Tierflüsterin Rosi

Heute möchte ich bei den Bauernhofgeschichten über meine „kleine“ Schwester Rosi Schuster vom Biohof Maurachgut schreiben. Sie hat viele besondere Fähigkeiten, eine davon ist ihr persönlicher Umgang mit den Tieren. Mit einer Seelenruhe geht sie ohne Strick mit Kälbchen, Schaf und Ziege zugleich spazieren und schenkt den Tieren das Vertrauen,  dass sie bei ihr bleiben und ihr gehorchen.

Kommt man nach Maishofen zur Versteigerung, sieht man sie auch des öfteren im Ring mit einer Kuh. Als Kind hat sie schon mit ihren Lieblingen, den Noriker Pferden, gespielt und ist auch des öfteren den Weg zu Fuß zum Hengst – Stubnerbauer runter gegangen. Hab ich sie begleitet, wurde ich von der Norikerstute Tina öfters an den Straßenrand gedrückt –  Rosi hat mit einer Freude und Selbstsicherheit das Pferd geschnappt und gelacht. Für mich ist sie ein großes Vorbild. So zierlich und doch so stark.20170529_104353 rosi mit ihren Tieren

Aber nicht nur zu Pferden hat sie einen besonderen Draht. Ist die Ziege bockig, sieht sie das und geht mit ihren Kindern und der Ziege zu Fuß zum Ziegenbock – entweder zum Nachbarhof Brandnerbauer oder runter nach Wieden zum „Kaiser“ und die Ziege wird belegt. Dann spaziert sie mit der Ziege und den Kindern wieder nach Hause und erledigt ist die „Gschicht“. Einen Bock braucht sie nicht zum Probieren, sie kennt das und lacht, wenn ich sie drauf anspreche.2018-04-11-PHOTO-00001461

Kommen Lämmer auf die Welt und werden von der Mutter verstossen oder das Schaf hat nicht für alle genug Milch, hat sie ein gutes Händchen, dass sie die Kleinen mit der Flasche aufzieht.

Früher, als Tina, unsere Noriker Stute, noch Fohlen bekam, schlief Rosi und  ihr Mann Werner in der Ziegenbox nebenbei, um die Geburt nicht zu versäumen und bei ihrer Tina mit dabei sein zu können.

Für mich ist meine Schwester Rosi eine wahre Tier-Flüstererin !

Bis zur nächsten Bauernhofgeschichte. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

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Manchmal kommt alles anders…..

…. als man denkt. Die grösste Freude im Stall hat ein Bauer, wenn die Geburten gut vorüber gehen und alle gesund sind. Ist das Neugeborene dann noch weiblich, springt das bäuerliche Herz in die Höhe.

Unsere Rappstute Perl brachte am 24.3. ein süßes Stutfohlen auf die Welt. Wir durften diese schönen Momente miterleben und waren ihr dabei behilflich. Dass Fohlen sich anfangs mit dem Trinken schwer tun, weil sie die Zitzen nicht richtig greifen und begreifen können, kann jede Mutter verstehen (beim Menschen ist es auch nicht viel anders). Auch unser Fohlen Jedenfalls war sowohl mit Fläschchen, als auch direkt bei der Stute nicht möglich.

 

Meinem Mann fiel auf, dass die Zunge sehr kurz ist und so riefen wir den Tierarzt und auch eine Tierklinik an, um nach Rat zu fragen.. Traurige Nachrichten fielen ins Haus – keine Rettung in Sicht, das Fohlen wird nie trinken oder fressen können. Wir mussten uns vom Fohlen verabschieden. Eine solche Situation bricht einem das Herz.

