt, das ich gerne mit euch teilen möchte.

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Rezept für die süßen Hörnchen

 Nuß-Hörnchen – schauen doch lecker aus oder ? Gleich in den nächsten Tagen probieren und genießen.

Gutes Gelingen und schöne Grüße vom Zittrauerhof in Gastein.