Wetzstoa und Gebackene Mäuse

Es ist nun wieder mal an der Zeit, ein traditionelles Schmankerl aus der bäuerlichen Küche zu posten. Früher für viele Bauernmärkte gemacht, heute als Nachtisch für die Bauarbeiter : Wetzstoa (sind länglich) und Gebackene Mäuse. Es ist ein einfaches Germteig-Rezept, das man dann mit dem Löffel raussticht und ins heisse Fett gibt. die Wetzstoa Nudeln sind länglich, man sticht einen Teig aus der Schüssel und formt den Teig länglich wie einen kleinen Strutzen. Der Name Wetzstoa kommt von „Wetzstein“ – beim Sensenmähen hat man einen Wetzstein zum Schleifen der Sense und daher kommt wohl der Name, weil die längliche Mehlspeise auch dann so aussieht wie der Wetzstoa beim Sensen wetzen 🙂

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In das Mehl in der Mitte eine kleine Grube machen, eine Packung Trockengerm oder eine halbes Hefewürferl sowie den Zucker mit reingeben, lauwarme Milch in die Grube dazu und ein bisschen umrühren, gehen lassen für ein paar Minuten. Das Salz auf der Seite dazu und die Eier ebenso reingeben. Den Teig gut verkneten und bei Zimmertemperatur eine Stunde gehen lassen. Man nimmt Weizenmehl für dieses Rezept.

Anschliessend erhitzt man Öl oder Butterschmalz und sticht, wenn das Fett ca. 160 Grad hat, mit dem Löffel in die Masse und gibt einen Löffel voll in das heisse Fett. Durch das einfache Reinstechen entsteht eine „Maus“ oft auch mit einem Schwanzerl dabei. Daher dieser Name bei dieser Mehlspeise. Langsam rausbacken und ab und zu drehen. Auf jeden Fall kann man mit einem Spiess kurz reinstechen und hat so die Kontrolle, ob innen der Teig auch komplett durch ist. Bleibt nichts „picken“, so kann die Mehlspeise raus auf ein Blech mit Küchenrolle. So rinnt das Fett ab. Die Gebackenen Mäuse oder Wetzstoa dann mit Staubzucker bestreuen und geniessen. Man kann diese Mehlspeise auch super einfrieren und ein anderes Mal zum Frühstück verwenden.

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Mahlzeit und viel Spass beim Probieren wünscht euch Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal.

Möchtet Ihr bei der nächsten Bauernhof-Geschichte wieder etwas über unsere Tiere erfahren ? Inzwischen gibt es einen ganz süßen Nachwuchs 🙂

 

 

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Sommertraum

Die Kuhglocken läuten irgendwo in der Nähe, die Sonne wagt es noch nicht ganz über die Berggipfel und der Duft von sommerlichen Bergtagen liegt in der Luft – genau so ist es, wenn man den Sommer auf der Alm verbringt und morgens die Augen öffnet.

Noch sind unsere schönen Gasteiner Berge voller Schnee und von Frühling oder Sommer ist noch nicht viel zu erahnen, aber dennoch wollen wir uns einem kleinen Tagtraum hingeben und an den kommenden Sommer denken. Man kann schon fast die Tage zählen, bis aus den Tagträumen wieder das alltägliche Leben wird. Und unser Opa Hias, zählt wahrscheinlich bereits, denn vor allem ihm fällt die schwere Arbeit auf der Alm in drei Monaten zu. Sobald die Tiere aufgetrieben sind, verbringt auch er die Tage und Nächte am Stubnerkogel und kümmert sich um alle anfallenden Arbeiten. Er versorgt die Kühe, melkt morgens und abends, bringt die Milch ins Tal und was sonst noch alles anfällt. Aber er ist natürlich nicht ganz alleine dort oben. In den Sommerferien wird er liebend gerne von seinen Enkelkindern begleitet, die tatkräftig mit anpacken.