Zwei Tage darauf meldete sich der Pferdezuchtverband mit einer Suche nach einer Ammenstute, weil ein Fohlen dringend eine „Mutter“ bräuchte. Die Fohlen müssen beim händischen Aufziehen alle zwei Stunden gefüttert und versorgt werden. Wir meldeten uns, da Perl ja eine gute, erfahrene Mutter ist und wir sahen, wie sehr sie unter dem Verlust des Kleinen litt. Eine nette Pinzgauer Familie kam angefahren und zeigte uns stolz ihr Tigerfohlen, dessen Mutter gestorben ist. Wir besprühten beide mit Parfum und gaben ihnen Globoli – anfangs konnten sie sich gar nicht riechen, Perl zeigte sich nach fast 1,5 Stunden als gute Ersatzmama und ging der kleinen Ramona schon hinterher.

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Opa Hias gab der kleinen Ramona dann noch ein bisschen Hafer auf den Rücken, sodass Perl leichter begann, sie abzuschlecken und ganz langsam – anfangs sehr zögerlich und widerwillig, begann sie die Kleine trinken zu lassen. Schliesslich gaben sie die Männer in eine Box. Da ja Perl zwei Tage von ihrem Fohlen schon getrennt war, ging automatisch auch die Stutenmilch-Menge zurück und das Fohlen bekam zu wenig. Tierarzt Dr. Christ wusste auch hier einen Rat mit homöopathischen Mitteln und es wurde von Tag zu Tag besser. So hoffen wir jetzt einfach, dass es so bleibt und die beiden glücklich und ohne Komplikationen weiterleben 🙂

 

Auch wenn Ramona unser Fohlen nicht ersetzen kann und wir das Tigerfohlen nach dem Sommer wieder zurückgeben müssen, ist es doch schön, dass das Fohlen bestmöglichst versorgt wird und Perl in ihrer Lieblingsrolle – nämlich als Mama – aufgehen kann.

Alles Liebe vom Zittrauerhof im Gasteinertal und bis zur nächsten Bauernhofgeschichte. Katharina Schwaiger.

Von Zicklein, Kälbern und Fohlen

Im Frühjahr geht es hoch her am Hof, denn jedes Jahr aufs Neue stehen in dieser Zeit viele Geburten ins Haus – wobei, wohl eher in den Stall. Diese Zeit bringt viel Freude, da wir jeden neuen Hofbewohner gerne willkommen heißen. Sobald klar ist, dass eine Geburt kurz bevor steht, sind wir wachsam, damit wir den Tieren bestmöglich helfen können. Am schönsten und auch am einfachsten ist es, wenn die Geburt ohne Hilfe vonstatten geht und auch das Trinken und die Annahme Mutter-Kind von „Natur“ aus funktioniert.

In diesen Tagen konnten wir schöne Momente im Kinderstall erleben und freuen uns nun über unseren Ziegen- und Kuhnachwuchs. Beide Ziegen Lady und Fiona haben jeweils ein Kitzlein auf die Welt gebracht und die Geburt ohne fremde Hilfe gut geschafft. Im Kinder- und Kuhstall haben wir nun die heiße Phase der Geburten erstmal überstanden und erfreuen uns jeden Tag an unseren Zicklein und Kälbern.

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Als nächstes erwarten wir noch Nachwuchs im Pferdestall und bei der Häsin Magret und sind schon ganz gespannt und werden Euch hier und auf Instagram auf dem Laufenden halten.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Frühling auf den Teller

Jetzt, wo ab und an schon der Frühling über die  Gasteiner Bergen schaut, bekommt man doch schon richtig Lust auf leckere Frühlingsrezept, die den Gaumen erfreuen.

Besonders Lust hatte ich in den letzten Tagen auf frisches, selbstgemachtes Laugengebäck und eine Käse-Rolle mit Radieschen-Topfen-Füllung! Wem läuft jetzt grade schon das Wasser im Mund zusammen? Also hier ganz schnell das Rezept zum Nachmachen!

