das beste Rezept …

In der neuen Bauernküche am Zittrauerhof macht das Backen einfach noch mehr Spaß und ich habe für meine Blogleser nun ein Rezept, das ich sehr gerne und oft mache – ich finde, es ist das beste Topfenguglhupf-Rezept überhaupt. Lauwarm gegessen ist es am besten und dazu noch ein Häferl Kaffee  :- ) Mahlzeit !

Man braucht für meinen Lieblings-Topfen-Guglhupf:

250 g Topfen (am besten einen selbstgemachten), 250 g Staub oder Feinkristallzucker, 250 g Butter, 270 g Weizenmehl, 30 g Stärkemehl, 5 Eier, 1 Packung Backpulver, 1 Packung Vanillezucker, Zesten von einer Zitrone.

Zuerst rührt man die Butter schaumig und gibt den Dotter nach und nach dazu, dann die Zeste und Zuckergemisch einrühren. Anschließend den cremigen Topfen löffelweise hinzugeben. Als Abschluß das Backpulver und Stärkemehl sowie Backpulver löffelweise ebenso in die Masse geben und den steif geschlagenen Schnee unterheben.

 

Den Teig dann in eine befettete Guglhupf-Form füllen und ca. 60 Minuten bei 160 Grad backen. Einfach genießen und gleich lauwarm ausprobieren. Gutes Gelingen Katharina Schwaiger vom Zittrauerhof Gastein.

P.S: Dieser Guglhupf eignet sich auch gut zum Einfrieren :- ))

 

 

Hinter den Kulissen

Auf den Bauernhöfen gibt es immer Arbeiten, die von außen gut sichtbar sind und manchmal auch ein bisschen Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wie in den letzten Wochen der Almauftrieb der Kühe, Pferde oder Kalbinnen oder das Heuen der Wiesen. Manchmal aber, da sind es die kleinen Aufgaben, die das bäuerliche Leben füllen und nur dann gesehen werden, wenn sie nicht gemacht werden :- ) Und über genau diese möchte ich heute berichten!

Da gibt es Arbeiten, die das ganze Jahr über geschehen müssen, um die Lebensqualität von Tier und Mensch zu erhalten. Dazu zählen auch die Ställe, die die Bauern während der Sommermonate gründlich reinigen, da in dieser Zeit der Großteil der Tiere auf der Alm oder auf der Weide sind. Der Stall wird vorgewaschen und danach mit dem Hochdruckreiniger sauber gereinigt und im Anschluß alles „rausgeweißelt“, sodass die Tiere, wenn sie im Herbst wieder einen sauberen Stall beziehen.

dav
Julia beim Reinigen im Kuhstall

 

Eine besondere Aufgabe ist die zweimal jährliche Reinigung im Kinderstall: Farben beim Maler geholt, geht es nach den Reinigungsarbeiten ans Werk, alles nachzumalen, was an Farben verloren hat.

Im normalen Alltag wird der Kinderstall gefegt, die Boxen täglich ausgemistet und wenn irgendwo ein bisschen Unordnung herrscht, aufgeräumt. Es gibt aber auch die besonderen Putztage im Kinderstall. Wenn die Putzeimer, Fetzen und Staubwedel zu den Ziegen, Schafen und Schweinen gebracht werden, dann heißt es am Freitag: Auf das Putzen, fertig und LOS! Dabei werden die Wandfließen runderherum feucht abgewischt, alle Flächen abgestaubt, die Tierbeschreibungen abgestaubt und die Decke von unseren achtbeinigen Freunden befreit. Also falls mal jemand in den Kinderstall kommt und eine Praktikantin oder die Bäuerin auf den Mauern zwischen den Ställen rumturnt und einen Besen schwingt, dann braucht man sich keine Sorgen machen! Sie sind nicht zu Hexen geworden, sondern machen die Decke sauber ;).

Neben diesen durchgehenden Arbeiten, findet man aber auch noch saisonal bedingte Tätigkeiten am Hof. Die Bauern machen die Wassergräben sauber und lassen sie ausbaggern, damit bei großen Regenmengen keine Überschwemmungen drohen. Das Holz wird für den Winter gehackt und bei trockenem Wetter zum Hof gebracht. Und der Opa sorgt auf der Alm neben der vielen Arbeit bei den Tieren stets für das Zerkleinern vom Holz, damit der Ofen angeheizt werden kann.

Holzarbeiten Alm Hias, MArianne und Sepp 2016 (3).jpg

Im Sommer bin ich als Bäuerin auch nur vormittags im Haus anzutreffen, nachmittags finden die Arbeiten meist im Freien statt und helfen mir,  die Seele baumeln zu lassen. Momentan müssen wir unsere Pflanzen, Blumen und Gewächse stets jäten und sind auch schon mittendrin beim Ernten der Blüten, Brennesselsamen und Brotkleesamen, um diese für unsere Kräutertees, Heukissen zu trocknen. Aber auch Beeren wachsen bei uns und wir freuen uns schon, frische Marmeladen und Säfte daraus zuzubereiten.

Das Leben am Bauernhof besteht zwar aus sehr viel Arbeit und es kommen immer wieder neue Sachen dazu, aber dennoch ist es wichtig, dass sich jeder Hofbewohner auch mal eine kleine Auszeit gönnt. Sei es mit einem kleinen Mittagsschlaf in der Sonne, einer Tasse Kaffee am Fischteich, Zeit mit den Kindern, ein bisschen länger schlafen oder einem kleinen Spaziergang. Aber das empfiehlt sich nicht nur für das Bauernhofleben, sondern jedem, auch wenn es nur eine Viertelstunde ist! Wenn es immer nur so einfach wär :- )  Eine schöne Zeit an alle meine Bauernhofgeschichten-Leser !

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Hollerblüten-Sirup …. so gut !

Nachdem uns allen wunderschöne Tage mit herrlichem Sonnenschein geschenkt wurden, haben sicherlich viele Bauern die Chance für eine gute Heu-Ernte genützt. Das trockene Wetter ist auch ideal zum Abernten von Kräutern und zum Ansetzen von Säften unter anderem vom Hollunder. Der Hollunderstrauch ist einer meiner Lieblinge, als Tee, als gebackene Nachspeise, als Gelee, als Ergänzung in Marmeladen oder als Hollerblütensaft.

20160621_164454 hollerblüten.jpg

Meine Oma vom Maurachgut hat uns beim Abernten vom Wiesenkümmel, Kräutern und auch bei der Hollerblüten-Ernte immer mitgenommen und uns ein einfaches, aber gutes Rezept weitergegeben, es hält sich gut und ist einfach zu machen. Gerne geb ich das Rezept weiter und wünsche gutes Gelingen.

Zutaten: 40 -50 große Hollunderblüten (es können auch 10 Stk. mehr sein, nur die Dolden), 4 lt. Wasser, 6 kg Feinkristallzucker, 6 Biozitronen (gut gewaschen) oder man mischt Zitronen mit Orangen und 125 g Zitronensäure. Bei trockenem Wetter – idealerweise in der Mittagszeit Hollerblüten ernten, ich zwick es immer gleich nach der Blüte ab, dass fast kein Stengel dabei ist. Also, die Masse gibt man in einem 10 lt. Kübel oder sonstigem sauberen Gefäß, 4 lt. Wasser rein, 6 kg Zucker sowie geschnittene Zitronen und die Zitronensäure, rührt es einige Male um und gibt zum Schluss die trockenen Hollunderblüten rein. Dann wieder fest umrühren. Täglich (3-6 Tage lang) rührt man den Saft mind. 1 x täglich um.

20160610_195432 hollerblütenRührt man mehrmals täglich und hat der Saft schon einen guten Geschmack, so kann man den Hollundersaft auch schon nach drei Tagen abfüllen. Er wird durch ein Sieb und eine Windel durchgeseiht und in sauberen Flaschen abgefüllt. Wir pressen die Windel erst zum Schluss aus und verwenden diesen ausgepressten Sirup (also das „Resterl“) gleich zum Trinken. Die abgefüllten Flaschen halten super gut ein Jahr oder länger. Wir lagern sie im Keller, gut verschrauben. Wenn man will, kann man den Hollundersaft auch kurz abkochen und ein bisschen Einsiedehilfe beifügen, allerdings der Saft hält auch sehr gut, wenn er kalt angesetzt ist und alles nach o.a. Anleitung gemacht wurde. Man bekommt ca. 7 lt. Hollunderblütensirup von der o.a. Menge. Gutes Gelingen wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof.

 

Auf die Alm gehen …

Zu unserem Zittrauerhof gehört auch eine Almhütte. Die Zittraueralm liegt am Stubnerkogel auf 1.872 m Seehöhe in der Nähe der Mittelstation. Unsere Hütte ist sehr alt und einfach, aber urig und einfach gemütlich.

IMG_1767

Auch wenn auf unserer Almhütte kein Gäste-Ausschank erfolgt, gibt es jede Menge Arbeit. Bereits im Frühjahr gehen die Vorbereitungen für unsere Almzeit los, denn bevor die Tiere auf den Berg kommen, müssen die Zäune erneuert werden, Lärchenstempel geschnitten und zu den Zäunen getragen werden. Klamperl (U-Hakerl zum Befestigen der Stacheldrähte) müssen ausgebogen werden, damit man sie wiederverwenden kann. Und es werden neue Weidezäune gespannt.

Auch die Wegrinnen müssen ausgeputzt werden, damit bei Unwettern, wie es derzeit ja öfter ist, das Wasser besser abrinnen kann. Auch die meist begangenen Wege der Tiere müssen „gstoant“ werden, d.h. man sammelt die größeren Steine, die auf den Tierwegen liegen, damit sie sich beim Gehen nicht verletzen. Die Tore gehören überprüft und ggf. repariert.

Und natürlich stehen nicht nur Vorbereitungen draußen an, sondern auch die Hütte muss sauber geputzt, die Betten frisch bezogen, das Milchkammerl gereinigt und die Zimmer für uns hergerichtet werden… Und wenn das alles fertig ist, kann es losgehen und die Milchkühe samt Opa Hias (und die Kinder) verbringen den Sommer auf der Alm. 

  

dav
ich liebe diese Stub´n – so heimelig und gemütlich

 

Heute haben wir bereits die Kälber und Pferde auf die Alm gebracht. Denn nicht nur der Großteil der Kühe verbringt die Sommermonate dort oben, auch unsere Noriker Pferde und die Islandstute.

Auch Almbauern, die im Sommer die Weide für die Heu-Ernte brauchen, bringen die Pferde auf unsere Alm zur Sommerfrische. Ein besonders schönes Bild für jeden Wanderer, wenn man dann mit der Gondelbahn hochfährt und man viele Pferde und Kühe sieht.

Aber nicht nur unsere Tiere verbringen den Sommer auf der Zittraueralm. Auch Opa Hias zieht für die Sommermonate auf den Berg und kümmert sich dort mit Liebe und Hingabe um alle Aufgaben, die so anfallen. Und man muss wirklich sagen: Hias ist für das Leben dort oben geboren. Er ist ein richtiger Alm-Öhi und hat vom Land auch schon Auszeichnungen für die langjährige Treue bekommen.

 

Man muss dazu berufen sein, um täglich so früh aufzustehen und bei Wind und Wetter rauszugehen, um die anstehenden Aufgaben in der Natur und mit den Tieren zu erledigen.

Unsere Kühe werden auf der Alm zweimal täglich gemolken. Schon ganz früh um ca. 4.30 Uhr holt Hias, Matthias oder die Kinder unsere Kühe zum Melken. Meist treibt er sie bereits abends in die Nähe der Hütte, damit er in der Früh sehen oder zumindest hören kann, wo sie sich befinden. Grad in der Früh oder bei extrem schlechten Wetter merkt man dann auch, wie wichtig die Kuh-Glocken sind, um sie orten zu können. Nachdem die Tiere gemolken sind, werden sie wieder in die Natur gelassen, wo sie sich die Bäuche mit frischem Gras und Kräuter vollschlagen und ihr Leben genießen. Der Scherm, so wird der einfache „Stall“ auf der Alm genannt, wird dann gesäubert, wieder eingestreut und die Milch gekühlt.

Hias fährt dann mit der frischen Alm-Milch hinunter ins Tal und bringt sie an den Hof. Die Tanks werden gereinigt und nach dem Mittagessen tritt er wieder die Fahrt auf die Alm an. Anschließend schaut er beim Rauffahren nach dem Jungvieh und den Pferden und um vier Uhr werden die Kühe ein weiteres Mal geholt und gemolken.  Nach dem Abendessen im gemütlichen Stüberl kann Hias zur Ruhe kommen, bevor es am nächsten Tag um 4.30 wieder mit dem Melken los geht.

Wir wünschen allen Sennleuten, Bauern, Auszeitlern einen guten, gesunden und unfallfreien Alm-Sommer. Alles Liebe von Bäuerin Katharina, Zittrauerhof http://www.gasteinurlaub.com

Zeit für Löwenzahn ..

Zum Frühling gehört auch der Löwenzahn dazu, er ist so vielseitig verwendbar und besonders lecker auch in der Küche. Mein Lieblingsrezept ist, vom Löwenzahn einen Honig zu erzeugen. Gerne teile ich mit euch das Rezept. Der Löwenzahnhonig eignet sich besonders gut als Beigabe für ein Naturjoghurt, als Süßungsmittel bei Kräutertees oder bei trockenem Husten den Löwenzahnsirup oder Wipferlsirup löffelweise einnehmen. Will man ihn auf ein Butterbrot schmieren, koch in den Honig länger ein oder lass ihn stehen und koch ihn am nächsten Tag nochmals ein, dann wird er auch dickflüssiger.

löwenzahn frühling

Rezept:

300 g Löwenzahn – Blütenköpfe, an einem trockenen Tag gepflückt, mittags
2 kg Feinkristallzucker oder Gelierzucker
2 Bio-Zitrone(n), ein bisschen Zitronensäure
1 Liter Quell-Wasser

Zubereitung

Die Blüten an einem trockenen Tag pflücken, idealerweise in der Mittagszeit. Nur die Blüten, nicht die Stengel. 1 Liter Wasser, 30 min köcheln lassen und zum Schluss die in Scheiben geschnittenen Zitronen hinzugeben. Auf die Seite ziehen und den Sud am nächsten Tag (ich lass es 12 Stunden stehen) durch ein Stofftuch (saubere Molton-Windel) pressen oder mittels Sieb. Mit Zucker 1 -4 Stunden langsam köcheln, ich nehme immer 50 % Feinkristall und 50% Gelierzucker.  Vorsicht – kann überschäumen!!! Gelierprobe machen!  Wenn die Konsistenz passt, in heisse Gläser abfüllen und verschließen. Gelierprobe: man nimmt einen flachen Teller, spült ihn kalt ab und gibt dann mit einem Löffel den Löwenzahnhonig drauf. Lässt es ein bisschen stehen und nach kurzer Zeit überprüft man, ob der Honig vom Teller runterrinnt oder nicht.

Viel Spaß beim Nachmachen und schöne heiße Frühlingstage, der nächste Bericht ist von unserer ersten Heuernte. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof.

PS: Dieses Grundrezept verwende ich auch für die Herstellung von Frühlingskräuterhonigsorten oder meinen Fichtenwipfelhonig.

 

Erholung für die Seele

Meine Lieben, auch wenn eigentlich überhaupt keine Zeit dafür ist und die Putz- und Räumarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, gestern war herrlichstes Wetter und da muss man seiner Seele einfach was gönnen.

apfelblüte.JPG

Mir tut der Garten sooo gut und so stapfte ich nach dem nötigsten Arbeiten zu den Hochbeeten, betrachtete den wunderschön blühenden Obstgarten und empfand sofort eine kleine Auszeit für mich. Wem geht es auch so??

Ich gewinne durch das Graben in der Erde, das Einpflanzen und das Ernten eine innere Ruhe; erfreue mich an dem herrlichen Duft, wenn man die Kräuter jätet und berührt. Man ist dann ein bisschen weg von allem und tankt auf. Eine ehemalige Praktikantin sagte zu mir nach dem Sommer, Katharina – das ist Meditation für mich und lächelte.

Damit der Beitrag nicht zu philosophisch wird, hab ich auch einen Tipp für das Ansetzen von Salat. Ich setze den Salat immer nur beim abnehmenden Mond, bei aufnehmenden Mond schießen die Salatköpfe leichter aus und schauen dann aus wie Bäume;). Wenn Interesse besteht, schreibe ich gerne mal einen Beitrag, welche Pflanzen man nebeneinander setzen soll und welche nicht (Bsp. Schnittlauch und Petersilie).

Der Pflücksalat ist einfach ein Hit und ich pflanze im Frühling ganz viel davon zwischen den Kopfsalat. Man hat sehr lange davon und der Pflücksalat wächst immer nach. Eine herrliche Gabe der Natur. Bei uns wird jetzt in den Bauerngärten die Wachstums- und Schutzfolie von den Pflanzen gegeben, da der Frost vorbei ist und nun alle Pflanzen die volle Sonnenkraft zum Wachsen benötigen. Zu Muttertag hab ich meistens den ersten Salat und darauf freu ich mich immer besonders:

Viel Spaß beim Garteln wünscht euch Bäuerin  Katharina vom Zittrauerhof. http://www.gasteinurlaub.com

 

Den Bergen näher kommen …

Es scheint so, als kündigt sich jetzt doch der Sommer so langsam an. Und mit dem Sommer kommt die Wanderzeit. Heute war ein richtig sonniger Tag, welcher dazu aufforderte, die Wanderschuhe anzuziehen und los zu marschieren. In Hinkunft wird bei den Bauernhof-Geschichten auch Ausflugs- und Wandertipps mit dabei sein. Und hier kommt heute ein Wandertipp von Annika aus dem schönen Gasteinertal:

Los geht es am Hoteldorf Grüner Baum in Bad Gastein. Am besten fährt man mit dem Bus dort hin, dann ist man auf dem Rückweg flexibler mit der Strecke. Gleich gegenüber der Bushaltestelle geht es auf den Wanderweg Richtung Poserhöhe. Diese soll das Zwischenziel der Tour sein. Die erste Stunde bis dorthin ist wirklich ein bißchen anstrengend, denn es geht steil bergauf und auch ein wenig Trittfestigkeit ist gefragt. Vorbei an manch einem Wasserfall und Bergbach erreicht man dann die Poserhöhe. Die Hütte lädt mit ihren Leckereien und kalten (und warmen) Getränken zum Verweilen ein. Bei einem leckeren Kaiserschmarrn oder einen kühlen Radler kann man die Aussicht auf die Hohen Tauern genießen.

Nach der Stärkung gibt es verschiedene Möglichkeiten für den weiteren Weg. Weiter den Berg hinauf kommt man zum Gamskarkogel, unterhalb der Poseralm geht ein Wanderweg Richtung Café Gamskar am Gasteiner Höhenweg (die beste Variante um ggf. zum Auto am Grünen Baum zurück zu kehren). Der dritte Weg führt oberhalb der Hütte entlang und schlängelt sich durch verspielte Wiesen und urige Wälder, vorbei an stürzenden Wasserfällen und über kleine Holzbrücken. Die dritte Variante kann ich wärmstens empfehlen. Nach ca. 1,5 Stunden gelangt man auf den Höhenweg oberhalb von Gadaunern, mit bestem Blick über das Gasteiner Tal. Runter nach Gadaunern kommt man grade zurück zu uns an den Hof. Oder man läuft weiter nach Hofgastein und verbringt noch ein paar schöne Momente im Ort.

Wer jetzt Lust auf diesen Ausflug hat, kann sich schon mal jetzt an ein paar Impressionen erfreuen!

 

Eure Bäuerin Katharina und Annika vom Zittrauerhof

Unser Landtierarzt Dr. Hans Christ

Heute ist der Blog einer Person gewidmet, die für die Bauernhöfe in unserem Tal sehr wichtig ist: Unserem Landtierarzt Dr. Hans Christ. Immer schnell und pfiffig unterwegs mit seinem weißen Arztauto steht er den Bauern bei Problemfällen, bei Impfungen und Besamungen zur Seite. Hört man das Hupen vor dem Haus, heißt es schnell – Kinder auf die Seite – und rauf in den Stall, Dr. Christ ist da.

dr-hans-christ

Dr. Hans Christ, geboren 1958, ist ein waschechter Wiener aus Döbling und promovierter Tierarzt. Er lebt seit Jahren im schönen Salzburger Gasteiner Tal und geht in seinem Beruf und in der Liebe zu den Tieren und in seinen Büchern, die er schreibt auf, inzwischen hat er  neben humorvollen Tierarztgeschichten auch Krimis veröffentlicht.

Er erzählt in seinen heiteren Geschichten außergewöhnlich lustige und skurrile Episoden aus seinem Berufsalltag. Und davon gibt es viele. Eine Kuh, die Damenunterwäsche gefressen hat oder ein Papagei, der durch widrige Umstände zum Alkoholiker wurde.

Bei den Rezensionen im Internet konnte ich folgende Rückmeldungen finden:

Für alle, die Tiere lieben und Sinn für Humor haben, eine sehr kurzweilige, vergnügliche Lektüre, bei der aber auch nachdenkliche Momente ihren Platz haben. Dr. Christ, der Autor, beschreibt seinen beruflichen Alltag als Landtierarzt im Bundesland Salzburg und neben den vielen tierischen und zwischenmenschlichen Kontakten, die mit viel Sinn für ironischen Humor beschrieben werden, gibt es auch kritische Ansätze hinsichtlich reiner Schulmedizin und auch verschiedener bürokratischer Hürden im Alltag eines Tierarztes. Auch Alltagsszenen aus dem Privatleben von Dr. Christ und seine Studienzeit kommen vor und runden diese wunderbare Lektüre ab.

Nach meiner Frage, ab wann er Tierarzt werden wollte, kam ein Schmunzeln über seinen Schnurrbart und die Antwort kam prompt „schon mit 5 Jahren“. Allerdings wollte er ursprünglich Kleintierchirurg werden, durch einen Job in der Steiermark wuchs jedoch die Liebe zu den Großtieren und das Interesse an der Alternativmedizin. Als Biobauernbeauftragter der Tierärztekammer merkte er, dass man mit der Schulmedizin bei gewissen Dingen „ansteht“ und er war mit einigen Ergebnissen bei der Behandlung an Tieren unzufrieden. Durch eine Bekanntschaft mit einem Berufskollegen, Selbststudium und vielen Fortbildungen merkte er, dass gewisse Behandlungen sehr gut ergänzend mit Homöopathie funktionieren – die ersten Erfolgserlebnisse, das weiß er auf der Stelle „waren die Apis-Globoli, die der Bauer der behandelten Kuh dann auch gleich bei sich selbst ausprobierte“.

Er ist ein Spezialist für Homöopathie und Akupunktur. Da kann es schon mal vorkommen, dass einer Kuh Inhalationen oder Essigwickel verordnet werden oder bei Eiterabszessen man täglich heiße Kartoffelwickel machen muss.

Es bleibt oft nicht aus, dass Antibiotikum verordnet werden muss, aber ergänzend oder bei leichteren Beschwerden arbeitet er viel mit den Hausmitteln und Homöopathie.

Dr. Christ ist ein ausgezeichneter Diagnostiker, er nimmt sich auch kein Blatt vor dem Mund, wenn es darum geht, dass sich eine Behandlung bei einem Tier nicht mehr „auszahlt“ oder eine Erlösung für das Tier die bessere Variante wäre.

Ich würde unseren Tierarzt als impulsiv, unterhaltsam und sehr tierlieb bezeichnen. Da es unser Tierarzt immer sehr eilig hat, kann es auch passieren, dass ab und an eine Bauern-Katze bei ihm im Auto Platz nimmt und nach einer halben Stunde ein Telefonat von seiner Frau erfolgt – „bitte eure Katze abholen, sie ist bei meinem Mann im Auto und er hat keine Zeit, sie selbst zurückzubringen“…

Seine besondere Liebe gilt den Hunden, kommt sein Auto um die Ecke „gerast“, wie es bei Dr. Christ schon des Öfteren sein kann, fetzt unsere Nelly schon zum Stall und hechelt und springt ihn vor Freude an. So kennt er sicher jeden Hofhund beim Namen und die Hunde den Tierarzt auch. Da kann der Notfall noch so groß sein, für den Hund gibt’s immer einen Leckerbissen aus dem Auto und ein paar Streicheleinheiten dürfen auch nicht fehlen.

IMG_9883

Dr. Christ sieht sich selbst als Genießer, der gute und lustige Gespräche im Wirtshaus mag, er liest und schreibt gerne in seiner Freizeit und schaut sich gerne spannende Fußballspiele an. Er hält nichts von der vielen Bürokratie, er ist ein Praktiker, der schnell und unkompliziert handeln will und das Wohl der Tiere steht für ihn an oberster Stelle.

Ich glaube auch, dass es nicht viele Tierärzte gibt, die sich die Zeit nehmen und zu Bauernhöfen hinfahren, bei denen nicht gerade ein Notfall oder eine Besamung im Stall zu erledigen ist, sondern bei den Menschen Krankheit oder Leid Einkehr gefunden hat. So weiß ich es aus eigener Erfahrung und von einigen anderen Bauernhöfen auch, dass er bei menschlichem Leid und Schicksalschlägen des öfteren ins Bauernhaus kam und sich nach den Menschen erkundigt hatte und das Leid somit ein bisschen psychisch mitgetragen hat. Das macht ihn menschlich und zeigt Stärke. Willi, unseren Knecht, mochte Dr. Christ besonders gern und nachdem er von seiner Krankheit und seinen Behandlungen erfuhr, besuchte er ihn und brachte ihm ein Tragerl Bier vorbei und unterhielt ihn mit ein paar lustigen Episoden aus seinem Alltag. Solche kleine Gesten vergisst man nicht, gerade in der heutigen Zeit ist die Menschlichkeit oft auf der Strecke geblieben und es zählt nur der Schilling (Insider wissen, warum ich das schreibe) – ahh ich meine Euro.

Die Bauernschaft Gastein ist sehr glücklich, so einen  Tierarzt bei uns im Tal zu haben. Und wer ein bisschen Bauernhofleben aus dem eigenen Urlaub mit nach Hause nehmen möchte, sollte mal in die Bücher schauen.

Eure Bäuerin Katharina

Frühlingsgefühle …

Wer von uns hat in diesen Tagen keine Frühlingsgefühle ? Die immer länger werdenden Tage, die herrlichen Sonnenstrahlen, die unseren Körper und unser Herz erwärmen und die einzelnen Fleckerl, die schon aper werden. Einfach schön und es tut der Seele gut.

fruhlingsbild

 Auch die Tiere spüren, dass es schon bald Frühling wird und wollen, obwohl noch die Schneedecke im Tal ist, hinaus ins Freie. Wie wohlig sie sich auf der Schneewiese bewegen, laufen und hüpfen, einfach eine Freude, ihnen zuzusehen.

2016-janner-schafspaziergang-mit-molly

Wenn das Wetter so herrlich ist und die Berge so viel Kraft und Freiheit ausstrahlen, dann spiegelt sich das auch bei der Stimmung unserer Gäste wider. Da und dort ein Lächeln am Morgen und innere Zufriedenheit, die sich breit macht. Das ist doch für die meisten von uns das schönste Urlaubserlebnis, mitten in der Natur zu sein, schönes Wetter zu haben und „frei“ zu sein, einfach mal den Tag ohne Druck, Sorgen und Aufgaben gemeinsam genießen zu können.

Diese Jahreszeit ist auch eine Zeit der Geburten. Im Kuhstall kamen in den letzten Wochen einige Kälbchen zur Welt – darunter auch die kleine Greta und Edelweiß !

Bald wird es auch im Kinderstall Nachwuchs geben – das Brillenschaf und die Ziegen sind schon kugelrund – die Kinder gehen mit ihnen schon spazieren, denn Schwangerschaftsgymnastik tut den Tieren ebenso gut.

2016-janner-schafspaziergang-mit-molly

Alles Liebe vom Zittrauerhof und lassen wir uns von den Frühlingsgefühlen verzaubern ! Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof  

 

Traditionen leben

Jedes Jahr im Februar ist ein ganz besonderer Moment für die Bauernhöfe in unserer Gegend. Und so findet auch in diesem Jahr wieder das traditionelle Lichtmess mit allen zugehörigen Bräuchen statt. An Mariä Lichtmess verschwinden alle Zeichen von Weihnachten aus den Wohnungen und Häusern und kündigen den Frühling an. Zu diesem Anlass findet auch in unserer schönen Kirche heute um 19 Uhr am 02.02.2016 ein schöner Fest-Gottesdienst statt. Es ist auch ein “Feiertag” in der Bauernschaft und man kocht an diesem Tag was besonders Gutes und arbeitet an diesem Tag ein bisschen weniger 🙂

Und so war es früher so, dass an diesem besonderen Tag alle Mägde und Knechte die Höfe wechselten und ihre Arbeit an einem neuen Ort begannen oder blieben. Und um diesen Umzug und Neubeginn zu feiern, kam es zu den heute bekannten “Schlenkerfahrten” wie im Großarltal, die ebenfalls schon Tradition geworden sind.

Schlenkerfahrt_2010_21

 

Es ziehen die Kutschen am Blasiustag durch die Landschaft und man widmet seine Gedanken und Gebete auch an lieb gewordene “Mitarbeiter”. Und auch wir am Hof hatten einen Knecht, der uns allen im Herzen geblieben ist und bleiben wird. Er verbrachte mehrere Jahrzehnte hier am Zittrauerhof.

Unser lieber Willi war und ist ein ganz besonderer Mensch für uns und wir werden ihn immer in Gedenken halten so wie viele Gäste von uns auch.

neu willi1