Tierflüsterin Rosi

Heute möchte ich bei den Bauernhofgeschichten über meine „kleine“ Schwester Rosi Schuster vom Biohof Maurachgut schreiben. Sie hat viele besondere Fähigkeiten, eine davon ist ihr persönlicher Umgang mit den Tieren. Mit einer Seelenruhe geht sie ohne Strick mit Kälbchen, Schaf und Ziege zugleich spazieren und schenkt den Tieren das Vertrauen,  dass sie bei ihr bleiben und ihr gehorchen.

Kommt man nach Maishofen zur Versteigerung, sieht man sie auch des öfteren im Ring mit einer Kuh. Als Kind hat sie schon mit ihren Lieblingen, den Noriker Pferden, gespielt und ist auch des öfteren den Weg zu Fuß zum Hengst – Stubnerbauer runter gegangen. Hab ich sie begleitet, wurde ich von der Norikerstute Tina öfters an den Straßenrand gedrückt –  Rosi hat mit einer Freude und Selbstsicherheit das Pferd geschnappt und gelacht. Für mich ist sie ein großes Vorbild. So zierlich und doch so stark.20170529_104353 rosi mit ihren Tieren

Aber nicht nur zu Pferden hat sie einen besonderen Draht. Ist die Ziege bockig, sieht sie das und geht mit ihren Kindern und der Ziege zu Fuß zum Ziegenbock – entweder zum Nachbarhof Brandnerbauer oder runter nach Wieden zum „Kaiser“ und die Ziege wird belegt. Dann spaziert sie mit der Ziege und den Kindern wieder nach Hause und erledigt ist die „Gschicht“. Einen Bock braucht sie nicht zum Probieren, sie kennt das und lacht, wenn ich sie drauf anspreche.2018-04-11-PHOTO-00001461

Kommen Lämmer auf die Welt und werden von der Mutter verstossen oder das Schaf hat nicht für alle genug Milch, hat sie ein gutes Händchen, dass sie die Kleinen mit der Flasche aufzieht.

Früher, als Tina, unsere Noriker Stute, noch Fohlen bekam, schlief Rosi und  ihr Mann Werner in der Ziegenbox nebenbei, um die Geburt nicht zu versäumen und bei ihrer Tina mit dabei sein zu können.

Für mich ist meine Schwester Rosi eine wahre Tier-Flüstererin !

Bis zur nächsten Bauernhofgeschichte. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

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Alle meine Tiere!

Ob Olga, Katja oder Bella, jedes Tier an unserem Hof hat einen ganz besonderen Platz in unserem Leben. Jedes noch so kleine Lebewesen bekommt von uns einen Namen. Die meisten ziehen wir von klein an auf und entwickeln eine ganz besondere Beziehung zu ihnen. Und da ist es auch egal, ob Hase, Schwein oder Kuh, jedes noch so kleine oder große Tier ist bei uns willkommen.

Doch an so einem Bauernhof kann man nicht immer nur Tiere aufnehmen, willkommen heißen oder das Leben schenken. Auch der Abschied gehört dazu. So ist es immer wieder ein aufregendes Ereignis, wenn es zu Auktionen oder Versteigerungen geht. In diesem Jahr wurde daraus ein ganz besonderes Ereignis.

Es war im September und mein Mann Matthias fuhr mit unserem Hengst-Fohlen nach Maishofen, in der Hoffnung, als Zuchthengst ausgewählt zu werden.

Doch es kam alles ganz anders. Ersteigert hat Vulkan dann letztendlich Annrei, der Hengst kommt nach England. Doch diese Geschichte, warum sie extra nach Maishofen kam, wird Annrei selbst erzählen.

„Über Vulkan und michANNREI

Mein Name ist Annrei, ich arbeite als Führungskräftetrainer, Mediator und bin Musikerin. 

Durch einen Newsletter von „Animal spirit“, einer Tierhilfsschutzorganisation, war ich auf Maishofen als Auktionsort aufmerksam geworden. Ich fand die Unterkünfte und Begegnungen mit den zu versteigernden Pferden dort vorbildlich, und hatte also Zeit, mich auf die Tiere vor Ort einzulassen – jedes betrachtete ich und ersuchte Kontakt. Alle Pferde reagieren unterschiedlich. Drei mochte ich, das eine wäre allerdings nicht folgsam gewesen, das zweite hatte kein besonderes Interesse am Menschen als Partner, nur das -tatsächlich!- allerletzte, in einer zweiten Stallhälfte, ein sehr hübscher Junghengst, lies sich vertrauend auf mich ein. Ich bat darum, es halten zu dürfen, und es folgte mir ohne Misstrauen. Erstaunlich, fand ich. Ein so junges Tier, das sich auf mich einlassen kann, und Führung akzeptiert. Im Besonderen hatte das Pferd die Eigenschaft, sich ranghöher zu positionieren, und dennoch die Bedürfnisse des Gegenübers als leitend zu akzeptieren. Das ist eine Weisheit, die ich in Firmen zu unterrichten versuche. – So kam es jedenfalls, dass ich, ganz gegen meinen vorherigen Plan, mich als Mitbietender in die Auktion setzte und Vulkan ersteigerte. 

Sein Besitzer bot an, die kommende Nacht beim Zittrauerhof statt in der Schänke vor Ort zu verbringen – und von dort den Transport des jungen Tieres zu organisieren.  Also machte ich mich nützlich, so gut ich konnte, half bei der Apfelernte, pflegte das Pferdegeschirr und war eingeladen, die Mahlzeiten mit der aufgeschlossenen Familie zu teilen.  ..Vulkan ist nun in Bergisch Gladbach, und in ein paar Monaten wird er nach England kommen, mir immer „vor der Haustüre“ stehen, sodass ich ihn im täglichen Umgang zum Therapiepferd ausbilden kann.“

Und so nimmt nicht nur Vulkans neues Leben seinen neuen Lauf. Jedes Jahr finden mehrere Tiere unseres Hofes ein neues Zuhause und es ist für uns immer schön, eine Email oder Fotos zu bekommen, wie es den Tieren geht.

Eure Bäuerin Katharina