Käserolle nach Katharinas Art:

  • ca. 9-12 Scheiben Gouda Käse oder Tilsiter (kein Käse mit grossen Löchern, nicht zu dünn schneiden)
  • ca. 9 – 12 Scheiben Schinken
  • 150 g Topfen
  • Joghurt
  • Radieschen gerieben oder fein geschnitten
  • Radieschenblätter, Jungzwiebel, Kräutersalz

Käsescheiben auf ein Backblech inkl. Backpapier auflegen (überlappend) und bei ca. 70 Grad ein paar Minuten anschmelzen lassen, sodass der Käse die Käseblätter ein grosses „Blatt“ wird. Ein bisschen abkühlen lassen, danach den Schinken auch drauflegen und die Fülle aus Topfen, Joghurt, Salz, kleingeschnittene Radieschen, Blätter von den Radieschen, kleingeschnittene Jungzwiebel draufstreichen und wie eine Biskuitroulade einrollen. Auf einen flachen Teller oder Tablett geben und rein in den Kühlschrank zum Durchziehen. Mit Zick-Zackmesser nach ein paar Stunden runterschneiden und genießen.

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Dazu passt super gut frisches Laugengebäck 😉

Laugengebäck selbstgemacht: (15 – 20 Stk.)

  • 1000 g Weizenmehl
  • 2 Würfel frische Germ
  • 8 dag weiche Butter oder Öl
  • 2 Esslöffel Zucker
  • 2 Teelöffel Salz
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  •  Für die Lauge: 1 lt. Wasser, 2 Esslöffel (1 Packerl) Natron.
  1. Weizenmehl in eine Schüssel geben und am Rand salzen.
  2. In die Mitte eine Grube machen und die Germ,  Zucker  und ein bisschen vom lauwarmen Wasser hinzugeben
  3. Germ, Wasser und Zucker in der Mitte mit einem Löffel kurz verrühren und ein paar Minuten stehen lassen, bis die Germ geht. Dann die restliche Flüssigkeit sowie Butter oder Öl dazugeben und den gesamten Teig mit der Maschine kneten.
    (Es tut dem Teig gut, wenn er länger geknetet wird, dann wird er feiner.)
  4. An einem warmen Ort ein bisschen gehen lassen und aus dem Teig 15-20 Stk. runterschneiden, schleifen und nochmals für ca. 15 min gehen lassen.
    (Ob Knöpfe, Striezel oder Kugeln sind jedem selbst überlassen)
  5. Habt Ihr einen Apfelspalter zuhause? Dann einfach kurz bevor die 15 min um sind, bei den runden mit dem Apfelspalter runterdrücken und umdrehen (sodass das Muster unten ist) und noch ein bisschen gehen lassen.
  6. In der Zwischenzeit das Wasser mit Natron aufkochen, das Gebäck kurz eintauchen (beidseitig) und mit einem Hausfreund auf das Blech (inkl. Backpapier!!) geben. Mit dieser Musterung schauen die Laugenbrötchen dann wie Fussbälle aus. Lässt man sie länger in der Lauge, werden sie dunkler oder gibt man mehr Natron in das Wasser, wie jeder will. Unsere Kinder haben es lieber, wenn es zwar knusprig, aber nicht so dunkel ist.
  7. Bei 200 Grad ca. 15-20 min backen. Klingt die Unterseite hohl beim Draufklopfen, ist das Gebäck fertig. Man kann auch einen Teelöffel Backmalz hinzugeben bei der Masse, dann wird das Gebäck noch knuspriger und erhält eine schöne Bräune.

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Mahlzeit. Alles Liebe und gutes Gelingen. Katharina vom Zittrauerhof

Wenn irgendwas nicht so verständlich ist, einfach melden. Beim nächsten Rezept werden die Schritte wieder abfotografiert, dieses Mal war dafür kein Fotoapparat in der Nähe 🙂

 

 

Einzigartiger Brauchtum geht zu Ende …

…. aber nur für dieses Mal. In 4 Jahren wird der nächste Perchtenlauf in Gastein stattfinden und mit seinen 160 mitwirkenden Personen für besondere Freude unter den Einheimischen und Gästen sorgen. Der Gasteiner Perchtenlauf ist seit dem 14. Jahrhundert urkundlich nachweisbar und zählt damit zu den ältesten Brauchtums-Veranstaltungen im Salzburger Land.

