Almtraum

Viele träumen von einem Leben auf der Alm, von Ruhe, Stille, Einsamkeit, dem einfachen Leben und dem Abstand zum Alltag. Wenn man eine Almhütte irgendwo in einem versteckten Wald anmietet, können diese Erlebnisse sicherlich alle zutreffen. Lebt man als Senner oder Hirter auf der Alm, sieht der Alltag jedoch ein wenig anders aus!

Es heißt, für ein Almleben muss man geboren sein.

Das würde ich so zwar nicht unterschreiben, aber man muss das Almleben und die damit verbundene Arbeit wirklich mögen und sich auf diese besondere Zeit einlassen. Ein richtiger Alm-Öhi ist für mich  mein Schwiegervater, der Zittrauer-Opa. Er hat in das Stammbuch von unserer Tochter als Traumberuf „Almöhi“ reingeschrieben und für ihn ist es wirklich so. Zig  Jahre geht er schon von Mitte Juni bis September je nach Witterung auf die Alm und ist für das Melken der Kühe zuständig und passt auf, dass den Kalbinnen, Kälbern und Pferden auf dem Stubnerkogel in Bad Gastein nichts geschieht.

Aber was bedeutet das eigentlich?
Täglich bei den Tieren nachschauen, die Anzahl kontrollieren und achtsam sein, ob alle Tore geschlossen sind und die Zäune nicht kaputt gemacht wurden. Und man muss ein Morgenmensch sein, um vier Uhr in der Frühe steht Opa auf und sucht die Kühe. Das ist oft schwierig, grad wenn es gewittert, regnet oder nebelig ist,  die Tiere zu finden. Sind die Tiere zusammen getrieben, kommen in den „Scherm“ und werden gemolken. Am Anfang ist auch das Reinbringen in den Scherm nicht so einfach, die jungen Kühe sind den Raum zum Melken nicht gewohnt und wissen den Stand nicht. Nach dem Melken kommen die Kühe wieder raus und können noch bis zum späten Abend fressen und sich im Almgebiet erholen.
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Für die Zweibeiner auf der Alm geht die Arbeit jedoch weiter. Am frühen Morgen nach dem Melken und anschließendem Frühstück bei Christiane werden die Milchtanks auf das Almauto gehieft und ins Tal zum Zittrauerhof gebracht. Die frische Alm-Milch gibt’s dann zum Frühstück in der Bauernstube. Mein Schwiegervater lebt sehr einfach und bescheiden auf der Zittraueralm, Strom nur während das Aggregat läuft, mit der Stirnlampe ins Bett und doch reizt ihn und auch all seine Enkerl diese besondere Art, dort zu leben und zu arbeiten. Auf der Alm gibt es neben der Stallarbeit noch viele andere Dinge, die erledigt werden müssen – Wegzangen ausputzen, die grossen Steine von den Wegen entfernen, damit sich die Kühe nicht verletzen, Weidezäune umstecken und noch sehr viel mehr.

Heuer ist die Zittraueralm seit längerem wieder bewirtschaftet und Christiane, selbst eine leidenschaftliche Bäuerin, legt viel Wert auf einfache, hochwertige Bauernhof-Produkte bei ihrer Jause. Besonders gern und gut sind ihre Pofesen, die sie schon auf ihrer Böckfeldalm immer gemacht hat.

Wenn jemand Opa Hias besuchen möchte, findet man ihn noch bis September auf der Zittraueralm.

Eure Bäuerin Katharina

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Sommertraum

Die Kuhglocken läuten irgendwo in der Nähe, die Sonne wagt es noch nicht ganz über die Berggipfel und der Duft von sommerlichen Bergtagen liegt in der Luft – genau so ist es, wenn man den Sommer auf der Alm verbringt und morgens die Augen öffnet.

