Schwarzbeeren – eine Wucht !

Endlich ist es soweit – wenn die Schwarzbeeren auf der Alm reif werden, kribbelt es in meinen Händen und ich freu mich auf ein Zeitfenster, wenn ich Schwarzbeeren (Heidelbeeren) brocken –  „riffeln“ gehen kann. Gut gelaunt und bepackt mit Kübeln, Riffeln, einer guten Jause und Regenjacke geht es Richtung Stubnerkogel hinauf. Fenster auf und den herrlichen Ausblick genießen, die Bergschuhe anziehen und rauf auf den „Bichel“ (Hügel).

Da es in der Früh geregnet hat, war es ein bisschen rutschig. Was für eine Freude, auf diesem Platzerl war noch niemand und die Arbeit konnte losgehen. Eigentlich ist das Schwarzbeer-Brockeb für mich eine schöne Auszeit – Entspannung und keine Arbeit. Zwischendurch ein Päuschen, sich hinlegen für ein paar Minuten, den Wolken und den Bäumen zuschauen, wie sie sich bewegen – einfach schön. Nur wenige Kilometer vom Bauernhof entfernt, ist man in einer ganz anderen Welt und kann so gut abschalten.

Hat man die Kübel fertig geriffelt oder eben nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung, dann gibt man den Deckel auf den Kübel und geht vorsichtig wieder runter zum Fahrzeug. Dass nur ja nicht die Beeren ausgeschüttet werden, wär schade um die viele mühsame Klauberei. 🙂

Mit blauen Fingern und blauer Zunge kommen wir heim und strahlen. Kurz ein paar Minuten umziehen und ausrasten, dann werden die Heidelbeeren gleich gereinigt und von den Blättern befreit. Wir haben dazu ein Holzbrett, das seitlich eine Begrenzung hat, auf einer Seite wird das Brett erhöht und auf der anderen Seite kommt die Schüssel rein, das hat den Vorteil dass die Schwarzbeeren runterkullern und die Blätter eher am Brett kleben bleiben, das geht eigentlich dann ganz flott.

Die Blätter werfen wir nicht weg, wir trocknen sie und geben sie den Kälbern, wenn Durchfall droht. Sind die Heidelbeeren ausgeklaubt, verarbeiten wir sie zu einer guten Heidelbeermarmelade oder trocknen sie für uns und es gibt fürs tägliche Bauernhoffrühstück frische Schwarzbeeren ins Joghurt und einen leckeren Kuchen.

Sehr erfrischend und wirklich schnell gemacht, ist die Joghurt-Heidelbeer-Schnitte oder die beliebten Schwarzbeer-Nocken. Doch bevor ich Fotos machen konnte, war der Blechkuchen schon gegessen, das kommt dann bei den nächsten Bauernhofgeschichten. Dann widme ich mich guten, einfachen Rezepten rund um die Schwarzbeeren/Heidelbeeren.

 

Liebe Grüße vom Zittrauerhof

Eure Bäuerin Katharina

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Aus dem Rezeptbuch meiner Mama

Zuerst einmal DANKE für die netten Rückmeldungen: Gäste, Einheimische, Unbekannte freuen sich über die Reportagen meiner Bauernhofgeschichten und besonders gerne und oft werden die Rezepte aus der Bauernküche nachgemacht.

Heute schick ich euch ein tolles Rezept, das wir in meinem Elternhaus am Maurachgut gerne und oft gemacht haben. Den Fantakuchen. Ich glaub, als Kinder hat er uns noch besser geschmeckt, weil allein das Wort Fanta schon positives bewirkt hat. Vielleicht für die Kinder in der heutigen Zeit nichts Besonderes mehr, aber bei uns war und ist es nach wie vor ein „besonderes“ Getränk, welches es nur an Geburtstagen oder besonderen Anlässen eingekauft und getrunken wird 😊, da wir fast ausschließlich selbstgemachte Säfte trinken.

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Der Kuchen ist besonders saftig und lecker – einfach gut für warme Sommertage zum Kaffee. Er geht relativ schnell und schmeckt besonders mit Pfirsich, Himbeeren oder Schwarzbeeren (Heidelbeeren).

 

Diese Maße sind für ein Blech gedacht.

Boden: 4 Eier (Dotter, Eiklar trennen),250 g Zucker, 1/8 lt. Öl, 150 ml Fanta (oder Mineral oder Cola), 250 g Weizenmehl, 3 Teelöffel Backpulver.

Eiklar fest schlagen und in einer zweiten Schüssel die Dotter mit dem Zucker schaumig rühren, danach löffelweise Öl hinzugeben und Fanta. Wenn es dann schön schaumig ist, langsam löffelweise das Weizenmehl und Backpulver rein. Auf ein Backblech geben und bei ca. 180 Grad 25 min backen. Auskühlen lassen.

 

Wir haben heute Heidelbeeren als Belag genommen – frisch von der Alm. Bei uns heißen sie Schwarzbeeren und sind als Obst auch besonders beliebt. Nachdem der Kuchen ausgekühlt ist, bedeckt man den Boden mit Heidelbeeren und bereitet den Belag vor.

Belag: 1 Becher Sauerrahm Salzburger Land am besten 😊, 1 Packung Creme fraiche, 1 Becher selbstgemachtes Joghurt oder Joghurt Salzburger Land , 2 Packerl Vanillezucker, wenn man will, kann man noch ein bisschen normalen Feinkristallzucker hinzufügen. Wenn man will, noch ein Packerl Sahnesteif.

1 Dose Pfirsich klein schneiden oder wie wir heute Heidelbeeren vorbereiten und auf den Boden des fertig gebackenen Teiges geben. Danach die Creme drüber und ab in den Kühlschrank, hat es ein bisschen angezogen, so kann man danach noch ein bisschen Zimt darüberstreuen. Guten Appetit vom Zittrauerhof in Gastein. http://www.gasteinurlaub.com