Alles Zucchini …

süss saures Gemüse Zucchini

Im Garten wunderbar wachsend, sind die Zucchini und Gurken wohl ein besonders gutes und gesundes Gemüse und so vielseitig verwendbar. Heute gibt es wieder mal ein paar Rezepte, erprobt und schon jahrelang verwendet. Viel Spaß beim Nachkochen !

Süß saures Gemüse:

zucchini groß

 Gemüse süß – sauer

Ergibt 4 gr. Gläser oder 7-8 kleine

1 kg Zucchini (ideal gelb und grün), 3 gr. Zwiebel, 4 Paprika rot (roter Spitzpaprika u. Tricolore (Rot, Orange u. Gelb), 10 dag Sellerie (gehobelt), Ca. ¼ l Wasser – ev. etwas mehr, ¼ – ½ l Apfelessig, 3 EL Senfkörner, 2 Lorbeerblätter, 20 dag Zucker, 3 kl. Löffel Salz, 4 Knoblauchzehen

Alles schneiden nicht zu klein, in einen großen Topf geben, aufkochen, 8 – 10 Min. köcheln (nicht zu weich, soll knackig bleiben) und ein wenig Einsiedehilfe dazugeben, in saubere, heiße Gläser sofort abfüllen u. stürzen. Nach 1 Std. wieder umdrehen. Fertig. Schmeckt supergut zur Jause.

Zucchinikuchen: einfach und schnell gemacht !

zucchinikuchen mit mandelsplitter

2  Joghurtbecher oder Häferl geriebene Zucchini
2 Joghurtbecher oder Häferl  Zucker (für jene, die es nicht so süß mögen, ein bisschen weniger)
2 Joghurtbecher oder Häferl Mehl
1  Becher Öl
1 Backpulver u 1 Vanillezucker
Etwas Zimt
4 Eier  (Dotter und Eiklar trennen)
evt. etwas geriebene Nüsse oder Mandeln oder Mandelsplitter

Schnee schlagen und anschließend Dotter mit Zucker schaumig rühren, 2-3 Esslöffel heißes Wasser langsam beimengen, Öl langsam einrühren,  restl. Zutaten dazu, Schnee unterheben und bei ca. 170 – 180 Grad 25- 35 min backen.

Wenn man eine hohe Zucchinitorte haben will, in Tortenform Teig einfüllen (vorher befetten nicht vergessen), wir nehmen immer ein kleines Blech und geben die Masse drauf, der Kuchen ist dann halt nicht so hoch. Wenn er ausgekühlt ist, mit nicht zu süßer Marmelade (Bsp. Ribisl, Preiselbeer, Gelee bestreichen) und mit Schokoglasur überziehen. Ist die Schokoglasur ein bisschen getrocknet, ein paar Mandelsplitter oder Kokosraspeln drauf. Fertig.

Gutes Gelingen !

Eure Bäuerin Katharina.

 

… Ein Sonntag wie schon lange nicht …

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Den Sonntag nachmittag nützen die meisten Bauern, um selbst mal auszuspannen, sich mit anderen Bauern beim Frühschoppen zu treffen oder mit der Familie gemeinsam nachmittags etwas zu unternehmen. Hat es jedoch so ein herrliches Wetter wie gestern und das Gras ist „reif“ zum Ernten, ist jedem klar – es wird geheut und gemäht, was das Zeug hält.

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Die Arbeit der Bauern, ob am Feld, am Hof oder im Wald, hängt sehr stark von der Natur und den Wetterbedingungen ab. Dieses Wochenende war für viele Bauern ein Geschenk – endlich zwei Tage trocken und man kann mähen. Bei uns im Tal wird bei den meisten der zweite Heuschnitt – auch Grummet genannt – in die Scheunen gebracht. Wir hatten dieses Mal einige Hänge zum Heuen, dies ist mit mehr Handarbeit verbunden, als im Talboden die flachen Wiesen zu ernten. Besonders schön ist es, wenn an diesen Tagen die ganze Familie mithelfen kann und so die Arbeit leichter zu schaffen ist.

Ich hab auch des öfteren zu meiner besten Freundin ins Planitzengut raufgesehen – einfach bewunderswert, in welchen steilen Lagen gemäht wird und die Heu-Arbeit bewältigt wird. Wer schon mal am höchst gelegenen Bauernhof in Gastein war, weiss wovon ich spreche.🙂

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Des öfteren haben wir Gäste, die auch bei der Heu-Arbeit mithelfen wollen, die Tätigkeit zwar anstrengend finden, aber „erfüllt“ und mit Freude heimkommen. Für mich persönlich ist das Heuen eine Auszeit, die Gedanken frei zu bekommen und ich bin oft sehr gerührt, wenn ich den Kindern zusehe, wie sie den Rechen in der Hand haben und uns helfen. Gemeinsam zu arbeiten, zu lachen und zu schwitzen🙂

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Kurze Zeit, bevor die Heu-Arbeit erledigt ist, verlässt einer von uns den „Ort des Geschehens“ und richtet für alle fleißigen Helfer eine Jause her. Die gemeinsame Brettljause nach getaner Arbeit, die Füße in den Fischteich halten –  ein schöner gemeinsamer Abschluß nach der anstrengenden Heu-Ernte.

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Einen schönen Feiertag wünsche ich allen, Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof http://www.gasteinurlaub.com

 

Ein Rezept für Topfen-Liebhaber

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Ein Produkt, das ich sehr vielseitig verwende und wirklich schätze, ist der selbstgemachte Topfen oder auch Quark genannt. Ob für die Gesundheit als Topfenwickel, bei Insekten-Stichen zum Auflegen oder für die Küche – einfach ein Genuß. Dieses Mal möchte ich für Suppen-Tiger ein Rezept reinstellen. Für jene, die gerne den Topfen mit einbinden – ein einfaches und sicheres Koch-Erlebnis.

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Das Rezept ist zudem auch schnell gemacht. Gerade, wenn man in der Früh vorbereiten kann, vormittags weg muss und mittags wenig Zeit hat, das Gericht fertig zu machen, ideal ! Denn die Zubereitungszeit dauert nur ca. 20 min. Einen frischen Salat dazu – fertig ist ein gutes Gericht.

Topfen-Nockerl als Suppen-Einlage

für ca. 4-6 Personen – nur 20 min Zubereitungszeit (ohne Kühlzeit)

ZUTATEN:

  • 250 g Topfen
  • 50 g Sauerrahm
  • 709 g Grieß
  • 1 ganzes Ei
  • 1 Eidotter
  • Salz, Pfeffer, Muskat, Petersilie

ZUBEREITUNG:

Alle Zutaten zusammenrühren und ca. 2 Stunden in den Kühlschrank geben und rasten lassen. Nockerl danach formen (mit Kaffee- oder Esslöffel, je nachdem wie groß man sie haben möchte) und in leicht siedendes Wasser oder in die bereits fertige Rind-Suppe einkochen. Nachdem die Nockerl „raufkommen“, 1/4 lt. kaltes Wasser hinzugeben, nochmals leicht aufkochen und 10 min ziehen lassen. Guten Appetit vom Zittrauerhof.

Meine Lieblinge

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Auch aus dem Kinderstall gibt es mal wieder Etwas neues zu berichten! Unsere Entenbabies sind geschlüpft und ihre liebe Hühnermama ist ganz stolz auf ihren Nachwuchs! Moment…. Hühnermama? Blödsinn, das geht ja garnicht! Und ob das geht! Wir sind der beste Beweis dafür :)!

Vor einigen Wochen habe ich unserer Bruthenne Emma außer ihren Eiern noch ein paar Enteneier untergelegt. Die Eier wurden brav ausgebrütet und beim Schlüpfen hat sich Emma wahrscheinlich gefragt, was denn da schief gelaufen ist. Aber trotzdem hat sie die Entenbabies und ihr eigenes Küken freundlich aufgenommen.

Es macht uns und unseren Hofgästen sehr viel Freude, den Kleinen beim Wachsen zuzusehen. Emma war eine exzellente Bruthenne und hat ihr Nest nur in Notfällen und zum Trinken verlassen, wodurch die Eier immer schön warm gehalten wurden und niemand anderer an die Eier heran konnte. Tag und Nacht!

Zum Schulende war es so weit, die ersten Risse waren in der Eierschale zu sehen und am späten Nachmittag sah man dann die Küken. Nach dem Schlüpfen versteckte sich der Nachwuchs in den warmen Federn der Mama, bis die eigenen Federn trocken waren und man das neue Heim erkunden konnte. Sie sind herzallerliebst!

Da ich schon lange keine Bruthenne mehr hatte, vergewisserte ich mich erstmal bei meiner Mama und Elisabeth Wallner, was sie denn alles so für den Anfang brauchen. So gab es Wasser und zerkleinerte Haferflocken und täglich ein gekochtes zerkleinertes Ei. Das mochten sie am liebsten. Inzwischen bekommen sie auch den Kükenstart als abwechslungsreiche Nahrung dazu.

Mein Mann hat ein Gehege gebaut, da die Tiere seit längerem auch täglich draußen sind. So sind sie trotz frischer Luft und Sonnenschein vor Katzen und anderen Tieren geschützt.

Einmal am Tag geben wir die Entenbabies in eine kleine Badewanne, sodass sie zum Schwimmen kommen, bis sie selbst auf den Geschmack kommen.🙂

Liebe Grüße und auf bald. Katharina vom Zittrauerhof http://www.gasteinurlaub.com

Lavendelduft liegt in der Luft …

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Passend zum Sommer hab ich heute ein schönes Rezept für all jene, die die blumige Note des Lavendels lieben. Der Lavendelsirup eignet sich besonders gut zum Aufpritzen mit kühlem Mineralwasser, Sekt oder Weißwein. Viel Spass beim Nachmachen und gutes Gelingen ! Für den Sirup kann man je nach Geschmack bzw. Jahreszeit frische oder getrocknete Blüten des Lavendels verwenden.

Man benötigt: (am besten gleich mehrfache Masse machen) 
200 g Zucker
150 ml Wasser
3 EL Zitronensaft (oder ein bisschen Zitronensäure)
2 EL Lavendel, getrocknet oder frisch:

Zubereitung:

Zucker, Wasser und Zitronensaft unter Rühren in einem Topf erhitzen
5 Minuten leicht köcheln lassen. Topf vom Herd nehmen und die Lavendelblüten unterrühren. Topf luftdicht mit Folie abschließen und 3 Tage ziehen lassen, bei getrocknetem Lavendel reichen einige Stunden.

Nach 3 Tagen abseihen und in saubere gut ausgespülte Schraubflaschen oder im Backrohr desinfizierte Flaschen abfüllen. Den fertigen Lavendelsirup kühl lagern.
Schmeckt ganz toll zu Sekt und über Eis! Köstlich!

 

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Viel Spaß beim Nachmachen und gutes Gelingen !

Eure Bäuerin Katharina

 

 

 

 

 

i bin die neue Sennerin ..

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In den letzten Bauernhofgeschichten hab ich schon über Opa Hias, meinen Schwiegervater, berichtet, der mit Leib und Seele ein Senner ist. Viel Arbeit, Fleiß und Liebe zur Almarbeit stecken dahinter. Dieses Jahr wird die Zittraueralm erstmals wieder bewirtschaftet – Nicole aus Tirol ist für den Ausschank der Gäste zuständig und geht Hias bei der täglichen Arbeit tatkräftig zur Hand.

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Mein Schwiegervater Hias und Nicole

Eine besondere Attraktion sind ihre Ziegen, die sie mit auf die Alm genommen hat. In den nächsten Zeilen möchte sich Nicole vorstellen und ein bisschen was über sich, ihre Liebe zur Alm und zur Arbeit auf den Bergen erzählen.

Als älteste von 5 Kindern auf einem Bergbauernhof (1600m) in Tirol am Kaunerberg geboren, mussten wir schon früh am Hof mithelfen. Bei uns wurde bis vor ca. 10 Jahren noch viel von Hand erledigt – Heuernte, Holzarbeit und noch so einiges mehr. Wir haben unsere drei Kühe im Sommer immer auf die Alm getrieben und mein Vater und ich besuchten sie fast jeden Sonntag, um sie zu salzen und den Käse und die Butter abzuholen. Diese Almzeit hat mich geprägt und mir ist die Liebe zur Sennerei geblieben. 2008 ging ich das erste Mal im Verwall als Sennerin auf die Alm. Zu zweit haben wir 56 Kühe gemolken – es war anstrengend, aber unvergeßlich. Dort lernte ich auch meinen jetzigen Freund kennen. Wir leben nun gemeinsam in Adnet bei Hallein und bewirtschaften einen Bauernhof. Die letzten zwei Almsommer war ich nach 11jähriger Pause wieder in den Höhen – auf der Seiser Alm in Südtirol. Dort gab es 20 Kühe und 30 Ziegen… Apropos ZIEGEN – die haben es mir so angetan, dass ich mir im Herbst  eine kleine Herde Pinzgauer Goaß mit Ziegenbock Bertl gekauft habe. Wenn alles klappt, wird es in diesem Hochsommer Nachwuchs geben auf der Alm geben🙂

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Ziegenbock Bertl
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Eintracht zwischen den Kühen und Ziegen

Die Zittraueralm kenne ich durch unsere zwei Pferde (Mohrenköpfe), welche seit 10 Jahren zur Sommerfrische auf die Zittraueralm kommen. Seit Mitte Juni bin ich nun Sennerin auf der Zittraueralm und es gefällt mir sehr gut. Es ist fast wie zuhause und lässt auch das manchmal aufkommende Heimweh schnell wieder verschwinden ! Nicht nur meine Ziegenherde begleitet mich am Berg, sondern auch meinen lieben Hund Maxi durfte ich mitnehmen.

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Maxi und Nelly verstehen sich gut

Ich liebe das Almleben, das gemeinsame Melken der Kühe, die Ruhe der Almabende und das Plätschern des Brunnens. Auch wenn der Tag früh beginnt, ist das Melken  eine der schönsten Tätigkeiten auf der Alm. Ein ganz persönliches Highlight ist für mich die Pflanzenvielfalt direkt vor der (Alm-)Haustür. So hat man alles da, was man für leckere Schmankerl aus der Küche braucht. Ich serviere auf der Alm nur einfache Sachen, die eben typisch für eine schöne, alte urige Hütte sind. So entstehen in der Küche der Almhütte Joghurt mit frischen Beeren, Topfen, Sauermilch und Frischkäse mit Kräutern. Ganz nach dem Motto:  Gutes von der Alm auf der Alm. Ich lege Wert darauf, dass die Produkte direkt vom Bauern kommen und richte alles so her, wie ich es gerne bekommen möchte.

An meinem eigenen Hof möchte ich in Zukunft gerne eine Hofkäserei errichten, in welcher ich aus Ziegen- und Kuhmilch frischen handgefertigten Käse produziere.

Ich freue mich über den ein oder anderen interessierten Leser, welcher den Weg zu Hias und mir auf die Alm findet. Alles Liebe,

eure Nicole von der Zittraueralm.

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Kuschelfaktor

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Heute gibt es mal wieder etwas aus unserem Kinderstall am Zittrauerhof zu berichten. Denn unsere Nachwuchs-Saison ist noch nicht vorbei.

In diesen Wochen wurde unsere liebe Schneeflocke zum ersten Mal in ihrem Hasenleben stolze Mama. Anfangs noch ein wenig überfordert, hat sie sich in den letzten Tagen daran gewöhnt, vier kleine Wollknäuel um sich zu haben und diese zu pflegen. Die anfängliche Fotoscheu und die Angst um alles herum hat sie nun auch schon überwunden und wir konnten unsern Nachwuchs begutachten!DSCN5784

Doch wie ist das eigentlich mit diesem Nachwuchs bei Hasen?
Wenn man bemerkt, dass eine Häsin schwanger ist, dauert es meist nicht lang, bis die Geburt ins Haus steht, denn bereits nach 28 – 30 Tagen Schwangerschaft wollen die Kleinen das Licht der Welt erblicken. Meist merkt man den tatsächlichen Geburtstermin erst, wenn die Häsin anfängt ihr Nest zu bauen. Ja, richtig gelesen: ihr Nest! Nein, wir reden nicht von Vögeln, auch andere Tiere bauen sich Nester. Ein solches Nest wird aus Heu und Stroh zusammengebaut und anschließend von der werdenden Mutter mit Fell gepolstert, welches sie sich ausrupft. Die Kleinen sollen es ja schön warm und kuschlig haben!

Bei der Geburt ist der Nachwuchs nackt, blind und taub, weswegen sie versteckt und gut geschützt die ersten Tage in ihrem Nest verbringen. Nach vier Tagen bildet sich ein dünnes Fell und nach 9 – 14 Tagen öffnen sich die kleinen Augen. Wichtig ist, dass sie erst berührt und gestreichelt werden, wenn die Kleinen selbst das Nest verlassen. Werden sie noch im Nest berührt, so kann es passieren, dass sie die Hasenmama nicht mehr säugt, weil sie den fremden Geruch bemerkt und das bedeutet den Tod für die Kleinen.

Wir freuen uns schon sehr, wenn unser Nachwuchs bald über die Wiesen hoppeln kann und besonders unsere kleinsten Gäste erfreut!

Eure Bäuerin Katharina

Hollerblütensaft – Muatas Rezept

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Nachdem uns allen wunderschöne Tage mit herrlichem Sonnenschein geschenkt wurden, haben sicherlich alle Bauern die Chance für eine gute Heu-Ernte genützt. Das trockene Wetter ist auch ideal zum Abernten von Kräutern und zum Ansetzen von Säften unter anderem vom Hollunder. Der Hollunderstrauch ist einer meiner Lieblinge, als Tee, als gebackene Nachspeise, als Gelee, als Ergänzung in Marmeladen oder als Hollerblütensaft.

20160621_164426 hollerblüten nah.jpgDie Maurach-Muata, meine Oma, hat uns ein wirklich gutes Rezept gelehrt, das gut hält und einfach zu machen ist. Gerne geb ich das Rezept weiter und wünsche gutes Gelingen.

Hollunderblüten-Sirup

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zum Frühstück selbstgemachte Säfte !

Zutaten: 40 große Hollunderblüten (es können auch 10 Stk. mehr sein), 4 lt. Wasser, 6 kg Feinkristallzucker, 6 Biozitronen (gut gewaschen) oder man mischt Zitronen mit Orangen und 125 g Zitronensäure. Bei trockenem Wetter – idealerweise in der Mittagszeit Hollerblüten ernten, ich zwick es immer gleich nach der Blüte ab, dass fast kein Stengel dabei ist. Also man gibt in einem 10 lt. Kübel oder sonstigem sauberen Gefäß 4 lt. Wasser rein, 6 kg Zucker sowie geschnittene Zitronen und die Zitronensäure, rührt es einige Male um und gibt zum Schluss die trockenen Hollunderblüten rein. Dann wieder fest umrühren. Täglich (3-6 Tage lang) rührt man den Saft mind. 1 x täglich um. Rührt man mehrmals täglich und hat der Saft schon einen guten Geschmack, so kann man den Hollundersaft auch schon nach drei Tagen abfüllen. Er wird durch ein Sieb und eine Windel durchgeseiht und in sauberen Flaschen abgefüllt. Wir pressen die Windel erst zum Schluss aus und verwenden diesen ausgepressten Sirup (also das „Resterl“) gleich zum Trinken. Die abgefüllten Flaschen halten super gut ein Jahr oder länger. Wir lagern sie im Keller, gut verschrauben. Wenn man will, kann man den Hollundersaft auch kurz abkochen und ein bisschen Einsiedehilfe beifügen, allerdings der Saft hält auch sehr gut, wenn er kalt angesetzt ist und alles nach o.a. Anleitung gemacht wurde. Man bekommt ca. 7 lt. Hollunderblütensirup von der o.a. Menge. Gutes Gelingen und morgen einen schönen Sonntag !

Auf die Alma geh …

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Zu unserem Zittrauerhof gehört auch eine Almhütte. Die Zittraueralm liegt am Stubnerkogel auf 1.872 m Seehöhe, die Hütte ist sehr alt und einfach, aber urig und einfach gemütlich.

Bereits im Frühjahr gehen die Vorbereitungen für unsere Almzeit los, denn bevor die Tiere auf den Berg kommen, müssen die Zäune erneuert werden, Lärchenstempel geschnitten und zu den Zäunen getragen werden. Klamperl (U-Hakerl zum Befestigen der Stacheldrähte) müssen ausgebogen werden, damit man sie wiederverwenden kann. Und es werden neue Weidezäune gespannt.

Auch die Wegrinnen müssen ausgeputzt werden, damit bei Unwettern, wie es derzeit ja öfter ist, das Wasser besser abrinnen kann. Auch die meist begangenen Wege der Tiere müssen „gstoant“ werden, d.h. man sammelt die größeren Steine, die auf den Tierwegen liegen, damit sie sich beim Gehen nicht verletzen.

Die Tore gehören überprüft und ggf. repariert, das Baumhaus unserer Kinder überprüft und ggf. restauriert. Und natürlich stehen nicht nur Vorbereitungen draußen an, sondern auch die Hütte muss geputzt, die Betten frisch bezogen, das Milchkammerl gereinigt und die Zimmer für die Sennleute hergerichtet werden… Und wenn das alles fertig ist, kann es losgehen!

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Opa Hias bei der Reinigung des Milchkammerls auf der Zittraueralm

In dieser Woche haben wir bereits die Pferde auf die Alm geführt. Denn nicht nur der Großteil der Kühe verbringt die Sommermonate dort oben, auch unsere Noriker Pferde und die Islandstute. Auch Almbauern, die im Sommer die Weide für die Heu-Ernte brauchen, bringen die Pferde auf unsere Alm zur Sommerfrische. Ein besonders schönes Bild für jeden Wanderer, wenn man dann mit der Gondelbahn hochfährt und man viele Pferde und Kühe sieht.

Matthias und Lisa gingen von unserem Hof über Anger-Hartlgut immer höher – bis sie schließlich in die Nähe der Zittraueralmhütte kamen. Der Großteil der Pferde war schon die letzten Jahre auf der Alm, so kennen sie den Weg gut🙂 Ein Stück ist Lisa, unsere Praktikantin, geritten, es hat beiden viel Spaß gemacht.

Die größeren Kälber mussten den Weg nicht zu Fuß bewältigen, sondern wurden vor ein paar Tagen mit unserem Hänger hochgebracht und können so schon mal das Gelände erkunden, bevor die Milch-Kühe im Laufe der nächsten Tage in ihr Sommerquartier kommen.

Aber nicht nur unsere Tiere verbringen den Sommer auf der Zittraueralm. Auch Opa Hias zieht für die Sommermonate auf den Berg und kümmert sich dort mit Liebe und Hingabe um alle Aufgaben, die so anfallen. Und man muss wirklich sagen: Hias ist für das Leben dort oben geboren. Er ist ein richtiger Alm-Öhi und hat vom Land auch schon Auszeichnungen für die langjährige Treue bekommen.

Man muss dazu berufen sein, um täglich so früh aufzustehen und bei Wind und Wetter rauszugehen, um die anstehenden Aufgaben in der Natur und mit den Tieren zu erledigen.

Unsere Kühe werden auf der Alm zweimal täglich gemolken. Schon ganz früh um ca. 4.30 Uhr holt Hias die Kühe zum Melken. Meist treibt er sie bereits abends in die Nähe der Hütte, damit er in der Früh sehen oder zumindest hören kann, wo sie sich befinden. Grad in der Früh oder bei extrem schlechten Wetter merkt man dann auch, wie wichtig die Kuh-Glocken sind, um sie orten zu können. Nachdem die Tiere gemolken sind, werden sie wieder in die Natur gelassen, wo sie sich die Bäuche mit frischem Gras und Kräuter vollschlagen und ihr Leben genießen. Der Scherm, so wird der einfache „Stall“ auf der Alm genannt, wird dann gesäubert, wieder eingestreut und die Milch gekühlt.

Hias fährt dann mit der frischen Alm-Milch hinunter ins Tal und bringt sie an den Hof. Die Tanks werden gereinigt und nach dem Mittagessen tritt er wieder die Fahrt auf die Alm an. Anschließend schaut er beim Rauffahren nach dem Jungvieh und den Pferden und um vier Uhr werden die Kühe ein weiteres Mal geholt und gemolken.  Nach dem Abendessen im gemütlichen Stüberl kann Hias zur Ruhe kommen, bevor es am nächsten Tag um 4.30 wieder mit dem Melken los geht.

Unser Opa ist ein richtiger Alm-Öhi und hat auch schon die Kinder mit diesem Fieber angesteckt.IMG_3437

Ich wünsche uns, allen Bäuerinnen und Bauern, Sennern und Sennerinnen einen schönen Almsommer mit gutem Wetter, Glück und Segen für die Tiere und freue mich schon auf meinen nächsten Besuch auf der Alm mit den Kindern.

Eure Bäuerin Katharina

… auf die Plätze – fertig – los – zum Heign is!!

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Wenn der Löwenzahn verblüht ist, haben die Bauern ein besonderes Kribbeln in den Beinen, die Wetterberichte werden intensiver beobachtet und man schaut auf die alten Zeichen, die die Natur uns preis gibt. Wann gehts los mit der Mäherei ? Mein Tati (Papa)  hatte sehr lange ein besonderes Gespür dafür, schaute auf seinen Südtiroler Barometer und ging oft noch bei Regen ausmähen und wusste, jetzt wird es schön!! Da hiess es dann oft, „wenn der Jakob mäht, dann gemma a“. 🙂

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Unser Tati beim Mähen

Es wäre jetzt auch Zeit zu mähen und die Wiesen sind reif für die Ernte. Nur macht einem das Wetter oft einen Strich durch die Rechnung und es wird in den letzten Jahren immer schwieriger, den Silo bzw. das Heu „trocken“ ohne Regengüsse einzubringen. Auch die ganze Technik kann einem die Entscheidung nicht abnehmen, ob es tatsächlich „halten wird oder nicht“. Passt dann endlich das Wetter so wie am 7. Juni – hört man schon früh morgends die Mäher laufen, die Traktoren auf den Straßen fahren und man weiss, die nächsten Stunden gibts jede Menge zu tun. Ich liebe den Geruch von frisch gemähtem Gras, ihr sicherlich auch oder ? 

Im Frühling werden die ganzen Traktoren, Maschinen, Kräne gewartet, kontrolliert, die Messer ausgewechselt, geschliffen und geputzt. die Sensen „gedongelt“. Damit man dann, wenn das Wetter passt, schnell reagieren kann. Für jene Bauernhof-Geschichtenleser, die noch nie bei einer Heu-Ernte dabei waren, möchte ich gerne schreiben, wie es bei uns abläuft, wenn gemäht wird.

155_5511Passt das Wetter, muss zuerst mit dem Mäher und der Sense „ausgemäht“ werden, wir haben zwar viele flache Wiesen, aber es sind viele Gräben dazwischen. Es ist wichtig, dass die Wassergräben immer gemäht und geheut werden, sonst wächst alles zu. Ist dann ausgemäht, fährt mein Mann mit dem Traktor und mäht die Wiesen mit dem Mähwerk. In Gastein wird im Sommer meist dreimal gemäht, das erste Mal nennt man „Vorgras“ und wir geben diesen ersten Schnitt meist in die Silage. Ist alles gemäht, sausen wir aufs Feld und rechen händisch mit der Hand die  Feldränder und heuen die Gräben aus. Dann kommt Opa Hias oder im Sommer auch unser Praktikant Thomas Scheiblbrandner und wendet mit dem Kreisel-Heuer das Gras, damit es abtrocknen kann.

siloballen verkaufFür die Silage braucht man einen sonnigen Tag, für das Heu mindestens zwei. Mähen wir ein steiles Stück, man sagt in Gastein, eine Leitn, so kehrt man manche Teile, die man mit den Maschinen nicht erwischt, mit der Hand um, dass sie trocknen können. Der Duft, wenn das Gras am Boden liegt, ist einfach fantastisch.  Wenn man länger am Feld ist, nimmt man sich eine Wasserflasche mit. Bei mir daheim war es so, dass das kleinste Kind immer der Wasserträger war und die grösseren haben geheut. Auf den Bergbauernhöfen muss trotz spezieller Maschinen noch sehr viel per Hand gemäht und geheut, umgekehrt werden, dazu gehört viel Wertschätzung und Achtung!  Es ist bewundernswert und schön, dass in unserem Tal noch so viel gemäht wird und dass die Familien zusammenhelfen, gerade wenn viel mit der Hand zu heuen ist. Drängt das Wetter, muss man noch einen Zahn zulegen und schneller heuen. Hat die Sonne das Gras bzw. Heu wunschgemäß getrocknet, wird das Gras zu „Riedeln“ zusammengeschlagen, damit der Traktor mit dem Ladewagen oder der Siloballenpresser das Gras aufheben kann. Soll das Gras zu Heu werden, muss es mehrmals gewendet werden, es braucht mind. 2 Sonnentage. Einige Bauernhöfe haben inzwischen Belüftungsanlagen, sodaß man das Heu auch wenn es noch nicht ganz trocken ist, ernten kann und belüftet es im Anschluß in der Hien (Scheune).Bei dem wechselhaften Wetter sicherlich die beste Investition.

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unser unvergeßlicher Willi beim Einfutter-Mähen

 

Auf jeden Fall ist die Heu-Ernte immer wieder schön und es gibt für keinen Bauern mehr Freude, wenn alles trocken geheut werden konnte und nichts angeregnet wurde. Regnet es einem dazwischen, muss die ganze Arbeit nochmals gemacht werden und zusätzlich hat man den Nachteil, dass das Futter an Wert verliert. Hat man Pech, liegt das Gras tagelang,  und wird dann bei den Bauern als „Fuchs“ bezeichnet… Dann hoffen wir mal, dass das Wetter entgegen der Prognosen besser wird und wir Bauern wieder zur Heu-Ernte starten können. Einen schönen Vatertag euch allen ! Katharina