Davon, wie man einen Bauernhof zu lieben lernt

Heute gibt es mal keine Geschichte aus dem Stall, auch keine aus der Küche oder dem Garten. Heute überlasse ich auch das Tippen anderen Händen!

Es war ein sonniger Frühling vor vier Jahren. Ich war mitten im Lehramtsstudium und musste mich für ein Praktikum entscheiden. Doch was sollte ich machen? Kaffee kochen in stickigen Büros? Kleidung sortieren in Läden mit furchtbar nerviger Musik? Oder den ganzen Tag irgendwo am Kopierer stehen? Nein, Danke!

Nach ein bisschen Recherche im Internet und ein paar E-Mails war mir klar: Ich gehe nach Österreich auf einen Bauernhof! Und so kam es, dass ich am 28. August 2015 in den Zug stieg, um sechs Wochen am Zittrauerhof zu verbringen. Nach neun Stunden Fahrt war es dann soweit, meine neue „Chefin“ Katharina holte mich am Bahnhof ab und brachte mich an mein Ziel – der Zittrauerhof in Bad Hofgastein.

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Und dann ging alles viel schneller als erwartet! Kaum war ich angekommen, war ich auch schon in das Leben und Arbeiten am Zittrauerhof eingebunden. Noch bevor ich meine Taschen aus dem Kofferraum räumen konnte, bekam ich schon die ersten Aufgaben: Blumen gießen, Schilder für den Kuhstall schreiben und die Tiere in den Kinderstall bringen. Und durchgehend war ich fasziniert von der Umgebung, dem Hof und der Bauernhofatmosphäre. Besser hätte der Start wohl kaum laufen können!

 

Über den Nachmittag und Abend verteilt lernte ich nach und nach alle Bewohner und Familienmitglieder des Hofes kennen. Mein Zimmer teilte ich mir (zumindest noch für eine Woche) mit einer anderen Praktikantin, die mich in der ersten Woche ein bisschen anlernte. Zum Glück, denn eigentlich hatte ich von Bauernhof gar keine Ahnung.

Ich lernte schnell, dass das Leben am Zittrauerhof sehr vielfältig ist. Neben den Stallarbeiten gab es ja auch noch zusätzlich Hofgäste zu betreuen und auch in das familiäre Leben wurde ich komplett eingebunden.

Meine Tage waren alle ähnlich und doch ganz verschieden. Der erste Weg führte mich morgens in die Küche, um den „Schweine-Eimer“ zu holen. Diesen nahm ich dann mit in den Kinderstall und fütterte damit die Schweine. Nachdem ich jedes Tier freudig begrüßt hatte und mir den ein oder anderen blauen Fleck beim Melken der Ziege Flecki eingefangen hatte, brachte ich das Kleinvieh auf die Weide. Danach kam eine meiner Lieblingsaufgaben: das Gästefrühstück. Noch heute liebe ich es, schöne Frühstücksteller anzurichten, denn auch das Auge isst mit.

 

Der Vormittag bestand meistens aus Arbeiten im Haus: tägliches Fegen der Treppe, Äpfel aufsammeln, Zimmer putzen, in der Küche Ordnung machen, getrocknete Kräuter wegräumen und besonders toll, die Herstellung verschiedener Hofprodukte. Mein kleines Büchlein mit Rezepten der österreichischen Küche, Marmeladenrezepten, Anleitung für verschiedene Sirups und die Herstellung von Joghurt und Topfen steht noch heute gut greifbar in meinem Regal. Katharina hat mir in den sechs Wochen einfach unglaublich viel Tipps und Tricks in der Küche beigebracht, wofür ich ihr nach wie vor sehr dankbar bin!

 

Um die Mittagszeit musste dann das Essen auf den Tisch. Und so wurde oft zusammen gekocht und jeden Mittag zusammen gegessen. Noch fix alles aufgeräumt und ich konnte in die Mittagspause starten. Am liebsten ging ich in den zwei Stunden zu den Kälbern, in den Garten oder fuhr ein wenig Rad. Manchmal machte ich aber auch einfach nur ein Nickerchen.

