Abschied nehmen ..

  • Tiere zu verkaufen gehört zum Bauern-Sein dazu – stimmt.
  • Es ist ein Teil unseres Jobs – stimmt.
  • Wir verdienen damit unser Geld – stimmt.
  • Aber dennoch fällt der Abschied bei manchen Tieren besonders schwer und das Herz fängt ein bisschen an zu weinen.

So ist das mit unserer Kria – der 18jährigen Islandstute – auf unserem Hof. Sie leidet seit letztem Winter an „Dämpfigkeit“ und erholt sich erst, wenn es draußen wieder grün wird. Auf Anraten haben wir uns nun auf die Suche nach einem Platz am Meer gemacht und dank Frau Haussmann vom Tierschutzverein Auf dem Weg ins Glück auch einen gefunden.

2016-04 Kria mit Hengstfohlen

Kria hat einige Jahre bei uns am Zittrauerhof gelebt, wir haben sie aufwachsen sehen und jeder Hofbewohner und Feriengast kann sich an schöne Momente mit unserer Islandstute erinnern. Kria hat unserem Hof so viel Positives gegeben und stets Kinderaugen und -herzen zum Lachen gebracht!

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Kria – für jeden Spaß zu haben

Gerne würden wir sie auch weiter behalten und uns um sie sorgen, doch leider ist dies bei unserem rauhen Klima im Winter nur unter ständiger Einnahme von Medikamenten und Spezialfütterung möglich.

Am Mittwoch war der Tag, an dem Kria den Weg nach Norddeutschland aufgenommen hat. Aber wir sind sehr glücklich, dass sie auf Brittas Ranch noch ihre weiteren Lebensjahre verbringen kann, inmitten von Pferden sein darf und von Pferdeliebhabern betreut und umsorgt wird. Sie wird dort unter ähnlich erkrankten Pferden leben und nach genau ihren Bedürfnissen versorgt werden. Vielleicht sehen wir sogar in den nächsten Tagen noch das ein oder andere Foto von ihr oder bekommen ab und an mal einen Zwischenbericht über Krias Leben im hohen Norden Deutschlands. Darauf freuen wir uns schon. Alles Liebe vom Zittrauerhof, Katharina Schwaiger.

so sieht Krias neue Heimat aus:

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Wenn der Herbst Einzug hält

Langsam fällt jetzt Blatt für Blatt
von den bunten Bäumen ab.
Jeder Weg ist dicht besät
und es raschelt, wenn ihr geht.

Noch sind die Blätter an den Bäumen und das Rascheln der Wege lässt noch auf sich warten, doch zeigt sich schon langsam das erste Gelb in den Blättern unserer Gasteiner Bäume.

Doch nicht nur daran merkt man, dass der Herbst sich mit großen Schritten nähert, denn auch die Arbeiten am Zittrauerhof ändern sich wieder! Nachdem viel im Haus und am Hof zu tun war und wenig Zeit für die Bauernhofgeschichten blieb, will ich mich in nächster Zeit wieder mehr meinem Hobby widmen. Gemeinsam mit meiner Freundin Annika werden wir über das Bauernhofleben, den Arbeiten, Rezepten berichten.

Bis vor kurzem hörte man im Talboden noch selten das Kuhglockengeläute oder die Schafherden, denn die meisten Tiere waren oben auf der Alm, wo sie die Sommerwochen genießen und ordentlich Bergwiesen fressen konnten. Gut erholt sind die Tiere nun aber wieder an den Hof und bei den Bauern ins Tal zurück gekehrt. Im Gasteinertal wird der Almabtrieb nicht so groß wie in Tirol aufgezogen, es gibt auch gott sei DANK keine „wöchentliche Show“ für die Touristen, dennoch ist es – glaub ich –  für jeden Bauern schon eine Riesenfreude, wenn nach mehreren Stunden Wanderung und Viehtrieb sowohl  Mensch als auch Tier wieder heil im Tal angekommen sind. Die Milchkühe sind ja schon seit längerem wieder am Zittrauerhof, die letzten Tage kamen dann auch die Kalbinnen und Kälber runter ins Tal.  Man sucht die Weiden ab, treibt sie zusammen und dann werden die Tiere vom Stubnerkogel ins Angertal getrieben. Oft begegnet man noch Kalbinnen von anderen Bauern, hier muss dann darauf geachtet werden, dass man eben die „fremden Tiere“ zurückhält und sie nicht mit runtergetrieben werden und sie sich „vermischen“.

die letzten beiden Herbsttage waren einfach traumhaft – der Ausblick ins Tal, die Landschaftsbilder, die Ruhe am Berg, die zufriedenen Tiergesichter – das ist einfach was Wunderbares. Auch die Noriker Pferde wurden heute ins Tal geholt, da für die nächsten Tage unbeständiges Wetter angesagt wurde. Sie dürfen nun noch einige Wochen auf unseren sauren Wiesen verbringen, bevor sie im Stall „eingestellt“ werden.

Jetzt wo die Tiere wieder im Tal sind, gibt es allerhand zu tun: die Ställe müssen hergerichtet werden, die Stall- und Melkarbeiten sind wieder in vollem Gange und die Herstellung von Milchprodukten kann wieder richtig durchstarten!

Aber nicht nur im Stall bekommt man den Herbst zu spüren, denn auch im Garten fallen nun einige Arbeiten an. Denn die über den Sommer sorgsam gepflegten Pflanzen wollen nun geerntet und bald winterfest gemacht werden. Und so wird in nächster Zeit fast täglich jemand im Garten stehen und ernten – das ist sicherlich auch eine extra Bauernhof-Geschichte wert.

Und zuletzt noch ein paar schöne Bilder der letzten Tage, welche uns schon ein bisschen Puderzucker auf die Berge gezaubert hat. Jedes Jahr ist es aufs Neue faszinierend, wenn der Schnee das erste Mal im Jahr die Gipfel in sein weißes Kleid hüllt.

 

Der Zittrauerhof wünscht allen eine schöne Herbstzeit mit raschelnden Spaziergängen, kuscheligen Abenden bei Kerzenschein und den ersten Schneeballschlachten am Berg!

Ein besonderes „Event“, wie es die Tourismusmanager nennen, ist der demnächst stattfindende Erntedankumzug – nicht nur sehenswert, sondern bewundernswert, mit wieviel Mühe, Freude und Zeitaufwand alle Wägen und Tiere geschmückt werden !

das beste Rezept …

In der neuen Bauernküche am Zittrauerhof macht das Backen einfach noch mehr Spaß und ich habe für meine Blogleser nun ein Rezept, das ich sehr gerne und oft mache – ich finde, es ist das beste Topfenguglhupf-Rezept überhaupt. Lauwarm gegessen ist es am besten und dazu noch ein Häferl Kaffee  :- ) Mahlzeit !

Man braucht für meinen Lieblings-Topfen-Guglhupf:

250 g Topfen (am besten einen selbstgemachten), 250 g Staub oder Feinkristallzucker, 250 g Butter, 270 g Weizenmehl, 30 g Stärkemehl, 5 Eier, 1 Packung Backpulver, 1 Packung Vanillezucker, Zesten von einer Zitrone.

Zuerst rührt man die Butter schaumig und gibt den Dotter nach und nach dazu, dann die Zeste und Zuckergemisch einrühren. Anschließend den cremigen Topfen löffelweise hinzugeben. Als Abschluß das Backpulver und Stärkemehl sowie Backpulver löffelweise ebenso in die Masse geben und den steif geschlagenen Schnee unterheben.

 

Den Teig dann in eine befettete Guglhupf-Form füllen und ca. 60 Minuten bei 160 Grad backen. Einfach genießen und gleich lauwarm ausprobieren. Gutes Gelingen Katharina Schwaiger vom Zittrauerhof Gastein.

P.S: Dieser Guglhupf eignet sich auch gut zum Einfrieren :- ))

 

 

Auf den harten Prüfstand

In der letzten Woche hatten wir hier am Zittrauerhof Besuch. Besuch haben wir häufiger, ob Familie, Freunde, Bekannte oder Hofgäste – bei uns ist immer was los und stets treffen sich hier viele Menschen. Aber in der letzten Woche kam dann ein besonderer Besuch: Die Urlaub am Bauernhof-Prüfungskommission.

2015-09 Jacky Jaqueline (12 Erbhof

Spätestens alle vier Jahre werden die Mitglieds-Höfe der Organisation Urlaub am Bauernhof besucht, kontrolliert und neu kategorisiert. Und auch bei uns war es nun wieder einmal Zeit dazu. Ein wenig aufgeregt ist jeder Bauernhof zuvor, denn man weiß nie, wie der Betrieb subjektiv von diesen Personen eingeschätzt wird. Aber ich muss sagen, dass ich schon ziemlich zufrieden bin mit dem, was wir hier am Hof haben, wie es aussieht und was wir unseren Gästen bieten, weil man ja auch den Hintergrund weiß, welche Arbeiten und Mühen dahinter stecken :- )

Also fuhr am Mittwoch ein Auto mit der Spezialkommission vor, um unseren Hof genau unter die Lupe zu nehmen. Dabei wird der Hof in seiner Gesamterscheinung, die Infrastrukur, der Stall, das Haus, die Umgebung, die Tiere und die Zimmer in Augenschein genommen. Auch wie sich der Betrieb im Internet präsentiert, wie die Angebote geschrieben werden, wie eine Hofkartei, die Infomappe ausschaut – auch das wird durchgesehen. Die Überprüfungen findet dabei nach einem bestimmten Anforderungskatalog statt, welcher genau beschreiben soll, bei welchem Standard wie viele Blumen vergeben werden.

Die durchführende Kommission ist dabei sehr kritisch und versucht, jeden noch so kleinen Fehler aus ihrer Sicht zu finden. Zu den überprüften Punkten gehört beispielsweise, ob die Steckdosen gesäubert sind, die Matratzen guter Qualität entsprechen, die Bäder auf dem neuesten Stand sind, keine Spinnweben das Hofbild stören oder auch keine Kunstblumen als Dekoration verwendet werden. Aber natürlich wird auch der Stall, die bestehenden Tierarten, die Kinderspielgeräte und die ganze Hofstruktur begutachtet.

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Der Aufenthalt der Prüfungskommission dauerte drei Stunden, bis jeder Hofwinkel angeschaut und bewertet war. Dabei wurde alles direkt in einem Tablet festgehalten und ausgewertet. Früher fand das auch noch mit Zettel und Stift statt, aber auch Urlaub am Bauernhof geht mit der Zeit. Sobald die Prüfung abgeschlossen ist, bekommt man das Ergebnis der neuen Kategorisierung mitgeteilt. Dabei werden zwischen zwei und fünf Blumen vergeben. Bei fünf Blumen erfüllt der Hof jeden Luxus mit „Wow-Effekt“,  den wohl nur die Bauernhof-„Hotels“ erfüllen können.

Ich bin sehr glücklich und zufrieden, auch in diesem Jahr wieder meine vier Blumen erhalten zu haben und bin froh, dass meine Familie, Freunde und Helferleins uns unterstützen, um überhaupt dieses Ergebnis erreichen zu können.

danke kuhDanke auch an unsere Gäste, die Bewertungen ins Netz schreiben, denn auch dies wird von der Kommission miteinbezogen.

Ein besonderes Schmankerl für mich war jedoch, dass wir die Ersten in der heurigen Kategorisierungsrunde „Ausgezeichneter Kinderbauernhof“ und „Kräuterbauernhof“ sind. Das freut uns besonders, es ist eine kleine Anerkennung für die viele Arbeit und Herzblut, welche man tagtäglich – und nicht nur an diesem einen Tag – investiert.

Wir freuen uns, unsere Gäste in bewährter Qualität auf unserem Hof begrüßen zu dürfen.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Erholung für die Seele

Meine Lieben, auch wenn eigentlich überhaupt keine Zeit dafür ist und die Putz- und Räumarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, gestern war herrlichstes Wetter und da muss man seiner Seele einfach was gönnen.

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Mir tut der Garten sooo gut und so stapfte ich nach dem nötigsten Arbeiten zu den Hochbeeten, betrachtete den wunderschön blühenden Obstgarten und empfand sofort eine kleine Auszeit für mich. Wem geht es auch so??

Ich gewinne durch das Graben in der Erde, das Einpflanzen und das Ernten eine innere Ruhe; erfreue mich an dem herrlichen Duft, wenn man die Kräuter jätet und berührt. Man ist dann ein bisschen weg von allem und tankt auf. Eine ehemalige Praktikantin sagte zu mir nach dem Sommer, Katharina – das ist Meditation für mich und lächelte.

Damit der Beitrag nicht zu philosophisch wird, hab ich auch einen Tipp für das Ansetzen von Salat. Ich setze den Salat immer nur beim abnehmenden Mond, bei aufnehmenden Mond schießen die Salatköpfe leichter aus und schauen dann aus wie Bäume;). Wenn Interesse besteht, schreibe ich gerne mal einen Beitrag, welche Pflanzen man nebeneinander setzen soll und welche nicht (Bsp. Schnittlauch und Petersilie).

Der Pflücksalat ist einfach ein Hit und ich pflanze im Frühling ganz viel davon zwischen den Kopfsalat. Man hat sehr lange davon und der Pflücksalat wächst immer nach. Eine herrliche Gabe der Natur. Bei uns wird jetzt in den Bauerngärten die Wachstums- und Schutzfolie von den Pflanzen gegeben, da der Frost vorbei ist und nun alle Pflanzen die volle Sonnenkraft zum Wachsen benötigen. Zu Muttertag hab ich meistens den ersten Salat und darauf freu ich mich immer besonders:

Viel Spaß beim Garteln wünscht euch Bäuerin  Katharina vom Zittrauerhof. http://www.gasteinurlaub.com

 

Die Küche voll im Griff

Zeit für ein neues Rezept, oder? Weil ich ein Fan von einfachen und schnellen Kuchen bin, hier ein Rezept von meiner Freundin Annika. Ein Tag und ein ganzes Blech war aufgegessen!

Schwiegermutterkuchen

Für den Knetteig:
150g Mehl
65g Butter
65g Zucker
1 ganzes Ei
1 Tl Backpulver

Für den Rührteig:
100g Butter
200g Zucker
3  ganze Eier
175g gemahlene Nüsse
50g Mehl
1,5 Tl Backpulver

1 Glas eingelegte Kirsche, am besten entkernt (gut abtropfen lassen)
Schokoladenglasur

Zubereitung:
Den Knetteig in eine Springform geben, glatt ausrollen und mehrmals mit einer Gabel einstechen. Die gut abgetropften Kirschen darauf verteilen. Dann den Rührteig gleichmäßig über die Kirschen geben.

Umluft: 150°C, eine Stunde backen

Abkühlen lassen und mit Schokoladenglasur überziehen.

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Und das Beste an dem Kuchen? Er wurde in meiner neuen Bauernküche gebacken. Die letzten Wochen herrschte ein wahres Chaos hier im Bauernhof; überall standen Kisten und Kübeln herum und täglich gingen Handwerker ein und aus. Aber nun ist die Küche fertig, fast komplett eingeräumt und mein geliebter Ofen ist schon eingeheizt.

Ich bin so glücklich über meine neue Küche (wie wenn mein Mann einen neuen Traktor bekommt) und sage: DANKE! an alle Arbeiter und Helfer. Ein besonderer Dank gilt der Tischlerei Rudigier und Elektrotechnik Grechenig für die grandiose Arbeit und Unterstützung unserer Ideen!

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Den Bergen näher kommen …

Es scheint so, als kündigt sich jetzt doch der Sommer so langsam an. Und mit dem Sommer kommt die Wanderzeit. Heute war ein richtig sonniger Tag, welcher dazu aufforderte, die Wanderschuhe anzuziehen und los zu marschieren. In Hinkunft wird bei den Bauernhof-Geschichten auch Ausflugs- und Wandertipps mit dabei sein. Und hier kommt heute ein Wandertipp von Annika aus dem schönen Gasteinertal:

Los geht es am Hoteldorf Grüner Baum in Bad Gastein. Am besten fährt man mit dem Bus dort hin, dann ist man auf dem Rückweg flexibler mit der Strecke. Gleich gegenüber der Bushaltestelle geht es auf den Wanderweg Richtung Poserhöhe. Diese soll das Zwischenziel der Tour sein. Die erste Stunde bis dorthin ist wirklich ein bißchen anstrengend, denn es geht steil bergauf und auch ein wenig Trittfestigkeit ist gefragt. Vorbei an manch einem Wasserfall und Bergbach erreicht man dann die Poserhöhe. Die Hütte lädt mit ihren Leckereien und kalten (und warmen) Getränken zum Verweilen ein. Bei einem leckeren Kaiserschmarrn oder einen kühlen Radler kann man die Aussicht auf die Hohen Tauern genießen.

Nach der Stärkung gibt es verschiedene Möglichkeiten für den weiteren Weg. Weiter den Berg hinauf kommt man zum Gamskarkogel, unterhalb der Poseralm geht ein Wanderweg Richtung Café Gamskar am Gasteiner Höhenweg (die beste Variante um ggf. zum Auto am Grünen Baum zurück zu kehren). Der dritte Weg führt oberhalb der Hütte entlang und schlängelt sich durch verspielte Wiesen und urige Wälder, vorbei an stürzenden Wasserfällen und über kleine Holzbrücken. Die dritte Variante kann ich wärmstens empfehlen. Nach ca. 1,5 Stunden gelangt man auf den Höhenweg oberhalb von Gadaunern, mit bestem Blick über das Gasteiner Tal. Runter nach Gadaunern kommt man grade zurück zu uns an den Hof. Oder man läuft weiter nach Hofgastein und verbringt noch ein paar schöne Momente im Ort.

Wer jetzt Lust auf diesen Ausflug hat, kann sich schon mal jetzt an ein paar Impressionen erfreuen!

 

Eure Bäuerin Katharina und Annika vom Zittrauerhof

Ostern steht vor der Tür

Wie fast jeder weiß, ist es bei uns und in vielen anderen Ländern Brauch und Tradition für das Osterfest Eier zu färben.

Und so kommt es, dass auch wir hier jedes Jahr aufs Neue an Gründonnerstag die Küche in eine Ostereier-Werkstatt verwandeln. Auf Bauernhöfen wird auch heute noch oft mit Kräutern gefärbt und auch wir führen diese Tradition weiter. Um das große Eierfärben zu beginnen, benötigt man: Kräuter (es eignen sich Kresse, Schlüsselblumen, Veilchen, Farne…) und wer möchte Faschings- oder Gummibänder, alte Strumpfhosen, Bänder, Schere, Gummihandschuhe, Farben, alte Dosen.

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Zuerst die Eier kochen – in lauwarmes Wasser geben, Schuss Essig dazu, dann gibt man die Eier rein. Dann 6 Minuten kochen lassen und mehrmals mit kaltem Wasser abschrecken. So springen weniger Eier und sie lassen sich später besser abschälen.

Dann nimmt man eine Strumpfhose und bindet sie auf einer Seite fest zu. Das Ei feucht machen und die Kräuter auf das Ei „aufkleben“, in die Strumpfhosen rein, fest zubinden und in die Farbe geben (1-2 Sackerl gute Farbe , Schuss Essig, heisses Wasser), je nach Belieben lässt man sie drinnen und holt sie dann mit einem alten Löffel raus. Die Strumpfhose mit Gummihandschuhen öffnen, die Eier heraus holen und mit Küchenpapier abtupfen. Anschließend legt man sie auf ein Eideggerl. Zum Schluss noch mit Speckschwarte einschmieren, damit sie schön glänzen.

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Die besonders schönen Ostereier nehmen wir für die Osterweihe am Sonntag. Für die Osterzeit machen wir auch besonders leckere Österliche Törtchen, das Rezept folgt morgen auf Facebook vom Zittrauerhof.

Viel Spaß beim Nachmachen und ein schönes Osterfest!
Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Wenn der Frühling kommt

Der ein oder andere mag vielleicht schon die Geräusche und die Gerüche des bäuerlichen Frühlings wahrgenommen haben, denn es scheint so, als würde der Frühling bald in seiner vollen Pracht Einzug halten im schönen Gasteinertal! Und so kommt es nun auch bei uns am Zittrauerhof, dass die Arbeit Tag für Tag draußen mehr wird und alles aus der Winterruhe erwacht (natürlich gibt es auch im Winter einiges zu tun, doch merkt man die zusätzliche Arbeit ab dem Frühling doch sehr 😉 ).

Und so fahren die Männer wieder vermehrt mit den Traktoren durch die Gegend, um die anstehenden Arbeiten auf den Feldern zu verrichten.

Wir hören oft, wie schön grün doch unsere Wiesen im Tal sind und so satt und saftig aussehen. Das finden wir auch! Aber wie es zu diesen schönen grün kommt, mag der ein oder anderen empfindlichen Nase nicht so gefallen… Denn im Frühling beginnt auch wieder die Zeit der Gülle. Diese wird auf den Wiesen und Feldern verteilt, um den Boden zu düngen und so den satten Farbton grüner Wiesen zu erhalten. Dieser Frühlingsgeruch überzeugt zwar nicht jede Nase, ist aber doch sehr wichtig für unsere tägliche Hofarbeit!

Die Wiesen werden allerdings nicht nur gedüngt, um sie zu nähren, sondern auch Säuberungsarbeiten stehen an. Ist der Schnee geschmolzen, tauchen so einige Sachen auf den Wiesen auf. Neben Stöcken und Ästen, die der Wind hergetragen hat, findet sich auch einiges an Müll, Glasscherben, Hundesackerl und Plastik, die entfernt werden müssen! Eine mühsame und zeitaufwendige Arbeit, aber sie muss eben gemacht werden.

Und dann gibt es auch besonders schöne Frühjahrsarbeiten hier am Hof.  Viel Spaß habe ich dabei, die Beete umzustechen und die ersten Pflanzen zu setzen, damit der Duftgarten und die vielen Beete am Hof auch dieses Jahr wieder ihr buntes Kleid tragen können! Und wenn man dann eh schon um das Haus und den Garten herumwerkelt, kann auch gleich hier Ordnung geschaffen und Äste weggeräumt werden. Sind die Aufräum-, Pflanz- und Pflegearbeiten beendet, ist jetzt auch Zeit für das Dekorieren – gerade vor Ostern hat man danach schon große Sehnsucht.

Besonders im Stall zeigt der Frühling seine schönsten Momente. Denn sobald das Wetter schön ist, darf auch unser Nachwuchs das erste Mal die eigenen vier Wände verlassen und die große Welt draußen entdecken. Zeigen sich also die ersten Sonnenstrahlen bei frühlingshaften Temperaturen, sieht man unsere jüngsten Hofbewohner über die Felder turnen – in jedem Jahr wieder eine Freude!!!

Auch die Häsin Magret hat vor ein paar Tagen ihre Jungen bekommen und wir freuen uns schon, wenn die Kleinen rauskommen und sich zeigen werden. Über die nächsten Arbeiten im Frühling werde ich euch demnächst berichten.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Unser Landtierarzt Dr. Hans Christ

Heute ist der Blog einer Person gewidmet, die für die Bauernhöfe in unserem Tal sehr wichtig ist: Unserem Landtierarzt Dr. Hans Christ. Immer schnell und pfiffig unterwegs mit seinem weißen Arztauto steht er den Bauern bei Problemfällen, bei Impfungen und Besamungen zur Seite. Hört man das Hupen vor dem Haus, heißt es schnell – Kinder auf die Seite – und rauf in den Stall, Dr. Christ ist da.

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Dr. Hans Christ, geboren 1958, ist ein waschechter Wiener aus Döbling und promovierter Tierarzt. Er lebt seit Jahren im schönen Salzburger Gasteiner Tal und geht in seinem Beruf und in der Liebe zu den Tieren und in seinen Büchern, die er schreibt auf, inzwischen hat er  neben humorvollen Tierarztgeschichten auch Krimis veröffentlicht.

Er erzählt in seinen heiteren Geschichten außergewöhnlich lustige und skurrile Episoden aus seinem Berufsalltag. Und davon gibt es viele. Eine Kuh, die Damenunterwäsche gefressen hat oder ein Papagei, der durch widrige Umstände zum Alkoholiker wurde.

Bei den Rezensionen im Internet konnte ich folgende Rückmeldungen finden:

Für alle, die Tiere lieben und Sinn für Humor haben, eine sehr kurzweilige, vergnügliche Lektüre, bei der aber auch nachdenkliche Momente ihren Platz haben. Dr. Christ, der Autor, beschreibt seinen beruflichen Alltag als Landtierarzt im Bundesland Salzburg und neben den vielen tierischen und zwischenmenschlichen Kontakten, die mit viel Sinn für ironischen Humor beschrieben werden, gibt es auch kritische Ansätze hinsichtlich reiner Schulmedizin und auch verschiedener bürokratischer Hürden im Alltag eines Tierarztes. Auch Alltagsszenen aus dem Privatleben von Dr. Christ und seine Studienzeit kommen vor und runden diese wunderbare Lektüre ab.

Nach meiner Frage, ab wann er Tierarzt werden wollte, kam ein Schmunzeln über seinen Schnurrbart und die Antwort kam prompt „schon mit 5 Jahren“. Allerdings wollte er ursprünglich Kleintierchirurg werden, durch einen Job in der Steiermark wuchs jedoch die Liebe zu den Großtieren und das Interesse an der Alternativmedizin. Als Biobauernbeauftragter der Tierärztekammer merkte er, dass man mit der Schulmedizin bei gewissen Dingen „ansteht“ und er war mit einigen Ergebnissen bei der Behandlung an Tieren unzufrieden. Durch eine Bekanntschaft mit einem Berufskollegen, Selbststudium und vielen Fortbildungen merkte er, dass gewisse Behandlungen sehr gut ergänzend mit Homöopathie funktionieren – die ersten Erfolgserlebnisse, das weiß er auf der Stelle „waren die Apis-Globoli, die der Bauer der behandelten Kuh dann auch gleich bei sich selbst ausprobierte“.

Er ist ein Spezialist für Homöopathie und Akupunktur. Da kann es schon mal vorkommen, dass einer Kuh Inhalationen oder Essigwickel verordnet werden oder bei Eiterabszessen man täglich heiße Kartoffelwickel machen muss.

Es bleibt oft nicht aus, dass Antibiotikum verordnet werden muss, aber ergänzend oder bei leichteren Beschwerden arbeitet er viel mit den Hausmitteln und Homöopathie.

Dr. Christ ist ein ausgezeichneter Diagnostiker, er nimmt sich auch kein Blatt vor dem Mund, wenn es darum geht, dass sich eine Behandlung bei einem Tier nicht mehr „auszahlt“ oder eine Erlösung für das Tier die bessere Variante wäre.

Ich würde unseren Tierarzt als impulsiv, unterhaltsam und sehr tierlieb bezeichnen. Da es unser Tierarzt immer sehr eilig hat, kann es auch passieren, dass ab und an eine Bauern-Katze bei ihm im Auto Platz nimmt und nach einer halben Stunde ein Telefonat von seiner Frau erfolgt – „bitte eure Katze abholen, sie ist bei meinem Mann im Auto und er hat keine Zeit, sie selbst zurückzubringen“…

Seine besondere Liebe gilt den Hunden, kommt sein Auto um die Ecke „gerast“, wie es bei Dr. Christ schon des Öfteren sein kann, fetzt unsere Nelly schon zum Stall und hechelt und springt ihn vor Freude an. So kennt er sicher jeden Hofhund beim Namen und die Hunde den Tierarzt auch. Da kann der Notfall noch so groß sein, für den Hund gibt’s immer einen Leckerbissen aus dem Auto und ein paar Streicheleinheiten dürfen auch nicht fehlen.

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Dr. Christ sieht sich selbst als Genießer, der gute und lustige Gespräche im Wirtshaus mag, er liest und schreibt gerne in seiner Freizeit und schaut sich gerne spannende Fußballspiele an. Er hält nichts von der vielen Bürokratie, er ist ein Praktiker, der schnell und unkompliziert handeln will und das Wohl der Tiere steht für ihn an oberster Stelle.

Ich glaube auch, dass es nicht viele Tierärzte gibt, die sich die Zeit nehmen und zu Bauernhöfen hinfahren, bei denen nicht gerade ein Notfall oder eine Besamung im Stall zu erledigen ist, sondern bei den Menschen Krankheit oder Leid Einkehr gefunden hat. So weiß ich es aus eigener Erfahrung und von einigen anderen Bauernhöfen auch, dass er bei menschlichem Leid und Schicksalschlägen des öfteren ins Bauernhaus kam und sich nach den Menschen erkundigt hatte und das Leid somit ein bisschen psychisch mitgetragen hat. Das macht ihn menschlich und zeigt Stärke. Willi, unseren Knecht, mochte Dr. Christ besonders gern und nachdem er von seiner Krankheit und seinen Behandlungen erfuhr, besuchte er ihn und brachte ihm ein Tragerl Bier vorbei und unterhielt ihn mit ein paar lustigen Episoden aus seinem Alltag. Solche kleine Gesten vergisst man nicht, gerade in der heutigen Zeit ist die Menschlichkeit oft auf der Strecke geblieben und es zählt nur der Schilling (Insider wissen, warum ich das schreibe) – ahh ich meine Euro.

Die Bauernschaft Gastein ist sehr glücklich, so einen  Tierarzt bei uns im Tal zu haben. Und wer ein bisschen Bauernhofleben aus dem eigenen Urlaub mit nach Hause nehmen möchte, sollte mal in die Bücher schauen.

Eure Bäuerin Katharina