Der Adventkranz ..

Schöner kann der Advent wettermässig wohl nicht beginnen. Im Gasteinertal ist es traumhaft winterlich, die Sonne scheint, klirrende Kälte, die ersten Skibegeisterten tummeln sich schon auf der Piste und die ersten Adventmärkte haben auch schon ihre Pforten geöffnet.

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Willkommen im Advent !

Was wird auf den Bauernhöfen traditionell in dieser Zeit gemacht ? Der Balkon und Hauseingang wird geschmückt, meist wird noch ein eigener Adventkranz gefertigt, die ersten Plätzchen / Kekse für die Adventzeit gemacht.  Üblich ist es auch, dass am Samstag abend oder Sonntag mit den Kindern rund um den Adventkranz gebetet und gesungen wird und man das eine oder andere Kartenspiel macht. Früher – als Kind – haben wir immer mit meinen Eltern Rosenkranz gebetet und es gab erst kurz vor Weihnachten die Kekse. Ich finde, gerade in der jetzigen Zeit muss man sich diese besonderen, gemeinsamen Momente oft „stehlen“, doch genau diese besonderen Tätigkeiten im Advent machen für mich die Weihnachtszeit aus. Dass man Zeit füreinander findet, die Traditionen bewahrt und die Geschenke wieder in den Hintergrund geraten.

Wie macht man den Adventkranz ?  Wer einen Adventkranz selber machen möchte, hier ein paar kurze Anleitungen, so wie ich es von meiner Mama und Oma gelernt habe. Man braucht einen guten Draht, einen Rohling, schöne Tannenzweige, Wacholder, Efeu, Schwarzbeer-Stauden – was einem gefällt. Zuerst schneidet man sich die Zweige (Ästchen wenn möglich immer wie abgebildet schneiden), dann fixiert man den Draht am Adventkranz und beginnt ein „Sträußchen“ Tannenzweige ganz links zu binden, umwickelt es mit dem Draht, dann ein weiteres Sträußchen weiter rechts usw., bis man die Reihe fertig hat. Danach fängt man wieder links an. Der Schluss ist ein bisschen schwieriger – man versucht, die Zweige so in die bestehenden reinzustecken, damit man nicht den Anfang und das Ende des Bindens sieht. Hat man den Kranz fertig, kann man ihn noch schön mit einer Efeuranke umranden. Sehr schön sind die Adventkränze, wenn sie zwischendurch mit Wacholderstauden oder Schwarzbeerstauden gebunden werden. Auch für Gestecke sehr gut geeignet. Ist der Kranz fertig, nimmt man Untersetzer für die Kerzen, fixiert sie mit einem dicken Draht und dekoriert den Adventkranz mit Naturmaterialien oder Kugeln, was einem selbst am besten gefällt.  Ich glaub, das wär mal einen Kurs wert für alle Interessierten und ein nettes Beisammensein noch dazu.

 

Bei den nächsten Bauernhof-Geschichten wird es dann ein paar gute Rezepte für die Weihnachtszeit geben, sofern nicht alle schon vor mir mit dem Backen fertig sind. 🙂

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Einen schönen Adventbeginn und jeden Tag ein bisschen Ruhe für sich selber – das wünscht euch von Herzen, Katharina Schwaiger vom Zittrauerhof

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.. und Weihnachten kommt trotzdem

 Jedes Jahr in der Weihnachtszeit muss ich an die Worte meiner Mama „und Weihnachten kommt trotzdem“ denken. Man will dies und das noch erledigen, alles soll schön sein und geputzt, schön dekoriert, Kekse gebacken und die Krippe gerichtet, für die Gäste alles perfekt sein und Zeit für einem selber und die Familie will man auch. Nur ist das Leben nicht so perfekt und irgendwas, was man sich vorgenommen hat, schafft man dann doch nicht und bleibt auf der Strecke. Meine Mama behält die Ruhe und sagt dann, wenn sie mich in Hetze sieht „und Weihnachten kommt trotzdem“.

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unsere Mama

JA sie hat recht und diese Worte geben mir Kraft, das Nötigste zu schaffen und es nicht so tragisch zu sehen, ab und an zu lächeln und einfach dankbar zu sein, was man alles hat.

Und es gibt auch Weihnachten, denen man nicht fröhlich ins Auge blicken kann und sie am liebsten streichen würde, diese Zeit seelisch fast nicht aushält, besonders wenn in der Familie etwas Schlimmes passiert ist oder jemand krank geworden ist oder man einfach hilflos ist.  Da kann man die Kraft kaum aufwenden zum Anstimmen für das Lied „Stille Nacht“ und ist sehr, sehr traurig. Und trotzdem kommt Weihnachten, meinte meine Mama auch in diesen schwierigen Zeiten. Gemeinsam kann man diese schwierigen Tage und Stunden leichter überstehen und wieder nach vorne blicken. Wer solche Weihnachten noch nie hatte, für den freu ich mich sehr, denn es ist sehr schwer, dieses schöne Fest in dieser Stimmung zu ertragen.

Heute möchte ich mich aber den schönen und fröhlichen Dingen widmen – den Vorbereitungen vor dem Weihnachtsfest und unserer Mama. Sie ist für uns Kinder und Tati ein ganz besonderer Mensch, behält trotz nicht immer einfacher Lebenslagen ihren Mut und gibt Zuversicht und Freude an alle.  Eine gute Mama halt. Sie hat uns soviel gelehrt – auch die Liebe zum Brotbacken.

Auch das nachfolgende Rezept hab ich von meiner Mama gelernt – das Apfelbrot. Neben dem Kletzenbrot backe ich dieses Rezept sehr gerne und vor allem, es ist ohne Sauerteig und Brotteig möglich und für jeden Haushaltsofen gut geeignet.

Rezept für das Apfelbrot:

apfelbrot

1,5 kg geriebene saftige Äpfel, 500 g Rosinen, 300 g Haselnüsse oder Walnüsse, 500 g Feigen, 1/8 lt. Rum, 500 g Zucker, 1 Packung Vanillezucker, 1 Esslöffel Kakao, 1 Teelöffel Nelkenpulver und 1 Teelöffel Neugewürz (oder Lebkuchengewürz), ein bisschen geriebene Orangen- und Zitronenschalte. Alles am Vortag verrühren in einer Schüssel und mit einem Deckel zudecken, sodass der Alkohol nicht verraucht. 1000 g Mehl (Weizenmehl) und 2 Backpulver-Päckchen sowie eine Prise Salz miteinander vermischen und zu der anderen Masse dazu. Dann rasch zu Laiberl oder Stritzerl formen, ein bisschen stehen lassen, auf das Backbleck eine Tasse Wasser geben und ggf. das Brot auch bespritzen und rein in den Ofen. Man kann sie auch gut in Kastenformen geben und bei 170-190 Grad, je nach Backofen 1 bis 1,5 Stunden backen.

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Es ist für mich eine Freude und Entspannung, jetzt noch vor den Feiertagen Brot zu machen und diese als Geschenke zu verwenden, die Selbstgemachtes schätzen.

Viel Spaß beim Nachbacken und Freude im Alltäglichen, denn „Weihnachten kommt trotzdem“. Eure Bäuerin Katharina.