Jedes Jahr aufs Neue bringen wir die Tiere auf den Stubnerkogel und holen sie Ende des Sommers wieder ins Tal. Man mag meinen, dass das doch irgendwann langweilig werden müsste, aber ganz im Gegenteil. Kein Tag gleicht dem anderen und kein Jahr gleicht vorherigen! Auch in diesem Jahr gibt es schon jetzt eine Neuerung auf unserer schönen Zittraueralm:

In diesem Sommer wird unsere Alm wieder bewirtschaftet! Besonders unsere Gäste freuen sich darüber, wenn sie dem Opa wieder besuchen können und nebenbei auch noch eine gute Brettljause bekommen. Wir freuen uns sehr auf die Zeit mit Christiane, Tanja und Christian. Sie werden voraussichtlich ab Mitte Mai  die Alm selbstständig bewirtschaften, dem Opa bei den Arbeiten behilflich sein und für das leibliche Wohl der Gäste sorgen. Christiane hat jahrelang die Böckfeldalm bewirtschaftet und jeder, der sie kennt, weiß, dass es ihr wichtig ist, dass die „Speisekarte“ auf einer Alm einfach bleibt und die Preise moderat. Freuen wir uns auf ihren selbstgepressten Apfelsaft, Most, Pofesen und viele andere landwirtschaftliche Produkte.

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(Christina und Tanja werden den Ausschank machen)

Jetzt genießen wir noch die warmen Winter-Tage, aber die Zeit bis zum ersten Almtag wird sowieso wie im Flug vergehen. Bis dahin träumen wir weiter von saftigen Almwiesen, dem Plätschern von Bergbächen und der warmen Sommersonne auf der Haut, während man die wundervolle Bergwelt des Gasteinertals betrachtet.

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Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof, Gasteinertal. http://www.gasteinurlaub.com

 

Stinkt die Kuh ?

Seit ein paar Tagen kursiert ein Facebook Bericht von einem Landwirt-Ehepaar, die darüber berichten, wie ihr Kind im Kindergarten verspottet wurde. Das Kind sei ein „Bauernkind“  und „stinke“ nach Kühen.

Der Bericht hat mich persönlich sehr getroffen und lange beschäftigt. Er zeigt, dass noch sehr viel Aufklärungsarbeit über das Leben als Bauer geleistet werden muss.

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Ich wurde an meine frühere Schulzeit erinnert – die ja auch noch nicht Ewigkeiten her ist: Wir waren nur ein paar Bauernkinder in der Klasse. Und wahrscheinlich genau deswegen wurden wir gehänselt. Wären mehr Bauernkinder in der Klasse gewesen, wäre es wahrscheinlich anders gewesen, da unser Leben dann als selbstverständlicher angesehen worden wäre.

Kommt ihr frisch aus dem Stall? Hast du dich denn überhaupt gewaschen?

Solche und andere Boshaftigkeiten bekamen wir den Schulvormittag über an den Kopf geworfen. Ich selbst konnte das Verhalten meiner Mitschüler nie verstehen. Warum dachten sie so über den Bauernstand? Hatten sie überhaupt Ahnung von unserem Leben? Ja, ich war oft bei den Tieren! Aber danach habe ich mich gewaschen und die Kleidung gewechselt! Ganz normal eben. So wie man es im alltäglichen Hofleben eben macht.
Zuerst habe ich mich gar nicht getraut, zuhause davon zu erzählen. Ich wusste nicht, wie die Reaktion darauf wäre. Was passieren würde. Und ob ich danach nicht nur noch mehr gehänselt werden würde.

Doch irgendwann erzählte ich es doch. Wir hatten das Glück, dass mein Onkel in die Schulklasse kam und die ganze Situation klärte. Und auch unsere Lehrerin nahm sich des Problems an.
Danach hatten wir unsere Ruhe und das Blatt wendete sich: Die Schulkameraden wurden auf den Hof eingeladen und sie stellten fest, dass wir doch ein tolles Leben führen. Der Hof hat eine wunderschöne Aussicht, unzählige Spielmöglichkeiten waren rundherum und um die zahlreichen Tiere wurden wir beneidet.

Ich finde, es gibt nichts Schöneres, als einen Bauernhof zu haben, auch wenn man auf vieles verzichten und wie jeder andere Selbstständige täglich sein Brot hart verdienen muss. Aber allein der Zugang zu den Tieren ist etwas Wunderbares, das Rauslaufen können und die Verbundenheit mit der Natur – einfach unersetzbar.

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Viele Kinder kommen auch ganz „anders“ wieder zurück, wenn sie bei den Katzen, Hasen, Schweinen oder Kälbern waren, sie sind ausgeglichener, erleben Freude und haben tierisch gute Freunde gefunden, denen man nicht viel erklären und erzählen muss. Sie verstehen einem eben und „saugen“ Probleme auf. Unsere Gäste nehmen meistens ein eigenes Stallgewand für die Kinder mit und sind glücklich darüber, dass die Kinder bei den Tieren so eine Freude haben und dabei ist der Stallgeruch komplett nebensächlich.

