einmal Kaltblut …. immer Kaltblut !

Auf nach Bayern hieß es für die Noriker Stute Olivia im Mai 2017 zu ihrer neuen Besitzerin Katrin, dessen Herz besonders für die Noriker schlägt.

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Wir erhielten vor ein paar Tagen nette Zeilen von ihr und ich finde, es ist eine Bauernhof-Geschichte wert. Uns freut es immer besonders, wenn wir Tiere verkaufen und auch im nachhinein noch Kontakt haben und Positives hören. Die beiden haben sich wohl gesucht und gefunden.

katrin mit Olivia

Im Dezember 2016 mussten wir unsere 18jährige Noriker Stute Nora über die Regenbogenbrücke ziehen lassen. Es hat ein paar Monate gedauert bis wir uns wieder dafür entschieden haben, dass wieder ein Pferd in den Stall muss, denn ohne Pferd geht es einfach nicht. Bei der Frage, welche Rasse es werden sollte, mussten wir nicht lange überlegen. Es sollte wieder ein Noriker werden und am liebsten ein Rappe! Am 19.05.2017 sind wir dann auf die Anzeige vom Zittrauerhof Gastein aufmerksam geworden! Am nächsten Tag haben wir dort auch gleich angerufen und Sonntagabend hatten wir dann nochmals telefoniert und für den 23.05.2017 was ausgemacht. Da die Strecke einfach knapp 300km hat, hatten wir uns kurzfristig dazu entschlossen, gleich mit dem Pferdeanhänger zu fahren. Als wir um die Mittagszeit dort ankamen, wurden wir von der Familie Schwaiger gleich herzlich begrüßt. Wir wurden auch gleich zur Wiese mit den Pferden geführt, wo uns durch den Matthias dann die Olivia vorgestellt wurde. Nach kurzer Überlegung und einem Proberitt haben wir uns dann dafür entschlossen, die Olivia mit zu uns in den Bayerischen Wald zu nehmen. Die Rückfahrt verlief ohne Probleme und sie war sehr brav –  während der langen Fahrt. Im neuen Stall hat sich unsere Olivia auch ziemlich schnell eingewöhnt. In den ersten beiden Wochen haben wir die nähere Umgebung durch Spaziergänge erkundet. Autos, Mopeds, Radfahrer usw. hat sie gar nicht interessiert, als diese unseren Weg gekreuzt haben. Sie hatte auch schon einige Termine, seit sie bei uns steht. Unter anderem war der Tierarzt zwecks Impfungen da. Unseren Hufschmied Viktor sowie den Pferdezahnarzt hat sie auch schon kennengelernt! Alle 3 Termine hat sie sehr brav gemeistert. Seit 09.06. haben wir die Olivia nun in den Beritt gegeben! Auch dort hört man nur positives von ihren Ausbilderinnen!

Ich selber reite jetzt seit ca. 14 Jahren und es ist zu meinem Lieblingshobby geworden. Angefangen habe ich mit Warmblütern in einem Reitstall. aber dann durfte ich 10 Jahre ein Kaltblut reiten und ich möchte deswegen auch gar keine andere Rasse mehr reiten! Einmal Kaltblut immer Kaltblut! Auch Kaltblüter können sportlich sein! liebe Grüße aus Bayern.

 

„Bauer unser“ …

In Kürze kommt ein neuer Kinofilm heraus – „Bauer unser“,  in diesem Kinofilm geht es mal um die  Landwirtschaft, alle Facetten werden beleuchtet und kritisch betrachtet. Bin schon neugierig, wieviele Bauern sich die Zeit nehmen, sich in die Kinostühle zu setzen und nicht erst warten, bis der Film im Fernsehen zu sehen ist..

Je schneller die Zeit zu laufen scheint, desto kostbarer wird der Beruf Bauer werden, da bin ich überzeugt und stolz darauf, zu dieser Berufsgruppe zu gehören.  Ich bin dankbar, noch zu wissen, wie unsere Tiere gehalten werden, die Tiere in unseren Gegenden noch Namen haben und der Bauer noch einen Bezug zum Tier hat. Auch wenn in diesem Film-Trailer dokumentiert wird, dass man grösser werden muss, um überleben zu können, bin ich überzeugt, dass die kleinstrukturierten Landwirtschaften in Österreich gute „Überlegens-Chancen“ haben.  Im Gasteinertal haben wir das Glück, dass die Landwirtschaft gut mit dem Tourismus kombiniert werden kann und die Tourismusträger wiederum das Alm- und Bauernhofleben als Urlaubserlebnis gut vermarkten können.

