Lavendelduft liegt in der Luft …

Passend zum Sommer hab ich heute ein schönes Rezept für all jene, die die blumige Note des Lavendels lieben. Der Lavendelsirup eignet sich besonders gut zum Aufpritzen mit kühlem Mineralwasser, Sekt oder Weißwein. Viel Spass beim Nachmachen und gutes Gelingen ! Für den Sirup kann man je nach Geschmack bzw. Jahreszeit frische oder getrocknete Blüten des Lavendels verwenden.

Man benötigt: (am besten gleich mehrfache Masse machen) 
200 g Zucker
150 ml Wasser
3 EL Zitronensaft (oder ein bisschen Zitronensäure)
2 EL Lavendel, getrocknet oder frisch:

Zubereitung:

Zucker, Wasser und Zitronensaft unter Rühren in einem Topf erhitzen
5 Minuten leicht köcheln lassen. Topf vom Herd nehmen und die Lavendelblüten unterrühren. Topf luftdicht mit Folie abschließen und 3 Tage ziehen lassen, bei getrocknetem Lavendel reichen einige Stunden.

Nach 3 Tagen abseihen und in saubere gut ausgespülte Schraubflaschen oder im Backrohr desinfizierte Flaschen abfüllen. Den fertigen Lavendelsirup kühl lagern.
Schmeckt ganz toll zu Sekt und über Eis! Köstlich!

 

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Viel Spaß beim Nachmachen und gutes Gelingen !

Eure Bäuerin Katharina

 

 

 

 

 

… auf die Plätze – fertig – los – zum Heign is!!

Wenn der Löwenzahn verblüht ist, haben die Bauern ein besonderes Kribbeln in den Beinen, die Wetterberichte werden intensiver beobachtet und man schaut auf die alten Zeichen, die die Natur uns preis gibt. Wann gehts los mit der Mäherei ? Mein Tati (Papa)  hatte sehr lange ein besonderes Gespür dafür, schaute auf seinen Südtiroler Barometer und ging oft noch bei Regen ausmähen und wusste, jetzt wird es schön!! Da hiess es dann oft, „wenn der Jakob mäht, dann gemma a“.  🙂

tati beim mähen
Unser Tati beim Mähen

Es wäre jetzt auch Zeit zu mähen und die Wiesen sind reif für die Ernte. Nur macht einem das Wetter oft einen Strich durch die Rechnung und es wird in den letzten Jahren immer schwieriger, den Silo bzw. das Heu „trocken“ ohne Regengüsse einzubringen. Auch die ganze Technik kann einem die Entscheidung nicht abnehmen, ob es tatsächlich „halten wird oder nicht“. Passt dann endlich das Wetter so wie am 7. Juni – hört man schon früh morgends die Mäher laufen, die Traktoren auf den Straßen fahren und man weiss, die nächsten Stunden gibts jede Menge zu tun. Ich liebe den Geruch von frisch gemähtem Gras, ihr sicherlich auch oder ? 

Im Frühling werden die ganzen Traktoren, Maschinen, Kräne gewartet, kontrolliert, die Messer ausgewechselt, geschliffen und geputzt. die Sensen „gedongelt“. Damit man dann, wenn das Wetter passt, schnell reagieren kann. Für jene Bauernhof-Geschichtenleser, die noch nie bei einer Heu-Ernte dabei waren, möchte ich gerne schreiben, wie es bei uns abläuft, wenn gemäht wird.

155_5511Passt das Wetter, muss zuerst mit dem Mäher und der Sense „ausgemäht“ werden, wir haben zwar viele flache Wiesen, aber es sind viele Gräben dazwischen. Es ist wichtig, dass die Wassergräben immer gemäht und geheut werden, sonst wächst alles zu. Ist dann ausgemäht, fährt mein Mann mit dem Traktor und mäht die Wiesen mit dem Mähwerk. In Gastein wird im Sommer meist dreimal gemäht, das erste Mal nennt man „Vorgras“ und wir geben diesen ersten Schnitt meist in die Silage. Ist alles gemäht, sausen wir aufs Feld und rechen händisch mit der Hand die  Feldränder und heuen die Gräben aus. Dann kommt Opa Hias oder im Sommer auch unser Praktikant Thomas Scheiblbrandner und wendet mit dem Kreisel-Heuer das Gras, damit es abtrocknen kann.