 

Die Nachmittage begannen mit dem Einholen der Tiere und gingen meist in eine Arbeit draußen über (Hof aufräumen, Fahrräder in Ordnung bringen, Blumen zupfen, Kräuter ernten…). Katharina hat einen wirklich tollen Garten und in jeder Ecke findet man Blumentöpfe und Blumenbeete. Häufig kümmerten wir uns gemeinsam darum, damit auch alles so schön blieb.

 

Nach einer leckeren Jause (meine liebste Mahlzeit am Bauernhof) wurde entweder noch ein bisschen draußen gearbeitet oder Hofprodukte fertiggemacht. Schließlich sollen Katharinas Leckereien nicht nur fabelhaft schmecken, sondern auch gut aussehen. Nebenbei wurde oft noch etwas gebacken, sodass man mit leckerem Gebäckduft ins Bett gefallen ist.

Neben dem Bauernhofalltag gab es natürlich auch besondere Ereignisse. So durfte ich schon kurz nach meiner Ankunft den Almabtrieb miterleben und auch die Apfelernte stellte ein besonderes Ereignis meines Praktikums dar.

 

Anfangs dachte ich, dass ich es niemals schaffe den Bauernhofalltag für sechs Wochen durchzuziehen, doch es kam ganz anders als gedacht. Viel zu schnell waren die sechs Wochen vorbei und beim Abschied kullerte doch die ein oder andere Träne.

Katharina, ihre Familie und der Bauernhof sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich erwische mich mindestens einmal in der Woche, wie ich beginne von meiner Zeit dort zu schwärmen und in Erinnerungen schwelge. Ich habe in der Zeit nicht einfach nur ein Praktikum gemacht, ich habe unglaublich viele Dinge gelernt, die mich noch heute begleiten. Außerdem habe ich nicht nur eine tolle „Chefin“ gefunden, sondern auch eine neue Freundin.

Seit meinem Praktikum habe ich den Zittrauerhof zwei Mal besucht. Aber immer nur für wenige Tage und das letzte Mal ist nun auch schon wieder zwei Jahre her.

 

Deswegen freue ich mich auch ganz besonders auf den diesjährigen Sommer, da ich endlich wieder an meinen geliebten Zittrauerhof zurückkehre und dort ein Woche Urlaub verbringen werde. Natürlich werde ich es mir nicht nehmen lassen, auch die ein oder andere Arbeit zu übernehmen.

Und wenn Katharinas Leser und „Follower“ Lust haben, nehme ich sie gerne in der Instagram-Story von @urlaubamzittrauerhof mit und zeige mal das Leben und den Urlaub am Zittrauerhof in Bad Hofgastein.

Viele Grüße
Annika

 

 

Time to say good bye

Wie in jedem Beruf hat auch das Bauernsein seine guten und seine schlechten Tage. Neben wunderbaren Tagen voller Freude, Dankbarkeit und Liebe – wenn neue Hofbewohner das Licht der Welt erblicken, die Ernte gut ausfällt, die Sonne scheint und die Hofgäste zufrieden sind – gibt es auch die eher düsteren Tage, an denen man sich einfach nur wünscht, dass schnell der nächste Tag kommt!

In den letzten Wochen gab solch düstere Tage, an denen das Herz weint und man einfach nicht recht weiter weiß.

Hier am Zittrauerhof baut man nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen auf, sondern auch Beziehungen zwischen Mensch und Tier. Ist eine solche Beziehung besonders schön, fällt es einem umso schwerer, wenn es dem Tier nicht gut geht. So wie unserer Lissy, die uns besonders ans Herz gewachsen ist!

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Lissy kam vor zwei Jahren als bezauberndes Kalb zu uns an den Hof. Wir haben sie bei unserer damaligen Praktikantin Marianne gekauft, die auf einem hervorragenden Zuchtbetrieb in Oberösterreich groß geworden ist.

Schon im ersten Augenblick verzauberte Lissy uns alle – ihre kuscheligen Ohren, ein bisschen klein und dicklich und einen guten Charakter (als Zuchtberater beschreibt man die Tiere wohl mit anderen „Profi-Begriffen“, ich aber nicht!). Im letzten Jahr kam Lissys erstes Kalb zur Welt und war schon beim ersten Hinschauen ein Abbild der Mutter – genauso wuschelig und einfach lieb.