Mit meinem Bauernhof-Geschichten-Blog  möchte ich auch einen Einblick hinter den Kulissen geben,  mit welchen Tätigkeiten sich Bauern während des Jahres beschäftigen, welche Köstlichkeiten sie herstellen, welche erfreulichen Erlebnisse es gibt und wieviel harte Arbeit dahinter steckt, damit das alles halbwegs funktioniert und bewältigen kann.

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Bekommt man Rückmeldungen von Lesern, freut einem das besonders. Immer wieder erhalten wir auch Bilder von Familien, die bei uns Tiere gekauft haben und berichten, wie es ihnen geht. Gestern bekam ich von einem kleinen Jungen aus dem Burgenland eine schöne Mail, er hat sich von seiner Mama unser Shetlandpony-Hengstfohlen gewünscht und arbeitet schon fest mit ihm.  Danke für die netten Zeilen und alles Gute weiterhin.

Danke der Nachfrage, uns geht es sehr, sehr gut…
Der Kleine „Baily“, so hat ihn mein Sohn getauft, ist nun seit knapp zwei Wochen bei uns und er macht sich super toll. Er ist so schön und bav, einen lieben Charakter hat er – der kleine. Die beiden verstehen sich super und mögen sich sehr.

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Baily mit seinem neuen Besitzer

Er ist nicht scheu, sehr neugierig, keine Angst (vor was und wem auch immer…), er ist lärmresistent und sehr zutraulich. Ab den ersten Tag putzen und striegeln wir täglich, auch wenn er mal nicht so schmutzig ist, aber damit er sich daran gewöhnt, dass das auch dazugehört. Auch Hufeheben gehört zur „Lerneinheit“ dazu. Anfangs noch recht zappelig und stürmisch, aber mit jeden Tag besser und längeren Huf halten.
Gestern hatte ich für meinen Friesen den Hufschmid im Haus und das Zwergerl hat gestern auch gleich seine erste „Pediküre“ bekommen.


Wir gehen entweder spazieren, alleine oder mit seinem „großen Bruder“ oder ich nehme ihn als Handpferd mit, wenn ich reiten gehe. Das haben wir mittlerweile dreimal gemacht und er spaziert brav und munter neben uns her. Dabei handelt es sich um kleine „Schrittrunden“ durchs Dorf oder auf den Feldwegen oder durch Wald.
Verkehrstechnisch habe ich auch keine Probleme mit ihm und wir hatten schon einiges im Angebot…. LKW, kleine und große Traktoren, Busse, Motorräder, Sattelschlepper usw. ……. “

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Baily und seine Spaziergänge

Danke für den Bericht. Ganz liebe Grüße und einen schönen Sonntag Abend noch.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

P.S: Vielleicht sieht man sich ja im Kino mit 3D Brille in St. Johann bei „Bauer unser“. https://www.filmladen.at/film/bauer-unser/

 

 

 

 

klein, aber oho !

Vor ein paar Monaten haben wir den schönen Shetland-Tigerhengst vom Zuchtbetrieb Rupert Schartner aus St. Johann-Alpendorf gekauft. Amigo – wir haben den Namen beibehalten, hat ein Stockmaß von 1 m und ist 5 Jahre alt. Unsere Stuten waren anfangs ein wenig unruhig, als Amigo auch aus einer Box rausschaute und wieherte, aber inzwischen haben sie sich ein bißchen an die neue Situation gewöhnt.

hias mit Pferden

Für jene, die keine Pferde halten, stellt sich wohl die Frage. Wozu braucht man einen Hengst auf einem Bauernhof, wenn es Hengststationen gibt? Derzeit haben wir zwei Noriker-Zuchtstuten, die zu belegen sind. Dabei erweist es sich als praktisch und zeitsparend, denn mit Hilfe von Amigo kann die Rosse schneller festgestellt werden. Sonst müsste man jedes Mal mit der Stute zum Norikerhengst fahren und das ist doch ein ziemlicher Zeitaufwand. So fahren wir nur dann zum Deckhengst, wenn die Pferde in der Rosse sind und belegt werden können.

Außerdem wird Amigo ab und an jetzt Damenbesuch bekommen, seit ein paar Tagen ist die erste Shetlandponystute bei ihm und wenn das Fohlen von Kria, unserer Islandstute, etwas grösser ist, kommt Amigo auch zu ihnen auf die Weide.