siloballen verkaufFür die Silage braucht man einen sonnigen Tag, für das Heu mindestens zwei. Mähen wir ein steiles Stück, man sagt in Gastein, eine Leitn, so kehrt man manche Teile, die man mit den Maschinen nicht erwischt, mit der Hand um, dass sie trocknen können. Der Duft, wenn das Gras am Boden liegt, ist einfach fantastisch.  Wenn man länger am Feld ist, nimmt man sich eine Wasserflasche mit. Bei mir daheim war es so, dass das kleinste Kind immer der Wasserträger war und die grösseren haben geheut. Auf den Bergbauernhöfen muss trotz spezieller Maschinen noch sehr viel per Hand gemäht und geheut, umgekehrt werden, dazu gehört viel Wertschätzung und Achtung!  Es ist bewundernswert und schön, dass in unserem Tal noch so viel gemäht wird und dass die Familien zusammenhelfen, gerade wenn viel mit der Hand zu heuen ist. Drängt das Wetter, muss man noch einen Zahn zulegen und schneller heuen. Hat die Sonne das Gras bzw. Heu wunschgemäß getrocknet, wird das Gras zu „Riedeln“ zusammengeschlagen, damit der Traktor mit dem Ladewagen oder der Siloballenpresser das Gras aufheben kann. Soll das Gras zu Heu werden, muss es mehrmals gewendet werden, es braucht mind. 2 Sonnentage. Einige Bauernhöfe haben inzwischen Belüftungsanlagen, sodaß man das Heu auch wenn es noch nicht ganz trocken ist, ernten kann und belüftet es im Anschluß in der Hien (Scheune).Bei dem wechselhaften Wetter sicherlich die beste Investition.

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unser unvergeßlicher Willi beim Einfutter-Mähen

 

Auf jeden Fall ist die Heu-Ernte immer wieder schön und es gibt für keinen Bauern mehr Freude, wenn alles trocken geheut werden konnte und nichts angeregnet wurde. Regnet es einem dazwischen, muss die ganze Arbeit nochmals gemacht werden und zusätzlich hat man den Nachteil, dass das Futter an Wert verliert. Hat man Pech, liegt das Gras tagelang,  und wird dann bei den Bauern als „Fuchs“ bezeichnet… Dann hoffen wir mal, dass das Wetter entgegen der Prognosen besser wird und wir Bauern wieder zur Heu-Ernte starten können. Einen schönen Vatertag euch allen ! Katharina

 

Muuuuh… das geht auf die Kuh !

Wär hätte es gedacht, aber heute geht es um unsere Kühe. Wobei falsch, viel mehr geht es um das, was unsere Kühe uns geben! Die Milch… Manch einer mag jetzt vielleicht schon denken: Was will Katharina denn jetzt??? Ich weiß, dass das Thema Milch momentan in aller Munde ist, doch es bestimmt und beeinflusst ja auch unser Leben hier am Hof. Schließlich waren und sind wir seit Jahrzehnten ein Milchbetrieb und möchten es auch bleiben – wie viele andere Bauern auch !!! Der derzeitige Milchpreis, der Vermarktungspreis für die Kühe stimmt jedoch allgemein sehr bedenklich.

Grasende Kühe inmitten der Naturlandschaft
alle Milchviehbetriebe bekommen die Dumping-Preise im Supermarkt zu spüren

Ich möchte einfach diese Woche mal meine Gedanken mit euch teilen, vielleicht kennt jemand auch Antworten auf Fragen, die ich mir selbst nicht beantworten kann…

Milch ist bei uns, als auch bei anderen im Haushalt allgegenwärtig. Ob beim Frühstück, Mittag oder Abendessen; zum Backen, Kochen oder einfach so zum Verzehr; in frischen Produkten oder in Fertigwaren im Supermarkt, überall findet man Milch. Bewusst oder unbewußt wird sie täglich benützt. Und doch ist man nicht bereit mehr für ein Päckchen oder eine Flasche Milch zu zahlen? Oder würden die Menschen sogar mehr zahlen für dieses kostbare LEBENSmittel? Ich weiß es nicht…

Gerade weil Milch in so vielen Produkten enthalten ist und regelmäßig verwendet wird, sollte es doch eigentlich ein Bewusstsein bei allen geben, das auch wertzuschätzen. Vier Euro für einen Energydrink bezahlen, aber bei einem Liter Milch knausern? Ich finde das kann doch einfach nicht sein.