Der Perchtenlauf in Gastein findet immer an 2 Tagen im Zeitraum vom 1. bis 6. Jänner statt. Es wirken ungefähr 160 Personen, davon ca. 30 Kappen-Träger mit. Die Perchtenläufer haben pro Tag eine Gehzeit von ca. 10 Stunden und eine Strecke von jeweils 12 bis 14 km zu bewältigen. Das Gewicht der Kappen beträgt bis zu 50 (!) Kilo und erreicht eine Höhe bis zu 2,50 Meter – eine enorme Anstrengung! Auf der von Gerhard Michel gestaltete Internetseite https://www.gasteinerperchten.com/ hat man die Möglichkeit, sich die Aufgabe jedes einzelnen Perchtenteilnehmers durchzulesen und sich von jedem ein „Bild“ zu machen. Von Frau Perchta, den Schnalzern, den vielen wunderschönen Kappen bis hin zum Perchtenobmann Andi Mühlberger – alles ist genau angeführt und erklärt. Über jede Figur eine kleine Geschichte.

Ich lasse mal die Bilder von meinen Schnappschüssen am Hof für sich sprechen:

Am Perchtenlauf dürfen nach altem Brauch keine Frauen mitwirken. Für jedes Haus, Hotel und Bauernhof ist es eine besondere Ehre, wenn die „Perchten“ vorbeikommen, um die Referenz zu erweisen.

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Die Perchten werden unterwegs verpflegt, eine dieser Labstation war bei uns heute vormittag am Zittrauerhof. Auch wenn die Vorbereitungen mit einigen Mühen verbunden sind, ist es ein wunderschöner Augenblick und eine einzigartige Möglichkeit, um die Kappen und Teilnehmer genauer zu betrachten.

Nach der Perchtenwurst und Getränken ging es für die ganze Gruppe wieder weiter Richtung Durzbauer.

Die „Nachtanzerinnen“ helfen ihrem Kappenträger beim Raufheben der Kappe.

Mein Schwager Thomas war auch als Nachtanzerin dabei, da freuten sich die Nichten und Neffen natürlich sehr. Und Opa Hias bekam ein besonderes Interview mit dem ORF.

Soeben ist auch der Bericht vom heutigen Tag im Internet (Gasteiner Perchten) http://tvthek.orf.at/profile/Salzburg-heute/70019/Salzburg-heute/13960220/Pongauer-Perchtenlauf-im-Gasteinertal/14212256  

„Treu dem Guten alten Brauch“ freuen wir uns auf ein Wiedersehen in 4 Jahren.

Alles Liebe, Eure Katharina vom Zittrauerhof.

Schwarzbeeren – eine Wucht !

Endlich ist es soweit – wenn die Schwarzbeeren auf der Alm reif werden, kribbelt es in meinen Händen und ich freu mich auf ein Zeitfenster, wenn ich Schwarzbeeren (Heidelbeeren) brocken –  „riffeln“ gehen kann. Gut gelaunt und bepackt mit Kübeln, Riffeln, einer guten Jause und Regenjacke geht es Richtung Stubnerkogel hinauf. Fenster auf und den herrlichen Ausblick genießen, die Bergschuhe anziehen und rauf auf den „Bichel“ (Hügel).

Da es in der Früh geregnet hat, war es ein bisschen rutschig. Was für eine Freude, auf diesem Platzerl war noch niemand und die Arbeit konnte losgehen. Eigentlich ist das Schwarzbeer-Brockeb für mich eine schöne Auszeit – Entspannung und keine Arbeit. Zwischendurch ein Päuschen, sich hinlegen für ein paar Minuten, den Wolken und den Bäumen zuschauen, wie sie sich bewegen – einfach schön. Nur wenige Kilometer vom Bauernhof entfernt, ist man in einer ganz anderen Welt und kann so gut abschalten.

