… Gedanken …

Der Tag Allerheiligen und Allerseelen ist einerseits ein willkommener Feiertag, aber auch für viele mit intensiven Gedanken an die Verstorbenen verbunden. Traurigkeit macht sich oft breit und mit Wehmut denkt man die gemeinsamen Erlebnisse und vermisst diese Menschen umso mehr. Mir ist es jahrelang so gegangen, dass ich einfach nur froh war, wenn dieser Tag vorüberging und man ihm vom Kalender streichen konnte.

Unsere Tiere schaffen es immer wieder, dass sie gerade diese „schwierigen“ Tage erhellen und so konnte sich heute, als sich alle am Friedhof versammelten, unsere Kuh Bella entschließen, ein schönes Kalb auf die Welt zu bringen.

Mein Mann war bei der Geburt dabei und die Freude besonders groß, weil – weiblich –  und unsere Tochter gab ihr gleich den Namen „Bleami“ (Blume).  Mit solchen Ereignissen erhellt man diese trüben Tage und sieht, dass das Leben auch täglich schöne Dinge schenkt und jeder sie dringend zum Leben braucht.

Bella hat ihr zweites Kalb geboren und sie ist eine sehr fürsorgliche Mama. Wir lassen die Kälbchen, wenn die Mutter sie trinken lässt, meist 1-2 Tage in der Geburtsbox und geben sie erst dann zum Melkstand bzw. in den Kälbchen-Stall. Nach der Geburt bekommt die Kuh gleich viel warmes Wasser mit Cola gemischt, es enthält viel Zucker und hilft der Kuh, dass sie schneller auf die Beine kommt. Wir geben ihr soviel Wasser, wie sie will, immer lauwarm, nie kalt. Sie bekommt auch gleich Arnica Globoli verabreicht, auch das Kalb. Das Kälbchen wird ausschließlich anfangs mit der Biestmilch (Kolostralmilch) der Mama genährt, 2  x täglich jeweils zwei Liter. Die Kolostralmilch ist dickflüssig, gelblich. Von den ältesten Kühen behalten wir uns die Milch der ersten Melkzeit immer auf und frieren sie ein. Hat eine Kuh keine Milch bei der Geburt oder ist sie krank, kann man immer auf die wertvolle Biestmilch vom eigenen Stall zurückgreifen.

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Auch ist es sehr gesund, die Biestmilch zur Stärkung selbst zu trinken. Ich friere sie mir in Eisbeutel ein und mische mir jeden Tag ein kleines Würferl in das Joghurt am Morgen. Das stärkt auf ganz biologische Weise. Für die Spitzensportler wird die Kolostralmilch in Tablettenform produziert, hat mir eine Vorarlberger Praktikantin erzählt.

So geht ein besinnlicher, nachdenklicher Tag mit einem erfreulichen Ereignis zu Ende. Bis bald bei der nächsten Bauernhofgeschichte. Katharina Schwaiger, Bäuerin vom Zittrauerhof.

 

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Ein TAG mit Katharina beginnt …

Meinem Bauernhofblog möchte ich in Hinkunft nicht nur zum Weitergeben von guten Rezepten widmen, sondern auch die LeserInnen an der täglichen Arbeit am Hof teilhaben lassen. Tipps geben, wie man Kräuter trocknet, wie man Marmelade einkocht. Heute abend beschreibe ich, welche Möglichkeiten es gibt, einen Balkon oder Eingang beim Haus winterlich zu schmücken.

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Bei uns werden im Spätherbst die Latschen von der Alm geholt, eine mühsame Arbeit, mein Schwager Sepp fährt mit allen Kindern schon in der Früh rauf, dann werden die Latschen in unserem Almgebiet mit der Zange gezwickt, in Büschel gebunden und runtergezogen zur Hütte. Der Jeep wird beladen, meist mittags kommen dann alle von der Alm retour. Die Winterdekoration für unsere Häuser und unserer Familie ist gesichert. Auch nehmen wir sie gerne zum Dekorieren der Gräber her.

Als ich zum Hof kam, wurde ich von meiner Schwiegermutter Rosmarie eingeweiht, wie man richtig die Latschen in die Blumentrögerl reinsteckt, sodass sie auch den ganzen Winter halten und frisch aussehen.

Am besten ist es, man lässt die Blumentröge mit der Erde gleich am Balkon. Ich schneide immer nur die Balkonblumen vom Sommer, den Stamm, ab und lasse die feste Erde im Balkontrögerl. Dann gieße ich sie fest ein mit Wasser, sodass die Erde wieder ein bisschen weicher wird und man die Latschen leichter stecken kann.

Die grossen Latschenpackerl werden aufgemacht und die Latschen schräg eingeschnitten, damit man sie leichter stecken kann, wenn möglich, alle in ca. gleicher Länge. Dann trägt man sie in einer Schachtel rauf auf den Balkon und beginnt zu stecken. Am schönsten werden sie, wenn man „Reihen“ steckt. Sprich pro Trögerl beginnt man mit dem Stecken der ersten Reihe ganz vorne, dann die zweite, wir machen pro Trägerl vier Reihen. Also, zuerst eingießen, dann stecken, dann nochmals eingießen. Man muss die Latschen schon relativ weit runterstecken, damit sie der Wind im Winter eines Tages nicht mitnimmt und „rauszieht“.

Ist ein schöner Herbst, ist es sinnvoll, sie wie Blumen alle paar Tage einzugießen, dass sie frisch bleiben. Kurz bevor es richtig kalt und frostig wird, gieße ich sie nochmals fest ein, damit die Erde dann gefroren wird und die Latschen fixiert sind. Beginnt die Weihnachtszeit, kommen dann noch Schlaufen und Kugeln drauf. Ich finde, die Latschen sind, auch wenn sie einiges an Zeit brauchen, ein schöner Hingucker, gerade bei alten Bauernhäusern und ich habe große Freude an dieser Arbeit.

Wie gefällt euch dieser Blumenschmuck ? Zwei Packerl Latschen haben wir noch, wenn jemand Lust auf die Dekoration bekommen hat, bitte baldmöglichst melden.

Gutes Gelingen beim Dekorieren wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal.

Es herbstelt

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Es herbstelt – in der Früh ein leichter Nebel, oben schon alles blitzblau auf den Bergen und eine angenehme, frische Luft – wenn irgendwie Zeit ist am Morgen begleite ich unsere Tochter ein Stück auf dem Schulweg, wenn es auch nur ein paar Minuten sind. Einfach herrlich, ein paar Minuten rauszukommen und sich zu bewegen. Anders als bei der täglichen Arbeit. Im Stall tummeln sich schon viele Kälbchen, die Hochsaison im Stall beginnt bei uns dann im November. Im Garten ist es Zeit, die restlichen Früchte abzuernten und passend dazu, habe ich drei gute, einfache Rezepte, die unserer Familie sehr gut schmecken.

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Julianes Kürbissuppe:

400 g Kürbis am besten frisch, wenn es junge weiche Kürbis sind, kann man sie auch mit der Schale würfelig schneiden.

200 g Kartoffeln (schälen und auch würfelig schneiden)

500 ml Suppe oder Gemüsebrühe

Etwas Ingwer (ein kleines Stück vom ganzen Ingwer runterbrechen und rein damit)

250 g Ziwebeln, klein gehackt oder Lauch geschnitten

3 Knoblauchzehen

100 ml Schlagobers (Sahne)

Kürbis, Kartoffeln würfelig schneiden, ebenso die Zwiebeln und Knoblauchzehen, in die Gemüsesuppe geben, das ganze Stück Ingwer auch dazu und köcheln lassen, ca. 30 min. Wenn Kürbis und Kartoffeln weich sind, mit Pürierstab fein machen (zuvor Ingwerstück rausgeben).

Mit Salz, Pfeffer und eventuell Knoblauchpulver abschmecken. Zum Schluss Sahne schlagen und fertiges Schlagobers als Garnierung dann auf die Knoblauchsuppe rauf.

Am besten schmeckt die Kürbissuppe, wenn man ein Häubchen Schlagobers drauf gibt, einen Spritzer frisches Kürbiskernöl und ein paar angeröstete Kürbiskerne. Guten Appetit.

 

Bedeckter Apfelkuchen von Katharina einmal anders.

200 g Margarine oder Butter

100 g Zucker, 4 Dotter, 300 g Mehl, 1 Packung Backpulver, 1 Packung Vanillezucker, 1 Prise Salz, 10 Esslöffel Milch, 1-1,5 kg Äpfel, 1/8 lt. Most oder Wein oder Wasser, evt. 2-3 Esslöffel Zucker für die Äpfel, wenn sie sauer sind, 4 Eiklar, 150 g Zucker.

Zubereitung: Butter, Zucker und Dotter schaumig rühren, Mehl, Backpulver und Milch abwechselnd dazugeben, auf Backblech bei 180 grad fast fertig backen. Äpfel parallel beim Rühren reiben (nicht zu fein, oder in feine Blätter schneiden, mit Wein oder Wasser und evt. Zucker kurz dünsten.

Eiklar mit Zucker aufschlagen. Wenn der Kuchenboden leicht braun ist, rausgeben und die blanchierten Äpfel darauf verteilen und darüber die Schneehaube auf das Blech streichen. Dann nochmals kurz rein in den Ofen und so lange backen, bis die Schneehaube hellbraun ist. Guten Appetit. Dieser Kuchen schmeckt sehr saftig, hat man von anderen Kochereien noch ein paar Eiklar übrig, kann man ruhig mehr als 4 Eiklar schlagen, wenn man gerne eine grössere schneehaube hat.

Gutes Gelingen wünscht euch die Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof. Mahlzeit.

Tipp: Wer sich gerne eine Kürbissuppe im Winter machen möchte, kann sich auch den Kürbis würfelig schneiden und einfrieren, am besten vakuumieren.

Wienerin zeigt großes Herz

Wem geht es nicht so ? Man macht vieles im Leben, das „nichts“ bringt oder für andere wertlos oder überflüssig erscheint und die Zeit doch „besser für was andres genützt“ werden könnte …  Aber bestimmte Dinge im Leben braucht man eben für die Seele und es ist gut, dass noch nicht alles so rational betrachtet werden muss und man auch was fürs Herz haben darf. Das macht das Leben noch lebenswert und schön, oder ?

In dieser Bauernhofgeschichte möchte ich über einen Menschen schreiben, der sehr viel Zeit und Liebe opfert, um Tiere zu hegen und zu pflegen und in letzter Zeit auch viel Geduld, liebe und Zeit investiert, um kleine Hasenleben zu rettendav

Vor fast einer Woche ist Lea Hasenmama geworden und es schien alles in Ordnung zu sein. Der Hasenstall wurde zugesperrt, damit niemand ins Nestchen greift und doch hat sie nach zwei Tagen die ersten Babies rausgelegt und sie sind erfroren.

Auch um die anderen schien sie sich nicht mehr zu kümmern und so hat sie meine Praktikantin aus Wien – Katharina – in die Obhut und mit ins Haus genommen. Jetzt mag einer sagen, so „umtun“ wegen der kleinen Häschen und so ein Aufwand. Ja, das stimmt und doch nicht. Wer bestimmt, was wertvoll ist und was nicht? „Ich mag Tiere und es ist einen Versuch wert“, mit diesen positiven Sätzen ging Katharina und unsere Tochter an die Sache ran und sie fütterten die kleinen Racker genau nach Plan neben der täglichen, vielen Arbeit am Hof, alle paar Stunden ist es nötig. Katharinas Freundin vom Tiergarten Schönbrunn empfiehlt Ziegenmilch zur Aufzucht und das vertragen sie wirklich gut.

Sehr aufwendig – mit einer kleinen Spritze – werden sie nun gefüttert, zuerst gewogen, damit man das Gewicht kontrollieren kann und nach dem Trinken wieder auf die Waage. IMG_20180810_132455.jpg

In eine kleine Schachtel gepackt, mit Watte eingehüllt, schlafen sie und bewegen sich lebhaft. Sie sind nicht mehr nackt, haben schon ein klein bisschen Fell und werden die nächsten Tage, wenn sie gesund bleiben, die Augen öffnen.

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Wir wünschen den Kleinen weiterhin gutes Gedeihen und den beiden Pflegemamis noch eine Weile an Ausdauer, bis sich die Hasenbabies selbst verpflegen können und viele glückliche Momente.

Kleine Freuden machen das Leben aus. Suchen wir uns kleine Dinge, die das Leben trotz aller Schwierigkeiten und Steine, die einem in den Weg gelegt werden, schön machen und uns erfreuen. Und unnütz für andere sind 🙂 Das wünsch ich Ihnen von Herzen.

Alles Liebe, Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal.

P.S: Über Facebook werden wir ab und zu wieder über die kleinen Racker berichten und kleine Videos reinstellen. Seid gespannt.

 

Tierflüsterin Rosi

Heute möchte ich bei den Bauernhofgeschichten über meine „kleine“ Schwester Rosi Schuster vom Biohof Maurachgut schreiben. Sie hat viele besondere Fähigkeiten, eine davon ist ihr persönlicher Umgang mit den Tieren. Mit einer Seelenruhe geht sie ohne Strick mit Kälbchen, Schaf und Ziege zugleich spazieren und schenkt den Tieren das Vertrauen,  dass sie bei ihr bleiben und ihr gehorchen.

Kommt man nach Maishofen zur Versteigerung, sieht man sie auch des öfteren im Ring mit einer Kuh. Als Kind hat sie schon mit ihren Lieblingen, den Noriker Pferden, gespielt und ist auch des öfteren den Weg zu Fuß zum Hengst – Stubnerbauer runter gegangen. Hab ich sie begleitet, wurde ich von der Norikerstute Tina öfters an den Straßenrand gedrückt –  Rosi hat mit einer Freude und Selbstsicherheit das Pferd geschnappt und gelacht. Für mich ist sie ein großes Vorbild. So zierlich und doch so stark.20170529_104353 rosi mit ihren Tieren

Aber nicht nur zu Pferden hat sie einen besonderen Draht. Ist die Ziege bockig, sieht sie das und geht mit ihren Kindern und der Ziege zu Fuß zum Ziegenbock – entweder zum Nachbarhof Brandnerbauer oder runter nach Wieden zum „Kaiser“ und die Ziege wird belegt. Dann spaziert sie mit der Ziege und den Kindern wieder nach Hause und erledigt ist die „Gschicht“. Einen Bock braucht sie nicht zum Probieren, sie kennt das und lacht, wenn ich sie drauf anspreche.2018-04-11-PHOTO-00001461

Kommen Lämmer auf die Welt und werden von der Mutter verstossen oder das Schaf hat nicht für alle genug Milch, hat sie ein gutes Händchen, dass sie die Kleinen mit der Flasche aufzieht.

Früher, als Tina, unsere Noriker Stute, noch Fohlen bekam, schlief Rosi und  ihr Mann Werner in der Ziegenbox nebenbei, um die Geburt nicht zu versäumen und bei ihrer Tina mit dabei sein zu können.

Für mich ist meine Schwester Rosi eine wahre Tier-Flüstererin !

Bis zur nächsten Bauernhofgeschichte. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Österliche Törtchen … lecker !

Wie versprochen, gibt es heuer ein besonderes Rezept von unserer Mama Katharina Leiter vom Biohof Maurachgut für das Osterfest. Die ÖSTERLICHEN TÖRTCHEN – liebevoll gemacht und im Nest vom Osterhasen entdeckt. Es ist ein dunkler Linzerteig, mit Marillenmarmelade gefüllt und mit Schokoglasur und kleinen Eiern verziert. Gutes Gelingen.

ZUTATEN: 20 dag Butter, 30 dag Mehl, 10 dag Zucker, 5 dag Nüsse, 5 dag Kakao, 2 Dotter

Mürbteig herstellen, rasten lassen ca. 30 min (kühl stellen) 0,5 cm dick ausrollen, ausstechen in Osterformen oder runden Ausstechern und backen bei 180 Grad.

Auskühlen lassen, mit Marmelade zusammensetzen, in Schokoglasur tunken und mit Ostereier… verzieren!

521FB064-7AE6-425E-BDBE-02306AFBA158viel Freude damit – am besten gleich die doppelte Masse machen, denn zumindest bei uns verschwindet die Hälfte bis zum Ostersonntag. Guten Appetit.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

 

Von Zicklein, Kälbern und Fohlen

Im Frühjahr geht es hoch her am Hof, denn jedes Jahr aufs Neue stehen in dieser Zeit viele Geburten ins Haus – wobei, wohl eher in den Stall. Diese Zeit bringt viel Freude, da wir jeden neuen Hofbewohner gerne willkommen heißen. Sobald klar ist, dass eine Geburt kurz bevor steht, sind wir wachsam, damit wir den Tieren bestmöglich helfen können. Am schönsten und auch am einfachsten ist es, wenn die Geburt ohne Hilfe vonstatten geht und auch das Trinken und die Annahme Mutter-Kind von „Natur“ aus funktioniert.

In diesen Tagen konnten wir schöne Momente im Kinderstall erleben und freuen uns nun über unseren Ziegen- und Kuhnachwuchs. Beide Ziegen Lady und Fiona haben jeweils ein Kitzlein auf die Welt gebracht und die Geburt ohne fremde Hilfe gut geschafft. Im Kinder- und Kuhstall haben wir nun die heiße Phase der Geburten erstmal überstanden und erfreuen uns jeden Tag an unseren Zicklein und Kälbern.

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Als nächstes erwarten wir noch Nachwuchs im Pferdestall und bei der Häsin Magret und sind schon ganz gespannt und werden Euch hier und auf Instagram auf dem Laufenden halten.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Frühling auf den Teller

Jetzt, wo ab und an schon der Frühling über die  Gasteiner Bergen schaut, bekommt man doch schon richtig Lust auf leckere Frühlingsrezept, die den Gaumen erfreuen.

Besonders Lust hatte ich in den letzten Tagen auf frisches, selbstgemachtes Laugengebäck und eine Käse-Rolle mit Radieschen-Topfen-Füllung! Wem läuft jetzt grade schon das Wasser im Mund zusammen? Also hier ganz schnell das Rezept zum Nachmachen!

Käserolle nach Katharinas Art:

  • ca. 9-12 Scheiben Gouda Käse oder Tilsiter (kein Käse mit grossen Löchern, nicht zu dünn schneiden)
  • ca. 9 – 12 Scheiben Schinken
  • 150 g Topfen
  • Joghurt
  • Radieschen gerieben oder fein geschnitten
  • Radieschenblätter, Jungzwiebel, Kräutersalz

Käsescheiben auf ein Backblech inkl. Backpapier auflegen (überlappend) und bei ca. 70 Grad ein paar Minuten anschmelzen lassen, sodass der Käse die Käseblätter ein grosses „Blatt“ wird. Ein bisschen abkühlen lassen, danach den Schinken auch drauflegen und die Fülle aus Topfen, Joghurt, Salz, kleingeschnittene Radieschen, Blätter von den Radieschen, kleingeschnittene Jungzwiebel draufstreichen und wie eine Biskuitroulade einrollen. Auf einen flachen Teller oder Tablett geben und rein in den Kühlschrank zum Durchziehen. Mit Zick-Zackmesser nach ein paar Stunden runterschneiden und genießen.

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Dazu passt super gut frisches Laugengebäck 😉

Laugengebäck selbstgemacht: (15 – 20 Stk.)

  • 1000 g Weizenmehl
  • 2 Würfel frische Germ
  • 8 dag weiche Butter oder Öl
  • 2 Esslöffel Zucker
  • 2 Teelöffel Salz
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  •  Für die Lauge: 1 lt. Wasser, 2 Esslöffel (1 Packerl) Natron.
  1. Weizenmehl in eine Schüssel geben und am Rand salzen.
  2. In die Mitte eine Grube machen und die Germ,  Zucker  und ein bisschen vom lauwarmen Wasser hinzugeben
  3. Germ, Wasser und Zucker in der Mitte mit einem Löffel kurz verrühren und ein paar Minuten stehen lassen, bis die Germ geht. Dann die restliche Flüssigkeit sowie Butter oder Öl dazugeben und den gesamten Teig mit der Maschine kneten.
    (Es tut dem Teig gut, wenn er länger geknetet wird, dann wird er feiner.)
  4. An einem warmen Ort ein bisschen gehen lassen und aus dem Teig 15-20 Stk. runterschneiden, schleifen und nochmals für ca. 15 min gehen lassen.
    (Ob Knöpfe, Striezel oder Kugeln sind jedem selbst überlassen)
  5. Habt Ihr einen Apfelspalter zuhause? Dann einfach kurz bevor die 15 min um sind, bei den runden mit dem Apfelspalter runterdrücken und umdrehen (sodass das Muster unten ist) und noch ein bisschen gehen lassen.
  6. In der Zwischenzeit das Wasser mit Natron aufkochen, das Gebäck kurz eintauchen (beidseitig) und mit einem Hausfreund auf das Blech (inkl. Backpapier!!) geben. Mit dieser Musterung schauen die Laugenbrötchen dann wie Fussbälle aus. Lässt man sie länger in der Lauge, werden sie dunkler oder gibt man mehr Natron in das Wasser, wie jeder will. Unsere Kinder haben es lieber, wenn es zwar knusprig, aber nicht so dunkel ist.
  7. Bei 200 Grad ca. 15-20 min backen. Klingt die Unterseite hohl beim Draufklopfen, ist das Gebäck fertig. Man kann auch einen Teelöffel Backmalz hinzugeben bei der Masse, dann wird das Gebäck noch knuspriger und erhält eine schöne Bräune.

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Mahlzeit. Alles Liebe und gutes Gelingen. Katharina vom Zittrauerhof

Wenn irgendwas nicht so verständlich ist, einfach melden. Beim nächsten Rezept werden die Schritte wieder abfotografiert, dieses Mal war dafür kein Fotoapparat in der Nähe 🙂

 

 

Einzigartiger Brauchtum geht zu Ende …

…. aber nur für dieses Mal. In 4 Jahren wird der nächste Perchtenlauf in Gastein stattfinden und mit seinen 160 mitwirkenden Personen für besondere Freude unter den Einheimischen und Gästen sorgen. Der Gasteiner Perchtenlauf ist seit dem 14. Jahrhundert urkundlich nachweisbar und zählt damit zu den ältesten Brauchtums-Veranstaltungen im Salzburger Land.

Der Perchtenlauf in Gastein findet immer an 2 Tagen im Zeitraum vom 1. bis 6. Jänner statt. Es wirken ungefähr 160 Personen, davon ca. 30 Kappen-Träger mit. Die Perchtenläufer haben pro Tag eine Gehzeit von ca. 10 Stunden und eine Strecke von jeweils 12 bis 14 km zu bewältigen. Das Gewicht der Kappen beträgt bis zu 50 (!) Kilo und erreicht eine Höhe bis zu 2,50 Meter – eine enorme Anstrengung! Auf der von Gerhard Michel gestaltete Internetseite https://www.gasteinerperchten.com/ hat man die Möglichkeit, sich die Aufgabe jedes einzelnen Perchtenteilnehmers durchzulesen und sich von jedem ein „Bild“ zu machen. Von Frau Perchta, den Schnalzern, den vielen wunderschönen Kappen bis hin zum Perchtenobmann Andi Mühlberger – alles ist genau angeführt und erklärt. Über jede Figur eine kleine Geschichte.

Ich lasse mal die Bilder von meinen Schnappschüssen am Hof für sich sprechen:

Am Perchtenlauf dürfen nach altem Brauch keine Frauen mitwirken. Für jedes Haus, Hotel und Bauernhof ist es eine besondere Ehre, wenn die „Perchten“ vorbeikommen, um die Referenz zu erweisen.

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Die Perchten werden unterwegs verpflegt, eine dieser Labstation war bei uns heute vormittag am Zittrauerhof. Auch wenn die Vorbereitungen mit einigen Mühen verbunden sind, ist es ein wunderschöner Augenblick und eine einzigartige Möglichkeit, um die Kappen und Teilnehmer genauer zu betrachten.

Nach der Perchtenwurst und Getränken ging es für die ganze Gruppe wieder weiter Richtung Durzbauer.

Die „Nachtanzerinnen“ helfen ihrem Kappenträger beim Raufheben der Kappe.

Mein Schwager Thomas war auch als Nachtanzerin dabei, da freuten sich die Nichten und Neffen natürlich sehr. Und Opa Hias bekam ein besonderes Interview mit dem ORF.

Soeben ist auch der Bericht vom heutigen Tag im Internet (Gasteiner Perchten) http://tvthek.orf.at/profile/Salzburg-heute/70019/Salzburg-heute/13960220/Pongauer-Perchtenlauf-im-Gasteinertal/14212256  

„Treu dem Guten alten Brauch“ freuen wir uns auf ein Wiedersehen in 4 Jahren.

Alles Liebe, Eure Katharina vom Zittrauerhof.

Der Adventkranz ..

Schöner kann der Advent wettermässig wohl nicht beginnen. Im Gasteinertal ist es traumhaft winterlich, die Sonne scheint, klirrende Kälte, die ersten Skibegeisterten tummeln sich schon auf der Piste und die ersten Adventmärkte haben auch schon ihre Pforten geöffnet.

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Willkommen im Advent !

Was wird auf den Bauernhöfen traditionell in dieser Zeit gemacht ? Der Balkon und Hauseingang wird geschmückt, meist wird noch ein eigener Adventkranz gefertigt, die ersten Plätzchen / Kekse für die Adventzeit gemacht.  Üblich ist es auch, dass am Samstag abend oder Sonntag mit den Kindern rund um den Adventkranz gebetet und gesungen wird und man das eine oder andere Kartenspiel macht. Früher – als Kind – haben wir immer mit meinen Eltern Rosenkranz gebetet und es gab erst kurz vor Weihnachten die Kekse. Ich finde, gerade in der jetzigen Zeit muss man sich diese besonderen, gemeinsamen Momente oft „stehlen“, doch genau diese besonderen Tätigkeiten im Advent machen für mich die Weihnachtszeit aus. Dass man Zeit füreinander findet, die Traditionen bewahrt und die Geschenke wieder in den Hintergrund geraten.

Wie macht man den Adventkranz ?  Wer einen Adventkranz selber machen möchte, hier ein paar kurze Anleitungen, so wie ich es von meiner Mama und Oma gelernt habe. Man braucht einen guten Draht, einen Rohling, schöne Tannenzweige, Wacholder, Efeu, Schwarzbeer-Stauden – was einem gefällt. Zuerst schneidet man sich die Zweige (Ästchen wenn möglich immer wie abgebildet schneiden), dann fixiert man den Draht am Adventkranz und beginnt ein „Sträußchen“ Tannenzweige ganz links zu binden, umwickelt es mit dem Draht, dann ein weiteres Sträußchen weiter rechts usw., bis man die Reihe fertig hat. Danach fängt man wieder links an. Der Schluss ist ein bisschen schwieriger – man versucht, die Zweige so in die bestehenden reinzustecken, damit man nicht den Anfang und das Ende des Bindens sieht. Hat man den Kranz fertig, kann man ihn noch schön mit einer Efeuranke umranden. Sehr schön sind die Adventkränze, wenn sie zwischendurch mit Wacholderstauden oder Schwarzbeerstauden gebunden werden. Auch für Gestecke sehr gut geeignet. Ist der Kranz fertig, nimmt man Untersetzer für die Kerzen, fixiert sie mit einem dicken Draht und dekoriert den Adventkranz mit Naturmaterialien oder Kugeln, was einem selbst am besten gefällt.  Ich glaub, das wär mal einen Kurs wert für alle Interessierten und ein nettes Beisammensein noch dazu.

 

Bei den nächsten Bauernhof-Geschichten wird es dann ein paar gute Rezepte für die Weihnachtszeit geben, sofern nicht alle schon vor mir mit dem Backen fertig sind. 🙂

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Einen schönen Adventbeginn und jeden Tag ein bisschen Ruhe für sich selber – das wünscht euch von Herzen, Katharina Schwaiger vom Zittrauerhof