Joghurt

Vielleicht sehen viele Menschen auch gar nicht, was eigentlich hinter der Milch steckt oder sie kennen einfach nicht den Geschmack von richtig guter Vollmilch frisch vom Hof. Eine Praktikantin aus Deutschland sagte mir mal: „Katharina, ich habe diese Woche das erste Mal wieder Milch zu Hause probiert. Und sie hat einfach nicht geschmeckt. Früher war der Geschmack für mich normal, aber nach Wochen mit frischer Alpenmilch von euch ist das einfach kein Vergleich mehr“.

Und ja man kann sagen: Milch ist nicht gleich Milch! Man schmeckt den Unterschied. Ob frisch zum Trinken oder im Joghurt. Unsere Kühe gehen jeden Sommer hoch auf die Alm und fressen saftiges Almgras und Alpenkräuter. Und ich behaupte und das ist auch bei den Molkerei-Ergebnissen Fakt, dass man das schmeckt ;).

Und jetzt hab ich Lust auf ein Glas Milch! Ihr auch? Dann geht doch mal zum Bauern um die Ecke oder kauft die gute SalzburgerLand Milch im Geschäft. Super lecker, super gesund und einfach gut! Ich bin mal positiv gestimmt und hoffe, dass der eine oder andere dies beherzigt und sich etwas Gutes gönnt – sei es in Form von Käse, Milch, Joghurt, Kuchen, Aufstriche, Topfen usw. – jeder einzelne ist wichtig. Auch wenn nachfolgendes Plakat eine andere Tier-Rasse darstellt, stimmt der Beitrag voll und ganz.

milchpreis

Eure Bäuerin Katharina

 

Einfach und gut – gedrehtes Baguette

Eigentlich wollte ich die wöchentliche Bauernhof-Geschichte schon früher reinstellen, aber die Feiertage haben es so in sich – grad wenn die erste Heu-Ernte anbricht. Jeder, der auf einem Bauernhof arbeitet oder als Gast dort Urlaub macht, weiss ich damit meine 🙂  Dieses Baguette-Rezept hab ich von Annika, einer tüchtigen Praktikantin vom Vorjahr bekommen, die jetzt selbst viel bäckt und gerne kocht. Das Rezept ist ideal, wenn man abends noch schnell den Teig machen kann und morgends das Baguette frisch rausbacken will. Beim letzten Besuch auf der Alm hatten wir es auch als Jause mit – lecker , lecker…

almeindrücke

Zutaten

1000 g Dinkelmehl
600 ml Wasser, eiskaltes
½ Würfel Hefe
3 TL Salz
2 Prise(n) Zucker

Zubereitung

Alle Zutaten zu einem Teig mit Hand oder Küchenmaschine gut verkneten. Den Teig in ein ausreichend großes und bemehltes rundes Gefäß mit Deckel geben (Bsp. Tupper-Germteigschüssel) Deckel darauf und für ca. 10 – 12 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Danach den Backofen auf 240°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Teig erst dann aus dem Kühlschrank holen. Er sollte gut aufgegangen sein (mindestens doppelt so hoch wie vorher), auf ein bemehltes Brett geben, nicht mehr kneten! Mit einem Messer in 6 Teile teilen (wenn man große lange Baguette haben will, einfach weniger oft teilen) und jeden Teigstrang etwa 2 Mal drehen. Die Brote nicht mehr gehen lassen, gleich auf ein Backpapier und auf ein Blech – im vorgeheizten Rohr backen – ca. 15 min, 240 Grad, dann auf 220 runterschalten und je nach gewünschter Bräunung weitere 15 min backen. Dann auf ein Gitter geben, auskühlen lassen.

Ich frier die Baguette auch immer ein,geb sie allerdings wenn sie gut lauwarm sind noch in den Gefrierschrank bzw. Kühltruhe, dann bleiben sie mittig ein bisschen saftiger, wenn man sie auftaut.