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Heute haben wir auch die Norikerstuten das erste Mal auf die Weide gebracht und hoffen, dass nicht wieder ein Schneefall bis ins Tal für Änderungen sorgt.

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Einen schönen ersten Mal und liebe Grüße vom Zittrauerhof

Bäuerin Katharina

Olga´s neue Heimat

Seit vielen Jahrzehnten werden am Zittrauerhof Noriker Pferde gezüchtet. Die Noriker werden zwar nicht mehr wie früher für die Heuernte und Waldarbeiten eingesetzt, trotzdem ist es wichtig, dass man von klein auf – wie bei allen anderen Tieren auch – sich mit ihnen abgibt, sie erzieht und trainiert.

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Olga liebt es im Schnee zu laufen

Olga – eine schöne, bald 7jährige Noriker Rappstute, haben wir im Jänner verkauft und eine richtige Pferdeliebhaberin für sie gefunden. Besonders freuen sich die neuen Besitzer auf das Fohlen, welches im Frühling geboren wird.

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Gerne möchten wir über Olgas neue Heimat erzählen. Mein Mann hat die Stute persönlich zu Margit Ripper nach Stuhlfelden gebracht und Opa war natürlich auch mit bei der Verladung – er liebt ja die Noriker ganz besonders.

olga mit Hias vor dem Wegfahren

Margit Ripper hat uns ein bisschen was über sich und Ihr Bauernhof-Leben erzählt:

Rudi und ich sind seit 15 Jahren ein Paar und seit 2004 verheiratet, wir haben zwei Mädels. Ich bin seit Kindertagen ein Pferdenarr, bereits als Kinder hatten wir das erste Pony, als ich älter wurde folgte das erste Reitpferd. Durch einen tragischen Unfall ist mein Vater ums Leben gekommen, das Pferd wurde leider verkauft. Als ich dann meinen Mann kennen gelernt habe, kaufte ich mir sofort wieder ein Pferd und habe es bei ihm eingestellt. Dieses Pferd gibt es heute noch und ist ein treuer Begleiter von mir geworden. Ich stamme von einem kleinen Bergbauernhof und lernte Rudi beim Praktikum zu meinem Facharbeiter kennen. Er hat bereits mit 17 Jahren seinen elterlichen Hof übernommen, da sein Vater verstarb. Bis Anfang der 90 er Jahre hatten Rudis Eltern immer 2  Noriker Rotfuchsen, die zur Heuernte eingesetzt wurden. Da der Bauernhof in Zone 3 liegt, es wurde Mist mit den Pferden ausgebracht…..Also haben wir beide einen starken Bezug zu den Pferden.

Seit 20 Jahren ist der Unterhaslachhof Spitzname „Jaggeihof“ Mitglied des Rinderzuchtverbandes und ein Milchviehbetrieb. Derzeit werden 12 Kühe gemolken und auch Kalbinnen aufgezogen. Wir sind ein Biobetrieb mit Hühnern, Hund, Hasen…..Seit 2 Jahren bin ich Betriebsführerin, vorher Krankenschwester, und mein Mann geht Vollzeit arbeiten. Mit meinem Traberpferd reite ich sooft wie möglich, auch meine beiden Mädels reiten. Das Reiten ist auch ihre große Leidenschaft geworden.

Olga 2015 (8)

Ein Norikerpferd ist seit Jahren ein großer Wunsch von mir und ich habe lange danach gesucht. Ich hoffe, dass sich Olga gut an uns gewöhnt. Mein Mann hat für sie noch eine große Box gebaut. Und alles weitere wird die Zeit bringen, mein Bestreben ist es, Olga zu reiten und mich mit ihr zu beschäftigen. Man merkt, dass sie gerne im Freien ist.

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Ausblick von unserem Bauernhof

In der Früh kann sie es kaum erwarten, bis ich ihr die Türe öffne und sie in den Auslauf kann. Auf jeden Fall hat sie einen guten Platz bekommen, wo sich die ganze Familie um sie kümmert. Im Sommer kommt sie dann mit den anderen Tieren auf die Alm und im Herbst solange wie möglich auf die Weide.

Wir sind sehr froh, ein so schönes zu Hause für unsere liebe Olga gefunden zu haben und freuen uns schon auf weitere Geschichten aus ihrer neuen Heimat!

Eure Bäuerin Katharina