Noch sind unsere schönen Gasteiner Berge voller Schnee und von Frühling oder Sommer ist noch nicht viel zu erahnen, aber dennoch wollen wir uns einem kleinen Tagtraum hingeben und an den kommenden Sommer denken. Man kann schon fast die Tage zählen, bis aus den Tagträumen wieder das alltägliche Leben wird. Und unser Opa Hias, zählt wahrscheinlich bereits, denn vor allem ihm fällt die schwere Arbeit auf der Alm in drei Monaten zu. Sobald die Tiere aufgetrieben sind, verbringt auch er die Tage und Nächte am Stubnerkogel und kümmert sich um alle anfallenden Arbeiten. Er versorgt die Kühe, melkt morgens und abends, bringt die Milch ins Tal und was sonst noch alles anfällt. Aber er ist natürlich nicht ganz alleine dort oben. In den Sommerferien wird er liebend gerne von seinen Enkelkindern begleitet, die tatkräftig mit anpacken.

Jedes Jahr aufs Neue bringen wir die Tiere auf den Stubnerkogel und holen sie Ende des Sommers wieder ins Tal. Man mag meinen, dass das doch irgendwann langweilig werden müsste, aber ganz im Gegenteil. Kein Tag gleicht dem anderen und kein Jahr gleicht vorherigen! Auch in diesem Jahr gibt es schon jetzt eine Neuerung auf unserer schönen Zittraueralm:

In diesem Sommer wird unsere Alm wieder bewirtschaftet! Besonders unsere Gäste freuen sich darüber, wenn sie dem Opa wieder besuchen können und nebenbei auch noch eine gute Brettljause bekommen. Wir freuen uns sehr auf die Zeit mit Christiane, Tanja und Christian. Sie werden voraussichtlich ab Mitte Mai  die Alm selbstständig bewirtschaften, dem Opa bei den Arbeiten behilflich sein und für das leibliche Wohl der Gäste sorgen. Christiane hat jahrelang die Böckfeldalm bewirtschaftet und jeder, der sie kennt, weiß, dass es ihr wichtig ist, dass die „Speisekarte“ auf einer Alm einfach bleibt und die Preise moderat. Freuen wir uns auf ihren selbstgepressten Apfelsaft, Most, Pofesen und viele andere landwirtschaftliche Produkte.

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(Christina und Tanja werden den Ausschank machen)

Jetzt genießen wir noch die warmen Winter-Tage, aber die Zeit bis zum ersten Almtag wird sowieso wie im Flug vergehen. Bis dahin träumen wir weiter von saftigen Almwiesen, dem Plätschern von Bergbächen und der warmen Sommersonne auf der Haut, während man die wundervolle Bergwelt des Gasteinertals betrachtet.

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Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof, Gasteinertal. http://www.gasteinurlaub.com

 

Den Bergen näher kommen …

Es scheint so, als kündigt sich jetzt doch der Sommer so langsam an. Und mit dem Sommer kommt die Wanderzeit. Heute war ein richtig sonniger Tag, welcher dazu aufforderte, die Wanderschuhe anzuziehen und los zu marschieren. In Hinkunft wird bei den Bauernhof-Geschichten auch Ausflugs- und Wandertipps mit dabei sein. Und hier kommt heute ein Wandertipp von Annika aus dem schönen Gasteinertal:

Los geht es am Hoteldorf Grüner Baum in Bad Gastein. Am besten fährt man mit dem Bus dort hin, dann ist man auf dem Rückweg flexibler mit der Strecke. Gleich gegenüber der Bushaltestelle geht es auf den Wanderweg Richtung Poserhöhe. Diese soll das Zwischenziel der Tour sein. Die erste Stunde bis dorthin ist wirklich ein bißchen anstrengend, denn es geht steil bergauf und auch ein wenig Trittfestigkeit ist gefragt. Vorbei an manch einem Wasserfall und Bergbach erreicht man dann die Poserhöhe. Die Hütte lädt mit ihren Leckereien und kalten (und warmen) Getränken zum Verweilen ein. Bei einem leckeren Kaiserschmarrn oder einen kühlen Radler kann man die Aussicht auf die Hohen Tauern genießen.