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Hier  Maurachgut bin ich aufgewachsen – mein persönliches Paradies

Zu uns sagten viele Gäste: „Kinder ihr wohnt im Paradies“ – ich hab mich darüber oft ein wenig lustig gemacht, als Kind habe ich das nicht so gesehen. Wir sind zwar mit dem Schlitten und den Skiern in den Ort gefahren, aber es war eben immer ein Stück zu gehen, bis wir zur Schule kamen oder uns mit Freunden treffen konnten. Wenn man älter ist, möchte man diese Zeit überhaupt nicht missen, erinnert sich gerne an die Abenteuer beim Runterfahren, die lustigen Geschichten, die erzählt wurden.

Derzeit nehme ich einen Trend war, dass die Bauernkinder wieder stolz darauf sind, in einem bäuerlichen Betrieb aufzuwachsen und das ist gut so. Sie kennen die Eigenarten der alpinen Landwirtschaft, können sich mit der umliegenden Natur identifizieren und wissen das Leben außerhalb des Medienkonsums zu schätzen. Und grade dieses ursprüngliche Erleben weckt die Sehnsucht der Leute, sich für das Hofleben zu öffnen und dessen ganze Facetten selbst erleben zu wollen.

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Und damit ist ein Grundstein für uns Landwirte gelegt, an dem wir ansetzen können. Es ist ein Teil unseres Hofalltags am Zittrauerhof, den Gästen unsere Werte, Traditionen und einfache Lebensweisen näher zu vermitteln und so ein neues Bild des bäuerlichen Lebens in der Gesellschaft zu verankern.

Wer Interesse hat, den Bericht des Landwirt-Ehepaars zu lesen, gerne – hier ist der Link.

Alles Liebe aus dem  Gasteinertal,
Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof
www.gasteinurlaub.com

 

Das Kleid des Winters

So schnell wie das Jahr 2017 kam, so schnell neigt es sich schon wieder dem Ende. Der vorletzte Monat des Jahres ist angebrochen und der Zittrauerhof legt seinen Wintermantel an!

Im Sommer ist der Bauernhof in ein farbenfrohes Kleid aus Blumen gekleidet. An jeder Ecke steht ein Blumentöpfchen und der Garten strahlt in voller Pracht. Doch im Herbst ändert sich das ganz schnell, sobald alles geerntet und die Sommerblumen verblüht sind.

Aber der Hof verfällt über die Wintermonate keineswegs in ein tristes Bild!
Bei uns im Gasteinertal ist es Tradition, dass die Häuser und Eingangsbereiche winterlich geschmückt werden. Dafür braucht man sehr viele Latschenzweige, welche per Hand auf der Alm gepflückt und geschnitten werden. Da es sich um eine recht aufwendige Arbeit handelt, braucht man fast den ganzen Tag und mehrere Personen dazu.

Sind die Latschen dann im Tal angekommen, geht das große Dekorieren los und der Hof erstrahlt in winterlichem Glanz! Und passend zum Winterkostüm des Zittrauerhofes hat Frau Holle ihre Betten geschüttelt und das Gasteinertal in ein weißes Kleid gehüllt. Man könnte fast meinen, der Winter ist da und Weihnachten stehe vor der Tür.

2017-11-07-PHOTO-00001239.jpgAber so schnell wie die letzten Monate verflogen sind, werden auch die Wochen bis dahin ganz schnell vergangen sein! Eine schöne Zeit vom Zittrauerhof, Katharina Schwaiger.

Abschied nehmen ..

  • Tiere zu verkaufen gehört zum Bauern-Sein dazu – stimmt.
  • Es ist ein Teil unseres Jobs – stimmt.
  • Wir verdienen damit unser Geld – stimmt.
  • Aber dennoch fällt der Abschied bei manchen Tieren besonders schwer und das Herz fängt ein bisschen an zu weinen.

So ist das mit unserer Kria – der 18jährigen Islandstute – auf unserem Hof. Sie leidet seit letztem Winter an „Dämpfigkeit“ und erholt sich erst, wenn es draußen wieder grün wird. Auf Anraten haben wir uns nun auf die Suche nach einem Platz am Meer gemacht und dank Frau Haussmann vom Tierschutzverein Auf dem Weg ins Glück auch einen gefunden.

