Für besonders liebe Menschen …

Diese Zeilen sind meinen Auszeitdamen gewidmet und den vielen Praktikantinnen, die schon am Zittrauerhof waren. Ich zitiere dem Chef von Urlaub am Bauernhof

Ich vermisse Euch und hoffe doch, dass es wenn auch nicht gleich ein baldiges Wiedersehen gibt – ein gemeinsames Sammeln der Kräuter, ein Viehtrieb, das Beibringen der Kunststücke der Tiere

Und da heute der 31.3. ist – lassen wir besonders Annika hochleben – sie hilft mir beim Texten der Bauernhofgeschichten und bei sämtlichen grafischen Gestaltungen. Es ist schon Jahre her, als sie bei uns Praktikantin war, fast jährlich kam sie mit einer Jugendgruppe auf Besuch den Bauernhof zu besichtigen und nun ist sie fertige Lehrerin und meistert ihren Beruf mit Bravour. Danke, dass du mich bei meiner Leidenschaft, die Bauernhofgeschichten zu schreiben, unterstützt und HAPPY BIRTHDAY mit einen dicken, virtuellen Schmatzer.

Gsund bleiben und sich was Gutes tun ..

IMG_20200331_074832Eine der Lieblingszeitschriften am Hof ist der wöchentlich erscheinende Salzburger Bauer. Kaum ist er da, will ihn jeder lesen – ein handliches Format, interessante Themen und für Frau und Mann immer etwas dabei. Bei uns gibt es eine klare Reihenfolge – wer die Zeitung als erstes liest. Der Opa bekommt ein eigenes Exemplar und bei uns in der Familie werfen zuerst die beiden Männer einen Blick rein. Und zum Schluß komme ich – und hab mir schon so manchen guten Tipp oder Rezepte aus dieser Zeitung geholt. Ich liebe auch die Kurzgeschichten von Bäuerinnen für Bäuerinnen erzählt – einfach schön.

In dieser Ausgabe war eine besondere Doppelseite mit dabei – ich möchte sie mit Euch teilen, es geht um das Räuchern, das auch mir so wichtig ist und um einfache Hausrezepte, die in dieser Zeit so nützlich und schnell zu machen sind. Viel Spass beim Lesen und Nachmachen.

Besonders wichtig ist finde ich das tägliche Kochen, ich nehme mir jetzt mehr Zeit dazu.  Auch das gemeinsame Frühstück ist etwas Besonderes für uns – ab und zu selbstgemachte Weckerl neben dem Bauernbrot ist herzhaft gut. Zwei besonders gute Rezepte, die ich einfach, schnell und superlecker finde, gibts hier:

Hannas Drei-Ecksweckerl:

450 g Roggenmehl, 450 g Weizenmehl, 40 g Haferflocken, 40 g Sonneblumenkerne oder Kürbiskerne, 20 g Sesam oder Leinsamen, 20 g Backmalz wenn vorhanden, 20 g Löwenzahnhonig oder Bienenhonig (idealerweise einen flüssigen), 18 g Salz, 20 g Öl oder flüssige Butter, 1/2 Würfel frische Germ (Hefe, kann auch Trockengerm verwendet werden), 600 g lauwarmes Wasser.

Mehl, Haferflocken, Kerne, Backmalz, Salz vermischen, dann die Hefe mit lauwarmen Wasser und Öl leicht unterrühren und mit dem Knethaken zu einem mittelfesten Teig verarbeiten, ca. 20 min gehen lassen. Den Teig durch zwei Teilen und mit dem Nudelholz zu einem Viereck ausrollen. Nicht zu dünn – 2-3 cm dick. Dreiecke oder Tortenstücke oder Vierecke draus schneiden. Man nimmt dann einen Teller – gibt ein bisschen Wasser, Leinsamen, Kürbiskern und Sonnenblumenkerne rein und taucht die Dreiecke kurz in das Gemisch ein und gibt die Weckerl auf ein Backblech. Den Ofen auf 230 Grad erhitzen. Ich mache auch immer welche natur „ohne Körner“ und spritz sie einfach mit Wasser an. Abstand zwischen den Ecken halten, da sie noch aufgehen. Nachdem man das Blech voll hat, gibt man die Weckerl bei 230 Grad rein und lässt sie 15-20 Minuten bakcen. Wenn Sie „unten hohl“ klingen und oben eine schöne Farbe haben, sind sie fertig. Auf Rost geben und auskühlen lassen. Geniessen ! Diese Weckerl kann man süss und sauer essen.