Hat man die Kübel fertig geriffelt oder eben nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung, dann gibt man den Deckel auf den Kübel und geht vorsichtig wieder runter zum Fahrzeug. Dass nur ja nicht die Beeren ausgeschüttet werden, wär schade um die viele mühsame Klauberei. 🙂

Mit blauen Fingern und blauer Zunge kommen wir heim und strahlen. Kurz ein paar Minuten umziehen und ausrasten, dann werden die Heidelbeeren gleich gereinigt und von den Blättern befreit. Wir haben dazu ein Holzbrett, das seitlich eine Begrenzung hat, auf einer Seite wird das Brett erhöht und auf der anderen Seite kommt die Schüssel rein, das hat den Vorteil dass die Schwarzbeeren runterkullern und die Blätter eher am Brett kleben bleiben, das geht eigentlich dann ganz flott.

Die Blätter werfen wir nicht weg, wir trocknen sie und geben sie den Kälbern, wenn Durchfall droht. Sind die Heidelbeeren ausgeklaubt, verarbeiten wir sie zu einer guten Heidelbeermarmelade oder trocknen sie für uns und es gibt fürs tägliche Bauernhoffrühstück frische Schwarzbeeren ins Joghurt und einen leckeren Kuchen.

Sehr erfrischend und wirklich schnell gemacht, ist die Joghurt-Heidelbeer-Schnitte oder die beliebten Schwarzbeer-Nocken. Doch bevor ich Fotos machen konnte, war der Blechkuchen schon gegessen, das kommt dann bei den nächsten Bauernhofgeschichten. Dann widme ich mich guten, einfachen Rezepten rund um die Schwarzbeeren/Heidelbeeren.

 

Liebe Grüße vom Zittrauerhof

Eure Bäuerin Katharina

einmal Kaltblut …. immer Kaltblut !

Auf nach Bayern hieß es für die Noriker Stute Olivia im Mai 2017 zu ihrer neuen Besitzerin Katrin, dessen Herz besonders für die Noriker schlägt.

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Wir erhielten vor ein paar Tagen nette Zeilen von ihr und ich finde, es ist eine Bauernhof-Geschichte wert. Uns freut es immer besonders, wenn wir Tiere verkaufen und auch im nachhinein noch Kontakt haben und Positives hören. Die beiden haben sich wohl gesucht und gefunden.

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Im Dezember 2016 mussten wir unsere 18jährige Noriker Stute Nora über die Regenbogenbrücke ziehen lassen. Es hat ein paar Monate gedauert bis wir uns wieder dafür entschieden haben, dass wieder ein Pferd in den Stall muss, denn ohne Pferd geht es einfach nicht. Bei der Frage, welche Rasse es werden sollte, mussten wir nicht lange überlegen. Es sollte wieder ein Noriker werden und am liebsten ein Rappe! Am 19.05.2017 sind wir dann auf die Anzeige vom Zittrauerhof Gastein aufmerksam geworden! Am nächsten Tag haben wir dort auch gleich angerufen und Sonntagabend hatten wir dann nochmals telefoniert und für den 23.05.2017 was ausgemacht. Da die Strecke einfach knapp 300km hat, hatten wir uns kurzfristig dazu entschlossen, gleich mit dem Pferdeanhänger zu fahren. Als wir um die Mittagszeit dort ankamen, wurden wir von der Familie Schwaiger gleich herzlich begrüßt. Wir wurden auch gleich zur Wiese mit den Pferden geführt, wo uns durch den Matthias dann die Olivia vorgestellt wurde. Nach kurzer Überlegung und einem Proberitt haben wir uns dann dafür entschlossen, die Olivia mit zu uns in den Bayerischen Wald zu nehmen. Die Rückfahrt verlief ohne Probleme und sie war sehr brav –  während der langen Fahrt. Im neuen Stall hat sich unsere Olivia auch ziemlich schnell eingewöhnt. In den ersten beiden Wochen haben wir die nähere Umgebung durch Spaziergänge erkundet. Autos, Mopeds, Radfahrer usw. hat sie gar nicht interessiert, als diese unseren Weg gekreuzt haben. Sie hatte auch schon einige Termine, seit sie bei uns steht. Unter anderem war der Tierarzt zwecks Impfungen da. Unseren Hufschmied Viktor sowie den Pferdezahnarzt hat sie auch schon kennengelernt! Alle 3 Termine hat sie sehr brav gemeistert. Seit 09.06. haben wir die Olivia nun in den Beritt gegeben! Auch dort hört man nur positives von ihren Ausbilderinnen!