Doch leider erkrankte Lissy kurz nach der Geburt. Es bildete sich ein Geschwür am Bein. Zuerst sah es so aus, als würden unsere bewährten Hausmittel und die Hilfe vom Tierarzt helfen, doch nach einer kurzen Heilungsphase verschlimmerte sich der Fuß wieder. Es ging ihr so schlecht, dass wir sie von den anderen Tieren trennen mussten, damit sie mehr Ruhe bekam und sie sich erholten konnte. Doch diesmal konnte kein Hausmittelchen oder der Tierarzt ihr helfen. Wir bekamen die Empfehlung das Tier zu erlösen. Abe wenn man einem solch lieben Tier in die runden Kulleraugen schaut, fällt einem die Entscheidung schwer, besonders wenn es einem so sehr ans Herz gewachsen ist. Aber in unserem Beruf muss man an das Tier denken und dass das Leben für Lissy so nur eine Qual ist.

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Jeder Bauer hat wohl sein Lieblingstier und selbst die „harten Kerle“ zeigen in einer solchen Situation eine andere Seite von sich.

Lissy hat nun für immer ihre Augen geschlossen, doch bleibt uns als Trost ihr kleines Kälbchen, dass uns immer an sie erinnern wird!

Den Regentropfen zum Trotz

Jeder, der schon mal am Bauernhof bei der Heuernte mitgeholfen hat, kennt diese Situation: Der Wetterbericht passt, das Barometer zeigt sich auch beständig und es ist Zeit für den ersten Grasschnitt. Die Geräte sind generalüberholt, die Rechen gerichtet, Diesel bestellt und Leute organisiert, die an diesem Tag beim Mähen, Heuen und in der Scheune helfen können.
Oft ein nicht so einfaches Unterfangen, da ja fast jeder berufstätig ist und jeder selbst eingespannt ist.

Nun denn, hat man diese Vorbereitungen getroffen, wär ja alles gut organisiert. Doch oft macht das Wetter einen Strich durch die Rechnung und es fallen schwere Tropfen zu Boden, noch bevor wir überhaupt mit der Mäherei begonnen haben. Oder so wie es am letzten Feiertag war – trotz stabiler Wettervorhersage ständige Wolken am Himmel und kleine Regenschauer zwischendurch. Man glaubt gar nicht, wie schnell man auf einmal heuen kann, wenn schlechtes Wetter droht. Das war schon so, als wir Kinder waren, da entwickelt man Kräfte und eine Schnelligkeit, die man sonst nicht hat. Und zumindest mache ich das so, ich schick dann immer ein Stoßgebet in den Himmel und ersuche ihn, dass er mit dem Regenschauer doch noch warten möge. Viele werden schmunzeln, aber an dem Spruch „an Gottes Segen  ist alles gelegen“ ist viel Wahres dran.

Hat man die Ernte reingebracht (und die Nachbarn auch) und es prasselt dann hernieder, ist es ein schönes Gefühl zu wissen, dass man doch noch alles rechtzeitig geschafft hat. Noch dazu, wenn man bei getaner Arbeit dann bei einer Brettljause zusammensitzt und ein bisschen „runter“ kommt.

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Tierflüsterin Rosi

Heute möchte ich bei den Bauernhofgeschichten über meine „kleine“ Schwester Rosi Schuster vom Biohof Maurachgut schreiben. Sie hat viele besondere Fähigkeiten, eine davon ist ihr persönlicher Umgang mit den Tieren. Mit einer Seelenruhe geht sie ohne Strick mit Kälbchen, Schaf und Ziege zugleich spazieren und schenkt den Tieren das Vertrauen,  dass sie bei ihr bleiben und ihr gehorchen.