Nach der Stärkung gibt es verschiedene Möglichkeiten für den weiteren Weg. Weiter den Berg hinauf kommt man zum Gamskarkogel, unterhalb der Poseralm geht ein Wanderweg Richtung Café Gamskar am Gasteiner Höhenweg (die beste Variante um ggf. zum Auto am Grünen Baum zurück zu kehren). Der dritte Weg führt oberhalb der Hütte entlang und schlängelt sich durch verspielte Wiesen und urige Wälder, vorbei an stürzenden Wasserfällen und über kleine Holzbrücken. Die dritte Variante kann ich wärmstens empfehlen. Nach ca. 1,5 Stunden gelangt man auf den Höhenweg oberhalb von Gadaunern, mit bestem Blick über das Gasteiner Tal. Runter nach Gadaunern kommt man grade zurück zu uns an den Hof. Oder man läuft weiter nach Hofgastein und verbringt noch ein paar schöne Momente im Ort.

Wer jetzt Lust auf diesen Ausflug hat, kann sich schon mal jetzt an ein paar Impressionen erfreuen!

 

Eure Bäuerin Katharina und Annika vom Zittrauerhof

Liebespaare am Zittrauerhof

Ich habe ja schon von dem ein oder anderen Tier am Hof berichtet, aber ein paar unserer Hofbewohner kamen dabei noch gar nicht richtig zu Wort, obwohl sie mit zu meinen Lieblingen gehören und jeden Besucher erfreuen!

Sie sind zu viert in ihrer Gruppe, der „Hahn im Korb“ nennt sich Franz und die drei Damen lieben ihn sehr. Sie leben gemeinsam in ihrer Box im neuen Kinderstall. Sie gehören also doch eher zu den Kleintieren hier am Zittrauerhof. Meine Lieblinge sind sehr genügsame Tiere, denn sie brauchen lediglich eingeweichtes Brot, Körner und Wasser, um sich rundum wohl zu fühlen. Und sie helfen mir sehr bei meiner Gartenarbeit – denn die ganzen Schnecken sind ratz, fatz weg ! Spätestens jetzt wisst ihr, wen ich meine oder ?

Die Laufenten schnattern gerne über den Hof und fast jeden Tag finden wir ab Ende März ein grünes Ei im Stall! Diese Eier mag ich besonders gerne zum Kochen – die Rouladen werden dottergelb .. Einige lassen wir ihnen im Nest, vielleicht beginnt ja mal eine Dame zu brüten 🙂

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„Beim Zaun da hinten sind zwei Schnecken, los geht´s …“

Sie stammen von den Stockenten ab und sind durch ihren langen nach oben gerichteten Hals und den schlanken Körper zu erkennen. Ganz besonders auffällig ist, dass sie nicht zum Fliegen geeignet sind und so viel Raum zum Laufen benötigen. Den haben sie bei uns, sie sind überall – auch auf den Feldern unterwegs und geniessen das große Gelände.

Und so sind Sissy, Franz, Lisa, Fanny – unsere Enten-Polizei am Zittrauerhof. Und man kann sich sicher sein, sie verpassen nichts am Hof! Stets und ständig sieht man sie herumwatscheln und kontrollieren, ob auch noch alles am richtigen Ort ist und ob nicht doch noch wo eine Schnecke rausschaut. Zwei von diesen Prachtstücken habe ich mit Opa Hias von Judith Müller aus Radstadt geholt, nochmals herzlichen DANK für diese zutraulichen, lieben Tierchen.

Die Laufenten trifft man auch am Fischteich, dort erfrischen sie sich oder eben in unserem Garten. Und genau dort mag ich sie besonders :-))

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“ Bevor die Gäste bei der Hitze reinhüpfen, nützen wir die Gelegenheit !“

Der ein oder andere mag vielleicht glauben, dass meine lieben Enten nur im Sommer draußen unterwegs sind, weil Enten im Schnee sind schon eine komische Vorstellung. Doch auch im Winter hinterlassen sie gerne ihre Spuren vom Gänsemarsch im Schnee und ziehen ihre täglichen Runden rund um den Zittrauerhof.

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„Im Schnee zu sitzen, ist einfach super … „

Liebe Grüße von Franz, Sissy, Lisa, Fanny und eurer Bäuerin Katharina