2016-04 Kria mit Hengstfohlen

Kria hat einige Jahre bei uns am Zittrauerhof gelebt, wir haben sie aufwachsen sehen und jeder Hofbewohner und Feriengast kann sich an schöne Momente mit unserer Islandstute erinnern. Kria hat unserem Hof so viel Positives gegeben und stets Kinderaugen und -herzen zum Lachen gebracht!

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Kria – für jeden Spaß zu haben

Gerne würden wir sie auch weiter behalten und uns um sie sorgen, doch leider ist dies bei unserem rauhen Klima im Winter nur unter ständiger Einnahme von Medikamenten und Spezialfütterung möglich.

Am Mittwoch war der Tag, an dem Kria den Weg nach Norddeutschland aufgenommen hat. Aber wir sind sehr glücklich, dass sie auf Brittas Ranch noch ihre weiteren Lebensjahre verbringen kann, inmitten von Pferden sein darf und von Pferdeliebhabern betreut und umsorgt wird. Sie wird dort unter ähnlich erkrankten Pferden leben und nach genau ihren Bedürfnissen versorgt werden. Vielleicht sehen wir sogar in den nächsten Tagen noch das ein oder andere Foto von ihr oder bekommen ab und an mal einen Zwischenbericht über Krias Leben im hohen Norden Deutschlands. Darauf freuen wir uns schon. Alles Liebe vom Zittrauerhof, Katharina Schwaiger.

so sieht Krias neue Heimat aus:

Wenn der Herbst Einzug hält

Langsam fällt jetzt Blatt für Blatt
von den bunten Bäumen ab.
Jeder Weg ist dicht besät
und es raschelt, wenn ihr geht.

Noch sind die Blätter an den Bäumen und das Rascheln der Wege lässt noch auf sich warten, doch zeigt sich schon langsam das erste Gelb in den Blättern unserer Gasteiner Bäume.

Doch nicht nur daran merkt man, dass der Herbst sich mit großen Schritten nähert, denn auch die Arbeiten am Zittrauerhof ändern sich wieder! Nachdem viel im Haus und am Hof zu tun war und wenig Zeit für die Bauernhofgeschichten blieb, will ich mich in nächster Zeit wieder mehr meinem Hobby widmen. Gemeinsam mit meiner Freundin Annika werden wir über das Bauernhofleben, den Arbeiten, Rezepten berichten.

Bis vor kurzem hörte man im Talboden noch selten das Kuhglockengeläute oder die Schafherden, denn die meisten Tiere waren oben auf der Alm, wo sie die Sommerwochen genießen und ordentlich Bergwiesen fressen konnten. Gut erholt sind die Tiere nun aber wieder an den Hof und bei den Bauern ins Tal zurück gekehrt. Im Gasteinertal wird der Almabtrieb nicht so groß wie in Tirol aufgezogen, es gibt auch gott sei DANK keine „wöchentliche Show“ für die Touristen, dennoch ist es – glaub ich –  für jeden Bauern schon eine Riesenfreude, wenn nach mehreren Stunden Wanderung und Viehtrieb sowohl  Mensch als auch Tier wieder heil im Tal angekommen sind. Die Milchkühe sind ja schon seit längerem wieder am Zittrauerhof, die letzten Tage kamen dann auch die Kalbinnen und Kälber runter ins Tal.  Man sucht die Weiden ab, treibt sie zusammen und dann werden die Tiere vom Stubnerkogel ins Angertal getrieben. Oft begegnet man noch Kalbinnen von anderen Bauern, hier muss dann darauf geachtet werden, dass man eben die „fremden Tiere“ zurückhält und sie nicht mit runtergetrieben werden und sie sich „vermischen“.

die letzten beiden Herbsttage waren einfach traumhaft – der Ausblick ins Tal, die Landschaftsbilder, die Ruhe am Berg, die zufriedenen Tiergesichter – das ist einfach was Wunderbares. Auch die Noriker Pferde wurden heute ins Tal geholt, da für die nächsten Tage unbeständiges Wetter angesagt wurde. Sie dürfen nun noch einige Wochen auf unseren sauren Wiesen verbringen, bevor sie im Stall „eingestellt“ werden.