Südtiroler Weckerl:

Noch einfacher und schneller zubereitet sind die Südtiroler Weckerl, sie schmecken fast wie die Vintschgauer und sind deswegen so optimal, weil man den Teig sehr schnell und einfach am Vorabend vorbereiten kann und in der Früh nur mehr die Weckerl rausstechen muss und in den Ofen schiebt. Wir lieben diese Weckerl.

Man braucht: 250 g Roggenmehl, 250 g Weizenmehl, 2 Esslöffel Öl,  etwas Brotklee, 1 -1,5 Teelöffel Salz, eine halbe Packung Germ (Hefe) und 340 g Wasser

Den Brotklee setze ich selbst im Garten an und habe dann meist das ganze Jahr über den getrockneten Klee für diese leckeren Weckerl und mein Sauerteigbrot im Haus. Man kann den Brotklee auch beim Naturladen oder einem Reformhaus ggf. bestellen, wenn man keinen zuhause hat. Am Abend macht man aus den Zutaten einen schnellen Germteig und lässt ihn dann über Nacht zugedeckt kühl stehen. Am Morgen dann die Weckerl mit einem Löffel rausstechen und mit Wasser besprühen, mit einem kleinen Sieb Roggenmehl drauf streuen und rein ins Backrohr bei 240 Grad, ca. 20 min backen, bis sie eine schöne Farbe haben und auf der Unterseite hart sind. Ich besprühe sie zwischendurch immer wieder mal mit Wasser. Hat man keinen Klee daheim, schmecken die Weckerl ebenso gut, man kann auch Kürbiskern, Sonnenblumenkerne dazugeben, wenn man möchte.

Gutes Gelingen und lasst es euch schmecken. Diese fotos sind von heute früh. Bleibt gesund !

Katharina schwaiger vom Zittrauerhof in Gastein.

 

Butterlamm – einfach selbst gemacht

In Zeiten wie diesen versuche ich mich an schönen Dingen zu orientieren und Positives aus dem Ganzen ziehen. Und da Ostern nun vor der Tür steht, nutze ich die Zeit in der Ausgangssperre zur Vorbereitung.

Zur Osterzeit gehört für mich das Machen der Butterlämmer einfach dazu. Der Chef vom Maschinenring war vor ein paar Jahren bei uns am Hof, als er sah, wie ich dafür einige Stunden aufwendete musste er schmunzeln. Ob ich denn dafür überhaupt Zeit hätte? Meist werden es ja 20 Stück oder mehr, die ich dann als Ostergeschenk für Freunde und für unsere Hausgäste mache. JA, ich habe Zeit, denn es ist mir wichtig und ein Teil von Ostern.

Weil das so eine schöne Arbeit ist, möchte ich euch die genauen Schritte zeigen, unsere Tochter hat für diesen Blogbeitrag schon mal ein Lämmchen gemacht, man kann es auch schon jetzt machen und dann einfrieren, wenn man Lust möchte. Viel Spaß beim Machen und gutes Gelingen.

Für`s Butterlamm braucht ihr

1 gute Bauernbutter oder Salzburger Land Butter – gut gekühlt, aber nicht hart

2 Schüsseln mit eiskaltem Wasser vom Brunnen oder Wasserleitung

1 Stk. Kartoffelpresse

n. B. Nelken für die Augen

n.B. Messer und Teller für die Zubereitung

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Zubereitung

Arbeitsschritte zum Erstellen des Butterlamms

  1. Mit kalten Händen drei Teile formen: den Bauch, den Kopf und die OhrenIMG-20200318-WA0016

  2.  Diese Teile in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben

  3. Anschließend das kleinste Teil auseinander schneiden für die 2 OhrenIMG-20200318-WA0011

  4. Auf den Körperteil nun den Kopf setzenIMG-20200318-WA0004

  5. Mit der Kartoffelpresse werden die Butter“-Nudeln“ gepresst und mit einem Messer auf dem Lamm befestigt (unten beginnen)

