Neues aus der Bauernküche!

Heute ist es mal wieder Zeit, ein bisschen was aus der Küche zu erzählen!

Die Küche ist für mich der wichtigste Raum in unserem 400 Jahre alten Bauernhaus. Hier trifft sich die Familie mehrmals täglich – ob zum Essen, Kochen, Spielen, Schulaufgaben machen, Musizieren oder einfach nur zum Zusammensitzen.

Sehr beliebt bei uns am Zittrauerhof ist unser frischer Natur-Joghurt! Ein bis zwei Mal in der Woche bereiten wir diesen frisch zu, damit alle Hofbewohner und Gäste ihn genießen können.

Diese Art der Joghurtzubereitung habe ich von meiner Schwiegermutter Rosemarie gelernt und seither so gemacht – und genauso gebe ich das Rezept an Euch weiter, wenn ihr an der Zubereitung interessiert seid ! Ideal ist es, wenn man aus hygienischen Gründen für die Milchverarbeitung immer die gleichen Töpfe, Schneebesen etc. verwendet und diese Kochutensilien eben nur für die Milchverarbeitung 🙂

  1. Frische Vollmilch auf 90 Grad erhitzen (ich nehme meistens 5 Liter) – ab und zu umrühren und mit Thermometer messen)
  2. Bei 90 Grad vom Herd nehmen und auf 45 Grad abkühlen lassen (entweder auf einen Rost geben und von selbst abkühlen lassen oder wenn man es eilig hat, Topf ins Waschbecken geben und ein kühles Wasser vorab reinlaufen lassen),
  3. Ist die Temperatur erreicht, werden die Joghurtkulturen hinzugegeben. Ich nehme eine Portion von der Größe einer Erbse. Dann zügig umrühren!

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  1. Direkt in 6 große halb-Liter-Gläser füllen (Gläser zuerst sauber waschen und ggf. kurz ins Backrohr zum Desinfizieren), befüllen mit Milch und verschließen
  2. Gläser in einen großen Topf stellen, dessen Wasser 45 Grad hat. Mit Deckel zudecken und für 10-12 Stunden ruhen lassen. Idealerweise am Rand vom Holzherd 10 -12 Std. stehen lassen, dann bleibt die Temperatur konstant. Wenn das nicht möglich ist, dann kann man auch ab und an warmes Wasser wieder reingeben, sodass die Temperatur erhalten bleibt. Wichtig ist beim Joghurt, dass die Gläser fast bis zum Deckel im warmen Wasser sind.
  3. Meist mach ich das Joghurt am Morgen und am Abend, nach ca. 10 Stunden, geb ich die Gläser in den Kühlschrank, dann können sie noch „ziehen“ und am nächsten Morgen ist der Joghurt fertig. Mahlzeit !!

Ich serviere meinen Joghurt am liebsten mit Apfelmus und einer Prise Zimt. Aber auch Hollerblütengelee oder Wipferlhonig (eher dünnflüssig) und andere Marmeladen eignen sich hervorragend! Einfach mal ausprobieren und die Lieblingsmischung finden. Kleiner Tipp: An heißen Sommertagen erfrischt Naturjoghurt pur sehr gut!

Oder hier eine aktuelle Kreation: Joghurt mit Erdbeermarmelade und Zimt!!!

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P.S: Die Joghurtkultur bestell ich meistens bei http://www.hoeller-marketing.at oder bei http://www.bhg.co.at. Die Kulturen bewahrt man dann im Gefrierfach auf, beim Verwenden einfach benötigte Menge rausnehmen und dann gleich wieder ins Gefrierfach geben. Mit einem solchen Packerl wie oben abgebildet, kommt man lange aus. Wir bestellen meist die Kulturen für Topfen, Joghurt, Frischkäse etc. für ein Jahr auf einmal oder bestellen gemeinsam mit anderen Bäuerinnen.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Nachkochen,

Eure Bäuerin Katharina

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Zeit für ein gutes Gebäck!

Wenn das Wetter regnerisch ist, hab ich ein bisschen mehr Zeit, mehr zu backen. Besonders gerne mag unsere Familie die Laugenstangerl – ideal als süßes und saures Gebäck und gar nicht schwer.

Die unten angeführte Menge reicht für ca. 25 Stück

1000 g Weizenmehl
2 Würfel Germ
80 g Butter (weich)
500 ml Wasser
2 Esslöffel Zucker
2 Teelöffel Salz

Für die Lauge

1 lt. Wasser
2 Esslöffel Natron

Zubereitung

Alle Zutaten in die Schüssel geben, zu einem schönen Teig verarbeiten, länger durchkneten (je länger geknetet, desto feiner wird der Teig), mit Mehl bestreuen und an einem warmen Ort gehen lassen.IMG_6353
Anschließend runde Knödel formen und daraus Stangerl oder Knöpfe oder Brezen oder Fußbälle machen. Und nochmals 15 min rasten lassen.

Mit wenig Mehl am Brett Teig formen, dann sieht man die Lauge besser beim Gebäck. In der Zwischenzeit das Wasser mit Natron (1 Packung , bzw. 2 Esslöffel) kurz aufkochen und ein bisschen abkühlen lassen. Das Gebäck auf beiden Seiten kurz in die Laugenflüssigkeit eintauchen und auf das vorbereitete Blech bei 200 Grad ca. 20 min backen. Die Lauge kann ein weiteres Mal verwendet werden, hält im Kühlschrank einige Tage. Unbedingt auf das Blech ein Backpapier auflegen, dass die Lauge nicht das Blech angreift.
Besonders gerne mach ich Fußbälle bzw. Blumenformen – hier nimmt man den Apfelspalter, taucht ihn kurz ins Mehl (ganz wenig) und sticht einmal in den Teig, dreht den runden Teig dann um, sodaß die Apfelteiler-Seite unten ist. Erst beim Raufgeben aufs Blech bzw. in die Lauge, dreht man das Gebäck um.
Bei 200 Grad ca. 20-30 min backen. Auf ein Blechgitter rausgeben, wenn es eine schöne Farbe erhält und auskühlen lassen.IMG_6352
Guten Appetit. Dazu ein frischer Topfenaufstrich mit Schnittlauch, das schmeckt herrlich !

Viel Spaß beim Nachmachen und ein schönes Wochenende.

Eure Bäuerin Katharina