Grad bei sommerlichen Temperaturen schmecken diese Baguettes gefüllt mit Salat, Wurst, Käse, Topfenaufstrich, Tomaten usw. einfach gut. Gutes Gelingen. Bäuerin Katharina

 

Was liegt denn da auf der Weide?

Momentan ist bei uns so einiges los im Kinderstall am Zittrauerhof! Im Februar der Nachwuchs unserer lieben Molly, zu Ostern unsere kleinen Häschen und nun stand schon die nächst Geburt ins Haus. Die Wunder dieser Welt sind einfach atemberaubend.IMG_6222

Gestern war es soweit, dass unsere liebe Fiona – die Tochter von Flecky – mitten auf der Weide Zwillinge zur Welt brachte.

Diese Art von Ziegen stammen von den Bezoarziegenziegen ab, welche früher in Mittel- und Südeuropa, Vorder- und Zentralasien sowie in Nordafrika lebten.Sie sind sehr robuste Tiere und durch ihren Körperbau optimal an das Leben in den Bergen angepasst.

Und heute gab es dann die zweite Überraschung: gleich am Vormittag brachte Flecky ihr Zicklein zur Welt, gleich nach der Geburt ist es aufgestanden und gewackelt. Die Fotos wurden eine Stunde nach der Geburt gemacht 🙂

2016-04 Zicklein auf der Welt Flecky

Wie man auch sehr gut auf den Fotos erkennen kann, gehören viele Ziegenrassen zu den Hornträgern. Aber die Hörner sind keines Falls nur auf die männlichen Tiere beschränkt. Denn auch die Geiß trägt dünne, kurze Hörner, die leicht gebogen sind. Der Ziegenbock prahlt dagegen mit seinen kräftigen, stark nach hinten gebogenen Hörnern, die bis zu einem Meter lang werden können.

Unsere Ziegen suchen sich ihr Futter auf der Weide selbst. Am Morgen und am Abend bekommen sie noch zusätzlich ein bisschen Heu und hartes Brot als Leckerli. Im Winter werden sie zwar auch manchmal ausgeführt ins Freie, gefüttert werden sie aber nur im Stall mit Heu, ab und zu Karotten und auch ab und zu hartes Brot. Frisches Wasser muss immer – ob auf der Weide oder im Stall -zur Verfügung stehen.

Wir freuen uns sehr über unseren Nachwuchs am Hof und ich hoffe, ihr auch !

Eure Bäuerin Katharina

Das Frühjahr hat es in sich …

… in den kommenden Tagen werden wir über die Außenarbeiten am Bauernhof berichten. Einiges ist sicher bekannt, einiges für viele neu. Damit man einfach weiß, was alles an Arbeit dahintersteckt. Da jetzt die Generalreinigung nach der Saison auch wieder losgeht, möchte ich einen Artikel veröffentlichen, der zwar schon mal online war, aber sehr lesenswert ist. Geschrieben von einer ganz rührigen Praktikantin, die immer wieder von sich hören läßt und ihren Weg meistert.

…ganz so einfach ist das Putzen am Zittrauerhof aber nicht! Heute möchte ich euch aus der Sicht einer Praktikantin über einen Teil der Arbeit hier am Hof berichten.

„Nach dem Praktikum kannst du in jedem 5 Sterne Hotel anfangen“, meinte Katharina schmunzelnd schon gleich zu Beginn. Anfangs habe ich ihr das nicht so recht geglaubt. Ich dachte: Zimmer putzen kann doch jeder. Ok, das Bad ist vielleicht noch eine Sache für sich, aber der Rest – kein Problem! Falsch gedacht!!! Ich war erstaunt, was es alles zu beachten gibt. Jede Ecke, jede Schublade und jede noch so kleine Lampe muss geputzt werden. Und vor allem das Bettenmachen ist eine Wissenschaft für sich. Denn Bett ist nicht gleich Bett. Ich habe die verschiedensten Techniken gelernt, wie man Atmosphäre in die Zimmer bekommt. Ob Herz oder Rolle, ich kann nun schöne Betten zaubern, in die sich jeder gerne reinlegen würde. Und zum Schluss kommt noch ein Heukissen dazu, damit man bei frischem Kräutergeruch ins Traumland abschweifen kann.