Ich selber reite jetzt seit ca. 14 Jahren und es ist zu meinem Lieblingshobby geworden. Angefangen habe ich mit Warmblütern in einem Reitstall. aber dann durfte ich 10 Jahre ein Kaltblut reiten und ich möchte deswegen auch gar keine andere Rasse mehr reiten! Einmal Kaltblut immer Kaltblut! Auch Kaltblüter können sportlich sein! liebe Grüße aus Bayern.

 

Auf die Alm gehen …

Zu unserem Zittrauerhof gehört auch eine Almhütte. Die Zittraueralm liegt am Stubnerkogel auf 1.872 m Seehöhe in der Nähe der Mittelstation. Unsere Hütte ist sehr alt und einfach, aber urig und einfach gemütlich.

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Auch wenn auf unserer Almhütte kein Gäste-Ausschank erfolgt, gibt es jede Menge Arbeit. Bereits im Frühjahr gehen die Vorbereitungen für unsere Almzeit los, denn bevor die Tiere auf den Berg kommen, müssen die Zäune erneuert werden, Lärchenstempel geschnitten und zu den Zäunen getragen werden. Klamperl (U-Hakerl zum Befestigen der Stacheldrähte) müssen ausgebogen werden, damit man sie wiederverwenden kann. Und es werden neue Weidezäune gespannt.

Auch die Wegrinnen müssen ausgeputzt werden, damit bei Unwettern, wie es derzeit ja öfter ist, das Wasser besser abrinnen kann. Auch die meist begangenen Wege der Tiere müssen „gstoant“ werden, d.h. man sammelt die größeren Steine, die auf den Tierwegen liegen, damit sie sich beim Gehen nicht verletzen. Die Tore gehören überprüft und ggf. repariert.

Und natürlich stehen nicht nur Vorbereitungen draußen an, sondern auch die Hütte muss sauber geputzt, die Betten frisch bezogen, das Milchkammerl gereinigt und die Zimmer für uns hergerichtet werden… Und wenn das alles fertig ist, kann es losgehen und die Milchkühe samt Opa Hias (und die Kinder) verbringen den Sommer auf der Alm. 

  

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ich liebe diese Stub´n – so heimelig und gemütlich

 

Heute haben wir bereits die Kälber und Pferde auf die Alm gebracht. Denn nicht nur der Großteil der Kühe verbringt die Sommermonate dort oben, auch unsere Noriker Pferde und die Islandstute.

Auch Almbauern, die im Sommer die Weide für die Heu-Ernte brauchen, bringen die Pferde auf unsere Alm zur Sommerfrische. Ein besonders schönes Bild für jeden Wanderer, wenn man dann mit der Gondelbahn hochfährt und man viele Pferde und Kühe sieht.