Jetzt wo die Tiere wieder im Tal sind, gibt es allerhand zu tun: die Ställe müssen hergerichtet werden, die Stall- und Melkarbeiten sind wieder in vollem Gange und die Herstellung von Milchprodukten kann wieder richtig durchstarten!

Aber nicht nur im Stall bekommt man den Herbst zu spüren, denn auch im Garten fallen nun einige Arbeiten an. Denn die über den Sommer sorgsam gepflegten Pflanzen wollen nun geerntet und bald winterfest gemacht werden. Und so wird in nächster Zeit fast täglich jemand im Garten stehen und ernten – das ist sicherlich auch eine extra Bauernhof-Geschichte wert.

Und zuletzt noch ein paar schöne Bilder der letzten Tage, welche uns schon ein bisschen Puderzucker auf die Berge gezaubert hat. Jedes Jahr ist es aufs Neue faszinierend, wenn der Schnee das erste Mal im Jahr die Gipfel in sein weißes Kleid hüllt.

 

Der Zittrauerhof wünscht allen eine schöne Herbstzeit mit raschelnden Spaziergängen, kuscheligen Abenden bei Kerzenschein und den ersten Schneeballschlachten am Berg!

Ein besonderes „Event“, wie es die Tourismusmanager nennen, ist der demnächst stattfindende Erntedankumzug – nicht nur sehenswert, sondern bewundernswert, mit wieviel Mühe, Freude und Zeitaufwand alle Wägen und Tiere geschmückt werden !

Angepackt

 

Jedes Jahr gehen per Post oder Mail einige Praktikumsbewerbungen bei mir ein. Ob nur für 2 Wochen oder 6 Monate ist jede Länge mit dabei. Deswegen möchte ich heute mal zeigen, was ein Praktikum bei uns am Zittrauerhof bedeutet! Dafür habe ich mal die Erfahrungen und Erlebnisse unserer bisherigen Praktikanten und Praktikantinnen zusammengefasst.

In der Früh geht es auf direktem Weg für unsere Praktikantin zum Milchholen für die Frühstücksgäste, dann in den Kinderstall, denn Schafe, Ziegen, Esel und Pony warten schon sehnsüchtig auf das frische Gras und möchten auf die Weide gebracht werden. Oft sind dann schon Frühaufsteher bei den Gästen dabei und werden nach zeitlichen Möglichkeiten auch mit eingebunden und können mitmachen.

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Stehen die Tiere glücklich und zufrieden auf der Weide, werden noch Hühner- und Enteneier eingesammelt und die Milch aus der Milchkammer geholt. Manchmal nur für den alltäglichen Bedarf, manchmal ganze Eimer voll für die Herstellung von Joghurt, Frischkäse oder Topfen. Ist man mit den Stallarbeiten fertig, wird noch der Müll aus der Küche weggebracht und wir richten dann noch das Gästefrühstück gemeinsam her.

brettljause mit BlumenIch lege selbst sehr viel Wert auf den Aspekt „das Auge ißt mit“, weswegen alle Produkte und Lebensmittel schön angerichtet werden. So freuen sich unsere Gäste umso mehr, wenn sie in die Stube kommen und einen schön gedeckten Frühstückstisch vorfinden und alle (Wild)-Kräuter auch gegessen werden können. Nachdem Kaffee und frische Eier an die Tische gebracht sind, kann das eigene Frühstück in der Familienküche beginnen.

Die Vormittagsarbeiten beginnen direkt nach dem Frühstück: Während die Gäste in der Stube Energie für den Tag sammeln, werden die Zimmer schnell zwischengereinigt; sobald die Stube leer ist, wird das Geschirr abgeräumt und alles wieder krümelfrei gemacht; das Haus und der Bereich vor dem Haus werden gefegt, sodass alles ordentlich aussieht – auch die ein oder andere Spinnwebe müssen dabei weggemacht werden. Ist an einem Tag Abreise, werden die Zimmer und Appartements am Vormittag säuberlich gereinigt, ansonsten finden sich immer unterschiedliche Arbeiten im Stall, am Hof, im Garten oder in der Küche.