Und jetzt stecken wir mitten im großen Herbstputz. Da heißt es dann Grundreinigung. Ich dachte, mehr putzen geht eigentlich kaum noch. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Zusätzlich zu den normalen Putzarbeiten werden nun auch noch die Auflagen, Matratzen und Kissen tiefengereinigt und die Bettwäsche mit einem Hygiene-Reiniger durch die Waschmaschine gejagt. Lampen werden geöffnet und jedes noch so kleine Glas aus den Schränken wird im Tageslicht betrachtet und poliert. Und auch das Bad kommt nicht zu kurz! Mit einem speziellen Hochdruckreiniger wird jede noch so kleine Fuge sauber gemacht und strahlt danach wie neu.

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unser neues Zirbenholz-Schlafzimmer

Doch mit der Reinigung der Zimmer ist es noch lange nicht getan. Täglich wird das komplette Haus und der Hof gekehrt, damit schon der erste Eindruck ein Gefühl des Wohlbefindens auslöst.

Und auch das Aufdecken des Frühstückgeschirrs ist eine Frage der Ordnung und Sauberkeit. Das Besteck muss poliert, die Serviette sauber gefaltet und das Geschirr ordentlich hingestellt sein. Das wichtigste Utensil ist hierbei ein leicht feuchtes Poliertuch. Damit erwischt man jeden noch so kleinen Fingerabdruck.

Doch woher weiß Katharina eigentlich alles über das Saubermachen? Keine Hausfrau kann einfach so einen riesigen Wissensspeicher über die Putzdetails in seinem Kopf haben! Doch nach und nach klärte sich dieses Phänomen auf:

Katharina hat die Hotelfachschule erfolgreich absolviert und ist mit dem Hof in dem Verein „Urlaub am Bauernhof“. Dort werden eigene Seminare über das Putzen und herrichten von Zimmern und Höfen veranstaltet. Und dabei geht es nicht nur um die Sauberkeit des Hauses sondern auch des Stalls. Somit klärt sich auch die Frage, warum wöchentlich der komplette Kinderstall vom Boden bis zur Decke sauber gemacht werden muss. Und nur wer die Kriterien des Vereins erfüllt, darf die Auszeichnung der Blumen am Hof anbringen. Und ich bin sehr stolz, auf dem höchsten Niveau – nämlilch vier Blumen – arbeiten zu können!

Leider haben viele Menschen das Vorurteil, dass es am Bauernhof dreckig und schmutzig ist. Doch genau diese Stereotypen gilt es zu durchbrechen, denn egal ob Nobelhotel oder Bauernhof: Es muss sauber sein, damit man sich wohlfühlt!

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In einem 5 Sterne Hotel möchte ich zwar nicht anfangen, wenn ich mit meinem Praktikum fertig bin, doch trotzdem kann ich mir sagen: Ich bin durch eine harte, aber gute Schule gegangen!

Den Frühling ins Haus holen

Grad wenn so frühlingshafte Temperaturen sind, habe wohl einige den Drang, besonders viel draußen zu sein und die Luft, den Wind, die Natur zu sehen und zu spüren. Geht es euch auch so ??

Jedes Jahr freue ich mich auf die vielseitigen Aufgaben, die der Frühling so bringt. Auch wenn bei uns im Gebirge noch nicht viel aus der Erde rausschaut und der Schnee vom Berg runterschaut, muss man doch das eine oder andere Kräuterl schon ins Haus holen und verarbeiten. 🙂

Besonders gerne im Frühling mach ich das Brennesselbrot, es geht aber auch super mit Bärlauch, wenn jemand welchen hat. Am besten ist es junge Brennesseltriebe ohne Stengel bzw. Bärlauch zu ernten, mit Handschuhen gibt es auch kein Kribbeln …

Bärlauchbrot ODER Brennnesselbrot:

  • 500 g griffiges Weizenmehl
  • 100 g gekochte Erdäpfel (Kartoffeln)
  • 10 g Salz
  • 130 g frische Brennesseln  oder Bärlauch, fein geschnitten
  • 50 g Sonnenblumenkerne
  • 30 g Germ (Hefe) und 25 g Zucker
  • 1 Esslöffel gehackte Zwiebel
  • 1 Esslöffel Butter und 3 cl Olivenöl
  • 160 g lauwarmes Wasser (oder den Saft von den ausgedrückten Brennesseln)

Wenn man will, kann man auch Kürbiskernöl hinzugeben statt Olivenöl, dann wird der Teig noch ein bisschen grüner.