Aber nicht nur unsere Tiere verbringen den Sommer auf der Zittraueralm. Auch Opa Hias zieht für die Sommermonate auf den Berg und kümmert sich dort mit Liebe und Hingabe um alle Aufgaben, die so anfallen. Und man muss wirklich sagen: Hias ist für das Leben dort oben geboren. Er ist ein richtiger Alm-Öhi und hat vom Land auch schon Auszeichnungen für die langjährige Treue bekommen.

 

Man muss dazu berufen sein, um täglich so früh aufzustehen und bei Wind und Wetter rauszugehen, um die anstehenden Aufgaben in der Natur und mit den Tieren zu erledigen.

Unsere Kühe werden auf der Alm zweimal täglich gemolken. Schon ganz früh um ca. 4.30 Uhr holt Hias, Matthias oder die Kinder unsere Kühe zum Melken. Meist treibt er sie bereits abends in die Nähe der Hütte, damit er in der Früh sehen oder zumindest hören kann, wo sie sich befinden. Grad in der Früh oder bei extrem schlechten Wetter merkt man dann auch, wie wichtig die Kuh-Glocken sind, um sie orten zu können. Nachdem die Tiere gemolken sind, werden sie wieder in die Natur gelassen, wo sie sich die Bäuche mit frischem Gras und Kräuter vollschlagen und ihr Leben genießen. Der Scherm, so wird der einfache „Stall“ auf der Alm genannt, wird dann gesäubert, wieder eingestreut und die Milch gekühlt.

Hias fährt dann mit der frischen Alm-Milch hinunter ins Tal und bringt sie an den Hof. Die Tanks werden gereinigt und nach dem Mittagessen tritt er wieder die Fahrt auf die Alm an. Anschließend schaut er beim Rauffahren nach dem Jungvieh und den Pferden und um vier Uhr werden die Kühe ein weiteres Mal geholt und gemolken.  Nach dem Abendessen im gemütlichen Stüberl kann Hias zur Ruhe kommen, bevor es am nächsten Tag um 4.30 wieder mit dem Melken los geht.

Wir wünschen allen Sennleuten, Bauern, Auszeitlern einen guten, gesunden und unfallfreien Alm-Sommer. Alles Liebe von Bäuerin Katharina, Zittrauerhof http://www.gasteinurlaub.com

Neues aus der Bauernküche!

Heute ist es mal wieder Zeit, ein bisschen was aus der Küche zu erzählen!

Die Küche ist für mich der wichtigste Raum in unserem 400 Jahre alten Bauernhaus. Hier trifft sich die Familie mehrmals täglich – ob zum Essen, Kochen, Spielen, Schulaufgaben machen, Musizieren oder einfach nur zum Zusammensitzen.

Sehr beliebt bei uns am Zittrauerhof ist unser frischer Natur-Joghurt! Ein bis zwei Mal in der Woche bereiten wir diesen frisch zu, damit alle Hofbewohner und Gäste ihn genießen können.

Diese Art der Joghurtzubereitung habe ich von meiner Schwiegermutter Rosemarie gelernt und seither so gemacht – und genauso gebe ich das Rezept an Euch weiter, wenn ihr an der Zubereitung interessiert seid ! Ideal ist es, wenn man aus hygienischen Gründen für die Milchverarbeitung immer die gleichen Töpfe, Schneebesen etc. verwendet und diese Kochutensilien eben nur für die Milchverarbeitung 🙂

  1. Frische Vollmilch auf 90 Grad erhitzen (ich nehme meistens 5 Liter) – ab und zu umrühren und mit Thermometer messen)
  2. Bei 90 Grad vom Herd nehmen und auf 45 Grad abkühlen lassen (entweder auf einen Rost geben und von selbst abkühlen lassen oder wenn man es eilig hat, Topf ins Waschbecken geben und ein kühles Wasser vorab reinlaufen lassen),
  3. Ist die Temperatur erreicht, werden die Joghurtkulturen hinzugegeben. Ich nehme eine Portion von der Größe einer Erbse. Dann zügig umrühren!

