Winter ist Germknödel-Zeit

Die winterliche Landschaft, die frische kühle Luft verleiten mich, heute ein tolles, einfaches Germknödel-Rezept zu teilen. Es eignet sich auch super zum Einfrieren: Einfach die aufgegangenen Germknödel-Rohlinge auf ein Teller geben, schockgefrieren und dann in ein gut verschlossenes Gefäß in der Gefriertruhe aufbewahren.

Dieses Rezept ist auch ohne Thermomix und Dampfgarer ein Hit und himmlisch gut !

Zutaten:

100 g Milch, 10 g Zucker, 20 g Hefe (Germ), 270 g Weizenmehl, 1 ganzes Ei, 130 g Butter, 1/2 Teelöffel Salz, 40 g Marmelade oder nach Gefühl, 500 g Wasser.

40 g Mohn, 30 g Zucker

Mohn und Zucker mixen und auf die Seite stellen.

Germteig vorbereiten: am besten gelingt er, wenn alle Zutaten die gleiche Temperatur haben, sprich einfach alle Zutaten schon in der Früh aus dem Kühlschrank rausgeben. Milch, 10 g Zucker und Germ in Topf geben und leicht erwärmen. Mehl, Ei, 30 g Butter, Salz hinzugeben und danach das Milch-Zucker-Germgemisch reingeben, zu Teig verarbeiten und ein bisschen gehen lassen.

Den Teig in vier Stücke teilen (ich mache meist 6 kleine Germknödel draus), flach drücken und genau in der Mitte eine gute Marmelade (unsere mögen am liebsten Heidelbeermarmelade oder Powidl) reingeben und Knödel draus formen (schauen, dass die Marmelade schön ind er Mitte bleibt, keine zu flüssige verwenden!). Germknödel formen und an einem warmen Ort 30 min gehen lassen. Man kann auch die doppelte Masse machen und dann nach der Gehzeit die Hälfte einfrieren – klappt super !

In einem breiten Topf halbvoll Wasser einfüllen und dann eine Windel oder ein Geschirrtuch nehmen und oben beim Topfrand das Tuch mit einem starken Gummiringerl oder Schnur fixieren. Das Wasser zum Kochen bringen und die Germknödel auf das Geschirrtuch drauf geben, danach mit hohen Deckel zumachen. Diese einfache Arbeitsweise hab ich von einer guten Freundin, klappt echt super.

Parallel dazu gibt man eine gute Bauernbutter in einem Topf, lässt die Butter zergehen und richtet das Mohn-Zuckergemisch in einem Schüsselchen her. Nach ca. 10 Minuten sind die Germknödel fertig ! Mahlzeit !!!

Bei den nächsten Bauernhofgeschichten wird wohl ein Weihnachtsgebäck-Rezept mit dabei sein. 🙂

Einen schönen Sonntag Abend wünscht Katharina vom Zittrauerhof

 

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Das Kleid des Winters

So schnell wie das Jahr 2017 kam, so schnell neigt es sich schon wieder dem Ende. Der vorletzte Monat des Jahres ist angebrochen und der Zittrauerhof legt seinen Wintermantel an!

Im Sommer ist der Bauernhof in ein farbenfrohes Kleid aus Blumen gekleidet. An jeder Ecke steht ein Blumentöpfchen und der Garten strahlt in voller Pracht. Doch im Herbst ändert sich das ganz schnell, sobald alles geerntet und die Sommerblumen verblüht sind.

Aber der Hof verfällt über die Wintermonate keineswegs in ein tristes Bild!
Bei uns im Gasteinertal ist es Tradition, dass die Häuser und Eingangsbereiche winterlich geschmückt werden. Dafür braucht man sehr viele Latschenzweige, welche per Hand auf der Alm gepflückt und geschnitten werden. Da es sich um eine recht aufwendige Arbeit handelt, braucht man fast den ganzen Tag und mehrere Personen dazu.

Sind die Latschen dann im Tal angekommen, geht das große Dekorieren los und der Hof erstrahlt in winterlichem Glanz! Und passend zum Winterkostüm des Zittrauerhofes hat Frau Holle ihre Betten geschüttelt und das Gasteinertal in ein weißes Kleid gehüllt. Man könnte fast meinen, der Winter ist da und Weihnachten stehe vor der Tür.

2017-11-07-PHOTO-00001239.jpgAber so schnell wie die letzten Monate verflogen sind, werden auch die Wochen bis dahin ganz schnell vergangen sein! Eine schöne Zeit vom Zittrauerhof, Katharina Schwaiger.

Willkommen auf dieser Welt ….

Das ganze Jahr über gibt es bei uns am Zittrauerhof immer wieder Geburten, doch gerade im Herbst und Frühling ist besonders viel los in unseren Ställen.

Rund 19 Kühe am Hof kalben bei uns einmal pro Jahr. Und gerade im Spätherbst heißt es regelmäßig: Das Kalb kommt vielleicht heute nacht und man teilt sich das „Auf-Passen“ ein. Kühe suchen sich für die Geburt meist eine ruhigere Zeit aus, bei uns sehr häufig zu Mittag oder eben in der Nacht.

Sind sie noch auf der Weide, dann ziehen sie sich von der Herde zurück, um ein bisschen abgeschieden zu sein.  Mein Mann weiß die Zeichen einer bevorstehenden Geburt sehr gut zu deuten, zum Beispiel schaut er nach der Temperatur, ob der Schwanz schon „weich“ wird, wie der Schleim sich zeigt oder ob die „Flachse schon eingebrochen ist“, allerdings ist wie bei Menschen der Geburtstermin nicht genau vorhersehbar und man geht oft alle zwei Stunden zur Kontrolle rauf in den Stall, besonders nachts. kalbgeburt Ossenkamp.JPG

So wie Matthias die Zeichen zu deuten weiß, hat er sich über die Jahre am Hof hinweg auch angelernt, welche Griffe er während der Geburt ausführen muss und was es zu beachten gibt. Gibt es extreme schwere Geburten, wird der Tierarzt geholt, meist ist Matthias – wie auf fast allen anderen Bauernhöfen auch – der Bauer selbst jedoch der Geburtshelfer 🙂

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Julia mit dabei bei der Kälbergeburt – sichtlich ein Erlebnis

Sobald die Geburt rum ist, geht es an die Erstversorgung des Neugeborenen: Wasser in die Ohren des Kalbes, Schleim aus dem Mund und homöopathische Geburtsmittel für Kalb und Kuh. Anschließend ist es wichtig, dass die Kuh aufsteht und viel Flüssigkeit zu sich nimmt. Hierfür bekommt sie  warmes Wasser, soviel wie sie will, gemischt mit Cola.

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mit dem Stroh abgerubbelt ….

Besonders groß ist die Freude, wenn es ein Kus-Kaibi (weibliches Kalb) ist, da wir die eigenen Kälber zur Aufzucht verwenden können, die Stierkälber werden nach den ersten Monaten an die Erzeugergemeinschaft zur Mast verkauft.

Nach der Erstversorgung wird das Kalb von der Mutter abgeschleckt und wir desinfizieren den Nabel des Kleinen. Kalb und Kuh bekommen dann von uns noch drei Tage homöopathische Mittel zur Stärkung einerseits, zum Zurückbilden der Gebärmutter andererseits.

Anschließend kommt das Kleine in die Kälberbox und wird mittels eines Trinkeimers mit der Muttermilch versorgt. Und wie beim Menschen auch, ist die Kolostralmilch von den ersten Melkeinheiten von besonders wichtiger Bedeutung und sehr kostbar! Bei uns heißt diese Milch „Biestmilch“. Die Biestmilch von den ältesten Kühen wird eingefroren und aufgehoben, um sie für Notfälle auf Vorrat zu haben. Sie kann auch zur Stärkung für einem selber im Rahmen einer Kur sehr gut angewendet werden und hilft gut. 

Es ist jedes Mal eine große Freude, wenn ein Kalb gesund zur Welt kommt. Schönen Sonntag euch allen. Ich freue mich schon auf die nächste Bauernhofgeschichte!

Katharina Schwaiger vom Zittrauerhof in Gastein.

Am Zittrauerhof – ein herrliches Fleckchen Erde

Vor kurzem bekam ich eine ganz Mail von Daniela und das bestärkt mich, weiterhin Auszeiten am Bauernhof anzubieten. Meine Freude, jemanden am Bauernhofleben teilhaben zu lassen, sie „auszubilden“ und sie neue Wege entdecken zu lassen. Danke Daniela für diesen schönen Bericht !

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Beim Brotbacken

Schon lange bewegte mich der Gedanke einmal im Leben als Sennerin auf die Alm oder auf einen Bauernhof mitzuhelfen. Ich wollte einfach mal weg vom Alltag, mal was ganz anderes machen, in die Natur und den Umgang mit Tieren erlernen und mitzuhelfen, anstatt sich nur zu erholen. Durch viele Recherchen im Internet, stieß ich Anfang des Jahres auf den Zittrauerhof in Badhofgastein, ich las immer wieder die herrlichen Bauernhofgeschichten der Bäuerin Katharina. Ich nahm mit Katharina Kontakt auf. Sie schickte mir gleich einige Bericht von Auszeitfrauen. Nachdem der Termin feststand, ging es für mich für eine Woche auf den Zittrauerhof. Mein Projekt „Bauernhof „konnte beginnen.

Schon als ich am Hof ankam, merkte ich sofort die Herzlichkeit in dieser Familie.
Im Haus, im Garten jedes Detail mit Liebe gemacht. Ich erlernte in dieser Woche vieles über die Tiere im Kinderstall, über die Kühe, Kühe treiben, Kälbergeburten.
Weidezaun errichten, ich bin mit Opa Hias Traktor gefahren, mit Bauer Matthias hinten auf der Quad über die Weide gefahren. Im Garten war ich jeden morgen Äpfel aufglauben, Kräuter wurden gesammelt und getrocknet, die
Blumen gezupft.

Bei Katharina in der Küche durfte ich viele österreichische Gerichte erlernen.
Topfen, Joghurt wurde gemacht. Das Frühstück für die Gäste errichten. Brot wurde gebacken.
Natürlich durfte ich auch beim Hausputz mitmachen:- )
Ich wusste gar nicht was ich alles für versteckte Kräfte in mir habe, auch wenn manche Arbeiten
anstrengend waren, bin ich abends glücklich, befriedigend in mein Bett gefallen.
Ich bin froh das ich die Woche da war, die Zeit mit der Familie verbringen durfte, Freundschaft für ein
Leben geschlossen habe. Ich komme wieder !

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Viele liebe Grüße, Daniela :- )

Abschied nehmen ..

  • Tiere zu verkaufen gehört zum Bauern-Sein dazu – stimmt.
  • Es ist ein Teil unseres Jobs – stimmt.
  • Wir verdienen damit unser Geld – stimmt.
  • Aber dennoch fällt der Abschied bei manchen Tieren besonders schwer und das Herz fängt ein bisschen an zu weinen.

So ist das mit unserer Kria – der 18jährigen Islandstute – auf unserem Hof. Sie leidet seit letztem Winter an „Dämpfigkeit“ und erholt sich erst, wenn es draußen wieder grün wird. Auf Anraten haben wir uns nun auf die Suche nach einem Platz am Meer gemacht und dank Frau Haussmann vom Tierschutzverein Auf dem Weg ins Glück auch einen gefunden.

2016-04 Kria mit Hengstfohlen

Kria hat einige Jahre bei uns am Zittrauerhof gelebt, wir haben sie aufwachsen sehen und jeder Hofbewohner und Feriengast kann sich an schöne Momente mit unserer Islandstute erinnern. Kria hat unserem Hof so viel Positives gegeben und stets Kinderaugen und -herzen zum Lachen gebracht!

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Kria – für jeden Spaß zu haben

Gerne würden wir sie auch weiter behalten und uns um sie sorgen, doch leider ist dies bei unserem rauhen Klima im Winter nur unter ständiger Einnahme von Medikamenten und Spezialfütterung möglich.

Am Mittwoch war der Tag, an dem Kria den Weg nach Norddeutschland aufgenommen hat. Aber wir sind sehr glücklich, dass sie auf Brittas Ranch noch ihre weiteren Lebensjahre verbringen kann, inmitten von Pferden sein darf und von Pferdeliebhabern betreut und umsorgt wird. Sie wird dort unter ähnlich erkrankten Pferden leben und nach genau ihren Bedürfnissen versorgt werden. Vielleicht sehen wir sogar in den nächsten Tagen noch das ein oder andere Foto von ihr oder bekommen ab und an mal einen Zwischenbericht über Krias Leben im hohen Norden Deutschlands. Darauf freuen wir uns schon. Alles Liebe vom Zittrauerhof, Katharina Schwaiger.

so sieht Krias neue Heimat aus:

Apfelfreuden

Im Frühjahr diesen Jahres haben alle Apfelbesitzer gebangt und gehofft, dass es nicht ganz so schlimm wird, wie es im ersten Moment wirkte. Die Frühjahrsmonate brachten nochmal ordentlich Frost und es sah aus, als sei die herbstliche Apfelernte nicht mehr zu retten. Schade, denn bereits im letzten Jahr ist alles erfroren und es gab keine süßen Früchte zu ernten.

Doch wir hatten Glück! Einige Bäume haben wohl noch nicht geblüht, als der Frost kam und zeigten sich in voller Pracht. Umso größer ist nun die Freude, denn vergangene Woche konnten wir dann die schönen, saftigen Äpfel ernten.

Bei schönstem Herbstwetter kletterten die Kinder auf die Bäume und schüttelten Ast für Ast. Früchte, die einfach nicht abgeschüttelten werden wollten, schlugen wir mit langen Stöcken ab. Auf der Erde konnten dann alle Helfer fleißig sammeln und die leckere Ernte einsammeln!

Mit Hilfe vom Apfelroller-Blitz geht auch das „Aufklauben“ vom Boden schnell und einfach. Für jene, die sich das nützliche Gerät anschaffen wollen, es zahlt sich wirklich aus und man hat es Jahre (erhältlich bei Faie „Rollblitz“ und sämtlichen anderen Anbietern). Nächste Woche werden jene Äpfel, die für Apfelsaft eingeplant sind, noch runtergeholt und zur Obstpresse gebracht. Somit ist auch der naturtrübe Apfelsaft für das Bauernhoffrühstück gesichert. Mit den bisher gesammelten Äpfeln wird die Maische für den Schnaps angesetzt und leckeres Apfelmus, Mehlspeisen und Kompott gemacht.  Wer das Apfelmus nachkochen möchte, findet hier das Rezept:

Katharinas Apfelmus

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Zutaten:
Saftige Äpfel, Zimt, Zucker, Zitronensäure

Zubereitung: Äpfel sammeln und mit Apfelentkerner oder mit kleinem Obstmesser in Spalten schneiden (mit der Schale). Das Gehäuse bzw. Reste bekommen bei uns die Tiere (lecker…). In einem Kochtopf ein bißchen Wasser reingeben und die geschnittenen Äpfel. Langsam erhitzen und zugedeckt köcheln lassen. Wenn die Äpfel dann „zerfallen“ und mürbe werden, immer zwischendurch umrühren, dann mit einem Passierstab fein rühren und wieder auf den Ofen stellen. Anschließend je nach Süße der Äpfel Feinkristallzucker hinzugeben, ein bisschen Zimt und einkochen lassen. Will man das Apfelmus fest haben, gibt man anstatt des Kristallzuckers Gelierzucker hinzu. Nach der Gelierprobe das fertige Apfelmus abschmecken (ggf. noch Zucker hinzu, ein bisschen Zitronensäure (damit die Farbe der Apfelmarmelade länger anhält) Zimt und wenn man will einen Schuss Bauernobstler) in saubere Gläser abfüllen, Deckel drauf und Glas stürzen für 10 min. Dann das Glas wieder umdrehen und beschriften. Fertig ist das leckere Apfelmus. Unsere Gäste mögen das Apfelmus zum Frühstück besonders in Kombination mit dem Naturjoghurt sehr. So hat man auch im Winter einen Vitaminstoss 🙂 aus dem eigenen Garten. Gutes Gelingen.

Einen schönen Herbst-Sonntag wünscht Bäuerin
Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal

 

 

Wenn der Herbst Einzug hält

Langsam fällt jetzt Blatt für Blatt
von den bunten Bäumen ab.
Jeder Weg ist dicht besät
und es raschelt, wenn ihr geht.

Noch sind die Blätter an den Bäumen und das Rascheln der Wege lässt noch auf sich warten, doch zeigt sich schon langsam das erste Gelb in den Blättern unserer Gasteiner Bäume.

Doch nicht nur daran merkt man, dass der Herbst sich mit großen Schritten nähert, denn auch die Arbeiten am Zittrauerhof ändern sich wieder! Nachdem viel im Haus und am Hof zu tun war und wenig Zeit für die Bauernhofgeschichten blieb, will ich mich in nächster Zeit wieder mehr meinem Hobby widmen. Gemeinsam mit meiner Freundin Annika werden wir über das Bauernhofleben, den Arbeiten, Rezepten berichten.

Bis vor kurzem hörte man im Talboden noch selten das Kuhglockengeläute oder die Schafherden, denn die meisten Tiere waren oben auf der Alm, wo sie die Sommerwochen genießen und ordentlich Bergwiesen fressen konnten. Gut erholt sind die Tiere nun aber wieder an den Hof und bei den Bauern ins Tal zurück gekehrt. Im Gasteinertal wird der Almabtrieb nicht so groß wie in Tirol aufgezogen, es gibt auch gott sei DANK keine „wöchentliche Show“ für die Touristen, dennoch ist es – glaub ich –  für jeden Bauern schon eine Riesenfreude, wenn nach mehreren Stunden Wanderung und Viehtrieb sowohl  Mensch als auch Tier wieder heil im Tal angekommen sind. Die Milchkühe sind ja schon seit längerem wieder am Zittrauerhof, die letzten Tage kamen dann auch die Kalbinnen und Kälber runter ins Tal.  Man sucht die Weiden ab, treibt sie zusammen und dann werden die Tiere vom Stubnerkogel ins Angertal getrieben. Oft begegnet man noch Kalbinnen von anderen Bauern, hier muss dann darauf geachtet werden, dass man eben die „fremden Tiere“ zurückhält und sie nicht mit runtergetrieben werden und sie sich „vermischen“.

die letzten beiden Herbsttage waren einfach traumhaft – der Ausblick ins Tal, die Landschaftsbilder, die Ruhe am Berg, die zufriedenen Tiergesichter – das ist einfach was Wunderbares. Auch die Noriker Pferde wurden heute ins Tal geholt, da für die nächsten Tage unbeständiges Wetter angesagt wurde. Sie dürfen nun noch einige Wochen auf unseren sauren Wiesen verbringen, bevor sie im Stall „eingestellt“ werden.

Jetzt wo die Tiere wieder im Tal sind, gibt es allerhand zu tun: die Ställe müssen hergerichtet werden, die Stall- und Melkarbeiten sind wieder in vollem Gange und die Herstellung von Milchprodukten kann wieder richtig durchstarten!

Aber nicht nur im Stall bekommt man den Herbst zu spüren, denn auch im Garten fallen nun einige Arbeiten an. Denn die über den Sommer sorgsam gepflegten Pflanzen wollen nun geerntet und bald winterfest gemacht werden. Und so wird in nächster Zeit fast täglich jemand im Garten stehen und ernten – das ist sicherlich auch eine extra Bauernhof-Geschichte wert.

Und zuletzt noch ein paar schöne Bilder der letzten Tage, welche uns schon ein bisschen Puderzucker auf die Berge gezaubert hat. Jedes Jahr ist es aufs Neue faszinierend, wenn der Schnee das erste Mal im Jahr die Gipfel in sein weißes Kleid hüllt.

 

Der Zittrauerhof wünscht allen eine schöne Herbstzeit mit raschelnden Spaziergängen, kuscheligen Abenden bei Kerzenschein und den ersten Schneeballschlachten am Berg!

Ein besonderes „Event“, wie es die Tourismusmanager nennen, ist der demnächst stattfindende Erntedankumzug – nicht nur sehenswert, sondern bewundernswert, mit wieviel Mühe, Freude und Zeitaufwand alle Wägen und Tiere geschmückt werden !

Aus dem Rezeptbuch meiner Mama

Zuerst einmal DANKE für die netten Rückmeldungen: Gäste, Einheimische, Unbekannte freuen sich über die Reportagen meiner Bauernhofgeschichten und besonders gerne und oft werden die Rezepte aus der Bauernküche nachgemacht.

Heute schick ich euch ein tolles Rezept, das wir in meinem Elternhaus am Maurachgut gerne und oft gemacht haben. Den Fantakuchen. Ich glaub, als Kinder hat er uns noch besser geschmeckt, weil allein das Wort Fanta schon positives bewirkt hat. Vielleicht für die Kinder in der heutigen Zeit nichts Besonderes mehr, aber bei uns war und ist es nach wie vor ein „besonderes“ Getränk, welches es nur an Geburtstagen oder besonderen Anlässen eingekauft und getrunken wird 😊, da wir fast ausschließlich selbstgemachte Säfte trinken.

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Der Kuchen ist besonders saftig und lecker – einfach gut für warme Sommertage zum Kaffee. Er geht relativ schnell und schmeckt besonders mit Pfirsich, Himbeeren oder Schwarzbeeren (Heidelbeeren).

 

Diese Maße sind für ein Blech gedacht.

Boden: 4 Eier (Dotter, Eiklar trennen),250 g Zucker, 1/8 lt. Öl, 150 ml Fanta (oder Mineral oder Cola), 250 g Weizenmehl, 3 Teelöffel Backpulver.

Eiklar fest schlagen und in einer zweiten Schüssel die Dotter mit dem Zucker schaumig rühren, danach löffelweise Öl hinzugeben und Fanta. Wenn es dann schön schaumig ist, langsam löffelweise das Weizenmehl und Backpulver rein. Auf ein Backblech geben und bei ca. 180 Grad 25 min backen. Auskühlen lassen.

 

Wir haben heute Heidelbeeren als Belag genommen – frisch von der Alm. Bei uns heißen sie Schwarzbeeren und sind als Obst auch besonders beliebt. Nachdem der Kuchen ausgekühlt ist, bedeckt man den Boden mit Heidelbeeren und bereitet den Belag vor.

Belag: 1 Becher Sauerrahm Salzburger Land am besten 😊, 1 Packung Creme fraiche, 1 Becher selbstgemachtes Joghurt oder Joghurt Salzburger Land , 2 Packerl Vanillezucker, wenn man will, kann man noch ein bisschen normalen Feinkristallzucker hinzufügen. Wenn man will, noch ein Packerl Sahnesteif.

1 Dose Pfirsich klein schneiden oder wie wir heute Heidelbeeren vorbereiten und auf den Boden des fertig gebackenen Teiges geben. Danach die Creme drüber und ab in den Kühlschrank, hat es ein bisschen angezogen, so kann man danach noch ein bisschen Zimt darüberstreuen. Guten Appetit vom Zittrauerhof in Gastein. http://www.gasteinurlaub.com

 

das beste Rezept …

In der neuen Bauernküche am Zittrauerhof macht das Backen einfach noch mehr Spaß und ich habe für meine Blogleser nun ein Rezept, das ich sehr gerne und oft mache – ich finde, es ist das beste Topfenguglhupf-Rezept überhaupt. Lauwarm gegessen ist es am besten und dazu noch ein Häferl Kaffee  :- ) Mahlzeit !

Man braucht für meinen Lieblings-Topfen-Guglhupf:

250 g Topfen (am besten einen selbstgemachten), 250 g Staub oder Feinkristallzucker, 250 g Butter, 270 g Weizenmehl, 30 g Stärkemehl, 5 Eier, 1 Packung Backpulver, 1 Packung Vanillezucker, Zesten von einer Zitrone.

Zuerst rührt man die Butter schaumig und gibt den Dotter nach und nach dazu, dann die Zeste und Zuckergemisch einrühren. Anschließend den cremigen Topfen löffelweise hinzugeben. Als Abschluß das Backpulver und Stärkemehl sowie Backpulver löffelweise ebenso in die Masse geben und den steif geschlagenen Schnee unterheben.

 

Den Teig dann in eine befettete Guglhupf-Form füllen und ca. 60 Minuten bei 160 Grad backen. Einfach genießen und gleich lauwarm ausprobieren. Gutes Gelingen Katharina Schwaiger vom Zittrauerhof Gastein.

P.S: Dieser Guglhupf eignet sich auch gut zum Einfrieren :- ))

 

 

Angepackt

 

Jedes Jahr gehen per Post oder Mail einige Praktikumsbewerbungen bei mir ein. Ob nur für 2 Wochen oder 6 Monate ist jede Länge mit dabei. Deswegen möchte ich heute mal zeigen, was ein Praktikum bei uns am Zittrauerhof bedeutet! Dafür habe ich mal die Erfahrungen und Erlebnisse unserer bisherigen Praktikanten und Praktikantinnen zusammengefasst.

In der Früh geht es auf direktem Weg für unsere Praktikantin zum Milchholen für die Frühstücksgäste, dann in den Kinderstall, denn Schafe, Ziegen, Esel und Pony warten schon sehnsüchtig auf das frische Gras und möchten auf die Weide gebracht werden. Oft sind dann schon Frühaufsteher bei den Gästen dabei und werden nach zeitlichen Möglichkeiten auch mit eingebunden und können mitmachen.

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Stehen die Tiere glücklich und zufrieden auf der Weide, werden noch Hühner- und Enteneier eingesammelt und die Milch aus der Milchkammer geholt. Manchmal nur für den alltäglichen Bedarf, manchmal ganze Eimer voll für die Herstellung von Joghurt, Frischkäse oder Topfen. Ist man mit den Stallarbeiten fertig, wird noch der Müll aus der Küche weggebracht und wir richten dann noch das Gästefrühstück gemeinsam her.

brettljause mit BlumenIch lege selbst sehr viel Wert auf den Aspekt „das Auge ißt mit“, weswegen alle Produkte und Lebensmittel schön angerichtet werden. So freuen sich unsere Gäste umso mehr, wenn sie in die Stube kommen und einen schön gedeckten Frühstückstisch vorfinden und alle (Wild)-Kräuter auch gegessen werden können. Nachdem Kaffee und frische Eier an die Tische gebracht sind, kann das eigene Frühstück in der Familienküche beginnen.

Die Vormittagsarbeiten beginnen direkt nach dem Frühstück: Während die Gäste in der Stube Energie für den Tag sammeln, werden die Zimmer schnell zwischengereinigt; sobald die Stube leer ist, wird das Geschirr abgeräumt und alles wieder krümelfrei gemacht; das Haus und der Bereich vor dem Haus werden gefegt, sodass alles ordentlich aussieht – auch die ein oder andere Spinnwebe müssen dabei weggemacht werden. Ist an einem Tag Abreise, werden die Zimmer und Appartements am Vormittag säuberlich gereinigt, ansonsten finden sich immer unterschiedliche Arbeiten im Stall, am Hof, im Garten oder in der Küche.

Zu dieser Zeit entstehen dann auch die leckeren Marmeladen, Säfte und Milchprodukte. Allen Mädels rate ich gleich zu Beginn ein Heftchen anzulegen, in dem alle Rezepte und Erfahrungen, die am Zittrauerhof gemacht werden, notiert werden können. Umso mehr freue ich mich, wenn Mails von Mamas oder den Mädels selbst kommen, dass sie froh sind, das Praktikum bei uns gemacht zu haben und so vieles für das tägliche Leben verwenden können. Ich versuche, aus jedem Fähigkeiten rauszukitzeln, die vielleicht bislang noch unentdeckt blieben :- )

Gegen Mittag wird der Ofen eingeheizt und meist österreichische Gerichte gezaubert. Dabei hat schon der ein oder andere sein Kochtalent entdeckt oder bemerkt, dass die Küche doch nicht so seins ist ;).

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Nachdem der Abwasch getätigt ist, geht es in die Mittagspause. Um 16 Uhr bringen wir die Tiere wieder in den Stall. An manchen Tagen findet auch ein Kinderprogramm mit Go-Kart, Wasserspielen und Gießkannenschlachten statt, welches vorher noch vorbereitet werden muss. Nachdem die Kleintiere versorgt und die Kühe im Stall zum Melken reingebracht werden, kontrollieren wir noch die Spielplätze, Blumen und richten gemeinsam das Abendessen, das wir manchmal auch draußen im Garten verzehren. Am Zittrauerhof wird einem nicht so schnell langweilig.

Bevor es zu einem Praktikum kommt, lade ich die Mädels zum Schnuppern ein, so lernen sich beide Teile kennen und sehen, ob es klappen kann oder nicht.

Ein Praktikum an unserem Hof ist sehr vielfältig, aber auch teilweise schon anstrengend. Man ist bei uns in die Familie komplett integriert und eingebunden, muss Kinder mögen, verlässlich sein und ehrlich. Für mich ist es am schönsten, wenn ich ab und an von Auszeit-Frauen und Praktikantinnen Mails bekomme und erfahre, wie es läuft.

Leute auszubilden oder einen Teil ihres Lebens zu begleiten und „weiterzubringen“  ist für mich ein sehr schöner Bereich meines Bäuerinnen-Seins 🙂

Eure Bäuerin Katharina