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  6. Zum Abschluss werden die 2 Ohren links und rechts vom Kopf fixiert und die „Mähne“ für das Lamm gefertigt.IMG-20200318-WA0008

  7. Die Nelken werden als Augen angebracht.IMG-20200318-WA0006 (1)

  8. Ab ins Gefrierfach und hart werden lassen.

Tipp! Butter hält sich sehr gut für längere Zeit im Gefrierschrank.

Das Butter-Osterlamm kann dann bei der Osterjause am Ostersonntag mit der ganzen Familie verspeist werden. Lasst es euch schmecken.

Bleibt gesund!

Schöne Grüße aus dem Gasteinertal. Katharina Schwaiger vom Zittrauerhof.

Mit heimischen Kräutern reinigen ..

Ich bin ein absoluter Räucher-Freak!

Bei uns am Hof wird nicht nur in der Weihnachtszeit geräuchert, sondern das ganze Jahr über – sogar mehrmals in der Woche. Ich halte von diesen Räucherungen sehr viel. Es ist auch in dieser bewegten Zeit für mich eine Möglichkeit, zu Entschleunigen,  sich zu besinnen und auf alte Hausmittel zurückzugreifen. Wir sind als Kinder schon immer mit unserer „Muata“ – Oma andächtig räuchern gegangen, es hat uns Kraft und Zuversicht gegeben und wir haben uns sicher gefühlt.

Ich kann mich noch so gut erinnern, als Willi, unser langjähriger Knecht, nach seinem Krankenhausaufenthalten in sein frisch geräuchertes Zimmer zurückkam. Er hat sich immer über den Duft gefreut und gesagt, „da kann ich wieder schnaufen“.

Ist ein Raum voller negativer Energie oder Krankheit, hat man das Gefühl, „keine Luft“ mehr zu kriegen. Ist es euch auch schon mal so ergangen? Da kann man sich mit Räucherungen wie Salbei, Wacholder, „Kranzach“, Weihrauch und Harzen aus unserem Wald gut behelfen. Am besten, man nimmt die Kräuter aus dem eigenen Garten und hochwertigen Weihrauch sowie Harze von unseren heimischen Wäldern.
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Wie mache ich eine Räucherung? Man braucht Zeit! Es hat keinen Sinn, schnell zwischendurch mit der Pfanne durchs Haus zu laufen, finde ich. Will ich eine reinigende Räucherung, dann beginne ich im Keller und räuchere dann die Räume im Haus, auch räuchere ich besonders intensiv in den Ecken der Räume.

Anschließend hält man die Fenster geschlossen, bis sich die Räucherung im Raum aufgeteilt hat. Ich lege auch oft meine Gedanken beim Räuchern mit in die Pfanne und ersuche, dass diese Angst oder Krankheit weichen möge. Die Räume bleiben dann, bis sich der Rauch so richtig entfaltet hat, geschlossen und im Anschluss öffne ich dann alle Fenster und Türen zum Generallüften. Ich finde, der Raum ist danach „reiner“, wenn ihr versteht, was ich meine. Ist alles gut durchlüftet, mache ich meist noch eine weitere Räucherung, ganz leicht und dezent mit feinen Düften wie Rosenweihrauch oder Rosenblättern, Melisse. Dann wird der Raum zuerst gereinigt und dann mit guten, harmonisierenden Düften „angefüllt“.

Möge es für viele ein Hokuspokus sein, für mich ist es das nicht. Ich habe es mehrmals gesehen, dass diese Räucherungen wirklich geholfen haben – wenn zum Beispiel eine Gastfamilie krank ist, wird der Raum nach der Abreise gründlich gereinigt und das Zimmer bzw. Appartement geräuchert.  So ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Familie, die danach ihren Urlaub im Zimmer verbringt, dieselbe Krankheit bekommt. Ich habe den Vergleich gesehen, dass man trotz genauer Reinigung ohne Räucherung dies oft nicht verhindern konnte.

Welche Räucherwaren nimmt man am besten her? Am besten ist meiner Meinung nach alles, was bei uns wächst – Harz, Holz, Blüten oder ganze Kräuter – dann kann man sich unterschiedlichsten Düften erfreuen und die gewünschte Wirkung erzielen.

Mit was räuchert man am besten? Am besten eignet sich meiner Meinung nach für grössere Häuser die Räucher-Pfanne, in der die Glut vom Holzofen reingegeben wird, auf ihr wird das Räucherwerk dann platziert. Oder eine kleinere Räucherpfanne vom Geschäft. Man kauft sich eine Räucherkohle, entzündet sie, wartet bis sie „glüht“ und gibt dann das wertvolle Räuchergut drauf.

Ich sehe die Räucherungen auch als „sich Zeit nehmen“. Ein Zeit nehmen für ein Ritual, für eine gute Erfahrung und für ein bisschen Ruhe, die so wichtig ist, besonders in den letzten Tagen und Wochen, in der die Medien uns Angst und Bange in unser Heim bringen.

Bleibt gesund, vielleicht ist ja für den einen oder anderen die Räucherung auch das Passende, diese Herausforderung leichter zu tragen. Liebe Grüße, Katharina vom Zittrauerhof in Gastein.

Buchteln mit Vanillesauce – ein Rezept zum Nachmachen

Heute war es wieder einmal Zeit, „Nudeln mit Vanillesauce“ zu machen. Vielleicht kennen Sie den Begriff „Buchteln“ besser. Es ist ein einfaches, gutes Rezept und schmeckt auch am nächsten Tag zum Frühstück sehr gut.

Man braucht:

350 ml Milch (am besten lauwarm), 90 g Zucker, 30 g frische Germ (Hefe), 1 Päckchen Vanillezucker, 50 g Butter (zerlassen, ich geb es immer in die Milch hinein, wenn ich die Milch erwärme, so braucht man nur ein Geschirr), 3 grosse Eidotter, 1 Prise Salz, 500 g Weizenmehl. Etwas zerlassene Butter für die Form.

Milch mit Zucker und frischer Hefe in eine Rührschüssel geben, umrühren, ein bisschen gehen lassen, dann Vanillezucker, Butter, Eidotter, Mehl und zum Schluss Salz hinein und mit dem Knethaken so lange rühren, bis es sich vom Schüsselrand löst. Ich geb den Teig dann in den Kühlschrank für eine Stunde oder in die Gefriertruhe für eine gute halbe Stunde.

Dann den Teig mit Nudelwalker ausrollen und ca. 24 Stk. daraus schneiden, idealerweise quadratisch, danach Lieblingsmarmelade raufgeben (Bsp. Marille, Pflaumentraum, am besten eine nicht zu flüssige). Dann die Buchteln zu einem „Packerl“ formen – sprich die diagonalen Ecken zusammenführen und einmal nach rechts drehen und dann

die Buchteln in flüssige Butter tauchen, dicht nebeneinander in eine Auflaufform geben und dann im vorgeheizten Rohr bei 180 Grad backen, bis die Buchteln eine helle Farbe bekommen. Dann auf 140 Grad zurückdrehen und fertig backen. Insgesamt brauche ich ca. 20 min Backzeit.

Vanillepudding:

Passend zu den Buchteln eine gute Vanillesauce – eine Packung Vanillepudding mit Milch glattrühren, Zucker dazu, 3 Minuten unter Rühren köcheln lassen, einen Schuss Rahm dazu. Mahlzeit. Buchteln Zittrauerhof sind feritg

Ich wünsche guten Appetit ! Herzliche Grüße vom Zittrauerhof im Gasteinertal. Eure Bäuerin Katharina.

Hochsaison im Stall

Im Spätherbst und Winterbeginn sind absolute Hochsaison-Spitzen im Stall: die Abkalbezeit bei den Kühen steht an. Trotz der vielen Arbeit liebe ich diese Zeit, weil jede Geburt etwas Besonderes ist und ich einfach Kühe und Kälber über alles liebe. Es gibt für mich im Stall nichts Schöneres, als wenn die Kälber so voller Appetit am Eimer saugen und herumhüpfen wie kleine Kinder.

Mitte Jänner wird es ein Jahr, dass wir mit den Milchkühen in den neuen Stall eingezogen sind und die tägliche Arbeit dadurch erleichtert wurde und das Tierwohl, das ja jetzt in aller Munde steht, sehr angehoben wurde.

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auf diesem Foto sieht man den Zubau des Rinderstalles für die Milchkühe

Ich möchte meinen Bauernhofgeschichten-Lesern anbieten, virtuell mit uns bei einer Melkzeit im Stall dabei zu sein. Wir zeigen, wie die Abläufe sind, wieviel Arbeit es macht, dass Milch letztlich im Tank landet, worauf zu achten ist und wie die Kühe als Abschluss jeder Melkzeit belohnt werden.

Sind Sie dabei bei diesem Tagesablauf ? Ja – okay, dann geht es auch schon los. Nach den täglichen Fütterungsarbeiten wird um kurz vor sechs Uhr morgens der Laufstall gesäubert, ein Teil der Entmistung erfolgt automatisch durch den Schrapper, den Rest machen wir mit einem Schieber per Hand.

IMG-20191213-WA0003 20190312_180132 (1) Am Futtertisch schiebt man den Kühen das Futter näher zum Fressgitter hin und kehrt alles zusammen. Ist viel Futter am Futtertisch, fahren die Männer mit dem Hoftrak, sonst wird diese Arbeit mit der Hand erledigt.

Im Milchkammerl muss nun alles technische für das Melken vorbereitet werden – Kontrolle, ob der Tank die Kühltemperatur von 4-5 Grad Celsius hat, den Hebel umschalten auf Melken und im Melkraum wird die Technik ebenso auf Melken umgestellt,  der Filter ausgewechselt. Nun wird der Melkstand komplett mit einem Schlauch nass gespritzt, sodaß man nach dem Melken, wenn die Kühe doch einiges an Schmutz mitgenommen haben, den Melkstand sofort sauber bekommt. Die Melkzeuge sind von der Halterung abzunehmen und das Gestell zum Melken wird runtergefahren.

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Inzwischen treibt man die Kühe vom Fressgitter weg und geht mit ihnen Richtung Wartebereich zum Melken. Die Tore werden geschlossen, sodaß die Kühe nicht wieder zum Fressen „abhauen“ können.

IMG-20191213-WA0009 (1)Nachdem alle im Wartebereich sind, gibt man zu den Fressgittern die Leckerli – Kraftfutter hin, die sie nach dem Melken als Belohnung vorfinden. Ich denke, es ist wichtig und tut den Kühen gut, immer dieselbe Reihenfolge einzuhalten, die Tiere können sich dann leichter orientieren.

Es kann losgehen: die erste Partie – wir können 7 Kühe auf einmal melken. Der Eingang wird geöffnet und die ersten Kühe kommen rein. Sind 7 Kühe im Melkraum, schliessen wir das Gitter, sodaß die anderen Kühe nicht mehr reindrängen.

Wichtig ist, dass sich die Kühe im Melkstand wohlfühlen und gerne reingehen. Die ersten Monate waren nicht einfach, man brauchte viel Geduld und Erfahrung. Hier hat uns Franz vom Maschinenring sehr geholfen, dass die Kühe die Angst vor dem Neuen verlieren und Vertrauen gewinnen.

So – sind nun alle 7 Kühe im Melkstand – es wird angemolken. Wir melken pro Zitze ein paar Strahlen raus und im AnsIMG-20191213-WA0015 (1)chluss wird der Milchfluss mit der Holzwolle angeregt und die Zitzen dadurch noch gereinigt. Sobald die Milch eingeschossen ist, wird das Melkzeug im Uhrzeigersinn raufgegeben.

Als die Kühe die Situation gewöhnt waren, ging es auch, dass unsere Gäste am Melken teilnahmen und sich unsere Vierbeiner nicht gestört fühlten. Wenn die Kuh fertig ist und der Milchfluss wird gering, kommt das Melkzeug runter, die Milchmenge wird kontrolliert, die Zitzen selbst, das Euter wird abgetastet und im Anschluss dann noch eingetippt mit einer Jodlösung zur Desinfektion.

Sind alle 7 Kühe fertig, dann wird der Bügel gehoben und die Tiere sausen zum Fressplatz hinaus. Dort erwartet jede das Leckerli. Die Gemelke werden desinfiziert mit einer Essigsäure und weitere sieben Kühe kommen in den Melkstand rein.

Sind nun alle Kühe gemolken, heißt es – Milch raufpumpen in den Tank und mit der Reinigung beginnen. Es wird alles sauber geputzt, die Kotrinne gereinigt, der Trittboden und Seitenflächen. Sind wir zu zweit, dann geht einer von uns, die „Betten“ – Liegeboxen für die Kühe zu richten. Keiner liegt gerne in einem Kuddel Muddel, auch nicht die Kühe. Unsere Stroh-Kalk-Liegebuchten werden mit der Gabel hergerichtet und der Mist, der am Rand von den Kühen hinterlassen wurde, runtergekratzt.

Ist nun der Melkraum gereingt, die Betten gerichtet und der Mist rausgebracht, die Milch am richtigen Fleck zur richtigen Temperatur – dann können die Kühe vom Fressgitter ausgelassen werden und bewegen sich wieder frei -ob zum Wasser trinken, zum Rasten, zum Spielen, zum Leckstein schlecken ….

Diese Vorgänge sind zweimal täglich und das 365 x im Jahr. Hat eine Kuh gekalbt, darf die Milch vorerst nicht der Molkerei geliefert werden. Diese „Biestmilch“ Kolostralmilch ist sehr hochwertig und die wichtigste Nahrung für das neugeborene Kalb. Diese Kühe werden mit einem Band am Fuß markiert, damit keine Verwechslung entsteht und die Milch nicht in den Tank gemolken wird. Ist die Milch dann wieder hemmstoff-frei (man muss eine Probe an die Molkerei schicken), muss die Kuh nicht mehr separat gemolken werden.

Unsere Kühe haben alle einen Namen, ein Halsband mit einer Transpondernummer. So können sie beim Reingehen in den Melkstand dem System zugeordnet werden und auch beim Kraftfutterautomaten bekommen sie dann auch nur die Menge an Kraftfutter, die wir ihr einstellen.

Lust auf die Arbeiten im Stall bekommen? Nächste Woche werde ich euch erzählen, wie unsere Kälbchen gefüttert werden und mit welcher Freude unser Sohn Matthias die Kleinen zähmt und „abrichtet“. Seid ihr dabei ?

Herzlichsts, Katharina Schwaiger vom Zittrauerhof in Gastein.

 

Not im Gasteinertal

Liebe Bauernhofgeschichten-Leser,

Vor gut einer Woche habe ich allen Stammgästen und Freunden aktuelle Informationen mit schönsten aktuellen Bildern von Gastein gesandt. Doch nach nur wenigen Tagen ist alles anders.

Die dramatischen Ereignisse der letzten Tage habend dazu geführt, dass nun eine bedrückende Stimmung über dem Gasteinertal liegt. Die Gedanken an diese sprunghafte Naturdynamik bringen einen zum Nachdenken und stimmen traurig.

Manche haben es wahrscheinlich in den Nachrichten gesehen und gehört oder in der Zeitung gelesen. Zwei Unwetterfronten trafen genau im Gasteinertal zusammen und brachten extremen Starkregen mit sich. Der Schnee der vorherigen Tage und Regen sorgten für Überschwemmungen, Murgänge, sogar Brücken und Straßen sind unter der Last weggebrochen.

IMG_0641         schellhorn

Ich zitiere Gerhard von gasteinertal.com

„Wenn man rundum auf die Berge und Hänge schaut, sieht man unglaublich viele Abrutschungen. Und in jeder Zeitung und Nachrichtensendung findet man verstörende Bilder und Filme. Hier auf den Strassen sieht man unzählige Einsatzkräfte, Helfer und auch Reporter, gestern waren auch mehrmals Helikopter auf Erkundungsflügen unterwegs.“

So schnell bricht etwas auf einem rein und ändert alles von einem Moment auf den anderen.

Wenn man etwas Gutes an der ganzen Katastrophe sehen will, ist es sicherlich, dass Gäste aus nah und fern, Freunde von der ganzen Welt schreiben und tröstende Worte finden und auch ihre Hilfe anbieten.

Und vor allem, dass ein Tal zusammenhält – so viele freiwillige Helfer, Gasthöfe die für die Helfer kostenfrei Essen und Unterkünfte bereit stellen.

„Beeindruckend menschlich in der heutigen Zeit, es ist viel kaputt und es gibt auch Verletzte, aber es wird wieder hergerichtet, repariert und die Wunden bei Mensch und Natur werden wieder heilen. Aber vergessen werden wir diesen Fingerzeig der Natur nicht.“,

schreibt Gerhard.

Auf jeden Fall ist es wieder mal an der Zeit, sich zu bedanken an alle, die diese Situation mittragen, unterstützen und mit positiven Gedanken von nah und fern unterstützen. Und es ist zu hoffen, dass es keine weiteren extremen Niederschläge gibt, die die Berge wieder ins Rutschen bringen.

Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof

Wer spenden möchte:

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Bild Toferer lois, Winter Wolfgang, Schellhorn.

Und los geht´s mit den ersten Keksen

Herrlich – dieses Wetter – klirrend kalt, blauer Himmel und Schnee auf den Bergspitzen Gasteins. In Sportgastein wurde heute sogar schon die Langlaufsaison eröffnet. Ich liebe auch diese Jahreszeit. Hier ein heutiger Blick von unserem Balkon: blick vom Balkon Herbst-Winterbild 2019

Da hat man doch – obwohl erst November ist – schon richtig Lust aufs Kekse backen. Eine meiner Lieblingsrezepte sind die Linzer Kipferl. Wichtig ist, dass man am Vortag schon die Butter und die Eier aus dem Kühlschrank gibt, dann lässt es sich viel leichter spritzen.

Doppelte Spritzkekse

ergibt ca. 30 Stk. – je nach Größe. Ich mach immer gleich die doppelte Menge

220 g weiche Butter, 80 g Staubzucker, 1 Vanillezucker, 1 Prise Salz, 1 großes Ei, 300 g Weizenmehl

Butter, Zucker, Salz mind. 15 Minuten schaumig rühren und danach das Ei einrühren, 3 Minuten auf höchster Stufe rühren und dann gesiebtes Weizenmehl unterheben.  In einem Spritzsack auf ein kaltes Backblech inkl. Backpapier raufspritzen (Bsp. rund oder längliche Stangerl) und kurz überbacken. Sprich bei 180 bis 190 Grad ca. 15 min backen. Auskühlen lassen und je nach Lust und Laune mit Scho

doppelte spritzkeks

koglasur verzieren oder mit Marmelade befüllen. Gutes Gelingen.

Von den letzten Keksen, die von gestern übrig geblieb

en sind, hab ich noch schnell ein Foto gemacht 🙂 Guten Appetit. Eure Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof in Gastein.

Apfelsegen

Die Zeit der Apfelernte hat begonnen. Auch am Zittrauerhof war es soweit, dass die reifen Früchte von den Bäumen geholt wurden. Wir sind sehr froh, dass es in diesem Jahr eine zahlreiche Ernte von sehr süßen Äpfeln wurde.

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Doch was bedeutet die Arbeit mit Apfelbäumen eigentlich? Nach dem jährlichen Baumschnitt werden Bienen zur Bestäubung der Bäume geholt bzw. kommen sie, wenn alles blüht, von selbst. Im Laufe des Sommers reifen die Früchte heran und bereichern den schönen Anblick unseres Gartens. Sobald die ersten Äpfel von den Bäumen fallen, muss jeden Tag der Garten abgelaufen werden, um diese aufzusammeln.

Zur Erleichterung dieser Arbeit haben wir uns einen Apfel-Blitz zugelegt. Dieser Roller sammelt in Null-Komma-Nichts die Äpfel auf und schont den Rücken. IMG-20191006-WA0012.jpg

Jetzt war es dann soweit: Johannes und Matthias machten sich bereit, um auf die Bäume zu steigen und die Äpfel abzuschütteln und zu klopfen und Hias und wir Frauen sammelten sie dann am Boden ein, hierbei ist es besonders wichtig, dass die faulen Äpfel aussortiert werden. Das ganze passiert natürlich nicht einfach nur so zum Spaß, weil man gerne auf Bäume klettert oder Sachen vom Boden aufheben mag. Die Äpfel werden anschießend zur Herstellung von Saft, Schnaps und Most verwendet.

Ein Teil der Äpfel wird zu Apfelsaft weiterverarbeitet und bringt uns und unseren Gästen somit Apfelsaft für das ganze Jahr. Heuer können auch erstmals unsere Gäste oder Interessierte 5lt. Bags zum Mitnehmen kaufen.

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Ein weiterer Teil der Ernte wird zur Herstellung von Schnaps genommen, welchen unser Opa alljährlich brennt. Und die besonders schönen Äpfel werden in Steigen gelegt und eingelagert, wodurch man den ganzen Winter eigene Äpfel zum Essen, Kochen und Backen hat.
Somit ist das Obst ein wahrer Schatz über das ganze Jahr!

Ganz liebe Grüße vom Zittrauerhof, Katharina Schwaiger.

Marias Himbeertraum

Wenn mich meine Freundin Maria besucht, dann verwöhnt sie uns immer mit herrlichen Mehlspeisen, die super schmecken und idealerweise einfach und relativ schnell zubereitet werden .

Dieser Blechkuchen ist einer meiner Lieblinge und wirklich ein Hit. Viel Spaß beim Nachbacken und gutes Gelingen.

Teig für ein Backblech (mit Rahmen): 

  • 200 g Zucker
  • 5 Dotter, 5 Eiklar
  • 1/8 lt. Öl
  • 1/4 lt. Wasser
  • 200 g Weizenmehl
  • 1 Packung Backpulver
  • 2 Esslöffel Kakaopulver
  • etwas Rum

Rezept für die Himbeercreme:

  • 350-400 g Wasser
  • 50 g Zucker
  • 2 Pkg Vanillepuddingpulver
  • 500-600 g tiefgefrorene Himbeeren oder Schwarzbeeren

Rezept für die Creme obendrauf:

  • 200 g Topfen (Quark)
  • 500 g Schlagobers
  • 3 Packungen Sahnesteif (oder Quimic)
  • 1 Pkg Vanillezucker

Für den Belag:

  • 1-2 Pkg. Butterkekse

im vorgeheizten Backrohr bei 175 Grad ca. 30 min backen (Nadelprobe).

Z U B E R E I  T U N G :

TEIG:

Die Eier trennen und aus dem Eiklar einen steifen Schnee schlagen. Zucker und Eidotter schaumig rühren. Das Öl langsam unterrühren. Gesiebtes Mehl, Backpulver und restliche Zutaten in den Teig geben, zum Schluss den Eischnee unterheben und die Masse auf das Backblech gleichmässig verstreichen.

Den Kuchen im vorheizten Backofen bei 170 / 175 Grad ca. 30 Minuten backen lassen und überkühlen lassen. Dann dünn mit Marillenmarmelade bestreichen, bevor die Himbeercreme drauf kommt.

HIMBEERCREME:

Das Wasser mit dem Puddingpulver und Zucker gut verrühren und kurz aufkochen, bis die Masse eindickt, dann gleich vom Herd ziehen und die gefrorenen Himbeeren unter die heiße Masse geben. Die Himbeercreme auf den Kuchenboden streichen.

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CREME:

Das Schlagobers mit dem Sahnesteif oder Quimic schlagen, wenn das Schlagobers „steht“, die restlichen Zutaten untermischen und vorsichtig auf die Himbeercreme geben.

Zum Schluss den Kuchen noch mit Butterkeksen belegenund einige Stunden ziehen lassen im Kühlschrank. Herrlich für warme Sommertage.  schmeckt auch super mit Heidelbeeren.

Gutes Gelingen und viel Spaß beim Nachmachen. Katharina vom Zittrauerhof

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