Kommt man nach Maishofen zur Versteigerung, sieht man sie auch des öfteren im Ring mit einer Kuh. Als Kind hat sie schon mit ihren Lieblingen, den Noriker Pferden, gespielt und ist auch des öfteren den Weg zu Fuß zum Hengst – Stubnerbauer runter gegangen. Hab ich sie begleitet, wurde ich von der Norikerstute Tina öfters an den Straßenrand gedrückt –  Rosi hat mit einer Freude und Selbstsicherheit das Pferd geschnappt und gelacht. Für mich ist sie ein großes Vorbild. So zierlich und doch so stark.20170529_104353 rosi mit ihren Tieren

Aber nicht nur zu Pferden hat sie einen besonderen Draht. Ist die Ziege bockig, sieht sie das und geht mit ihren Kindern und der Ziege zu Fuß zum Ziegenbock – entweder zum Nachbarhof Brandnerbauer oder runter nach Wieden zum „Kaiser“ und die Ziege wird belegt. Dann spaziert sie mit der Ziege und den Kindern wieder nach Hause und erledigt ist die „Gschicht“. Einen Bock braucht sie nicht zum Probieren, sie kennt das und lacht, wenn ich sie drauf anspreche.2018-04-11-PHOTO-00001461

Kommen Lämmer auf die Welt und werden von der Mutter verstossen oder das Schaf hat nicht für alle genug Milch, hat sie ein gutes Händchen, dass sie die Kleinen mit der Flasche aufzieht.

Früher, als Tina, unsere Noriker Stute, noch Fohlen bekam, schlief Rosi und  ihr Mann Werner in der Ziegenbox nebenbei, um die Geburt nicht zu versäumen und bei ihrer Tina mit dabei sein zu können.

Für mich ist meine Schwester Rosi eine wahre Tier-Flüstererin !

Bis zur nächsten Bauernhofgeschichte. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Von Zicklein, Kälbern und Fohlen

Im Frühjahr geht es hoch her am Hof, denn jedes Jahr aufs Neue stehen in dieser Zeit viele Geburten ins Haus – wobei, wohl eher in den Stall. Diese Zeit bringt viel Freude, da wir jeden neuen Hofbewohner gerne willkommen heißen. Sobald klar ist, dass eine Geburt kurz bevor steht, sind wir wachsam, damit wir den Tieren bestmöglich helfen können. Am schönsten und auch am einfachsten ist es, wenn die Geburt ohne Hilfe vonstatten geht und auch das Trinken und die Annahme Mutter-Kind von „Natur“ aus funktioniert.

In diesen Tagen konnten wir schöne Momente im Kinderstall erleben und freuen uns nun über unseren Ziegen- und Kuhnachwuchs. Beide Ziegen Lady und Fiona haben jeweils ein Kitzlein auf die Welt gebracht und die Geburt ohne fremde Hilfe gut geschafft. Im Kinder- und Kuhstall haben wir nun die heiße Phase der Geburten erstmal überstanden und erfreuen uns jeden Tag an unseren Zicklein und Kälbern.

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Als nächstes erwarten wir noch Nachwuchs im Pferdestall und bei der Häsin Magret und sind schon ganz gespannt und werden Euch hier und auf Instagram auf dem Laufenden halten.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Apfel-Time ….

Nun sind die Äpfel alle geerntet und zu Maische und Apfelsaft verarbeitet. Auch die guten Lederäpfel sind für den Strudel eingelagert und für die verschiedensten Mehlspeisen parat. Besonders beliebt sind bei unserer Familie nachfolgende Rezepte, die ich gerne bei meinen Bauernhofgeschichten für die Leser teile:

 

Katharinas Bedeckter Apfelkuchen:

Zutaten: 20 dag Margarine oder butter, 10 dag Zucker, 4 Dotter, 30 dag Weizenmehl, 1 Pkg. Backpulver, 1 Packung Vanillezucker, 1 Prise Salz, 10 Esslöffel Milch, 1-1,5 kg fruchtige Äpfel mit Schale, 1/8 lt. Most oder Wein oder Wasser, 2-3 Esslöffel Zucker, 4 Eiklar, 15 dag Zucker.