Zubereitung

Hefe und Zucker verrühren, währenddessen Zwiebel in Butter anschwitzen, Brennesseln Bärlauch) blanchieren und im Anschluss gut ausdrücken, schneiden und mit dem Zwiebel andünsten.

Für das Brot die trockenen Zutaten (Mehl, Sonnenblumenkerne, Salz) in eine Rührschüssel geben, das Germ-Gemisch dazu und danach die restlichen Zutaten, zum Schluß die angedünsteten Zwiebeln und Brennesseln sowie gekochte Kartoffeln dazu. Alles gut zu einem Germteig verkneten und gehen lassen. Den feinen Teig ca. 20-30 min gehen lassen. Danach den Teig halbieren (Teig reicht für 2 Strutzen) und zwei Brote formen. In eine befettete Kastenform reingeben, den Teig mit der Hand leicht niederdrücken, sodass keine Löcher im Brot entstehen und wieder gehen lassen. Mit Wasser das Brot besprühen und anschließend im vorgeheizten Rohr bei 190 -200 Grad ca. 30 Minuten backen. Man kann auch auf den Teig, bevor er geht, noch ein paar Sonnenblumenkerne raufgeben, wenn man will.

Hat das Brot eine schöne Farbe und ist fertig, dann aus der Kastenform rausgeben und auskühlen lassen. Schmeckt herrlich mit Butter oder bei einer Jause und ist sehr gesund.

brennesselbrot

Gutes Gelingen, Eure Bäuerin Katharina  !

 

Ostern am Bauernhof

Wie wurde Ostern früher gefeiert? Ich habe für diese Bauernhof-Geschichte Resi Schafflinger vom Kräuterplatzl Hinterschneeberg gefragt, ob sie nicht von ihrer Kindheit zu diesem Thema schreiben möchte.

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Resi in ihrem Kräuterplatzl Hinterschneeberg

Danke für den schönen Beitrag und viel Spaß beim Lesen, Katharina vom Zittrauerhof

 

„Ostern, der Beginn des Kirchenjahres

Ostern, das höchste Fest der Christen

Ostern, das Fest, das nach Dunkelheit und Trauer Licht und Erneuerung, Erwachen (Auferstehung), Neubeginn und Freude bringt.

Ostern, das Fest am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling, ein Fest des Erleuchtens

Deshalb ist Ostern jährlich zu einem anderen Zeitpunkt und gehört zu den „beweglichen“ Festtagen des Kirchenjahres, sowie Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam, die sich mit ihrem Termin nach dem jeweiligen Osterfest richten.

 Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche und der am längsten schläft ist der „Palmesel“. An diese Woche erinnere ich mich besonders gerne, denn ich durfte sie noch in der Zeit des „Einfachen Lebens“ schon in frühester Kindheit mitgestalten und danach das große Fest Ostern feiern.

Freilich wusste ich als kleines Kind nicht, worum es wirklich ging, man konnte ja nicht “ Googeln“ und im Internet surfen. Auf jeden Fall war das auf meinem elterlichen, kleinen Bergbauernhof, einsam gelegen, weit über dem Ortsgeschehen, eine besondere Woche.

Opa mit Matthias Palmsonntag
Am Palmsonntag mit Opa in die Kirche

Diejenigen Geschwister, die groß genug waren zu Fuß bis zur Kirche und zurückzugehen, durften mit zur Palmweihe, es gab ja keine Hofzufahrt. Ein Elternteil ging mit, war ja schon zum Streiten, wer den schöneren Palmbuschen hatte.

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der traditionelle Palmbuschen

Sobald der Buschen gesegnet war, durfte damit nicht mehr gescherzt werden, war ja heilig. Zuhause angelangt, ging man damit um Haus und Hof. Ein Buschen kam ins Feld für eine gute Ernte, einer auf den Dachboden, um Haus und Familie zu schützen und einer war immer griffbereit, wenn ein schweres Gewitter kam, dann wurden ein paar Palmkätzchen im Ofen verbrannt. Da bei uns kein Fluss oder Bach in der Nähe war, brauchten wir keinen Buschen, der uns und unsere Tiere vor Hochwasser schützen sollte.