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  1. Direkt in 6 große halb-Liter-Gläser füllen (Gläser zuerst sauber waschen und ggf. kurz ins Backrohr zum Desinfizieren), befüllen mit Milch und verschließen
  2. Gläser in einen großen Topf stellen, dessen Wasser 45 Grad hat. Mit Deckel zudecken und für 10-12 Stunden ruhen lassen. Idealerweise am Rand vom Holzherd 10 -12 Std. stehen lassen, dann bleibt die Temperatur konstant. Wenn das nicht möglich ist, dann kann man auch ab und an warmes Wasser wieder reingeben, sodass die Temperatur erhalten bleibt. Wichtig ist beim Joghurt, dass die Gläser fast bis zum Deckel im warmen Wasser sind.
  3. Meist mach ich das Joghurt am Morgen und am Abend, nach ca. 10 Stunden, geb ich die Gläser in den Kühlschrank, dann können sie noch „ziehen“ und am nächsten Morgen ist der Joghurt fertig. Mahlzeit !!

Ich serviere meinen Joghurt am liebsten mit Apfelmus und einer Prise Zimt. Aber auch Hollerblütengelee oder Wipferlhonig (eher dünnflüssig) und andere Marmeladen eignen sich hervorragend! Einfach mal ausprobieren und die Lieblingsmischung finden. Kleiner Tipp: An heißen Sommertagen erfrischt Naturjoghurt pur sehr gut!

Oder hier eine aktuelle Kreation: Joghurt mit Erdbeermarmelade und Zimt!!!

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P.S: Die Joghurtkultur bestell ich meistens bei http://www.hoeller-marketing.at oder bei http://www.bhg.co.at. Die Kulturen bewahrt man dann im Gefrierfach auf, beim Verwenden einfach benötigte Menge rausnehmen und dann gleich wieder ins Gefrierfach geben. Mit einem solchen Packerl wie oben abgebildet, kommt man lange aus. Wir bestellen meist die Kulturen für Topfen, Joghurt, Frischkäse etc. für ein Jahr auf einmal oder bestellen gemeinsam mit anderen Bäuerinnen.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Nachkochen,

Eure Bäuerin Katharina

Frühlingsgefühle …

Wer von uns hat in diesen Tagen keine Frühlingsgefühle ? Die immer länger werdenden Tage, die herrlichen Sonnenstrahlen, die unseren Körper und unser Herz erwärmen und die einzelnen Fleckerl, die schon aper werden. Einfach schön und es tut der Seele gut.

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 Auch die Tiere spüren, dass es schon bald Frühling wird und wollen, obwohl noch die Schneedecke im Tal ist, hinaus ins Freie. Wie wohlig sie sich auf der Schneewiese bewegen, laufen und hüpfen, einfach eine Freude, ihnen zuzusehen.

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Wenn das Wetter so herrlich ist und die Berge so viel Kraft und Freiheit ausstrahlen, dann spiegelt sich das auch bei der Stimmung unserer Gäste wider. Da und dort ein Lächeln am Morgen und innere Zufriedenheit, die sich breit macht. Das ist doch für die meisten von uns das schönste Urlaubserlebnis, mitten in der Natur zu sein, schönes Wetter zu haben und „frei“ zu sein, einfach mal den Tag ohne Druck, Sorgen und Aufgaben gemeinsam genießen zu können.

Diese Jahreszeit ist auch eine Zeit der Geburten. Im Kuhstall kamen in den letzten Wochen einige Kälbchen zur Welt – darunter auch die kleine Greta und Edelweiß !

Bald wird es auch im Kinderstall Nachwuchs geben – das Brillenschaf und die Ziegen sind schon kugelrund – die Kinder gehen mit ihnen schon spazieren, denn Schwangerschaftsgymnastik tut den Tieren ebenso gut.

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Alles Liebe vom Zittrauerhof und lassen wir uns von den Frühlingsgefühlen verzaubern ! Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof