.. und Weihnachten kommt trotzdem

 Jedes Jahr in der Weihnachtszeit muss ich an die Worte meiner Mama „und Weihnachten kommt trotzdem“ denken. Man will dies und das noch erledigen, alles soll schön sein und geputzt, schön dekoriert, Kekse gebacken und die Krippe gerichtet, für die Gäste alles perfekt sein und Zeit für einem selber und die Familie will man auch. Nur ist das Leben nicht so perfekt und irgendwas, was man sich vorgenommen hat, schafft man dann doch nicht und bleibt auf der Strecke. Meine Mama behält die Ruhe und sagt dann, wenn sie mich in Hetze sieht „und Weihnachten kommt trotzdem“.

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unsere Mama

JA sie hat recht und diese Worte geben mir Kraft, das Nötigste zu schaffen und es nicht so tragisch zu sehen, ab und an zu lächeln und einfach dankbar zu sein, was man alles hat.

Und es gibt auch Weihnachten, denen man nicht fröhlich ins Auge blicken kann und sie am liebsten streichen würde, diese Zeit seelisch fast nicht aushält, besonders wenn in der Familie etwas Schlimmes passiert ist oder jemand krank geworden ist oder man einfach hilflos ist.  Da kann man die Kraft kaum aufwenden zum Anstimmen für das Lied „Stille Nacht“ und ist sehr, sehr traurig. Und trotzdem kommt Weihnachten, meinte meine Mama auch in diesen schwierigen Zeiten. Gemeinsam kann man diese schwierigen Tage und Stunden leichter überstehen und wieder nach vorne blicken. Wer solche Weihnachten noch nie hatte, für den freu ich mich sehr, denn es ist sehr schwer, dieses schöne Fest in dieser Stimmung zu ertragen.

Heute möchte ich mich aber den schönen und fröhlichen Dingen widmen – den Vorbereitungen vor dem Weihnachtsfest und unserer Mama. Sie ist für uns Kinder und Tati ein ganz besonderer Mensch, behält trotz nicht immer einfacher Lebenslagen ihren Mut und gibt Zuversicht und Freude an alle.  Eine gute Mama halt. Sie hat uns soviel gelehrt – auch die Liebe zum Brotbacken.

Auch das nachfolgende Rezept hab ich von meiner Mama gelernt – das Apfelbrot. Neben dem Kletzenbrot backe ich dieses Rezept sehr gerne und vor allem, es ist ohne Sauerteig und Brotteig möglich und für jeden Haushaltsofen gut geeignet.

Rezept für das Apfelbrot:

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1,5 kg geriebene saftige Äpfel, 500 g Rosinen, 300 g Haselnüsse oder Walnüsse, 500 g Feigen, 1/8 lt. Rum, 500 g Zucker, 1 Packung Vanillezucker, 1 Esslöffel Kakao, 1 Teelöffel Nelkenpulver und 1 Teelöffel Neugewürz (oder Lebkuchengewürz), ein bisschen geriebene Orangen- und Zitronenschalte. Alles am Vortag verrühren in einer Schüssel und mit einem Deckel zudecken, sodass der Alkohol nicht verraucht. 1000 g Mehl (Weizenmehl) und 2 Backpulver-Päckchen sowie eine Prise Salz miteinander vermischen und zu der anderen Masse dazu. Dann rasch zu Laiberl oder Stritzerl formen, ein bisschen stehen lassen, auf das Backbleck eine Tasse Wasser geben und ggf. das Brot auch bespritzen und rein in den Ofen. Man kann sie auch gut in Kastenformen geben und bei 170-190 Grad, je nach Backofen 1 bis 1,5 Stunden backen.

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Es ist für mich eine Freude und Entspannung, jetzt noch vor den Feiertagen Brot zu machen und diese als Geschenke zu verwenden, die Selbstgemachtes schätzen.

Viel Spaß beim Nachbacken und Freude im Alltäglichen, denn „Weihnachten kommt trotzdem“. Eure Bäuerin Katharina.

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.. Neues beginnt ..

2015 neigt sich nun mit großen Schritten dem Ende entgegen. Und was soll man da nur schreiben? Gute Vorsätze fürs neue Jahr? Nein, lieber nicht! Einen Jahresrückblick? Davon sieht man momentan schon viel zu viele! Dann vielleicht doch eher, was der Jahreswechsel so für uns bedeutet und welche Rituale und Traditionen er mit sich bringt? Das passt! Also los…

Der Jahreswechsel wird bei uns nicht so spektakulär gefeiert, dennoch stellt er einen Abschied, aber auch den Aufbruch für neue Wege dar. Vieles geht einem durch den Kopf: Was ist so am Hof passiert? Wen habe ich neu kennen und schätzen gelernt? Haben sich Träume und Wünsche erfüllt? Und blicke ich zufrieden auf die vergangenen 365 Tage zurück? Doch gleichzeitig überlegt man auch, was das nächste Jahr wohl bringen mag, voller Ehrfurcht und Hoffnung. Wird einem selber und der Familie Gesundheit und Glück widerfahren? Welche Vorhaben werden gelingen, welche nicht?

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Gastein im Schnee – sicherlich ein Wunsch von vielen für den Jahreswechsel

Und so kommt der letzte Tag im Jahr. Wie an Weihnachten wird auch am Silvestertag eine „Kasjausn“ mit Kletzenbrot/Früchtebrot für die ganze Familie vorbereitet und im Anschluss wieder das Bauernhaus, der Hof und der Stall geräuchert. Nach der Stallarbeit setzt man sich noch zusammen für Kartenspiele und ein gutes Abendessen. Da man den nächsten Tag wieder früh auf den Beinen sein muss, ist das lange Feiern bei den Bauern, die ich zumindest kenne, eher unüblich. 🙂

Am Zittrauerhof schießen wir und unsere Gäste aufgrund Rücksicht der Umwelt und der Tiere fast keine Feuerwerkskörper. Wie viele Haustierbesitzer wissen, fürchten sich besonders die Pferde und Hunde vor dem ohrenbetäubenden Lärm. Und nicht nur diesen zwei Tierarten geht es so.

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Nicht nur der Abend selbst ist ein Grund zum Verzicht auf Raketen und Böller. Der nächste Tag ist geprägt davon, dass wir über unsere Felder und Wiesen laufen müssen, um die Reste des Feuerwerksmaterials aufzusammeln, das ist wirklich sehr mühsam und keine nette Arbeit gleich zu Jahresbeginn. Einige unserer Nachbarn sind aber am 1. Jänner gleich zur Stelle und räumen selbst die Felder ab, die sie am Vorabend beschossen haben 🙂 Danke dafür, gemeinsam geht’s leichter.

Wäre es nicht viel schöner, wenn man den Jahreswechsel „sanft“ belebt – gemeinsam mit dem ganzen Ort in Ruhe gestaltet? Vielleicht Leuchtfackeln entlang des Kurparks mit romantischen Klängen der Alphornbläser? Wer weiß, was alles möglich wäre und ein Bild der Faszination und Sprachlosigkeit hervorrufen würde. Möglichkeiten gäbe es viele um das Geld anstatt der Feuerwerk-Spektaktel sinnvoll einzusetzen.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Start in das neue Jahr 2016 – mit oder ohne Feuerwerk – und vor allem viel Gesundheit, Glück und Zufriedenheit für die ganze Familie !

Eure Bäuerin Katharina