Dann begann die wirkliche Karwoche. Alle halfen mit, es wurde ja das ganze Haus geputzt und geschruppt, sonst kommt der Osterhase nicht, so hieß es. War ja ein Rätsel, warum der Hase die Eier bringt, wo diese doch die Hühner legten.

Fast jeden Tag ging einer zur Kirche, denn die christlichen Bräuche wurden von den Eltern uns sehr ernst vorgelebt. Endlich kam der Gründonnerstag, wo doch die Eier gefärbt wurden, natürlich mit Zwiebelschalen und Kräutlein, die bei uns am Bergbauernhof fast noch nicht zu finden waren, besonders – wenn Ostern schon Ende März war.

Die Eier, die unsere Hühner am Gründonnerstag legten, wurden erst am Karsamstag gefärbt und am Ostersonntag bekam jedes Familienmitglied ein gesegnetes Osterei und damit durften wir auch nicht „Eierpecken“ , denn diese sollten besonders viel Glück und Segen bringen.

Die Fastenzeit wurde sehr ernst genommen. Niemand von uns Kindern getraute sich ein Stück Wurst abzuschneiden. Am Karfreitag gab es eine Fastensuppe, denn Spinat gab´s bei uns oben erst, wenn er im Garten wuchs und wurde nicht gekauft. Am Karsamstag war dann der ganze Osterputz fertig.

Alles war so frisch und sauber. Ostersonntag, während wir in der Kirche waren, kam der Osterhase und versteckte für jedes Kind ein kleines, bescheidenes Nest im letzten Winkel und das Suchen war spannend und dauerte schon einige Zeit.

Danach wurden gemeinsam die gesegneten Speisen, wie Eier, Brot, Salz und Osterschinken aus eigener Erzeugung verspeist, das jeder genoss nach der enthaltsamen Zeit. Im Osternest waren auch Süßigkeiten, danach waren wir als Kinder ganz gierig.

Osterpinze mit vielen Ostereiern

Am Ostermontag war `s zum „Godngehen“. Da kamen die Patenkinder der Eltern zu Besuch und es war immer ein lustiger Tag mit gutem Essen und alten Gemeinschaftsspielen im Freien.

Aber die beste Erinnerung an Ostern war für mich, dass die warme Jahreszeit kam und es im unbeheizten Haus beim Schlafengehen und Aufstehen nicht mehr so eisig kalt war.

Seit ich von zu Hause weg bin, hängt ein grosses Bild in der Stube von dem uralten Bauernhaus, das es schon lange nicht mehr gibt und ich denke gerne zurück an die Bescheidenheit, die ich dort erleben durfte. Ein schönes Osterfest wünscht Euch Resi Schafflinger“

Beim Lesen dieser Zeilen von Resi finde ich es besonders schön, dass noch viele Traditionen, die es früher gab, auch in der jetzigen Zeit in vielen Bauernhäusern noch gelebt werden. Hat euch die Geschichte gefallen ? liebe Grüße aus dem noch winterlichen Gasteinertal. Katharina

 

 

Liebespaare am Zittrauerhof

Ich habe ja schon von dem ein oder anderen Tier am Hof berichtet, aber ein paar unserer Hofbewohner kamen dabei noch gar nicht richtig zu Wort, obwohl sie mit zu meinen Lieblingen gehören und jeden Besucher erfreuen!

Sie sind zu viert in ihrer Gruppe, der „Hahn im Korb“ nennt sich Franz und die drei Damen lieben ihn sehr. Sie leben gemeinsam in ihrer Box im neuen Kinderstall. Sie gehören also doch eher zu den Kleintieren hier am Zittrauerhof. Meine Lieblinge sind sehr genügsame Tiere, denn sie brauchen lediglich eingeweichtes Brot, Körner und Wasser, um sich rundum wohl zu fühlen. Und sie helfen mir sehr bei meiner Gartenarbeit – denn die ganzen Schnecken sind ratz, fatz weg ! Spätestens jetzt wisst ihr, wen ich meine oder ?

Die Laufenten schnattern gerne über den Hof und fast jeden Tag finden wir ab Ende März ein grünes Ei im Stall! Diese Eier mag ich besonders gerne zum Kochen – die Rouladen werden dottergelb .. Einige lassen wir ihnen im Nest, vielleicht beginnt ja mal eine Dame zu brüten 🙂

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„Beim Zaun da hinten sind zwei Schnecken, los geht´s …“

Sie stammen von den Stockenten ab und sind durch ihren langen nach oben gerichteten Hals und den schlanken Körper zu erkennen. Ganz besonders auffällig ist, dass sie nicht zum Fliegen geeignet sind und so viel Raum zum Laufen benötigen. Den haben sie bei uns, sie sind überall – auch auf den Feldern unterwegs und geniessen das große Gelände.

Und so sind Sissy, Franz, Lisa, Fanny – unsere Enten-Polizei am Zittrauerhof. Und man kann sich sicher sein, sie verpassen nichts am Hof! Stets und ständig sieht man sie herumwatscheln und kontrollieren, ob auch noch alles am richtigen Ort ist und ob nicht doch noch wo eine Schnecke rausschaut. Zwei von diesen Prachtstücken habe ich mit Opa Hias von Judith Müller aus Radstadt geholt, nochmals herzlichen DANK für diese zutraulichen, lieben Tierchen.

Die Laufenten trifft man auch am Fischteich, dort erfrischen sie sich oder eben in unserem Garten. Und genau dort mag ich sie besonders :-))

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“ Bevor die Gäste bei der Hitze reinhüpfen, nützen wir die Gelegenheit !“

Der ein oder andere mag vielleicht glauben, dass meine lieben Enten nur im Sommer draußen unterwegs sind, weil Enten im Schnee sind schon eine komische Vorstellung. Doch auch im Winter hinterlassen sie gerne ihre Spuren vom Gänsemarsch im Schnee und ziehen ihre täglichen Runden rund um den Zittrauerhof.

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„Im Schnee zu sitzen, ist einfach super … „

Liebe Grüße von Franz, Sissy, Lisa, Fanny und eurer Bäuerin Katharina

Marmeladen-Duft im Winter ?????

Winter Impressionen

Der Winter ist nun endlich da! Pünktlich nach den Weihnachtstagen 🙂 brachte uns Frau Holle dann nun doch den lang ersehnten Natur-Schnee. Nun konnten die Bergbahnen alle Pisten öffnen und den gesamten Skibetrieb aufnehmen.

Mit Schnee ist einfach der Winter für uns ganz anders:  Ob Schneemann, Schneeballschlacht,  Schlittenfahren oder ein ausgiebiger Schneespaziergang, ganz egal, denn es macht alles einen riesigen Spaß! Und wenn man dann wieder in das warme Haus kommt um sich zu wärmen, dann riecht es nach frisch gekochter Marmelade…. Marmelade? Im Winter? Was ist denn hier durcheinander gekommen?

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Heidelbeermarmelade einkochen – das macht Spaß ….

Aber nein, das ist schon ganz richtig! Denn wenn die Gläser von meiner Vorratskammer sich dem Ende neigen, muss wohl was Neues für den Frühstückstisch her. Schließlich wollen wir unsere Gäste nicht ohne ein süßes Schmankerl in den Tag starten lassen. Und so werden auch bei Eis und Schnee die Töpfe, das Obst und was man noch so alles braucht aus dem Schrank, dem Keller und der Gefriertruhe geholt. In den letzten Tagen wurde die Heidelbeere-Marmelade und das Apfelmus knapp. Aber Äpfel sind für den ganzen Winter im Keller eingelagert und Heidelbeeren findet man auch noch in der Truhe. Und so erfüllen in kürzester Zeit sommerliche Düfte die Küche.

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Und nicht nur die Gäste freuen sich über die selbst gemachten Marmeladen oder das Apfelmus, sondern auch wir essen es gerne: Kaiserschmarrn mit Apfelmus oder Heidelbeermarmelade mit Naturjoghurt.

Probiert es doch mal aus! Marmelade kochen, während man durchs Fenster auf die schneebedeckten Felder und Berge schaut! Eine tolle Kombination !!

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof in Gastein.