Zubereitung: Butter, Zucker und Dotter schaumig rühren. Mehl, Backpulver und Milch abwechselnd dazugeben, auf Backblech bei 180 Grad fast fertig backen. Äpfel schälen, vierteln, entkernen und mit Wein bzw. Wasser und evt. Zucker dünsten. Eiklar mit Zucker aufschlagen. Auf den fast fertig gebackenen Kuchenboden Äpfel verteilen und darüber den Schnee geben. So lange backen, bis die Baiser hellbraun ist. Schmeckt einfach lecker und hält sich auch ein paar Tage. Sehr saftig.

auch ein sehr gutes Rezept zum Nachmachen gibt es von „Backen mit Christina“ – ein gedeckter Apfelkuchen, der sehr einfach und schnell geht.

http://www.backenmitchristina.at/gedeckter-apfelkuchen/

(Foto von Christina Bauer)

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Viel Spaß beim Nachmachen und gutes Gelingen. Liebe Grüße vom Zittrauerhof im Gasteinertal, Katharina Schwaiger. http://www.gasteinurlaub.com

 

Wenn der Herbst Einzug hält

Langsam fällt jetzt Blatt für Blatt
von den bunten Bäumen ab.
Jeder Weg ist dicht besät
und es raschelt, wenn ihr geht.

Noch sind die Blätter an den Bäumen und das Rascheln der Wege lässt noch auf sich warten, doch zeigt sich schon langsam das erste Gelb in den Blättern unserer Gasteiner Bäume.

Doch nicht nur daran merkt man, dass der Herbst sich mit großen Schritten nähert, denn auch die Arbeiten am Zittrauerhof ändern sich wieder! Nachdem viel im Haus und am Hof zu tun war und wenig Zeit für die Bauernhofgeschichten blieb, will ich mich in nächster Zeit wieder mehr meinem Hobby widmen. Gemeinsam mit meiner Freundin Annika werden wir über das Bauernhofleben, den Arbeiten, Rezepten berichten.

Bis vor kurzem hörte man im Talboden noch selten das Kuhglockengeläute oder die Schafherden, denn die meisten Tiere waren oben auf der Alm, wo sie die Sommerwochen genießen und ordentlich Bergwiesen fressen konnten. Gut erholt sind die Tiere nun aber wieder an den Hof und bei den Bauern ins Tal zurück gekehrt. Im Gasteinertal wird der Almabtrieb nicht so groß wie in Tirol aufgezogen, es gibt auch gott sei DANK keine „wöchentliche Show“ für die Touristen, dennoch ist es – glaub ich –  für jeden Bauern schon eine Riesenfreude, wenn nach mehreren Stunden Wanderung und Viehtrieb sowohl  Mensch als auch Tier wieder heil im Tal angekommen sind. Die Milchkühe sind ja schon seit längerem wieder am Zittrauerhof, die letzten Tage kamen dann auch die Kalbinnen und Kälber runter ins Tal.  Man sucht die Weiden ab, treibt sie zusammen und dann werden die Tiere vom Stubnerkogel ins Angertal getrieben. Oft begegnet man noch Kalbinnen von anderen Bauern, hier muss dann darauf geachtet werden, dass man eben die „fremden Tiere“ zurückhält und sie nicht mit runtergetrieben werden und sie sich „vermischen“.

die letzten beiden Herbsttage waren einfach traumhaft – der Ausblick ins Tal, die Landschaftsbilder, die Ruhe am Berg, die zufriedenen Tiergesichter – das ist einfach was Wunderbares. Auch die Noriker Pferde wurden heute ins Tal geholt, da für die nächsten Tage unbeständiges Wetter angesagt wurde. Sie dürfen nun noch einige Wochen auf unseren sauren Wiesen verbringen, bevor sie im Stall „eingestellt“ werden.

Jetzt wo die Tiere wieder im Tal sind, gibt es allerhand zu tun: die Ställe müssen hergerichtet werden, die Stall- und Melkarbeiten sind wieder in vollem Gange und die Herstellung von Milchprodukten kann wieder richtig durchstarten!

Aber nicht nur im Stall bekommt man den Herbst zu spüren, denn auch im Garten fallen nun einige Arbeiten an. Denn die über den Sommer sorgsam gepflegten Pflanzen wollen nun geerntet und bald winterfest gemacht werden. Und so wird in nächster Zeit fast täglich jemand im Garten stehen und ernten – das ist sicherlich auch eine extra Bauernhof-Geschichte wert.

Und zuletzt noch ein paar schöne Bilder der letzten Tage, welche uns schon ein bisschen Puderzucker auf die Berge gezaubert hat. Jedes Jahr ist es aufs Neue faszinierend, wenn der Schnee das erste Mal im Jahr die Gipfel in sein weißes Kleid hüllt.

 

Der Zittrauerhof wünscht allen eine schöne Herbstzeit mit raschelnden Spaziergängen, kuscheligen Abenden bei Kerzenschein und den ersten Schneeballschlachten am Berg!

Ein besonderes „Event“, wie es die Tourismusmanager nennen, ist der demnächst stattfindende Erntedankumzug – nicht nur sehenswert, sondern bewundernswert, mit wieviel Mühe, Freude und Zeitaufwand alle Wägen und Tiere geschmückt werden !

Hinter den Kulissen

Auf den Bauernhöfen gibt es immer Arbeiten, die von außen gut sichtbar sind und manchmal auch ein bisschen Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wie in den letzten Wochen der Almauftrieb der Kühe, Pferde oder Kalbinnen oder das Heuen der Wiesen. Manchmal aber, da sind es die kleinen Aufgaben, die das bäuerliche Leben füllen und nur dann gesehen werden, wenn sie nicht gemacht werden :- ) Und über genau diese möchte ich heute berichten!

Da gibt es Arbeiten, die das ganze Jahr über geschehen müssen, um die Lebensqualität von Tier und Mensch zu erhalten. Dazu zählen auch die Ställe, die die Bauern während der Sommermonate gründlich reinigen, da in dieser Zeit der Großteil der Tiere auf der Alm oder auf der Weide sind. Der Stall wird vorgewaschen und danach mit dem Hochdruckreiniger sauber gereinigt und im Anschluß alles „rausgeweißelt“, sodass die Tiere, wenn sie im Herbst wieder einen sauberen Stall beziehen.

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Julia beim Reinigen im Kuhstall

 

Eine besondere Aufgabe ist die zweimal jährliche Reinigung im Kinderstall: Farben beim Maler geholt, geht es nach den Reinigungsarbeiten ans Werk, alles nachzumalen, was an Farben verloren hat.

Im normalen Alltag wird der Kinderstall gefegt, die Boxen täglich ausgemistet und wenn irgendwo ein bisschen Unordnung herrscht, aufgeräumt. Es gibt aber auch die besonderen Putztage im Kinderstall. Wenn die Putzeimer, Fetzen und Staubwedel zu den Ziegen, Schafen und Schweinen gebracht werden, dann heißt es am Freitag: Auf das Putzen, fertig und LOS! Dabei werden die Wandfließen runderherum feucht abgewischt, alle Flächen abgestaubt, die Tierbeschreibungen abgestaubt und die Decke von unseren achtbeinigen Freunden befreit. Also falls mal jemand in den Kinderstall kommt und eine Praktikantin oder die Bäuerin auf den Mauern zwischen den Ställen rumturnt und einen Besen schwingt, dann braucht man sich keine Sorgen machen! Sie sind nicht zu Hexen geworden, sondern machen die Decke sauber ;).

Neben diesen durchgehenden Arbeiten, findet man aber auch noch saisonal bedingte Tätigkeiten am Hof. Die Bauern machen die Wassergräben sauber und lassen sie ausbaggern, damit bei großen Regenmengen keine Überschwemmungen drohen. Das Holz wird für den Winter gehackt und bei trockenem Wetter zum Hof gebracht. Und der Opa sorgt auf der Alm neben der vielen Arbeit bei den Tieren stets für das Zerkleinern vom Holz, damit der Ofen angeheizt werden kann.

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Im Sommer bin ich als Bäuerin auch nur vormittags im Haus anzutreffen, nachmittags finden die Arbeiten meist im Freien statt und helfen mir,  die Seele baumeln zu lassen. Momentan müssen wir unsere Pflanzen, Blumen und Gewächse stets jäten und sind auch schon mittendrin beim Ernten der Blüten, Brennesselsamen und Brotkleesamen, um diese für unsere Kräutertees, Heukissen zu trocknen. Aber auch Beeren wachsen bei uns und wir freuen uns schon, frische Marmeladen und Säfte daraus zuzubereiten.

Das Leben am Bauernhof besteht zwar aus sehr viel Arbeit und es kommen immer wieder neue Sachen dazu, aber dennoch ist es wichtig, dass sich jeder Hofbewohner auch mal eine kleine Auszeit gönnt. Sei es mit einem kleinen Mittagsschlaf in der Sonne, einer Tasse Kaffee am Fischteich, Zeit mit den Kindern, ein bisschen länger schlafen oder einem kleinen Spaziergang. Aber das empfiehlt sich nicht nur für das Bauernhofleben, sondern jedem, auch wenn es nur eine Viertelstunde ist! Wenn es immer nur so einfach wär :- )  Eine schöne Zeit an alle meine Bauernhofgeschichten-Leser !

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Wenn der Stall zum Kreissaal wird!

Das ganze Jahr über gibt es bei uns am Zittrauerhof immer wieder Geburten, doch gerade im Frühjahr ist besonders viel los in unseren Ställen. Noch laufen viele Kleintiere trächtig durch die Gegend, doch schon bald wird es losgehen!

Ob Kinder-, Kuh- oder Pferdestall überall erblickt man momentan runde Bäuche und ab und an kann man sogar Bewegung darin erkennen. Doch wo erwartet uns nun Nachwuchs?

Im Kinderstall werden in den kommenden Wochen hoffentlich Lämmer und Kitzlein das Licht der Welt erblicken! Unser liebes Brillenschaft Molly ist nun das zweite Jahr in Folge trächtig. Mal sehen, ob es wieder so ein zuckersüßes Lämmchen wird wie im letzten Jahr! Auch die schöne weiße Ziege LADY und die Häsin Magret erwarten in den nächsten Wochen ihren Nachwuchs.

Gehen wir nun in den Kuhstall. Hier ist Jutta heute gerade Mama geworden und eine Kalbin hat demnächst ihren Geburtstermin.

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Mein Mann Matthias hilft fast 30 Kühen im Jahr bei der Geburt. Hier ein kleiner Einblick in den derzeitigen Kälber-Kindergarten 🙂

Die ersten Frühjahrsmonate haben wir dann so einiges zu tun hier am Hof, denn umso mehr Tiere da sind, umso mehr Arbeit fällt an. Aber es ist immer wieder schön,  die Kleinen aufwachsen zu sehen. Doch was passiert eigentlich mit den ganzen Tieren? Einen Teil der Tiere behalten wir selbst, andere hingegen werden direkt ab Hof verkauft oder versteigert. Denn auch das gehört zu dem alltäglichen Leben auf dem Bauernhof!

Doch werfen wir nun noch einen Blick in den Pferdestall! Denn auch hier stand in den letzten Tagen eine Geburt an. Unsere Norikerstute Perl, die älteste um genau zu sein, brachte in den letzten Tagen ihr Stutfohlen zur Welt. Drei Wochen zu früh – doch die Geburt selbst war problemlos, das Fohlen wurde erstversorgt, die Nabelschnur abgebunden, desinfiziert und der Tierarzt verabreichte eine Impfung gegen Fohlenlähme.

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Perl – unsere Norikerstute mit ihrem Zwergerl

Fohlen trinken über den Tag und die Nacht verteilt sehr häufig kleinere Mengen Stutenmilch. Unser neues Fohlen war leider 3 Wochen zu früh und hat die Zitzen nicht selbst gefunden, weshalb Matthias die Kleine die ersten zwei Tage mit der Flasche gefüttert hat. Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten hat es dann aber auch selbst den Weg zur Muttermilch gefunden.

 

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Wir dachten, unser Fohlen sei nun über den Berg, es trank brav und war quietschvergnügt, allerdings ist es nach wenigen Tagen plötzlich verstorben und wir waren alle sehr betroffen. Meine Oma sagte oft, „a Rössl, a Blüa“ (ein Fohlen, eine Blüte) und so scheint es auch bei diesem besonderen Fohlen gewesen zu sein, dass es nur kurzzeitig wie eine Blüte bei uns war.

Das Leben am Bauernhof hat sehr viele schöne Seiten und grade die Geburten sind eine Faszination des Bauernhoflebens, doch es gibt immer auch das Risiko, dass der Nachwuchs nicht überlebt oder es zu Komplikationen kommt. Nichts ist selbstverständlich. Das ist sehr traurig und schade, aber auch das gehört zu unserem Beruf dazu, mit dem man leben muss.

Wir halten Euch auf dem Laufenden. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof