Wenn der Herbst Einzug hält

Langsam fällt jetzt Blatt für Blatt
von den bunten Bäumen ab.
Jeder Weg ist dicht besät
und es raschelt, wenn ihr geht.

Noch sind die Blätter an den Bäumen und das Rascheln der Wege lässt noch auf sich warten, doch zeigt sich schon langsam das erste Gelb in den Blättern unserer Gasteiner Bäume.

Doch nicht nur daran merkt man, dass der Herbst sich mit großen Schritten nähert, denn auch die Arbeiten am Zittrauerhof ändern sich wieder! Nachdem viel im Haus und am Hof zu tun war und wenig Zeit für die Bauernhofgeschichten blieb, will ich mich in nächster Zeit wieder mehr meinem Hobby widmen. Gemeinsam mit meiner Freundin Annika werden wir über das Bauernhofleben, den Arbeiten, Rezepten berichten.

Bis vor kurzem hörte man im Talboden noch selten das Kuhglockengeläute oder die Schafherden, denn die meisten Tiere waren oben auf der Alm, wo sie die Sommerwochen genießen und ordentlich Bergwiesen fressen konnten. Gut erholt sind die Tiere nun aber wieder an den Hof und bei den Bauern ins Tal zurück gekehrt. Im Gasteinertal wird der Almabtrieb nicht so groß wie in Tirol aufgezogen, es gibt auch gott sei DANK keine „wöchentliche Show“ für die Touristen, dennoch ist es – glaub ich –  für jeden Bauern schon eine Riesenfreude, wenn nach mehreren Stunden Wanderung und Viehtrieb sowohl  Mensch als auch Tier wieder heil im Tal angekommen sind. Die Milchkühe sind ja schon seit längerem wieder am Zittrauerhof, die letzten Tage kamen dann auch die Kalbinnen und Kälber runter ins Tal.  Man sucht die Weiden ab, treibt sie zusammen und dann werden die Tiere vom Stubnerkogel ins Angertal getrieben. Oft begegnet man noch Kalbinnen von anderen Bauern, hier muss dann darauf geachtet werden, dass man eben die „fremden Tiere“ zurückhält und sie nicht mit runtergetrieben werden und sie sich „vermischen“.

die letzten beiden Herbsttage waren einfach traumhaft – der Ausblick ins Tal, die Landschaftsbilder, die Ruhe am Berg, die zufriedenen Tiergesichter – das ist einfach was Wunderbares. Auch die Noriker Pferde wurden heute ins Tal geholt, da für die nächsten Tage unbeständiges Wetter angesagt wurde. Sie dürfen nun noch einige Wochen auf unseren sauren Wiesen verbringen, bevor sie im Stall „eingestellt“ werden.

Jetzt wo die Tiere wieder im Tal sind, gibt es allerhand zu tun: die Ställe müssen hergerichtet werden, die Stall- und Melkarbeiten sind wieder in vollem Gange und die Herstellung von Milchprodukten kann wieder richtig durchstarten!

Aber nicht nur im Stall bekommt man den Herbst zu spüren, denn auch im Garten fallen nun einige Arbeiten an. Denn die über den Sommer sorgsam gepflegten Pflanzen wollen nun geerntet und bald winterfest gemacht werden. Und so wird in nächster Zeit fast täglich jemand im Garten stehen und ernten – das ist sicherlich auch eine extra Bauernhof-Geschichte wert.

Und zuletzt noch ein paar schöne Bilder der letzten Tage, welche uns schon ein bisschen Puderzucker auf die Berge gezaubert hat. Jedes Jahr ist es aufs Neue faszinierend, wenn der Schnee das erste Mal im Jahr die Gipfel in sein weißes Kleid hüllt.

 

Der Zittrauerhof wünscht allen eine schöne Herbstzeit mit raschelnden Spaziergängen, kuscheligen Abenden bei Kerzenschein und den ersten Schneeballschlachten am Berg!

Ein besonderes „Event“, wie es die Tourismusmanager nennen, ist der demnächst stattfindende Erntedankumzug – nicht nur sehenswert, sondern bewundernswert, mit wieviel Mühe, Freude und Zeitaufwand alle Wägen und Tiere geschmückt werden !

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Auf die Alm gehen …

Zu unserem Zittrauerhof gehört auch eine Almhütte. Die Zittraueralm liegt am Stubnerkogel auf 1.872 m Seehöhe in der Nähe der Mittelstation. Unsere Hütte ist sehr alt und einfach, aber urig und einfach gemütlich.

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Auch wenn auf unserer Almhütte kein Gäste-Ausschank erfolgt, gibt es jede Menge Arbeit. Bereits im Frühjahr gehen die Vorbereitungen für unsere Almzeit los, denn bevor die Tiere auf den Berg kommen, müssen die Zäune erneuert werden, Lärchenstempel geschnitten und zu den Zäunen getragen werden. Klamperl (U-Hakerl zum Befestigen der Stacheldrähte) müssen ausgebogen werden, damit man sie wiederverwenden kann. Und es werden neue Weidezäune gespannt.

Auch die Wegrinnen müssen ausgeputzt werden, damit bei Unwettern, wie es derzeit ja öfter ist, das Wasser besser abrinnen kann. Auch die meist begangenen Wege der Tiere müssen „gstoant“ werden, d.h. man sammelt die größeren Steine, die auf den Tierwegen liegen, damit sie sich beim Gehen nicht verletzen. Die Tore gehören überprüft und ggf. repariert.

Und natürlich stehen nicht nur Vorbereitungen draußen an, sondern auch die Hütte muss sauber geputzt, die Betten frisch bezogen, das Milchkammerl gereinigt und die Zimmer für uns hergerichtet werden… Und wenn das alles fertig ist, kann es losgehen und die Milchkühe samt Opa Hias (und die Kinder) verbringen den Sommer auf der Alm. 

  

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ich liebe diese Stub´n – so heimelig und gemütlich

 

Heute haben wir bereits die Kälber und Pferde auf die Alm gebracht. Denn nicht nur der Großteil der Kühe verbringt die Sommermonate dort oben, auch unsere Noriker Pferde und die Islandstute.

Auch Almbauern, die im Sommer die Weide für die Heu-Ernte brauchen, bringen die Pferde auf unsere Alm zur Sommerfrische. Ein besonders schönes Bild für jeden Wanderer, wenn man dann mit der Gondelbahn hochfährt und man viele Pferde und Kühe sieht.

Aber nicht nur unsere Tiere verbringen den Sommer auf der Zittraueralm. Auch Opa Hias zieht für die Sommermonate auf den Berg und kümmert sich dort mit Liebe und Hingabe um alle Aufgaben, die so anfallen. Und man muss wirklich sagen: Hias ist für das Leben dort oben geboren. Er ist ein richtiger Alm-Öhi und hat vom Land auch schon Auszeichnungen für die langjährige Treue bekommen.

 

Man muss dazu berufen sein, um täglich so früh aufzustehen und bei Wind und Wetter rauszugehen, um die anstehenden Aufgaben in der Natur und mit den Tieren zu erledigen.

Unsere Kühe werden auf der Alm zweimal täglich gemolken. Schon ganz früh um ca. 4.30 Uhr holt Hias, Matthias oder die Kinder unsere Kühe zum Melken. Meist treibt er sie bereits abends in die Nähe der Hütte, damit er in der Früh sehen oder zumindest hören kann, wo sie sich befinden. Grad in der Früh oder bei extrem schlechten Wetter merkt man dann auch, wie wichtig die Kuh-Glocken sind, um sie orten zu können. Nachdem die Tiere gemolken sind, werden sie wieder in die Natur gelassen, wo sie sich die Bäuche mit frischem Gras und Kräuter vollschlagen und ihr Leben genießen. Der Scherm, so wird der einfache „Stall“ auf der Alm genannt, wird dann gesäubert, wieder eingestreut und die Milch gekühlt.

Hias fährt dann mit der frischen Alm-Milch hinunter ins Tal und bringt sie an den Hof. Die Tanks werden gereinigt und nach dem Mittagessen tritt er wieder die Fahrt auf die Alm an. Anschließend schaut er beim Rauffahren nach dem Jungvieh und den Pferden und um vier Uhr werden die Kühe ein weiteres Mal geholt und gemolken.  Nach dem Abendessen im gemütlichen Stüberl kann Hias zur Ruhe kommen, bevor es am nächsten Tag um 4.30 wieder mit dem Melken los geht.

Wir wünschen allen Sennleuten, Bauern, Auszeitlern einen guten, gesunden und unfallfreien Alm-Sommer. Alles Liebe von Bäuerin Katharina, Zittrauerhof http://www.gasteinurlaub.com

Der Abschied fällt schwer …

Für insgesamt mehrere Wochen hat sich Marianne aus Oberösterreich entschieden, ihr Sommer-Praktikum bei uns am Bauernhof zu absolvieren. Es war für uns eine schöne, gemeinsame Zeit mit vielen Erlebnissen und gerade wenn man solche Perlen am Hof hat, ist es schon schwer Abschied zu nehmen. Marianne, die gerade mal 18 Jahre alt ist, wird aber nicht alleine nach Hause fahren, sie hat sich in Gastein verliebt und verlässt den Zittrauerhof gemeinsam mit unserer Red Frisian Kuh Carola, sie wird sie dann in Oberösterreich weiter verwöhnen und melken.

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Marianne übt schon mal das Führen mit Carola.

In den nächsten Zeilen schreibt Marianne ein wenig über ihre Zeit am Hof, ihre Eindrücke, Erlebnisse und Gefühle:

Ich habe mein mehrwöchiges Praktikum am Zittrauerhof in Bad Hofgastein absolviert. Mir war schon beim Schnuppern im Frühjahr klar, dass das der passende Betrieb für mich wird. Ich wurde von Anfang an voll und ganz in die Familie integriert und aufgenommen. Auch mit Katharina, Matthias und den Kindern habe ich mich auf Anhieb sehr gut verstanden und so herrschte eigentlich immer ein gutes und auch lustiges Arbeitsklima. Katharina hat mir sehr viel beigebracht, von der Käseherstellung über das Kochen von Marmeladen und Sirupsorten bis hin zu  vielen verschiedenen Gerichten sowie alltägliche Tipps und Tricks in Haushalt, Stall und Garten. Darüber bin ich sehr froh und auch dankbar!

Auch meine Back- und Kochleidenschaft kam nie zu kurz. So stand fast jeden zweiten Tag ein neues Gebäck oder Backwerk auf dem Plan und erfüllte dann die Küche mit himmlischen Düften.

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Ebenso zum Praktikum gehörten kleine Tollpatschigkeiten wie zerbrochene Gläser und Teller. Doch Katharina meinte dazu, dass Scherben Glück bringen würden und nahm es nicht so tragisch „wo man arbeitet, fallen Späne“.

Katharina sagte mir bereits bei meiner Bewerbung, dass ich sehr vielseitig eingesetzt werden würde, im Garten, sowohl im Stall als auch bei der Reinigung der Zimmer und Ferienwohnungen. Als dann der erste „Putztag“ in Angriff genommen werden musste, wurde mir erst klar, worauf man alles achten muss. Doch sobald mich das Putzfieber erst einmal gepackt hatte, verging die Zeit wie im Flug.

Morgens übernahm ich, in den ersten Wochen den Stalldienst im Kinderstall.

2016-04-zicklein-auf-der-welt-fleckyFlecki musste gemolken, die Boxen wurden ausgemistet und die Tiere gefüttert und auf die Weide gebracht werden. Die Ziegen wuchsen mir im Laufe der Wochen sehr ans Herz, ebenso wie Nelly, die Hofhündin.  Auch an das Abkehren der Spinnweben und Weberknechte mussten rund um den Hof immer abgekehrt werden. Abends half ich fallweise beim Melken der Holstein-Kühe. Schon bald hatte ich eine Lieblingskuh: Carola. Mir machte die Arbeit im Stall und mit den Tieren sehr großen Spaß, ebenso wie das Reiten auf Kria, mit Johanna als Lehrerin.

Im Hochsommer half ich bei der Heuernte mit, es war eine schöne medidative Arbeit, meist halfen auch die Kinder mit. „Viele Hände machen der Arbeit ein Ende“. img_8474

Ein großes Highlight war für mich auch die Übernachtung auf der Alm und das damit verbundene Wipferl plücken für den Honig.

IMG_5606 (2)Besonders die Aussicht, die Ruhe und die gute Luft waren faszinierend und beruhigend. Hias und Sepp nahmen mich auch mit beim Holz richten und Einlagern für das nächste Jahr, eine schöne gemeinsame Arbeit und ein Erlebnis. Danke.

Mich hatte von Anfang an die Direktvermarktung auch sehr interessiert und begeistert, so durfte ich Topfen, Joghurt, Frischkäse und auch Camembert erlernen und herstellen, sowie Marmeladen und Sirupsorten. Ich werde davon ganz sicher zu Hause einiges nachmachen!

Abends spielte ich ab und zu mit Johanna auf der Steirischen Harmonika und wir lernten uns gegenseitig einige neue Lieder.

Mein Praktikum wird mir ganz sicher immer in Erinnerung bleiben, da ich so viele liebe Menschen kennenlernen durfte und sehr viele Dinge erlebt und erlernt habe. Ich bin froh, dass ich auf diesen Betrieb gestoßen bin und ich werde mit Sicherheit wieder einmal auf Besuch vorbeischauen!       

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Marianne

Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei Marianne für die wundervollen Wochen und freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen.

Bäuerin Katharina & Familie

Der Alm-Summa is aussi …

Heute soll der letzte richtig schöne Herbst-Tag sein, sagt die Wettervorhersage. Da kommt schon die Wehmut hoch und man will es nicht wahrhaben. Wie die emsigen Bienen werden von den Bauern noch viele Außenarbeiten erledigt, wir haben darüber bei der letzten Geschichte geschrieben.

Auch bei uns häuft sich die Arbeit und heute haben wir das noch sonnige und warme Wetter genützt, um das Holz für die Almhütte zu schneiden und zu stapeln.

holzarbeiten-alm-hias-marianne-und-sepp-2016-3Bis das ganze Holz, das im Sommer aufgebraucht wurde, geschnitten und gestapelt ist, braucht es den ganzen Tag, wenn mehrere Leute mithelfen.

Holzarbeiten Alm Hias, MArianne und Sepp 2016 (4).jpg

Marianne hat uns ein paar schöne Aufnahmen von der Alm mit runtergebracht. Genießen wir die schönen Bilder und lassen sie einfach wirken.

Ich liebe diese Brauntöne und die Gerüche im Herbst, sie sind so besonders schön. Sie berühren einem aber auch und machen einem sichtbar, dass nichts im Leben selbstverständlich ist und man einfach dankbar sein muss für alles.

Alles liebe von Katharina, Bäuerin vom Zittrauerhof, http://www.gasteinurlaub.com

 

i bin die neue Sennerin ..

In den letzten Bauernhofgeschichten hab ich schon über Opa Hias, meinen Schwiegervater, berichtet, der mit Leib und Seele ein Senner ist. Viel Arbeit, Fleiß und Liebe zur Almarbeit stecken dahinter. Dieses Jahr wird die Zittraueralm erstmals wieder bewirtschaftet – Nicole aus Tirol ist für den Ausschank der Gäste zuständig und geht Hias bei der täglichen Arbeit tatkräftig zur Hand.

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Mein Schwiegervater Hias und Nicole

Eine besondere Attraktion sind ihre Ziegen, die sie mit auf die Alm genommen hat. In den nächsten Zeilen möchte sich Nicole vorstellen und ein bisschen was über sich, ihre Liebe zur Alm und zur Arbeit auf den Bergen erzählen.

Als älteste von 5 Kindern auf einem Bergbauernhof (1600m) in Tirol am Kaunerberg geboren, mussten wir schon früh am Hof mithelfen. Bei uns wurde bis vor ca. 10 Jahren noch viel von Hand erledigt – Heuernte, Holzarbeit und noch so einiges mehr. Wir haben unsere drei Kühe im Sommer immer auf die Alm getrieben und mein Vater und ich besuchten sie fast jeden Sonntag, um sie zu salzen und den Käse und die Butter abzuholen. Diese Almzeit hat mich geprägt und mir ist die Liebe zur Sennerei geblieben. 2008 ging ich das erste Mal im Verwall als Sennerin auf die Alm. Zu zweit haben wir 56 Kühe gemolken – es war anstrengend, aber unvergeßlich. Dort lernte ich auch meinen jetzigen Freund kennen. Wir leben nun gemeinsam in Adnet bei Hallein und bewirtschaften einen Bauernhof. Die letzten zwei Almsommer war ich nach 11jähriger Pause wieder in den Höhen – auf der Seiser Alm in Südtirol. Dort gab es 20 Kühe und 30 Ziegen… Apropos ZIEGEN – die haben es mir so angetan, dass ich mir im Herbst  eine kleine Herde Pinzgauer Goaß mit Ziegenbock Bertl gekauft habe. Wenn alles klappt, wird es in diesem Hochsommer Nachwuchs geben auf der Alm geben 🙂

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Ziegenbock Bertl
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Eintracht zwischen den Kühen und Ziegen

Die Zittraueralm kenne ich durch unsere zwei Pferde (Mohrenköpfe), welche seit 10 Jahren zur Sommerfrische auf die Zittraueralm kommen. Seit Mitte Juni bin ich nun Sennerin auf der Zittraueralm und es gefällt mir sehr gut. Es ist fast wie zuhause und lässt auch das manchmal aufkommende Heimweh schnell wieder verschwinden ! Nicht nur meine Ziegenherde begleitet mich am Berg, sondern auch meinen lieben Hund Maxi durfte ich mitnehmen.

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Maxi und Nelly verstehen sich gut

Ich liebe das Almleben, das gemeinsame Melken der Kühe, die Ruhe der Almabende und das Plätschern des Brunnens. Auch wenn der Tag früh beginnt, ist das Melken  eine der schönsten Tätigkeiten auf der Alm. Ein ganz persönliches Highlight ist für mich die Pflanzenvielfalt direkt vor der (Alm-)Haustür. So hat man alles da, was man für leckere Schmankerl aus der Küche braucht. Ich serviere auf der Alm nur einfache Sachen, die eben typisch für eine schöne, alte urige Hütte sind. So entstehen in der Küche der Almhütte Joghurt mit frischen Beeren, Topfen, Sauermilch und Frischkäse mit Kräutern. Ganz nach dem Motto:  Gutes von der Alm auf der Alm. Ich lege Wert darauf, dass die Produkte direkt vom Bauern kommen und richte alles so her, wie ich es gerne bekommen möchte.

An meinem eigenen Hof möchte ich in Zukunft gerne eine Hofkäserei errichten, in welcher ich aus Ziegen- und Kuhmilch frischen handgefertigten Käse produziere.

Ich freue mich über den ein oder anderen interessierten Leser, welcher den Weg zu Hias und mir auf die Alm findet. Alles Liebe,

eure Nicole von der Zittraueralm.

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Auf die Alma geh …

Zu unserem Zittrauerhof gehört auch eine Almhütte. Die Zittraueralm liegt am Stubnerkogel auf 1.872 m Seehöhe, die Hütte ist sehr alt und einfach, aber urig und einfach gemütlich.

Bereits im Frühjahr gehen die Vorbereitungen für unsere Almzeit los, denn bevor die Tiere auf den Berg kommen, müssen die Zäune erneuert werden, Lärchenstempel geschnitten und zu den Zäunen getragen werden. Klamperl (U-Hakerl zum Befestigen der Stacheldrähte) müssen ausgebogen werden, damit man sie wiederverwenden kann. Und es werden neue Weidezäune gespannt.

Auch die Wegrinnen müssen ausgeputzt werden, damit bei Unwettern, wie es derzeit ja öfter ist, das Wasser besser abrinnen kann. Auch die meist begangenen Wege der Tiere müssen „gstoant“ werden, d.h. man sammelt die größeren Steine, die auf den Tierwegen liegen, damit sie sich beim Gehen nicht verletzen.

Die Tore gehören überprüft und ggf. repariert, das Baumhaus unserer Kinder überprüft und ggf. restauriert. Und natürlich stehen nicht nur Vorbereitungen draußen an, sondern auch die Hütte muss geputzt, die Betten frisch bezogen, das Milchkammerl gereinigt und die Zimmer für die Sennleute hergerichtet werden… Und wenn das alles fertig ist, kann es losgehen!

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Opa Hias bei der Reinigung des Milchkammerls auf der Zittraueralm

In dieser Woche haben wir bereits die Pferde auf die Alm geführt. Denn nicht nur der Großteil der Kühe verbringt die Sommermonate dort oben, auch unsere Noriker Pferde und die Islandstute. Auch Almbauern, die im Sommer die Weide für die Heu-Ernte brauchen, bringen die Pferde auf unsere Alm zur Sommerfrische. Ein besonders schönes Bild für jeden Wanderer, wenn man dann mit der Gondelbahn hochfährt und man viele Pferde und Kühe sieht.

Matthias und Lisa gingen von unserem Hof über Anger-Hartlgut immer höher – bis sie schließlich in die Nähe der Zittraueralmhütte kamen. Der Großteil der Pferde war schon die letzten Jahre auf der Alm, so kennen sie den Weg gut 🙂 Ein Stück ist Lisa, unsere Praktikantin, geritten, es hat beiden viel Spaß gemacht.

Die größeren Kälber mussten den Weg nicht zu Fuß bewältigen, sondern wurden vor ein paar Tagen mit unserem Hänger hochgebracht und können so schon mal das Gelände erkunden, bevor die Milch-Kühe im Laufe der nächsten Tage in ihr Sommerquartier kommen.

Aber nicht nur unsere Tiere verbringen den Sommer auf der Zittraueralm. Auch Opa Hias zieht für die Sommermonate auf den Berg und kümmert sich dort mit Liebe und Hingabe um alle Aufgaben, die so anfallen. Und man muss wirklich sagen: Hias ist für das Leben dort oben geboren. Er ist ein richtiger Alm-Öhi und hat vom Land auch schon Auszeichnungen für die langjährige Treue bekommen.

Man muss dazu berufen sein, um täglich so früh aufzustehen und bei Wind und Wetter rauszugehen, um die anstehenden Aufgaben in der Natur und mit den Tieren zu erledigen.

Unsere Kühe werden auf der Alm zweimal täglich gemolken. Schon ganz früh um ca. 4.30 Uhr holt Hias die Kühe zum Melken. Meist treibt er sie bereits abends in die Nähe der Hütte, damit er in der Früh sehen oder zumindest hören kann, wo sie sich befinden. Grad in der Früh oder bei extrem schlechten Wetter merkt man dann auch, wie wichtig die Kuh-Glocken sind, um sie orten zu können. Nachdem die Tiere gemolken sind, werden sie wieder in die Natur gelassen, wo sie sich die Bäuche mit frischem Gras und Kräuter vollschlagen und ihr Leben genießen. Der Scherm, so wird der einfache „Stall“ auf der Alm genannt, wird dann gesäubert, wieder eingestreut und die Milch gekühlt.

Hias fährt dann mit der frischen Alm-Milch hinunter ins Tal und bringt sie an den Hof. Die Tanks werden gereinigt und nach dem Mittagessen tritt er wieder die Fahrt auf die Alm an. Anschließend schaut er beim Rauffahren nach dem Jungvieh und den Pferden und um vier Uhr werden die Kühe ein weiteres Mal geholt und gemolken.  Nach dem Abendessen im gemütlichen Stüberl kann Hias zur Ruhe kommen, bevor es am nächsten Tag um 4.30 wieder mit dem Melken los geht.

Unser Opa ist ein richtiger Alm-Öhi und hat auch schon die Kinder mit diesem Fieber angesteckt.IMG_3437

Ich wünsche uns, allen Bäuerinnen und Bauern, Sennern und Sennerinnen einen schönen Almsommer mit gutem Wetter, Glück und Segen für die Tiere und freue mich schon auf meinen nächsten Besuch auf der Alm mit den Kindern.

Eure Bäuerin Katharina

Endlich mal offline …

Heute möchte ich über eine Freundin von mir erzählen, die meinen Schwiegervater letztes Jahr für ein paar Wochen auf der Alm unterstützt hat.  Sie ist Profi-Musikerin in Düsseldorf, ein besonders liebenswerter Mensch – bodenständig, herzlich, naturverbunden – letzten Sommer hat sie dann die Liebe zum Almleben entdeckt. Ihre Eindrücke möchte ich gerne teilen, weil sie vieles widerspiegelt, warum eine Alm einem so viel fürs Herz geben kann, auch wenn es arbeitsintensiv ist. Viel Spaß beim Lesen. Katharina 

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Meine Auszeit auf der Alm

Nach unglaublich turbulenten, lauten und kommunikationsintensiven Wochen in meinem Großstadtleben sehnte ich mich nach frischer Landluft, Stille und einem atemberaubend weiten Blick über die Berge. Einsamkeit spüren und mir die Welt einmal von oben anzuschauen, so mein Plan…

Ich hatte das große Glück, in diesem Sommer ein paar Wochen mit Hias, dem Almöhi und Nelli dem Hütehund, auf der auf 1872 Höhenmetern gelegenen Zittraueralm zu Leben und vor allem auch zu arbeiten.

Ein Almaufenthalt ist definitiv nichts für Langschläfer oder Morgenmuffel, denn der arbeitsreiche Tag beginnt mit dem Aufgehen der Sonne und einer kurzen Katzenwäsche am Brunnen in aller Frühe.

Da Hias die Stallarbeiten alleine verrichtet hat, war ich am Morgen nach dem meist gemeinsamen Reintreiben der Kühe für den reibungslosen Ablauf des Haushaltes verantwortlich: Holz holen, Anfeuern zum Wärmen der Stube und zum Erhitzen des Wassers, Säubern der urigen Hütte, Blumen gießen und anschließendes Bereiten des Frühstückes waren meine ersten Aufgaben des Tages.

Nach dem gemeinsamen Frühstück mit selbst gefertigten Produkten wie Schinken, verschiedenen Marmeladen, selbst gebackenem Brot und auf dem Holzofen gebrühtem Filterkaffee, standen je nach Wetterlage unterschiedliche Aufgaben an wie: Holzhacken, Kräutersammeln, Schwenden  … bis dann am Nachmittag die Tiere zum Melken erneut vom Berg zur Hütte getrieben werden mussten.

Während Hias die Tiere im Stall versorgte, bereitete ich nach erneutem Anfeuern ein Abendessen, das wir oft müde, aber mit großem Appetit genüsslich verspeisten.

So früh wie ein Tag auf einer Almhütte beginnt, so früh endet er meist auch. Von frischer Luft, Sonne und viel körperlicher Arbeit erschöpft, schläft man früh am Abend seelenruhig ein.

Für mich war der Aufenthalt auf der Zittraueralm genau richtig: keine Angst vor Einsamkeit, Mückenstichen, matschigen Klamotten, dem ein oder anderen Splitter vom Holzhacken oder einer Blase am Fuß vom zu engen Bergschuh und sehnend nach Menschenleere, Ruhe und Entschleunigung im zauberhaft schönen Bergidyll – einfach herrlich.