Zu dieser Zeit entstehen dann auch die leckeren Marmeladen, Säfte und Milchprodukte. Allen Mädels rate ich gleich zu Beginn ein Heftchen anzulegen, in dem alle Rezepte und Erfahrungen, die am Zittrauerhof gemacht werden, notiert werden können. Umso mehr freue ich mich, wenn Mails von Mamas oder den Mädels selbst kommen, dass sie froh sind, das Praktikum bei uns gemacht zu haben und so vieles für das tägliche Leben verwenden können. Ich versuche, aus jedem Fähigkeiten rauszukitzeln, die vielleicht bislang noch unentdeckt blieben :- )

Gegen Mittag wird der Ofen eingeheizt und meist österreichische Gerichte gezaubert. Dabei hat schon der ein oder andere sein Kochtalent entdeckt oder bemerkt, dass die Küche doch nicht so seins ist ;).

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Nachdem der Abwasch getätigt ist, geht es in die Mittagspause. Um 16 Uhr bringen wir die Tiere wieder in den Stall. An manchen Tagen findet auch ein Kinderprogramm mit Go-Kart, Wasserspielen und Gießkannenschlachten statt, welches vorher noch vorbereitet werden muss. Nachdem die Kleintiere versorgt und die Kühe im Stall zum Melken reingebracht werden, kontrollieren wir noch die Spielplätze, Blumen und richten gemeinsam das Abendessen, das wir manchmal auch draußen im Garten verzehren. Am Zittrauerhof wird einem nicht so schnell langweilig.

Bevor es zu einem Praktikum kommt, lade ich die Mädels zum Schnuppern ein, so lernen sich beide Teile kennen und sehen, ob es klappen kann oder nicht.

Ein Praktikum an unserem Hof ist sehr vielfältig, aber auch teilweise schon anstrengend. Man ist bei uns in die Familie komplett integriert und eingebunden, muss Kinder mögen, verlässlich sein und ehrlich. Für mich ist es am schönsten, wenn ich ab und an von Auszeit-Frauen und Praktikantinnen Mails bekomme und erfahre, wie es läuft.

Leute auszubilden oder einen Teil ihres Lebens zu begleiten und „weiterzubringen“  ist für mich ein sehr schöner Bereich meines Bäuerinnen-Seins 🙂

Eure Bäuerin Katharina

Kuschelfaktor

Heute gibt es mal wieder etwas aus unserem Kinderstall am Zittrauerhof zu berichten. Denn unsere Nachwuchs-Saison ist noch nicht vorbei.

In diesen Wochen wurde unsere liebe Schneeflocke zum ersten Mal in ihrem Hasenleben stolze Mama. Anfangs noch ein wenig überfordert, hat sie sich in den letzten Tagen daran gewöhnt, vier kleine Wollknäuel um sich zu haben und diese zu pflegen. Die anfängliche Fotoscheu und die Angst um alles herum hat sie nun auch schon überwunden und wir konnten unsern Nachwuchs begutachten!DSCN5784

Doch wie ist das eigentlich mit diesem Nachwuchs bei Hasen?
Wenn man bemerkt, dass eine Häsin schwanger ist, dauert es meist nicht lang, bis die Geburt ins Haus steht, denn bereits nach 28 – 30 Tagen Schwangerschaft wollen die Kleinen das Licht der Welt erblicken. Meist merkt man den tatsächlichen Geburtstermin erst, wenn die Häsin anfängt ihr Nest zu bauen. Ja, richtig gelesen: ihr Nest! Nein, wir reden nicht von Vögeln, auch andere Tiere bauen sich Nester. Ein solches Nest wird aus Heu und Stroh zusammengebaut und anschließend von der werdenden Mutter mit Fell gepolstert, welches sie sich ausrupft. Die Kleinen sollen es ja schön warm und kuschlig haben!

Bei der Geburt ist der Nachwuchs nackt, blind und taub, weswegen sie versteckt und gut geschützt die ersten Tage in ihrem Nest verbringen. Nach vier Tagen bildet sich ein dünnes Fell und nach 9 – 14 Tagen öffnen sich die kleinen Augen. Wichtig ist, dass sie erst berührt und gestreichelt werden, wenn die Kleinen selbst das Nest verlassen. Werden sie noch im Nest berührt, so kann es passieren, dass sie die Hasenmama nicht mehr säugt, weil sie den fremden Geruch bemerkt und das bedeutet den Tod für die Kleinen.

Wir freuen uns schon sehr, wenn unser Nachwuchs bald über die Wiesen hoppeln kann und besonders unsere kleinsten Gäste erfreut!

Eure Bäuerin Katharina